Weg vom Fenster

Ein Blick auf die Beta-Version von Windows 8

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Das auffälligstes Merkmal der Beta-Version von Windows 8 ist das neue Kacheldesign. Es stellt einen radikalen Bruch mit dem seit Windows 95 vertrauten Bedienkonzept dar und soll Windows auch für Tablets fit machen.

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Nach der „Developer Preview“ aus dem letzten Herbst hat Microsoft nun eine zweite Vorabversion von Windows 8 veröffentlicht. Mit dieser „Consumer Preview“ kann sich die breite Öffentlichkeit ein Bild von der Windows-Zukunft machen, genauer: davon, wie Microsoft sich diese vorstellt. Microsoft weist explizit darauf hin, dass der Code noch Fehler haben kann, sich noch etwas ändern kann und dass die Preview auf einem Produktivsystem nichts zu suchen hat – Tipps, wie Sie die x86- und die x64-Variante trotzdem gefahrlos ausprobieren können, finden Sie im Kasten auf Seite 90. Die ARM-Variante steht nicht zum Download bereit, dazu mehr ab S. 96. Änderungen am Unterbau beschreibt der Artikel ab S. 92, dort finden Sie auch die Ergebnisse unserer Kompatibilitäts- und Geschwindigkeitsmessungen.

Mit Windows 8 versucht Microsoft ein Betriebssystem auf die Beine zu stellen, das nicht nur auf herkömmlichen Desktop-PCs und Notebooks laufen soll, sondern auch auf Tablets und ähnlichen Gadgets. Die augenfälligste Neuerung gegenüber bisherigen Windows-Versionen ist dann auch das neue Touch-optimierte Metro-Design. Der klassische Aero-Desktop ist zwar weiterhin an Bord, doch nach dem Start begrüßt Windows den Anwender mit einem Startscreen mit lauter satt gefärbten, bunten Kacheln. Dieser Startscreen ersetzt das Startmenü vollständig – einen Weg, es wieder hervorzuzaubern, haben wir bis Redaktionsschluss nicht gefunden: Der Trick, der noch bei der Developer Preview funktionierte [1], klappt nicht mehr. Der Startscreen erscheint grundsätzlich bildschirmfüllend, jedoch immer nur auf einem Monitor – sind mehrere angeschlossen, zeigen die anderen den Desktop. Beim Hintergrund des Metro-Startscreens kann man zwischen neun Farben und sechs Mustern wählen, eigene Bilder lassen sich jedoch nicht verwenden.

Die Kacheln auf dem Startscreen dienen nicht nur zum Starten von Programmen („Apps“), sondern auch zur Anzeige von zusätzlichen Informationen wie dem Wetter oder dem gerade laufenden Song. Die „Mail“-Kachel blendet zusätzlich zur Anzahl der erhaltenen Nachrichten ungelesene Betreffzeilen eine nach der anderen ein. Steuern lassen sich die Apps über die Kacheln aber bislang nicht, einen Pause-Knopf sucht man auf der „Musik“-Kachel beispielsweise vergeblich. Der Weg zum Desktop führt ebenfalls über eine Kachel.

Im Laufe der Zeit kommen zu den vorhandenen Kacheln weitere hinzu: Windows 8 hängt bei der Installation eines Programms für jede neu hinzugekommene ausführbare Datei eine Kachel an. Das führt bei herkömmlichen Programmen mitunter dazu, dass mehrere Kacheln auf dem Startscreen erscheinen – zusätzlich zum Programm selbst erscheinen Kacheln beispielsweise für die Deinstallationsroutine oder das Konfigurationsprogramm. Neue Kacheln landen stets am Ende der bestehenden Sammlung; eine automatische Gruppierung findet nicht statt, was schnell zu einem hässlichen und unübersichtlichen Startbildschirm führt. Manuell kann man Kacheln aber verschieben und gruppieren. Kacheln lassen sich auch vom klassischen Desktop aus hinzufügen (Kontextmenü: „An Startmenü anheften“), das klappt derzeit aber nur mit Exe-Dateien und Ordnern.

Auch die Apps selbst erscheinen im kantig-bunten Metro-Design, und zwar grundsätzlich im Vollbild. Nur wenn das Display eine Auflösung von mindestens 1366 x 768 Pixeln bietet, können sich zwei Apps nebeneinander den Platz im Verhältnis 3 zu 1 teilen, sonst bleibt es bei einer. Auf Displays mit weniger als 1024 x 768 Pixeln laufen gar keine Metro-Apps mehr: Sie verweigern unter Hinweis auf die zu geringe Auflösung den Start. Das ist vor allem deshalb seltsam, weil Microsoft das Metro-Design ursprünglich für Windows Phone erfunden hat, auf dem Apps mit noch geringerer Auflösung problemlos zurechtkommen – Windows-Phone-Apps laufen allerdings nicht unter Windows 8. Auf Geräten mit geringer Auflösung, etwa den gängigen Aldi-Netbooks, kann man in der Registry nach allen Einträgen namens Display1_DownScalingSupported suchen und deren Werte auf 1 setzen, dann stehen nach einem Neustart zusätzlich 1024 x 768 und 1152 x 864 zur Auswahl. Der Grafiktreiber rechnet das höher aufgelöste Bild dann herunter, was nicht schön aussieht, aber immerhin das Ausprobieren der Apps erlaubt. (axv)

Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 7/2012.

Weg vom Fenster

Artikel zum Thema "Weg vom Fenster" finden Sie in c't 7/2012:

  • Windows 8 Consumer Preview - Seite 84
  • Hardware-Unterstützung und Performance - Seite 92
  • Windows On ARM für Tablets - Seite 96

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