Kann ich bei den nächsten Gehaltsverhandlungen mehr Lohn verlangen? Was verdienen Kollegen anderswo, wenn sie dort vergleichbare Aufgaben wahrnehmen? Die detaillierte Auswertung der c't-Gehaltsumfrage soll Klarheit schaffen.
An der aktuellen Gehaltsumfrage haben sich 4658 Leser beteiligt. Im Zuge der Auswertung gingen nach Datenbereinigung und Plausibilitätsprüfung die Angaben von 3914 deutschen, 123 österreichischen und 134 Schweizer Teilnehmern in die Berechnungen ein.
Das grobe Ergebnis vorab: Mit einem durchschnittlichen Jahresbruttogehalt von umgerechnet gut 63 900 Euro liegen die Schweizer wie auch in den Vorjahren deutlich vorn. Sie erhielten im Vergleich zu 2006 2,7 Prozent mehr. Die Österreicher stagnierten mit einem zu vernachlässigenden Verlust von 0,2 Prozent bei knapp 43 900 Euro auf Vorjahresniveau. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Einkommen der Deutschen um 0,8 Prozent auf knapp 49 000 Euro moderat [1].
Weitergehende Auswertungen lassen sich für Österreich und die Schweiz nicht vertreten – leider haben sich zu wenige ITler aus diesen Ländern beteiligt. Daher gründen sich die folgenden Angaben ausschließlich auf die Angaben deutscher Teilnehmer.
Vergleicht man deren durchschnittliches Einkommen über die Jahre hinweg, so deutet sich nach Durchschreiten einer Talsohle nun die Entwicklung hin zu einem etwas höheren Einkommen an. Es lag 2007 1,2 Prozent über dem Wert der ersten c't-Gehaltsumfrage vor sechs Jahren für das Jahr 2001, als wir einen mittleren Betrag von 48 400 Euro errechnet hatten [2]. Vor drei Jahren rangierte das Einkommen mit 46 700 Euro ganze 3,5 Prozent unter diesem Basiswert [3]. Seitdem ging es stetig aufwärts: 2005 47 700 Euro, im Jahr 2006 48 600 Euro.
Um die Zahlen einordnen und bewerten zu können, dient sich ein Blick auf den Verbraucherpreisindex für Deutschland an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg dieser im Jahresdurchschnitt 2007 gegenüber 2006 um 2,2 Prozent und zeigte damit die höchste Rate seit 1994. 2006 hatte die Teuerungsrate 1,7, im Jahr davor 2,0 und 2004 1,6 Prozent betragen. Berücksichtigt man außerdem, dass die durchschnittlichen Tariflohnsteigerungen im letzten Jahr nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes bei 2,4 Prozent lagen, finden ITler angesichts dieser Ergebnisse keinen besonderen Grund zum Jubeln.
Immerhin: Das durchschnittliche Jahresbrutto eines Vollzeit beschäftigten Deutschen im produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich hat unter Einschluss aller Sonderleistungen das Statistische Bundesamt berechnet: 2007 erhielt ein Westdeutscher danach etwa 43 500 Euro, ein Ostdeutscher nur rund 29 000 Euro. Erwartungsgemäß liegen die ITler über diesen Werten. Das West-Ost-Gefälle besteht aber auch hier fort. In den westlichen Bundesländern erhielten die IT-Beschäftigten im Mittel gut 49 900 Euro, im Osten gab es dagegen nur knapp 39 100 Euro. Die Bundeshauptstadt Berlin haben wir bei diesem Vergleich nicht berücksichtigt, da sie sich nicht eindeutig zuordnen lässt.
Die ostdeutschen Bundesländer belegen im Ländervergleich weiterhin die hinteren Plätze.
