c't-Labs: Genau messen dank Gewitter

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An manchen Tagen ist einfach der Wurm drin: Messgeräte zeigen seltsame Dinge, Werte lassen sich nicht reproduzieren und der Redaktionsschluss naht. Doch manchmal ist die Lösung simpel...

Benjamin Benz

Benjamin Benz

hat einen Job als Ingenieur aufgegeben, um bei c't immer mal wieder über den Tellerrand zu schauen und nicht zum Fachidioten zu werden. In den c't-Laboren gibt es aber erfreulicherweise so viel Messtechnik, dass bislang wenig Heimweh aufkam.

Gestern war ein Tag zum Haareraufen. Morgens wollten wir ergründen, warum einer der Kandidaten in unserem aktuellen Test von Haswell-PCs so viel mehr Strom zieht, als wir das nach der Vorstellung der Prozessoren erwartet hatten. Eigentlich fing auch alles ganz gut an und mit jeder Modifikation purzelten ein paar Watt. Doch gegen Mittag begann das Rätselraten. Bereits gemessene Rekorde ließen sich nicht wieder einstellen, Messwerte schwankten ungewöhnlich stark. Wir kamen erheblich ins Schwitzen – nicht nur wegen des drängenden Abgabetermins und rot leuchtenden Feldern in den Testtabellen, sondern auch wegen der brütenden Hitze an den Messplätzen in den Büros. Die 30-Grad-Marke hatten wir selbst auf der Nordseite des Heise-Gebäudes bereits nach der Mittagspause geknackt.

Gefühlte 30 Messversuche und diverse Modifikationen am Messsystem später dämmerte es uns so langsam: Die Messtechnik hat hitzefrei! Glücklicherweise gibt es eine Etage tiefer auch klimatisierte Labore, wie geschaffen für eine Probe aufs Exempel. Wenige Minuten später konnte ich folgende Mail an die Kollegen verschicken:

Warnung: Messgeräte und Benchmarks haben hitzefrei

Die aktuellen Temperaturen beeinflussen Messergebnisse erheblich!

Wir beobachten derzeit Unterschiede von fast 30% bei der elektrischen Leistungsaufnahme: Büro 15,5 Watt, klimatisiertes Labor: 12 Watt.

Gut möglich, dass auch andere Messungen und Benchmarks ähnliche Schwankungen zeigen. Messt daher im Moment bitte nur in klimatisierten Büros oder verifiziert Eure Resultate nochmal in den frühen Morgenstunden.

Die Flurparole lautete daraufhin: 30 Grad – 30 Prozent.

Nach einem gewaltigen Gewitter gestern Abend ist der Spuk heute wieder vorbei und die Messtechnik im Hause Heise hat ihren Dienst wieder aufgenommen. (bbe)

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