Ist das schon der viel beschworene Aufschwung? Nur wenig mehr als die Inflationsmarge konnte ein ITler 2006 im Durchschnitt durch seine Gehaltssteigerungen ausgleichen. Doch das Bild ist uneinheitlich, wie die Auswertung unserer Gehaltsumfrage zeigt.
Seit fünf Jahren fragen wir jeweils im Januar danach, wie sich die Einkommen von IT-Fachleuten entwickelt haben. Traditionell wenden wir uns nicht nur an Mitarbeiter reiner IT-Unternehmen - dort arbeitet gut die Hälfte aller Teilnehmer. [1, 2].
Über 4600 Leser haben sich an der Online-Umfrage beteiligt und Angaben zu ihren Gehältern gemacht. Gut 3200 davon gingen in die Auswertung ein - unvollständige und nicht plausible Einträge haben wir ausgefiltert. Zwar kann die Umfrage das Kriterium „repräsentativ“ nicht erfüllen, dennoch entsteht ein aussagekräftiges Bild der Gehaltsstrukturen in den IT-Berufsfeldern.
Hierzulande verdiente der Vollzeit-ITler danach im Durchschnitt gut 48 600 Euro, 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr, und er konnte damit eben den Anstieg der Verbraucherpreise von 1,7 Prozent ausgleichen. Das Statistische Bundesamt hat auch herausgefunden, dass die Tariflöhne aller Angestellten im Bundesdurchschnitt nur um 1,2 Prozent, die Stundenlöhne der Arbeiter um 1,5 Prozent gestiegen sind [3]. Ein bundesdeutscher Arbeitnehmer kam 2005 im Mittelmaß inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf knapp 41 000 Euro, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte hat das Bundesamt dabei nicht berücksichtigt [4]. ITler behaupten also erwartungsgemäß eine gute Position.
Nur insgesamt 200 Teilnehmer aus Österreich und der Schweiz kamen in die Auswertung. Um ein aussagekräftiges Bild zu erstellen, ist deren Zahl zu klein. Nur so viel: Die Österreicher liegen bei knapp 44 000 Euro (1,1 Prozent mehr als im letzten Jahr), die Schweizer bei umgerechnet gut 62 200 Euro (2,4 Prozent weniger).
Der Wert der Sonderleistungen blieb in Deutschland mit 2400 Euro stabil. Differenziert nach Berufsfeldern lagen diesmal Marketing, Vertrieb und Verkauf (knapp 10 300 Euro) und Geschäftsführung (gut 10 200 Euro) fast gleichauf, Beratung blieb weiterhin abgeschlagen auf dem dritten Platz (knapp 5200 Euro). Als häufigste Sonderleistungen wurden vermögenswirksame Leistungen (32 Prozent), betriebliche Altersversorgung (29 Prozent), Mobiltelefon (26 Prozent) sowie Jahresprämie (24,4 Prozent) angegeben. Gewinnbeteiligung, Essenszuschüsse, kostenloses Mittagessen, privater DSL-Anschluss, Laptop, Kindergartenzuschuss, kostenlose Getränke (zumeist Kaffee) und Bahnkarte werden dagegen eher nicht so häufig genannt.
Im Zuge der folgenden Auswertungen haben wir jeweils nur die deutschen Teilnehmer berücksichtigt.
Über drei Viertel waren zwischen 26 und 40 Jahre alt, nur jeweils rund zehn Prozent jünger oder älter. Ältere verdienen mehr: Das durchschnittliche Einkommen der unter 26-Jährigen liegt bei knapp 33 400 Euro, in der nächst höheren Altersgruppe der 26- bis 30-Jährigen aber schon bei rund 41 200 Euro. Die 31- bis 35-Jährigen erhalten etwa 50 200 Euro. Kollegen zwischen 36 und 40 Jahren liegen bei knapp 58 000 Euro. Den 41- bis 45-Jährigen stand mit 62 400 Euro sogar ein um 87 Prozent höheres Einkommen zur Verfügung als den unter 26-Jährigen. Ab einem Alter von 45 Jahren fiel das Durchschnittseinkommen wieder leicht ab, lag aber immer noch im Bereich von 61 400 Euro.