Dennoch verharren die Ostdeutschen weiterhin auf den hinteren Plätzen. Für die Sachsen zeigte die Gehaltsabrechnung im Schnitt knapp 41 000 Euro und damit sogar etwas weniger als im Vorjahr. Die Brandenburger und die Teilnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern legten mit einem Mittelwert des Einkommens von 39 300 Euro beziehungsweise 37 100 Euro zu. Auch in Thüringen gab es gute 3 Prozent mehr und somit 37 600 Euro. Die Teilnehmer aus Sachsen-Anhalt verloren durchschnittlich ein wenig, sodass sie sich mit lediglich 35 400 Euro auf dem letzten Platz wiederfinden.
Im Westen herrschen regional gesehen ebenfalls große Unterschiede. Das durchschnittliche Einkommen der Hessen hat sich bei knapp 54 500 Euro stabilisiert. Im Süden der Republik können sich die Bayern mit gut 52 300 Euro um 2,3 Prozent und Baden-Württemberger mit 51 900 Euro um 2,6 Prozent verbessern und somit ihren zweiten beziehungsweise dritten Platz halten. Vom neunten Platz im Vorjahr schnellte das kleine Saarland nach vorn auf Platz vier – das liegt aber wohl daran, dass wir nur die Angaben von 43 Saarländern auswerten konnten, die im Schnitt knapp 48 500 Euro verdienten.
Die Hansestadt Hamburg hält den fünften Platz, das Durchschnittseinkommen nahm mit 48 200 Euro nur geringfügig ab. In Nordrhein-Westfalen gibt es im Mittel gut 47 800 Euro –1,8 Prozent mehr. Auch den Berlinern stand 2007 ein um 4,9 Prozent auf knapp 47 200 Euro deutlich erhöhtes Einkommen zur Verfügung.
Weniger erlösten die Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz und Niedersachsen mit gut 45 500 und 43 800 Euro. Beim Schlusslicht der westlichen Bundesländer, Schleswig-Holstein errechneten wir mit knapp 43 200 Euro immerhin 2,6 Prozent mehr als 2006.
In die Altersgruppe von 26 bis 40 Jahre ordneten sich drei Viertel aller Teilnehmer ein. Älter waren 15,7 Prozent und jünger nur 10,3 Prozent. Dabei erhöht sich das Einkommen mit steigender Altersgruppe: So lag das mittlere Jahresbruttogehalt ab 45 Jahren bei gut 62 400 Euro. Zwischen 41 und 45 Jahren gab es gut 59 000 Euro und zwischen 36 und 40 Jahren gut 57 900 Euro. Bei Personen bis zu 35 Jahren vergrößern sich die Abstände zwischen den einzelnen Kategorien. Die deutschen ITler zwischen 31 und 35 Jahren erhielten knapp 50 100 Euro, das Einkommen in der Gruppe zwischen 26 und 30 Jahren lag bei fast 41 200 Euro. Wer jünger als 26 war, ging im vergangenen Jahr im Schnitt mit über 33 100 Euro nach Hause – was kein schlechtes Ergebnis für eine Gruppe darstellt, in der sich relativ viele Berufseinsteiger sammeln: 40 Prozent hatten weniger als zwei Jahre Berufserfahrung in der IT.
Es bleibt leider dabei, dass sich Frauen kaum an der c't-Gehaltsumfrage beteiligen – nur 73 haben dieses Mal unseren Fragebogen ausgefüllt. Deren Einkommen liegt deutlich unter dem ihrer männlichen Kollegen: Sie verdienten im Mittel knapp 41 300 Euro und damit nur 84,1 Prozent des Gehalts der Männer. Zudem fiel dieser Betrag noch um 3,1 Prozent niedriger aus als im Vorjahr.
Der Wert der Sonderleistungen betrug gemittelt gut 2500 Euro. Im Berufsfeld Marketing, Vertrieb, Software- und Hardwareverkauf errechneten wir dabei mit knapp 11 000 Euro die höchsten Zuschüsse, gefolgt von der Geschäftsführungsebene mit fast 10 400 Euro. Weit weniger erhielten die Kollegen aus Beratung und Consulting mit gut 5400 Euro; aber es reichte dennoch für den dritten Platz.
