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www.eviloverlord.com/lists/overlord.html

Jetzt geht es dem Filmhelden an den Kragen: Gefesselt liegt er hilflos auf einer stählernen Streckbank und schaut einer Laserkanone direkt in die Mündung. Vor ihm geht sein Widersacher auf und ab, der fieseste aller Fieslinge, in seiner Hand die Fernbedienung der Kanone: Ein Klick, der Held wäre erledigt und der Film zu Ende. Stattdessen hebt der Oberschurke an: ‘Bevor ich dich töte, will ich dir noch meinen genialen Plan erklären ...’

Auf seiner Webseite hat Peter Anspach solche Filmklischees versammelt und formuliert sie als Ratgeber für Oberbösewichte um. Zu den 100 Tipps für den angehenden Weltbeherrscher gehört der Hinweis, Luftschächte zu klein zum Durchkrabbeln zu bauen und auf digitale Countdown-Zähler zu verzichten, die vor der Explosion langsam bis 00:00 zählen. Zum Beraterstab sollte immer ein kleiner Junge gehören, damit beim ultimativen Plan zur Weltherrschaft nichts übersehen wird, was ein Fünfjähriger bemerkt haben würde.

Viele der (englischsprachigen) Ratschläge gehen auf Beiträge engagierter Leser zurück. Zweihundert (!) weitere Tipps warten auf den restlichen Seiten der Site - mehr als genug für eine vergnügliche Mittagspause. (ghi)


www.hermannhesse.de

Wenn er noch leben würde, hätte Hermann Hesse Anfang Juli 125 Kerzen auf seiner Torte ausblasen dürfen. Aus Anlass seines Jubiläums öffnete das Hermann-Hesse-Portal. Mit nach eigenen Angaben Tausenden von Seiten erhebt die neue Website den Anspruch, das zur Zeit größte Online-Angebot zu Leben und Werk des Literatur-Nobelpreisträgers von 1946 zu sein.

Die Website widmet sich der Biografie Hesses und zeichnet die wichtigsten Lebensstationen anhand von Bildern und Dokumenten nach. Hesse-Experten wie Prof. Bernhard Zeller oder Michael Limberg vertiefen die kurz gefassten Texte.

Das Portal ist mit Unterstützung des Suhrkamp-Verlags Frankfurt am Main sowie seines Hesse-Herausgebers Volker Michels entstanden. Es will Laien und professionellen Nutzern umfangreiche Recherchemöglichkeiten bieten. So wurde zum Beispiel das Martin-Pfeifer-Archiv der Kreissparkasse Calw erschlossen; hinzu kommen noch Film- und Tonaufnahmen des eher medienscheuen Dichters.

Das Hermann-Hesse-Portal gibt es zunächst nur in Deutsch und Englisch. Sieben weitere europäische und asiatische Sprachen sind geplant, darunter auch Chinesisch und Koreanisch. Hesses Werke selbst sind im Internet noch nicht nachlesbar: Das Copyright läuft noch bis ins Jahr 2033. (anw)


www.tinyapps.org/

Kleine, aber feine Programme für Windows-PCs präsentiert tinyapps.org. Die Software-Schnipsel sind nicht größer als 1,44 MByte, benötigen keine Visual-Basic- oder MFC-Runtime und kosten in der Mehrzahl der Fälle keinen Cent, verspricht der Betreiber. Unter dem Motto ‘small is beautiful’ haben die Macher der Website die Software-Zwerge in die Kategorien Internet, Text, Graphics, System und Sonstiges unterteilt. Darunter findet man praktische Progrämmchen wie zum Beispiel den wahrscheinlich kleinsten und schnellsten Web-Browser der Welt, Textsuchmaschinen oder Grafikoptimierer.

Zusätzlich vergibt tinyapps eine Art Software-Oscar: das zweiblättrige Kleeblatt. Die Trophäe geht ausschließlich an Programme, die nicht extra installiert werden müssen, nicht die Registry verändern und außerhalb des eigenen Verzeichnisses keine Dateien erstellen oder verändern. (ku)


www.zellteilung.de/kanzlergenerator/

Bundestagswahl 2002, ein trauriges Szenario - denn leider gibt es bis jetzt nur zwei Kanzlerkandidaten (Sorry FDP!), die sich zudem immer stärker ineinander morphen. Zum Glück haben wir die Software-Technik: Gegen den Trend zum Einheitskandidaten stemmt sich tapfer der Kanzlergenerator von zellteilung.de und produziert jede Menge Politnasen am Stück, rund zwei pro Sekunde. Der Pluralismus lebe hoch! Dummerweise spuckt der Generator keine lauffähigen EXE-Kanzler aus, sondern zaubert nur hübsch anzusehende Demos auf den Bildschirm - fast wie im wirklichen Wahlkampf. (ku)


www.holzmann-stoll.de

Marktpremiere - auf der Homepage der Tischlerei Holzmann & Stoll entwerfen Kunden vor dem Kauf ihre Möbel selbst. Mutige, die von Ikea aufs Internet umsteigen, entscheiden sich dabei nicht nur für eine bestimmte Holzart und verändern die Abmessungen eines Schrankes oder Tisches, sondern feilen auch am Design. Die Software-Technik InMode - dahinter stecken PHP-Skripte und eine SQL-Datenbank - stellt das Möbelstück fotorealistisch dar und kalkuliert den Endverkaufspreis. Der Clou: Die InMode-Dateien dienen direkt zur Steuerung von CNC-Fertigungsmaschinen - Möbel bauen on demand und vollautomatisch.

InMode wurde von einem Konsortium unter der Leitung des IT-Unternehmens cube realisiert; das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert das Projekt. Ab Herbst 2003 steht die Software interessierten Handwerksunternehmen zur freien Verfügung. Tischlereien können InMode aber schon heute nutzen. Das Kooperationsmodell schließt die Verwendung der Software und eine verteilte Nutzung von CNC-Maschinen ein. (ku)


www.spielenet.de/

Aller guten Dinge sind drei, auch beim Einkaufsberater: Wie alt ist der jüngste Mitspieler, wie viele Spieler wollen sich amüsieren und wie teuer darf es sein, das gesuchte Reise-, Abenteuer-, Strategie- oder Kartenspiel? Daraufhin zaubert das praktische Progrämmchen einige gut gemeinte Vorschläge auf den Bildschirm. Alte Spielehasen benutzen besser die Profisuche und können dort auch noch die gewünschte Spieledauer, ein Schlüsselwort oder direkt den Namen des Spiels vorgeben. Wer es lieber tabellarisch mag, lädt sich den Gesamtkatalog mit über 2000 der intelligenten Zeitvertreiber als pdf-Datei auf die Festplatte; die Neuheiten des Jahres erkennt man leicht am roten Label. (ku)


Die Websites aus c't 14/2002

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