Nur 57 Frauen (von den über 3000 ausgewerteten Teilnehmern!) nahmen an der Erhebung teil, ihr Einkommen belief sich auf 42 600 Euro und lag damit zwar um 3,1 Prozent höher als 2005, jedoch verdienten sie im Schnitt nur 87,3 Prozent des Gehalts ihrer männlichen Kollegen.
Zum ersten Mal finden sich nicht mehr alle ostdeutschen Bundesländer auf den letzten fünf Plätzen wieder. Sachsen vorn: Um satte 6,6 Prozent auf gut 42 200 Euro stieg der Betrag, den die IT-Beschäftigten dort erhielten. Dagegen mussten die Kollegen aus Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum Vorjahr auf fast 12 Prozent verzichten, sodass sie 2006 nur 31 200 Euro erhielten. Die Thüringer verloren mit 1,1 Prozent geringfügig auf 36 500 Euro, während sich das Einkommen in den übrigen beiden Ländern mit einem halben Prozent kaum nach oben bewegte: Sachsen-Anhalt 35 900 Euro, Brandenburg 33 700 Euro, ebenso wie im Westen Schleswig-Holstein: 42 100 Euro. Pauschal zu schließen, dass sich hier der Satz „Im Osten werden halt niedrigere Löhne gezahlt“ bestätigt, wäre zu kurz gedacht. Eine genaue Betrachtung der Daten zeigt, dass in Ostdeutschland insgesamt weniger hochqualifizierte Positionen vorhanden sind, und diese Tatsache senkt den Durchschnittswert. Deutlich zeigt sich das am Beispiel Sachsens, wo die in Dresden angesiedelte Spitzentechnologie auch höher qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen hat. Anders herum formuliert: Ein sächsischer Webdesigner geht nicht automatisch mit einer praller gefüllten Brieftasche nach Hause als sein Kollege in Thüringen.
Knapp 47 900 Euro erhalten die westdeutschen IT-Beschäftigten im Mittel, die ostdeutschen gut 35 900 Euro - das macht gerade einmal 75 Prozent aus.
Im Saarland stieg das Einkommen mit 10,3 Prozent auf 45 000 Euro am stärksten. Es setzt damit die deutsche Rekordmarke. Ein sattes Plus konnten auch die IT-Fachleute aus Rheinland-Pfalz mit 7,7 Prozent auf 47 300 Euro sowie aus Niedersachsen mit 6,1 Prozent auf 45 000 Euro verbuchen. Moderate Steigerungen gab es in Bremen um 4,3 Prozent auf 45 700 Euro und in Baden-Württemberg um 4,1 Prozent auf 50 600 Euro. Immerhin geringfügig mehr (zwischen 1 und 2 Prozent) zeigen die Daten aus Hessen (54 500 Euro), Bayern (51 100 Euro), Nordrhein-Westfalen (48 700 Euro) und Hamburg (48 600 Euro). Dagegen lag das Einkommen in Berlin mit 45 000 Euro 4,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.
In vier großen Berufsfeldern arbeiteten gut 78 Prozent der deutschen Teilnehmer: Softwareentwicklung (33,9 Prozent), Administration (24,6 Prozent), Beratung (11,8 Prozent) und Service (7,9 Prozent). Unter diesen sticht die Gruppe der Berater mit knapp 62 100 Euro durchschnittlichem Einkommen deutlich hervor. Sie erhielten drei Prozent mehr als im Vorjahr. Erfreulich entwickelte sich der Anstieg bei den Softwareentwicklern auf knapp 48 400 Euro (drei Prozent). Im Service gab es mit etwa 42 100 Euro nur ein Prozent mehr, und das Einkommen der Administratoren veränderte sich mit rund 42 500 Euro gar nicht.