Unter allen deutschen Teilnehmern konnten 31,6 Prozent einen Vertrag über die Verwendung vermögenswirksamer Leistungen abschließen. 29,5 Prozent erhalten auf die staatliche Rente noch einen Aufschlag. Unter den als Sonderleistung zur Verfügung stehenden Arbeitsmitteln liegt das Mobiltelefon vorn – jeder Vierte erhielt eines auf Kosten seines Arbeitgebers. Ebenso viele konnten sich über eine Jahresprämie freuen (25,2 Prozent).
Wie in den vergangenen Jahren liegt das Hauptaugenmerk auf Berufsfeldern und nicht auf Branchen. Im Bereich Software-/ Datenbank-Entwicklung und Programmierung arbeiteten gut ein Drittel aller Teilnehmer. Ihr mittleres Einkommen lag unverändert bei 48 400 Euro. Administratoren (Systeme, Netzwerke, Datenbanken) bleiben die zweitgrößte Gruppe (26,5 Prozent) und kommen auf ein durchschnittliches Einkommen von gut 43 900 Euro (3,3 Prozent mehr). Die drittgrößte Gruppe (11,5 Prozent) bilden die Teilnehmer aus Beratung und Consulting, die mit gut 62 400 Euro stark überdurchschnittlich verdienten – und im Vergleich zum Vorjahr 0,5 Prozent mehr erhielten. Die Kollegen aus Service und Support hatten 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr und gelangten so auf gut 41 800 Euro. Im Berufsfeld Webentwicklung/Webprogrammierung und Multimediadesign (3,7 Prozent der deutschen Teilnehmer) stieg das Einkommen um 2,2 Prozent auf knapp 36 700 Euro. Dem Berufsfeld Test und Qualitätssicherung ordneten sich 2,7 Prozent der Teilnehmer zu, sie erhielten im Mittel gut 52 200 Euro und damit satte 5,7 Prozent mehr. Für die Kollegen aus dem Berufsfeld Security (1,8 Prozent) gab es knapp 55 100 Euro oder 3,8 Prozent mehr als 2006.
Einkommensspanne: Software-Entwicklung
Einkommensspanne: Administration
Einkommensspanne: Beratung
Einkommensspanne: Service
Nicht verändert hat sich das Einkommen in Forschung, Lehre und Training – die 1,6 Prozent der Teilnehmer darin erhielten knapp 43 900 Euro. Kaum nennenswert fällt der Anstieg mit 0,3 Prozent in Marketing, Vertrieb, Software- und Hardwareverkauf (1,5 Prozent der Teilnehmer) aus, die Gehälter liegen aber mit knapp 68 700 Euro deutlich im oberen Einkommensbereich. Um 4 Prozent stieg das Einkommen der Hardware-Entwickler (1 Prozent der Teilnehmer), die knapp 54 900 Euro erhielten. Von allen deutschen Teilnehmern ordneten sich 0,8 Prozent der Geschäftsführungsebene zu, sie erhielten 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr und kamen so auf gut 78 900 Euro. Der Anstieg im Berufsfeld Redaktion, Content-Management, Dokumentation um 4,7 Prozent auf knapp 51 700 Euro dürfte aber den Ungenauigkeiten zu schulden sein, die bei dem geringen Anteil von 0,3 Prozent der Teilnehmer auftreten.
Eine Aufschlüsselung nach Branchen zeigt, dass gut die Hälfte aller Teilnehmer in der klassischen Branche der IT-Unternehmen tätig ist. Ihr durchschnittliches Jahresbruttogehalt stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent auf knapp 48 500 Euro. Sie nehmen damit das Mittelfeld ein.
Etwa die Hälfte aller deutschen Teilnehmer arbeitet in IT-Unternehmen.
