Leseprobe aus c't 16/11
Windows 7 genießt einen guten Ruf. Im Vergleich zu seinen Vorgängern ist die Bedienung durchdachter und man kommt mit weniger Mausklicks und Tastendrücken aus. Doch es gibt Abkürzungen und clevere Erweiterungen, mit denen es noch schneller geht.
Bei der Entwicklung von Windows 7 hat sich Microsoft reichlich Gedanken darüber gemacht, wie es sich schneller bedienen lässt. Was dabei herausgekommen ist, funktioniert bereits ziemlich gut, lässt sich aber natürlich noch verbessern. Denn so manche Nickligkeit blieb übrig, die beim zügigen Vorankommen hindert: Bei Systemprogrammen, die ohne Administratorrechte ihre Arbeit einfach nicht verrichten können, muss man beispielsweise bei jedem Start erneut die Sicherheitsnachfrage abnicken. Im Explorer sehen sich viele Icons so ähnlich, dass man auf den ersten Blick kaum sieht, wo man sich gerade befindet. Und warum dauert eine Dateisuche so lange, wieso reagiert das Scrollrad der Maus manchmal nicht und wie bekommt man das Icon-Chaos auf dem Desktop in den Griff?
Dieser und die nachfolgenden Artikel beantworten diese und noch viele weitere Fragen. Sie zeigen, wie Sie im Explorer, im Startmenü, in der Taskleiste und auf dem Desktop mit weniger Klicks und Tastendrücken ans Ziel kommen. Dabei geht es ausdrücklich weder um irgendwelchen Windows-schneller-machen-Unsinn [1] noch um viele zusätzliche Funktionen oder visuellen Schnickschnack. Es geht nur darum, die Produktivität zu steigern.
Bevor man im Windows-Explorer irgendwo hinklickt, muss man erst mal wissen, wo man sich überhaupt befindet. Doch in der Standard-Konfiguration ist es gar nicht so leicht, den Überblick über die Dateien und Ordner zu wahren: Während man sich beispielsweise in der rechten Fensterhälfte durch die Ordnerstrukturen hangelt, folgt die linke Baumansicht nicht: Dort bleibt das gerade geöffnete Laufwerk geschlossen und dessen Unterordner unsichtbar. Abhilfe: Öffnen Sie durch einen Druck auf die Alt-Taste die Menüleiste und darin unter Extras die Ordneroptionen. Dort setzen Sie ein Häkchen vor „Automatisch auf aktuellen Ordner erweitern“. Sie wollen die Menüleiste immer? Setzen Sie in den Ordneroptionen unter Ansicht ein Häkchen vor „Immer Menüs anzeigen“.
Jetzt zeigt der Explorer den gerade geöffneten Ordner zwar an, doch ist er mitunter dennoch nur schwer zu identifizieren, weil Microsoft viel zu ähnliche Symbole für geöffnete und geschlossene Ordner gewählt hat. Ein Registry-Eingriff hilft weiter. Tippen Sie „regedit“ ins Suchfeld des Startmenüs ein, um den Registry-Editor zu starten. Darin öffnen Sie den Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer und erstellen dort einen neuen Unterschlüssel namens Shell Icons. Darin wiederum erstellen Sie eine Zeichenfolge namens „4“ – die 4 ist die Nummer desjenigen Symbols in der Datei Shell32.dll, das Windows für die geöffneten Ordner verwendet. Weisen Sie der Zeichenfolge nun als Wert beispielsweise „C:\Windows\System32\Shell32.dll,137“ zu – damit wählen Sie das Symbol Nummer 137 aus der Datei Shell32.dll aus, auffällig grün mit weißem Pfeil nach rechts darin. Sie können auch andere Zahlen ans Ende schreiben, eine Übersicht der Symbole und ihrer Nummern aus der Shell32.dll hat Glenn Slayden in seinem Blog veröffentlicht (zu finden über den c’t-Link am Ende des Artikels).
Je deutlicher sich ein wichtiger Ordner optisch von unwichtigen unterscheidet, umso schneller findet man ihn im Ordnerwust. Beim Umfärben hilft Folderico.
Dass alle Ordner normalerweise die gleiche gelbe Farbe haben, erschwert ebenfalls das schnelle Wiedererkennen. Eigene Symbole können Sie zuweisen, indem Sie die Datei Desktop.ini im jeweiligen Ordner von Hand editieren; bequemer geht es freilich mit Folderico. Das Programm bringt mehrere Sätze mit aufeinander abgestimmten Icons mit, weist aber auch beliebige andere Icons zu. Die müssen Sie nicht unbedingt im Internet suchen, denn Windows selbst hat weitere Icon-Sammlungen an Bord, nicht nur in der bereits erwähnten Shell32.dll, sondern beispielsweise auch in DDORes.dll, Imagesres.dll oder wmploc.dll, die alle im Windows-Ordner unter System32 liegen. Öffnen Sie eine dieser Dateien mit Folderico, dann sehen Sie alle darin steckenden Icons.
Bei den Bibliotheken scheitert Folderico allerdings. Denn unter der Haube sind das gar keine echten Ordner, sondern lediglich XML-Dateien (unter C:\Users\<Benutzer>\AppData\Roaming\Microsoft\Windows\Libraries). In denen ist jeweils vermerkt, welche Ordner zu einer Bibliothek gehören und mit welchem Symbol sie im Explorer auftaucht – letzteres passen Sie bequem mit 7LiBraryIconsChanger an.
Laufwerken können Sie in der Registry ein neues Icon verpassen. Erstellen Sie im Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\DriveIcons einen Unterschlüssel für den Laufwerksbuchstaben, etwa C, und darunter einen weiteren Unterschlüssel namens DefaultIcon. Dem Eintrag (Standard) weisen Sie als Wert den Pfad zum Icon zu.
(axv)
Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 16/2011.
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