Einkommensspanne: Softwareentwicklung
Einkommensspanne: Administration
Im nächstgrößeren Berufsfeld Webentwicklung stieg das Jahresmittel um ein Prozent auf gut 35 900 Euro. Dies ändert nichts an der Tatsache, dass die Kollegen aus diesem Feld als einzige unterhalb der Marke von 40 000 Euro bleiben. In den Berufsfeldern mit jeweils weniger als hundert Teilnehmern glänzen die Marketingfachleute mit knapp 68 500 Euro.
Die Security-Experten mussten auf zwei Prozent des Vorjahreseinkommens verzichten und bekamen nun gut 53 100 Euro. Das Einkommen der Hardwareentwickler fiel um vier Prozent auf knapp 52 800 Euro. Bei den Testern und Redakteuren lag der Durchschnittswert jeweils bei etwa 49 400 Euro. Während das Einkommen der Tester damit um zwei Prozent gefallen ist, liegt der Betrag für die Redakteure um ganze 20 Prozent höher. Erfreulich war auch der Anstieg im Bereich Forschung, Lehre und Training. Hier gab es sieben Prozent mehr und somit im Mittel 43 900 Euro.
Die Angehörigen der Geschäftsführung erhielten mit 80 900 Euro fast unverändert so viel wie im Vorjahr.
Von den zehn spezifizierten Branchen lag das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen in jeweils vier Fällen zwischen 50 und 60 000 Euro beziehungsweise zwischen 40 und 50 000 Euro. Zwei Branchen rangieren unterhalb von 40 000 Euro.
2006 konnten sich die Beschäftigten in der Automobilbranche deutlich verbessern.
Nach wie vor führen die Mitarbeiter aus Telekommunikationsunternehmen das Feld an. Sie erhielten gut 57 800 Euro und somit ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die Teilnehmer aus der Automobilbranche haben ihren zweiten Platz in der Rangfolge zum einen dem satten Anstieg um 9,3 Prozent auf knapp 55 000 Euro zu verdanken, zum anderen erhielten die Mitarbeiter von Banken und Versicherungen 2,7 Prozent weniger und erreichten den gleichen Betrag. Etwas abgeschlagen liegt das Einkommen der IT-Beschäftigten in der Industrie. Aber auch sie freuten sich über 3,8 Prozent Zuwachs auf knapp 51 400 Euro.
Wiederum machen die Teilnehmer aus den „klassischen“ IT-Unternehmen gut die Hälfte des gesamten Feldes aus. Immerhin 1,7 Prozent mehr trugen sie heim, nämlich gut 47 900 Euro. Erneut gelang ein Anstieg im Gesundheitswesen (5,5 Prozent auf knapp 46 000 Euro) sowie bei den Medienunternehmen und Verlagen (4,9 Prozent auf knapp 44 700 Euro). Nahezu stabil blieb der Betrag im Handel mit gut 40 800 Euro (minus 0,7 Prozent). Den Jahresdurchschnitt im Öffentlichen Dienst konnte ein Anstieg um 2,6 Prozent auf knapp 39 200 Euro nicht in solche Gefilde tragen, und auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung stieg der Betrag moderat um 1,1 Prozent auf gut 36 600 Euro.
Acht Prozent der Teilnehmer fanden ihre Branche nicht in den von uns im Fragebogen vorgegebenen Möglichkeiten wieder. Darunter fallen zum Beispiel Dienstleister, Energieversorger, Logistikunternehmer, Marktforscher und Reisebüroangestellte. Ihre Zahl ist in jedem Fall zu klein, um eine separate Abfrage zu rechtfertigen. Das Durchschnittseinkommen dieser „anderen“ Branchen liegt immerhin bei gut 48 900 Euro - also leicht über dem Durchschnitt aller deutschen Teilnehmer.