In vier Branchen liegen die Gehälter höher. Hier finden sich 24,3 Prozent der Teilnehmer wieder. Wer bei einer Bank oder Versicherung arbeitete, erhielt im Schnitt knapp 58 800 Euro (6,9 Prozent mehr). Kollegen in Telekommunikationsunternehmen mussten ein um 6,1 Prozent niedrigeres Einkommen hinnehmen, erhielten aber immer noch durchschnittlich knapp 54 300 Euro. Ebenfalls gesunken ist das Einkommen in der Automobilbranche (um 4,2 Prozent auf gut 52 700 Euro) und in der sonstigen Industrie (um 2,5 Prozent auf knapp 50 100 Euro).
In fünf Branchen lag das mittlere Einkommen hinter den reinen IT-Unternehmen. Im Gesundheitswesen betrug es knapp 46 400 Euro und war damit moderat um 0,9 Prozent gestiegen. Im Öffentlichen Dienst gab es 3,1 Prozent mehr (knapp 40 400 Euro). Um 3,3 Prozent schließlich stieg das Einkommen in der Aus- und Weiterbildung. Allerdings ist diese Zahl kaum aussagekräftig, da nur wenige Teilnehmer sich hier eingeordnet haben. Knapp 10 Prozent wollten sich entweder nicht konkret einer Branche zuordnen oder arbeiten in nicht aufgeführten Branchen. Der Durchschnittswert lag hier bei gut 47 800 Euro.
Bei der Arbeitszeit haben wir diesmal eine Tendenz hin auf die mittlere Kategorie im Bereich von 40 bis unter 45 Stunden festgestellt. Während dort im Vorjahr knapp die Hälfte des deutschen Teilnehmerfeldes lag, waren es nun 54,4 Prozent. Im Bereich darunter, also bis unter 40 Stunden, sank der Anteil von 11 auf 10,5 Prozent. Mindestens 45 Stunden arbeiteten statt knapp 40 nun 35 Prozent. Die mittlere Arbeitszeit der deutschen Teilnehmer blieb aber mit 43,4 Stunden nahezu unverändert.
Mitglieder der Geschäftsführung rangieren mit 46,9 Stunden immer noch an der Spitze. Allerdings gaben sie im Vorjahr noch 51 Stunden an. Knapp hinter ihnen befinden sich diesmal die IT-Fachleute für Marketing, Vertrieb und Verkauf mit 46,3 Stunden. Im Bereich Forschung, Lehre und Training arbeitete man 2007 im Schnitt 45,8 Stunden in der Woche, die Berater kamen auf 45,2. Alle anderen Berufsfelder liegen im Bereich unserer mittleren Zeitkategorie. Neben der Tendenz zur Mitte hin konnten wir auch feststellen, dass weniger Teilnehmer über der gesetzlich festgelegten Höchstarbeitszeit von 48 Wochenstunden liegen. Während dies im Vorjahr noch für etwa 20 Prozent der deutschen Teilnehmer galt, haben diesmal nur 13,6 Prozent eine ungesetzlich hohe Wochenarbeitszeit angegeben.
Um sich von der Arbeit zu erholen, hätten die Teilnehmer im Schnitt auf 28,7 Tage Urlaub zurückgreifen können. Weniger als 25 Tage standen nur 7,3 Prozent zur Verfügung, und selbst diese wurden nur zu 77,3 Prozent ausgeschöpft – ein erstaunlich geringer Wert. Mindestens 35 Tage Urlaub winkten nur 2,4 Prozent – aber auch sie nutzten davon nur 72,9 Prozent. Immerhin 30 Prozent der Teilnehmer gaben eine Zahl aus dem Bereich zwischen 25 und 29 Tagen an und erhielten davon im Schnitt 83,6 Prozent. Das Gros hätte zwischen 30 und 34 Tagen dem Betrieb fernbleiben können – tatsächlich dienten im Mittel aber nur 88 Prozent davon der Erholung. Geht man davon aus, dass bei der Frage nach der genutzten Urlaubszeit auch Resturlaub aus dem vergangenen Kalenderjahr enthalten ist, so wird deutlich, dass ein nicht zu unterschätzender Teil der Urlaubszeit verfällt (oder hoffentlich zumindest ausgezahlt wird).
