c't-Labs: E-Book-Shops im Vergleich

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E-Book-Shops haben nicht nicht nur verschiedenen Lesestoff im Angebot. Auch bei der Kompatibilität mit Lesegeräten, beim Einsatz von Kopierschutz und den Preisen gibt es Unterschiede. Das zeigt die aktuelle c't-Analyse von 10 deutschen E-Book-Shops.

Vergrößern Große Unterschiede beim Lesestoff gibt es in den Shops mit E-Books im Epub-Format. Bild: c't

Für den Kauf eines E-Book-Readers ist das Angebot an Lesestoff ein entscheidendes Kriterium. E-Books ohne Kopierschutz bekommt man mit Tools wie Calibre auf jeden Reader, doch die meisten kostenpflichtigen Bücher sind mit einem harten Kopierschutzmechanismus verschlüsselt und lassen sich nur auf bestimmten Lesegeräten öffnen.

Deshalb haben wir für den Reader-Prüfstand in c't 26/2013, S. 102 nicht nur die Hardware getestet, sondern auch einen Blick auf die zahlreichen Buchhändler geworfen, die digitales Lesematerial in verschiedenen Formaten zur Verfügung stellen. In insgesamt 10 Shops suchten wir nach 330 deutschsprachigen, englischen, älteren und aktuellen Werke und überprüften deren Verfügbarkeit, Preis und Kopierschutzmechanismen.

Die Reader und Shops teilen sich dabei in zwei Lager: Auf der einen Seite steht Amazon mit seinem Kindle, auf der anderen alle anderen Gerätehersteller und Buchhändler. Amazon setzt auf ein eigenes Format und einen eigenen Kopierschutz, die übrigen auf Epub und Adobe DRM. Wer also beispielsweise einen Kobo oder einen Sony Reader benutzt, kann darauf die E-Books von Bertelsmann, Hugendubel und ebook.de gleichermaßen lesen; nicht aber die aus dem Kindle Shop.

Seit dem Einstieg der deutschen Verlage in das E-Book-Geschäft hat sich das Angebot zwischen dem Kindle (AZW-Format) und Epub/Adobe DRM weitgehend angeglichen: Beide Formate decken inzwischen etwa 89 Prozent unseres Warenkorbs ab. Fast jeden aktuellen Bestseller bekommt man auch in digitaler Form, und selbst bei älteren Werken schließen sich die Lücken.

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Aber: Während man für den Kindle das komplette Angebot im Amazon-Shop bekommt, führen die einzelnen Epub-Shops einen höchst unterschiedlichen Bestand. Er variiert von 53 Prozent (PagePlace) bis 82 Prozent (Sony Reader Shop) unseres Warenkorbs. Das bedeutet: Wer einen Epub-Reader besitzt, muss sich seine E-Books im schlimmsten Fall in verschiedenen Buchläden zusammenkaufen und dabei unter Umständen den Umweg über den PC nehmen.

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Das gilt vor allem für Fans englischsprachiger Literatur, denn dort herrschen die größten Unterschiede. PagePlace beispielsweise führt kaum englische Bücher, Sony Reader und Kobo dagegen einen Großteil der Bestseller und einige ältere Werke.

Kopiergeschützte E-Books kann man nicht verkaufen, nicht verleihen und meistens auch nicht ausdrucken. Trotzdem zahlt man für sie fast genauso viel wie für die gedruckte Ausgabe: Ein aktueller Taschenbuch-Bestseller in unserem Warenkorb kostet im Schnitt 10,68 Euro, das digitale Pendant 9,16 Euro.

Noch teurer wird es, wenn man sich einen ganz frischen Bestseller kaufen möchte, den es in gedruckter Form nur als teures Hardcover gibt. Dann orientiert sich der E-Book-Preis mit durchschnittlich 16,91 Euro an der gebundenen Ausgabe, was vielen zu teuer für ein digitales Dokument ist. Am meisten spart man bei älteren Werken, im Schnitt etwa 25 Prozent. Das liegt aber allein daran, dass es viele Klassiker wie Goethe oder Schiller als gemeinfreie Werke kostenlos gibt.

Weil in Deutschland die Verlage über die Buchpreisbindung einen festen E-Book-Preis festlegen, kostet ein deutschsprachiges E-Book überall gleich viel. Unterschiede gibt es aber bei den englischen Werken: So zahlt man für ein englischsprachiges E-Book aus unserem Warenkorb im Schnitt 7,88 Euro bei den Epub-Händlern, für den Kindle bekommt man es bei Amazon mit 7,03 Euro deutlich günstiger.

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Beim Kopierschutz gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen Epub-Shops und Amazon: Während Amazon kopiergeschützte E-Books grundsätzlich verschlüsselt und mit dem Konto des Nutzers verknüpft (harter Kopierschutz, Kindle DRM), gibt es bei Epub auch einige Verlage, die statt dem harten Kopierschutz Adobe DRM nutzerfreundlichere Verfahren, z.B. Wasserzeichen, einsetzen. Solche sogenannten soften Kopierschutzmechanismen bieten dem Käufer mehr Freiheit bei der Verwendung, im Falle einer illegalen Verbreitung kann der Anbieter sie aber trotzdem zurückverfolgen. Dafür haben sich unter anderem die Verlage Bastei Lübbe oder Carl Hanser entschieden.

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E-Books mit softem Kopierschutz haben allerdings Seltenheitswert, man findet sie in nur 13 Prozent der aktuellen Spiegel-Bestsellerlisten (47/2013). Der Großteil der Verkaufsschlager, rund 86 Prozent, sind in den Epub-Shops (genauso wie bei Amazon) mit DRM verschlüsselt.

E-Books komplett ohne Kopierschutz gibt es fast ausschließlich bei kleineren Verlagen oder bei den kostenlosen, gemeinfreien Werken (z.B. deutsche Klassiker) – sowohl für den Kindle als auch für die Epub-Reader.

Besonders ärgerlich: Einige E-Book-Shops informieren nicht oder nur sehr schlecht darüber, ob und wie ein E-Book kopiergeschützt ist. Bei Amazon weist lediglich der in den "Produktinformationen" versteckte Hinweis "Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung" auf ein E-Book ohne Kopierschutz hin. Auf den Seiten von Club Bertelsmann und Kobo findet man gar keine Infos über kopierschutzfreie E-Books, bei einigen anderen Shops ist der Hinweis auf den Detailseiten versteckt. Am klarsten zeichnet libreka.de aus, die auch den Trekstor-Shop betreiben. Dort sind die E-Books schon in der Ergebnis-Übersicht entsprechend gekennzeichnet, auf libreka.de kann man sogar nach Kopierschutzarten filtern.

Auch kommt es vor, dass ein E-Book im einen Shop mit Adobe DRM, im anderen mit Wasserzeichen verkauft wird. Umberto Eco gibt es beispielsweise bei ebook.de mit Adobe DRM, bei Thalia mit Wasserzeichen. Das Buch "Eifel-Krieg" wiederum ist auf ebook.de wasserzeichengeschützt, bei Hugendubel ist es als Epub mit Adobe DRM gekennzeichnet.

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