Fast die Hälfte der deutschen Teilnehmer arbeitet zwischen 40 und 45 Stunden in der Woche, darüber liegen noch einmal knapp 40 Prozent. Lediglich 11 Prozent gaben weniger als 40 Stunden Arbeitszeit an. Die mittlere Arbeitszeit betrug unverändert rund 44 Stunden. Aufgeschlüsselt nach Berufsfeldern lag die Arbeitszeit mit 51 Stunden in der Geschäftsführung am höchsten. IT-Fachleute aus Marketing und Vertrieb gaben 47 Wochenarbeitsstunden an und die Berater 46. Den Forschern mit 45 Stunden folgt ein großer Bereich mit 43 bis 44 Stunden, in den fast alle restlichen Berufsfelder fallen. Lediglich im Redaktionsbereich war die Arbeitszeit mit 42 Stunden noch niedriger. Etwa 600 Teilnehmer teilten mit, dass sie mehr als 48 Stunden in der Woche leisten - dies ist gesetzwidrig.
Die zur Verfügung stehende Urlaubszeit lag 2006 im Mittel bei 29 Tagen, wovon im Durchschnitt aber nur 25 in Anspruch genommen wurden. Am deutlichsten wird die Diskrepanz bei den 61,8 Prozent, die 30 bis 34 Tage Urlaubsanspruch hatten - nur die Hälfte von ihnen nutzte diesen auch tatsächlich aus. Weitere 30 Prozent machten 25 bis 29 Tage Urlaub, und 21,6 Prozent reichten 20 bis 24 Tage. Mit einer Auszeit von weniger als 20 Tagen mussten sich 15,6 Prozent begnügen. Mindestens 35 Urlaubstage gab es nur für 2,1 Prozent.
Teilnehmer mit Universitätsabschluss als höchstem formalem Abschluss (27,4 Prozent) erhielten durchschnittlich gut 55 800 Euro, mit Fachhochschulabschluss (21,4 Prozent) nur noch etwa 49 900 Euro. Absolventen von Berufsakademien oder Fachschulen mit staatlich anerkanntem Abschluss (10,7 Prozent) kamen immerhin auf knapp 47 300 Euro. Dagegen lag das Einkommen im Falle einer betrieblichen Ausbildung oder Umschulung mit IHK-Abschluss (24,9 Prozent) nur bei rund 39 500 Euro. Wer keinen formalen Abschluss (15,6 Prozent) vorweisen kann, erhielt gut 49 800 Euro - fast annähernd so viel wie die Fachhochschulabsolventen.
Grundsätzlich erhöht ein höherer formaler Abschluss die Chance auf ein höheres Einkommen.
Welchen Einfluss das Alter auf das Einkommen haben kann, lässt sich aus dem Diagramm ebenfalls ablesen. Setzt man den Abschluss in Beziehung zur Berufserfahrung, zeigt sich, dass insbesondere nach fünf Jahren das Einkommen mit wachsender Erfahrung steigt.
Auslandserfahrung - sei es im Zuge der Ausbildung oder um den Beruf auszuüben - kann etwa ein Sechstel vorweisen. Dessen mittleres Einkommen liegt bei gut 57 300 Euro und damit 22 Prozent über dem der Teilnehmer ohne diese Erfahrung (knapp 46 900 Euro).