In Bezug auf die Qualifikation der deutschen Teilnehmer konnten wir eine Tendenz hin zu formal niedrigeren Abschlüssen ausmachen. So sank der Anteil der Teilnehmer mit Universitätsabschluss von 27,4 auf 25,3 Prozent, ihr durchschnittliches Einkommen lag mit knapp 56 500 Euro dafür um 1,3 Prozent höher als im Vorjahr. An der Fachhochschule hatten 23,3 Prozent abgeschlossen, im Vorjahr waren es nur 21,4 Prozent. Ihr mittleres Einkommen lag bei knapp 52 000 Euro – 4,2 Prozent höher. Teilnehmer von Berufsakademien oder Fachschulen mit einem staatlich anerkannten Abschluss machten 10,7 Prozent des Feldes aus – kaum mehr als im Vorjahr. Sie erhielten im Schnitt gut 46 200 Euro, was einem Verlust von 2,3 Prozent entspricht. Etwa jeder Vierte hatte eine berufliche Ausbildung oder eine Umschulung mit einem IHK-Abschluss hinter sich und musste mit einem Einkommen von knapp 39 800 Euro haushalten (0,8 Prozent mehr). Keinen formalen Abschluss wies wiederum jeder Siebte auf. Das heißt aber nicht, am unteren Ende der Einkommensskala zu bleiben: Gut 49 300 Euro standen im Schnitt auf der Jahresendabrechnung.
Steigende Berufserfahrung gleicht anfängliche Nachteile bei formal geringer Qualifikation aus.
Berufserfahrung verbessert die Aussicht auf ein höheres Einkommen entscheidend, wie dem Diagramm auf Seite 109 zu entnehmen ist. Mit steigender Berufserfahrung verlagern sich in den einzelnen Säulen die Kennzeichnungen der höheren Einkommensspannen nach unten, das heißt, dass der Anteil der Teilnehmer mit einem höheren Einkommen zunimmt. Praktische Erfahrung macht geringere Qualifikation wieder wett.
Differenziert man die Teilnehmer nach ihrer Studienrichtung, liegen die Wirtschaftswissenschaftler mit einem durchschnittlichen Jahresbruttogehalt von gut 60 700 Euro vorn – 2,3 Prozent mehr als im letzten Jahr. Ihnen folgen die Ingenieure mit gut 57 700 Euro und knapp dahinter die Naturwissenschaftler mit fast 57 300 Euro. Ingenieure verbuchten 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr, Naturwissenschaftler 4,4 Prozent weniger.
Teilnehmer aus Studienrichtungen der Informatik finden sich größtenteils in mittleren Einkommensbereichen wieder.
Um 2,5 Prozent auf knapp 56 200 Euro erhöhte sich das Einkommen der Mathematiker. Ihnen folgt auf den nächsten drei Plätzen der weitaus größte Teil jener Teilnehmer, die ein Informatikfach studiert hatten. Bei Technischen Informatikern lag das durchschnittliche Einkommen bei knapp 52 300 Euro und damit 1,3 Prozent höher als im Vorjahr. Mit gut 50 700 Euro erhielten die „klassischen“ Informatiker genauso viel wie im letzten Jahr. Ihnen folgen die Wirtschaftsinformatiker, deren mittleres Einkommen mit knapp 49 600 Euro deutlich um 3,4 Prozent gestiegen ist.
Mit gut 49 100 Euro liegt das Einkommen der Geistes- und Gesellschaftswissenschafter kaum über dem Durchschnitt, aber nur wenige Teilnehmer haben sich dieser Studienrichtung zuordnet. Am unteren Ende der Einkommensskala befinden sich (noch) die Absolventen neu eingeführter Informatikstudiengänge. Sie erhielten 44 800 Euro, jedoch stieg auch ihr Einkommen mit 5,1 Prozent recht stark an. Hier scheint sich allmählich das Kriterium der Berufserfahrung auszuwirken.
