Weitere Details zu den Upgrade-Angeboten auf Windows 8

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Warum einfach, wenn es auch umständlich geht: Microsofts Lizenzpolitik sorgt mal wieder für vielfältige Unterschiede bei den Lizenzberechtigungen, Preisen und Nutzungsmöglichkeiten.

Warum einfach, wenn es auch umständlich geht: Microsofts Lizenzpolitik sorgt mal wieder für vielfältige Unterschiede bei den Lizenzberechtigungen, Preisen und Nutzungsmöglichkeiten. Schon die Antwort auf die Frage, was so ein Upgrade eigentlich ist, fällt bei Microsoft überraschend kompliziert aus. Der Konzern unterscheidet nämlich zwischen den verschiedenen Berechtigungen zum Erwerb eines Upgrade einerseits sowie den technischen Möglichkeiten der so erworbenen Software andererseits. So darf bis Ende Januar 2013 jeder Besitzer einer gültigen Lizenz von Windows 7, Vista und XP eine Upgrade-Lizenz auf Windows 8 erwerben. Dabei ist es egal, ob man eine Home- oder Pro-Version besitzt, man bekommt auf jeden Fall ein "Windows 8 Pro" (den Nachfolger von Windows 7 Professional). Auf Wunsch kann man das Media Center kostenlos dazubekommen.

Der Preis für so eine Upgrade-Lizenz beträgt 40 US-Dollar, sofern man es bei Microsoft direkt erwirbt. Wer sie dort nicht als Download-Version, sondern auf DVD haben möchte, zahlt weitere 15 US-Dollar. Bei anderen Händlern kostet die komplette Upgrade-Lizenz 70 US-Dollar. Wer ab Februar 2013 eine Upgrade-Lizenz erwerben will, zahlt nicht nur mehr, sondern muss auch das Media Center separat dazukaufen (und bekommt statt Windows 8 Pro möglicherweise nur die funktional eingeschränkte Version "Windows 8").

Besitzer einer Windows-7-Lizenz kommen anfangs unter Umständen noch billiger an Windows 8 Pro: Wenn sie die Lizenz seit dem 2. Juni auf einem neuen PC erworben haben. Dann können Sie sich demnächst unter https://windowsupgradeoffer.com registrieren und zahlen nur 15 US-Dollar für Windows 8 Pro. Der genaue Ablauf ist in einer FAQ beschrieben, die aber nicht für die anderen Upgrade-Angebote gilt. Die Zahlung muss demzufolge per Kreditkarte oder Paypal erfolgen, der Windows-7-PC muss bis Ende Januar 2013 erworben sein, registrieren muss man sich dann bis spätestens Ende Februar.

Egal, wie dieses Billig-Upgrade erworben wird, in jedem Fall landet ein Upgrade-Assistent auf der Festplatte, der dann die restlichen Dateien herunterlädt und anschließend das Betriebssystem aktualisiert. Wahlweise kann er auch ein Setup-Medium erstellen (DVD oder USB-Stick). Eine saubere Neuinstallation dürfte also möglich sein, wenn auch nur umständlich, denn zum Erwerb der Lizenz muss vorerst noch das alte Windows installiert sein.

Anders sieht es bei einer Upgrade-Installation aus. Darunter versteht man üblicherweise das Aktualisieren eines Betriebssystems auf eine neue Version, ohne dass dabei Anwendungen, Einstellungen oder die persönlichen Daten verloren gehen, doch genau das ist nicht in allen Fällen möglich, sondern lediglich mit den "Consumer Editions" von Windows 7. Damit sind üblicherweise Windows Starter, Home Premium und Ultimate gemeint.

Von Vista und XP hingegen ist keine Upgrade-Installation möglich, auch wenn Microsoft gern den gegenteiligen Eindruck erwecken möchte. Denn unter Vista kann man den Windows-8-Upgrade-Assistenten zwar durchaus starten, doch übernimmt er lediglich die Windows-Systemeinstellungen sowie die eigenen Dateien. Die Anwendungen muss man also anschließend allesamt von Hand neu installieren und konfigurieren – und das dürfte für so manchen Anwender weit mehr Aufwand bedeuten als die Windows-Installation selbst. Von XP aus werden sogar nur die eigenen Dateien übernommen.

Brandon LeBlanc, Programm Manager für Windows bei Microsoft, hat sich in den Kommentaren zum Blog-Eintrag über die Upgrade-Berechtigungen auch zum Release Candidate geäußert: "If you are on the Windows 8 Release Preview, you can upgrade via the Windows 8 Upgrade Assistant but will only have the options to migrate your personal files or keep nothing at all when upgrading." Mit anderen Worten: Der Upgrade-Assistent lässt sich zwar auch unter der Release Preview von Windows 8 starten, doch werden dann allenfalls wie von XP aus die eigenen Dateien übernommen. LeBlanc fährt fort: "You will need to make sure you have an underlying license for either Windows XP, Windows Vista or Windows 7 as well." Ohne gültige Lizenz von Windows 7, Vista oder XP darf man den Assistenten unter der Vorabversion nicht benutzen, die Release Preview berechtigt entgegen anderslautenden Gerüchten also keineswegs zum verbilligten Erwerb einer Upgrade-Lizenz. (axv)

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