Das Diagramm zur Berufserfahrung zeigt bei den beiden Hochschulformen Universität und Fachhochschule deutliche Unterschiede. Dazu wollten wir wissen, ob sich die Hochschulform auch bei den Studienrichtungen niederschlägt und haben ein weiteres Diagramm erstellt (unten). Die unterschiedliche Lage der Durchschnittseinkommen bei Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen legt nahe, dass die Verteilung bei Universitätsabsolventen besser liegt. Diese Vermutung wird auch von den Durchschnittseinkommen nach Studienrichtung bestätigt. So erhalten Teilnehmer, die an der Universität Informatik abgeschlossen haben, im Mittel knapp 54 900 Euro - 14,8 Prozent mehr als bei ihren Kollegen von der FH, die gut 47 800 Euro erhalten. Auch bei den Ingenieurwissenschaften ist es deutlich: 59 500 Euro für Universitätsabsolventen und damit 10,1 Prozent mehr als bei Fachhochschulabsolventen (knapp 54 100 Euro). Auch bei den meisten anderen Studienrichtungen zeigt sich der Einkommensunterschied deutlich. Die einzige Fächergruppe, bei der die Teilnehmer mit einem Fachhochschulabschluss besser abschneiden, sind die Wirtschaftswissenschaften. Sie erhalten gut 66 600 Euro, und somit 10,7 Prozent mehr als die IT-Fachleute von der Universität (60 200 Euro).
IT-Fachleute haben ständig mit neuen Techniken, Verfahren und Werkzeugen zu tun, sodass sie auf eine Weiterbildung angewiesen sind. Die Arbeitgeber tragen dem zum großen Teil auch dadurch Rechnung, dass ihre Angestellten sich während der Arbeitszeit weiterbilden dürfen: Drei Viertel erhalten dazu die Gelegenheit.
Differenziert nach dem höchsten formalen Abschluss zeigen sich leichte Unterschiede. Während die Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen sich überdurchschnittlich häufig am Arbeitsplatz fortbilden dürfen (77,6 bzw. 78,8 Prozent), liegt der Anteil ihrer Kollegen, die von der Berufsakademie kommen, auf dem Durchschnitt und bei Teilnehmern mit einer betrieblichen Ausbildung bei 71,8 Prozent. Mit 70,9 Prozent schließlich ist die Quote bei Arbeitnehmern ohne Abschluss am niedrigsten. Dennoch zeigen diese sehr hohen Werte, dass die weitaus meisten Arbeitgeber die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu schätzen wissen.
Naturwissenschaftler und Mediziner genießen mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von fast 60 000 Euro den Spitzenplatz.
Die Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studienrichtungen konnten mit einem Anstieg auf gut 59 300 Euro den Verlust des Vorjahres wettmachen. Die Spitzenposition zu erklimmen reichte es aber nicht, diese nehmen mit gut 59 800 Euro (plus zwei Prozent) nach wie vor die Naturwissenschaftler und Mediziner ein. Ingenieure finden sich diesmal auf dem dritten Platz wieder, sie erhielten knapp 56 000 Euro, 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
Mit 2,9 Prozent gab es für Mathematiker ebenfalls etwas mehr, sie erhielten im Mittel 54 800 Euro. Der Großteil der Informatikstudiengänge besetzt die mittleren Plätze. Die Absolventen eines „reinen“ Informatikstudienganges erhielten im vergangenen Jahr durchschnittlich 50 700 Euro, mit nur 0,4 Prozent kaum mehr als 2005. Um 0,6 Prozent stieg das Einkommen der Wirtschaftsinformatiker, die nun knapp 47 900 Euro kassierten.
Deutlich war der Anstieg in der Technischen Informatik beziehungsweise Informationstechnik, für den wir fünf Prozent mehr und damit gut 51 600 Euro errechneten.
Fachhochschule oder Universität? Wer aufs Geld schaut, entscheidet sich klar für die Universität.
Alle anderen Informatikstudiengänge - Bio-, Geo-, Medieninformatik und Security - haben wir mangels ausreichender Angaben zusammengefasst: Nur 3,9 Prozent der deutschen Teilnehmer gaben eine dieser Studienrichtungen an. Ihr durchschnittliches Jahreseinkommen lag mit gerade 42 500 Euro weit unter dem Durchschnitt. Allerdings haben auch fast zwei Drittel weniger als fünf Jahre Berufserfahrung, da sich alle diese Studiengänge gerade erst etabliert haben. Bei den Geisteswissenschaftlern hat sich das Einkommen weiter verschlechtert - um 7,9 Prozent auf 44 400 Euro, und dies ausgerechnet zum „Jahr der Geisteswissenschaften“.