Differenziert man die Studienrichtungen nach Universität oder Fachhochschule, so liegt das Einkommen der Teilnehmer mit einem Uni-Abschluss in der Regel moderat bis deutlich höher. Die beiden Hochschulformen unterscheiden sich am stärksten in speziell ausgerichteten Informatik-Studiengängen – hier liegt das Einkommen der Uni-Absolventen mit gut 49 500 Euro um 17,5 Prozent höher als bei ihren Kollegen, die von der Fachhochschule kommen. Für die Studienrichtungen Mathematik (gut 58 400 Euro) und Naturwissenschaften (gut 60 300 Euro) sind die Zahlen nicht besonders aussagekräftig, da kaum Teilnehmer diese an einer Fachhochschule studiert haben.
Die Einkommensspannen der Uni-Absolventen übertreffen die ihrer Kollegen mit einem FH-Abschluss. Ausnahmen zeigen sich bei den Spannen im oberen Bereich.
Bedeutsam sind die Zahlen hingegen wieder bei den „reinen“ Informatikern. Haben sie dieses Fach an einer Uni studiert, konnten sie im Schnitt mit 54 000 Euro rechnen, 12,3 Prozent mehr als im Falle des FH-Abschlusses. Fast genauso groß war der Unterschied bei den Wirtschaftsinformatikern: knapp 56 200 Euro oder 12,1 Prozent mehr.
Es zeigt sich, dass die Unterschiede bei Studienrichtungen mit einem höheren praktischen Bezug nicht allzu groß ausfallen – obwohl auch hier die Zahlen für die Uni-Absolventen sprechen. Ingenieurwissenschaften an der Uni abgeschlossen zu haben hieß 2007, mit knapp 61 000 Euro nach Hause zu gehen, 3,6 Prozent mehr als nach einem Fachhochschulabschluss. Auch in der Technischen Informatik war der Vorteil für Teilnehmer von der Uni mit 1,5 Prozent mehr oder knapp 56 800 Euro relativ gering. Die Wirtschaftswissenschaftler von der Uni hatten nur 2 Prozent mehr als ihre FH-Kollegen, nämlich gut 64 900 Euro.
IT-Systemkaufleute und IT-Systemelektroniker haben im Vergleich zum Vorjahr die Plätze getauscht.
Die Werte für das durchschnittliche Einkommen der Teilnehmer mit betrieblicher Ausbildung unterscheiden sich gegenüber dem Vorjahr teilweise erheblich. Für die IT-Systemkaufleute lag der Betrag diesmal mit gut 40 300 Euro deutlich höher als im Vorjahr. Auch Informationselektroniker, für die es im Mittel gut 53 100 Euro gab, stehen besser da. Für die beiden Ausbildungsrichtungen der Fachinformatiker stieg das Einkommen nicht so stark, aber auch bemerkenswert. In der Anwendungsentwicklung konnte man mit gut 38 500 Euro rechnen (3,8 Prozent mehr), bei den Systemintegratoren waren es mit 37 200 Euro 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Geringere Einkommen errechneten wir für die verbleibenden Ausbildungsrichtungen: Informatikkaufleute mussten sich bei einem Verlust von 1,4 Prozent mit gut 40 800 Euro bescheiden, IT-Systemelektroniker mit gut 36 100 Euro. In Bezug auf die Fertigkeiten in jedem Bereich zeigt die Tabelle das Durchschnittseinkommen der drei zahlenmäßig größten Gruppen sowie die beiden Gruppen mit dem jeweils höchsten und niedrigsten Betrag an.
9,6 Prozent der Befragten haben eine leitende Funktion in ihrer Abteilung oder ihrem Betrieb inne. Neben den entsprechenden Positionen der einzelnen Berufsfelder haben wir auch jene Teilnehmer hinzu gezählt, die zumindest gegenüber sechs Mitarbeitern weisungsbefugt sind. Ihr Einkommen liegt bei 63 000 Euro und damit mehr als ein Viertel über dem Gehalt jener, die keine solche Leitungsfunktion besetzen.