Wohl wegen der in ihrem Fall dürftigen Datenbasis schwanken die errechneten Einkünfte der IT-Systemkaufleute im Jahresvergleich. Für sie ermittelten wir 13,5 Prozent weniger Gehalt, und das entspricht mit gut 34 700 Euro etwa dem Anstieg im Jahr 2005 gegenüber 2004. Bei den IT-Systemelektronikern stieg die Marge dagegen um 10,9 Prozent auf knapp 38 800 Euro.
Die Art der betrieblichen Ausbildung nimmt deutlich Einfluss auf die Gehaltshöhe.
Weiter erhöhte sich das Einkommen der Informatikkaufleute um 5,6 Prozent auf gut 41 400 Euro. Bei den wiederum an der Spitze liegenden Informationselektronikern gab es gut 49 600 Euro und damit 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Sehr gering waren die Einkommenszuwächse bei den Fachinformatikern: Anwendungsentwicklung liefert mit 37 100 Euro 1,1 Prozent mehr, Systemintegration knapp 35 800 Euro (0,6 Prozent mehr).
Die Spitzenposition unter den Fertigkeiten gewährten im Jahr 2006 Kenntnisse der betagten Programmiersprache Fortran (knapp 62 000 Euro), weit vor denen der Unternehmenssoftware Siebel (knapp 58 800 Euro) und des Unix-Betriebssystems AIX (gut 56 100 Euro).
Anders als im Vorjahr haben wir einige der Fertigkeiten im Bereich Netzwerke nun unter Web-Commerce abgefragt. Dies trifft auch auf Websphere zu, dessen Kenntnisse im Bereich Web-Commerce sogleich die Spitzenposition sicherten (Tabelle unten).
Die Zahl der Teilnehmer mit Leitungsfunktion betrug 2006 genau zehn Prozent. Ihr Verdienst ist im Vergleich zum Durchschnittseinkommen über das gesamte Feld 1,3-mal so hoch. Gemessen wurden zum einen die entsprechenden Positionen in den einzelnen Berufsfeldern. Zum anderen wurden auch jene Teilnehmer hinzugezählt, die für sich zwar keine expliziten Leitungsfunktionen angegeben haben, aber gegenüber sechs oder mehr Mitarbeitern ständig weisungsbefugt sind. Unter den Berufsfeldern ist der Anteil der „Leiter“ in Marketing und Vertrieb mit 15,4 Prozent am höchsten und bei den Webentwicklern mit 1,5 Prozent am niedrigsten. Ebenfalls viele Leitungsbefugte gibt es bei den Softwareentwicklern (12,3 Prozent) und in Service und Support (10 Prozent).
Mit ihrem Gehalt zeigten sich die Teilnehmer nach wie vor nur mittelmäßig zufrieden und vergaben im Durchschnitt die Note 3,0. Dabei glauben immerhin 44,7 Prozent, dass in ihrem IT-Berufsfeld bessere Verdienstmöglichkeiten als in anderen Bereichen der Wirtschaft bestehen. Für genauso gut halten sie 49,4 Prozent, wogegen nur ganze 5,6 Prozent meinen, dass sie in einem anderen Beruf mehr verdienen würden.
Unter allen deutschen Teilnehmern gaben 2,8 Prozent an, 2006 arbeitslos gewesen zu sein - drei Viertel von ihnen jedoch nicht länger als drei Monate. Damit wird der Anteil der arbeitslos gemeldeten Teilnehmer des Vorjahres (4,2 Prozent) deutlich unterschritten.
Nur zwei Prozent gaben an, von Outsourcing betroffen gewesen zu sein. Aufgrund der geringen Zahl bietet sich dieses Merkmal nicht für einen Einkommensvergleich an. Bemerkenswert ist aber, dass in den Berufsfeldern Administration und Softwareentwicklung mit jeweils 31 Prozent der „Outgesourcten“ die bei weitem höchsten Werte anzutreffen waren.
Auch die „weichen“ Faktoren scheinen aus Sicht des größeren Teils der Teilnehmer zu stimmen, denn auf die Frage nach dem Arbeitsklima wurde im Schnitt eine 2,4 vergeben. Über 60 Prozent wählten eine „Zwei“ oder „Eins“.
Ihre persönliche Zukunft als Festangestellter bewerten die Teilnehmer im Mittel ebenfalls mit der Note 2,4 - wobei 63 Prozent mit „zwei“ oder besser bewertet haben. Dass immerhin ein Zehntel aller Teilnehmer 2006 den Arbeitsplatz gewechselt hat, belegt, dass sie diese Zukunft nicht unbedingt mit dem derzeitigen Arbeitgeber verbinden. Mit dem Gedanken an einen Arbeitsplatzwechsel haben zudem weitere 43,5 Prozent ernsthaft gespielt. Sogar die Selbstständigkeit konnten sich 16,5 Prozent der Teilnehmer ernsthaft vorstellen.
Interessante Konstellationen zeigt die Frage nach einem Wechsel in einen Nicht-IT-Beruf. Wenn ihnen dieser Schritt möglich wäre, würden ihn 11,8 Prozent vollziehen. Differenziert man die Ergebnisse auf diese Frage näher, überrascht es nicht, dass gerade unzufriedenere Teilnehmer sich einen Berufswechsel vorstellen können. Auch beim Blick in die persönliche Zukunft sind hohe Werte hinsichtlich eines Berufswechsels eher bei den schlechteren Notenwerten zu finden. Aber immerhin 31,8 Prozent derer, die sich einen Berufswechsel vorstellen können, finden ihre Verdienstmöglichkeiten besser als in anderen Berufen, 29,1 Prozent vergeben bei der Gehaltszufriedenheit eine „Zwei“ oder „Eins“. Geld ist anscheinend doch nicht alles.
Sechs Jahre nach dem Platzen der Blase am Neuen Markt hat sich der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte gut erholt. Den Konsolidierungstrend kann diese Gehaltsumfrage bestätigen. Das Einkommen steigt jedoch nach wie vor nur moderat, und das rechnerische Mehr in der Geldbörse konterkariert größtenteils der Preisanstieg. Dennoch fühlen sich die meisten der befragten IT-Fachkräfte in ihrem Beruf ziemlich wohl. Auch, wenn bei den hier durchgeführten Differenzierungen teilweise sehr unterschiedliche Einkommen ermittelt wurden, ist ein optimistischer Blick in die Zukunft berechtigt.
(fm)
[1] Daniel Apfelbaum, Wer verdient wie viel?, c't 6/06, S. 130
[2] Daniel Apfelbaum, Claus Becher, Wer verdient wie viel?, c't 6/05, S. 102
[3] www.destatis.de/presse/deutsch/pm2007/p0370041 sowie www.destatis.de/presse/deutsch/pm2007/p0250051
[4] www.destatis.de/presse/deutsch/pm2006/p2850042
Genau 4612 angestellte IT-Fachkräfte nahmen diesmal an der Umfrage teil, die Daten von 3242 Teilnehmern gingen in die Auswertung ein. Wie in den Vorjahren nahmen wir von den Vorgaben abweichende Datensätze wie Einträge von Freiberuflern und Auszubildenden ebenso heraus wie offensichtliche Spaßeinträge. In die Gehaltsberechnungen haben wir nur die Daten von Hauptberuflern einbezogen. Jeweils 2,5 Prozent der höchsten und der niedrigsten Einkommen jedes Berufsfeldes haben wir vernachlässigt, um eine Verzerrung der Ergebnisse zu vermeiden.