In den vier großen Berufsfeldern ist der Unterschied bei den Softwareentwicklern am größten. Hier gibt es für die „Leiter“ mit knapp 60 100 Euro 28,1 Prozent mehr. An zweiter Stelle liegen die Berater mit 23,7 Prozent mehr (gut 75 800 Euro). Knapp 53 300 Euro verdienen leitende Mitarbeiter im Berufsfeld Administration, das sind 22,5 Prozent mehr. Auch in Service und Support ist der Unterschied mit 19,8 Prozent noch relativ groß –wenn auch die Chefs hier mit knapp 49 100 Euro nicht nennenswert über dem mittleren Einkommen aller deutschen Teilnehmer liegen.
Nach unserer Erhebung waren nur 2,4 Prozent der deutschen Teilnehmer von Arbeitslosigkeit betroffen. Für vier Fünftel der genau 93 Betroffenen dauerte die Phase ohne Beschäftigung höchstens drei Monate. Dieser Trend spiegelt sich auch in einer Aufschlüsselung nach Berufsfeldern wider. In der Tabelle haben wir die Arbeitslosigkeit unserer Teilnehmer aus den vier größten Berufsfeldern aufgeführt. Für die IT-Spezialisten in Service und Support liegt die Quote mit 3,5 Prozent zwar höher als die Gesamtquote. Dafür waren diese aber auch nach spätestens drei Monaten wieder in Lohn und Brot. In den Berufsfeldern Beratung sowie Entwicklung mussten 80 Prozent höchstens drei Monate suchen, von den arbeitslosen Administratoren 75 Prozent. Zum Ausgleich lag in den drei letztgenannten Berufsfeldern die Quote jeweils unter der Gesamtquote.
Branchenspezifisch gesehen geben nur die Angaben für IT-Unternehmen aussagekräftige Werte her, da mehr als die Hälfte aller Teilnehmer aus dieser Branche stammt. Von diesen gaben 3,5 Prozent an, im Jahr 2007 arbeitslos gewesen zu sein. Vier Fünftel hatten aber innerhalb eines Quartals einen neuen Arbeitsplatz.
Gefragt nach der Einschätzung der Verdienstmöglichkeiten in ihrem IT-Beruf glauben nur 6 Prozent, dass sie mit ihren Fähigkeiten in einem anderen Beruf finanziell besser gestellt wären. Von einer gleich gelagerten Situation gehen 48 Prozent aus, während mit 45,6 Prozent fast ebenso viele in der IT-Welt bessere Verdienstmöglichkeiten als in anderen Berufen vermuten.
Dennoch liegt die Durchschnittsnote für die Gehaltszufriedenheit nur bei 3,1. Auf ihre Zukunftsaussichten hin angesprochen fürchtet die große Mehrheit jedoch keine Schattenwürfe: Die durchschnittliche Beurteilung liegt hier bei der Note 2,3. Die Note 1 oder 2 vergeben 64,7 Prozent.
Im Jahr 2007 haben 11,7 Prozent ihre Berufsperspektive bei einem anderen Arbeitgeber gefunden. Bemerkenswert ist, dass weitere 42,5 Prozent an einen Wechsel des Arbeitsplatzes immerhin gedacht haben. Sich selbstständig zu machen wäre für 13,7 Prozent in Frage gekommen. Ganz verlassen würden die IT-Berufsfelder aber nur 11,9 Prozent.
Insgesamt gesehen lassen sich mit aller Vorsicht einige Indizien ausmachen, die auch auf dem Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte einen Aufschwung belegen.
(fm)
[1] Daniel Apfelbaum, Wer verdient wie viel?, c't 6/07, S. 104
[2] Angela Meyer, Wer verdient wie viel?, c't 6/02, S. 110
[3] Daniel Apfelbaum, Claus Becher, Wer verdient wie viel?, c't 6/05, S. 102
4658 Teilnehmer füllten diesmal den Online-Fragebogen vollständig aus, genau 4171 davon gingen in die Auswertung ein. Wie in den Vorjahren entfernten wir offensichtlich unsachliche Angaben. Es lässt sich nicht ganz vermeiden, dass Einträge von Freiberuflern und Auszubildenden bei der Plausibilitätsprüfung unentdeckt geblieben sind. Wir hatten diesen Personenkreis gebeten, nicht an der Umfrage teilzunehmen.
Datensätze, in denen weniger als 30 Stunden Wochenarbeitszeit angegeben wurden, haben wir nicht ausgewertet. Zudem wurden jeweils 2,5 Prozent der höchsten und der niedrigsten Einkommen jedes Berufsfeldes vernachlässigt, damit solche „Ausreißer“ keinen Einfluss auf das Ergebnis nehmen können.
Vom Konzept her gesehen kann die Umfrage das Kriterium der Repäsentativität nicht streng erfüllen, sodass tiefer ins Detail gehende Auswertungen nicht zwingend aussagekräftig für die tatsächliche Situation sein müssen. Jedoch kann mit einiger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass insbesondere die Einkommenswerte für die größeren Berufsfelder einen zutreffenden Eindruck der jeweiligen Gehaltsstrukturen vermitteln. Die große Zahl der Teilnehmer hat dies möglich gemacht.
So wie das Diagramm der Jahresbruttoverdienste in den jewei-ligen Berufsfeldern lassen sich alle Diagramme interpretieren.
Das Diagramm zum Jahresbruttogehalt für die einzelnen Berufsfelder ist von links nach rechts nach der Höhe des Durchschnittseinkommens sortiert, gefolgt von den Werten für jene Teilnehmer, die keine Schwerpunktangabe machen wollten oder in sonstigen Bereichen arbeiten. Für eine nähere Betrachtung ist es zweckmäßig, sich zum Beispiel die Einkommensspanne „40 000 bis unter 50 000 Euro“ herauszugreifen. Diese eignet sich gut für einen Vergleich, da sie in den einzelnen Berufsfeldern von unterschiedlicher Lage und Größe ist. In der Säule, in der die Gehaltsspannen im Bereich „Geschäftsführung“ aufgeführt sind, nimmt sie ungefähr den Bereich von 7 bis 26 Prozent ein: Knapp ein Fünftel aller Teilnehmer liegt in diesem Einkommensbereich. Auf dem Weg von links nach rechts verlagert sich dieser Bereich nun immer weiter nach oben und liegt in der Säule für die „Webentwicklung“ zwischen etwa 66 und 84 Prozent.
Falls diese Spanne im Verlauf von links nach rechts in einem Feld niedriger liegt als in der links daneben stehenden Säule, so haben die höheren Gehaltsbereiche einen größeren Anteil. Deutlich wird dies in der „Hardware-Entwicklung“, für die die hier herausgegriffene Einkommensspanne etwa zwischen 10 und 33 Prozent liegt. In der „Security“ beginnt diese Spanne zwar erst bei 26 Prozent, jedoch finden sich am oberen Ende der Säule etwa fünf Prozent der Teilnehmer aus diesem Berufsfeld, die mindestens 100 000 Euro Jahresbruttogehalt vorweisen können.
Durchschnittliche Jahresgehälter
Durchschnittsverdienst nach Fähigkeiten
| Arbeitslosigkeit | |
| Höchster formaler Abschluss | |
| ohne einen Abschluss | 3,2 |
| betriebliche Ausbildung, Umschulung, IHK-Abschluss | 2,6 |
| Uni-Studium mit Abschluss | 2,8 |
| FH-Studium mit Abschluss | 1,8 |
| Berufsakademie, Fachschule, staatl. Abschluss | 1,7 |
| Berufsfelder | |
| Service und Support | 3,5 |
| Beratung und Consulting | 2,2 |
| Administration | 1,9 |
| Softwareentwicklung, Programmierung | 1,8 |
| Phasen der Arbeitslosigkeit haben IT-Fachkräfte 2007 mit unterschiedlicher Härte getroffen. Dies zeigen die oben stehenden Prozentangaben. | |
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