Inwieweit die Teilnehmer die tatsächliche Verteilung der IT-Fachkräfte widerspiegeln, lässt sich nicht überprüfen. Neben dem in unserem Rahmen nicht umgehbaren Mangel an Repräsentativität führt dies dazu, dass insbesondere stärker differenzierte Auswertungen nicht zwingend für die tatsächliche Situation aussagekräftig sind. Jedoch vermitteln vor allem die Ergebnisse der vier großen Berufsfelder einen soliden Eindruck der jeweiligen Einkommenssituation.
Das Diagramm zum Jahresbruttogehalt für die einzelnen Berufsfelder ist von links nach rechts nach der Höhe des Durchschnittseinkommens sortiert. Dementsprechend steht „Geschäftsführung“ ganz links und „Webentwicklung“ ganz rechts - bis auf die Teilnehmer, die keine Schwerpunktangabe machen wollten oder in sonstigen Bereichen arbeiten. Je weiter unten die höheren Einkommensgruppen in der entsprechenden Säule liegen, desto mehr Teilnehmer profitieren innerhalb eines Berufsfeldes von einem höheren Einkommen.
Einkommen verschiedener Berufsfelder
Betrachtet man die beiden Säulen „Geschäftsführungsebene“ und „Marketing, Vertrieb, Verkauf“ ganz links, so ähneln sie sich zunächst. In beiden sind fast alle Gehalts-gruppen recht gleichmäßig verteilt, aber in der ersten Säule beginnen die höheren Gruppen weiter unten. Dies entspricht dem höheren Anteil von Personen der Geschäftsführungsebene im Vergleich zum Marketing, die ein relativ hohes Einkommen haben. Im Vergleich zu den Beratern ist die Einkommensverteilung der Marketingfachleute aber besser. Zwar liegt die Einkommensspanne „40 000 bis unter 50 000 Euro“ bei den Beratern weiter unten - mit anderen Worten, es gibt mehr Teilnehmer, die mindestens 40 000 Euro erhalten, aber im Marketing ist die Verteilung ab 60 000 Euro wieder viel günstiger als in der Beratung.
Weiter rechts im Diagramm befindet sich die Säule „Administration“, die im oberen Bereich günstigere Werte zeigt als die Säule „Forschung, Lehre, Datenbanken“ links davon. Durch den viel geringeren Anteil von Einkommen unter 30 000 Euro ist diese Positionierung unter Berücksichtigung aller Einkommensbereiche aber gerechtfertigt.
Durchschnittliche Jahresgehälter
Durchschnittsverdienst nach Fertigkeiten
| Arbeitslose in Prozent | |
| Höchster formaler Abschluss | % |
| betriebliche Ausbildung, Umschulung, IHK-Abschluss | 3,4 |
| FH-Studium mit Abschluss | 3,1 |
| ohne einen Abschluss | 3,0 |
| Uni-Studium mit Abschluss | 2,5 |
| Berufsakademie, Fachschule, staatl. Abschluss | 1,2 |
| Studienrichtung | |
| nebenläufige Informatikstudiengänge | 4,2 |
| Geistes- u. Gesellschaftswissenschaften | 3,3 |
| Informatik | 3,1 |
| Betriebliche Ausbildung | |
| IT-Systemelektroniker | 6,8 |
| Informationselektroniker | 3,8 |
| Fachinformatiker/in Systemintegration | 3,8 |
| Berufsfelder | |
| Redaktion, Content-Management, Dokumentation | 9,1 |
| Webentwicklung/-programmierung und Multimediadesign | 4,6 |
| Hardwareentwicklung | 4,0 |
| Branchen | |
| Handel | 5,2 |
| Aus- und Weiterbildung | 3,8 |
| Medienunternehmen, Verlage | 3,3 |
| In der Tabelle sind für einige ausgewählte Kategorien jeweils die höchsten drei Werte in Bezug auf die Arbeitslosigkeit angegeben. | |
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