Blogs ohne Kommentare? Eigentlich unvorstellbar. Newssites ohne Foren? Kaum ein Angebot verzichtet auf die Möglichkeit, dass User ihre Meinung kundtun. So unterschiedlich wie die Angebote ist aber auch der Umgang mit Foren und Kommentaren. Es gibt nur wenige unmoderierte Foren mit der Möglichkeit, unter Pseudonym zu kommentieren - die Foren auf heise.de gehören dazu. Manche Betreiber lassen Kommentare und Forenbeiträge nur zu "Geschäftszeiten" zu, also etwa nicht in der Nacht und nicht am Wochenende. Andere verlangen Klarnamen, User dürfen also nicht unter Pseudonym posten. Viele Blogs lassen Kommetare nur mit Moderation zu: Erst nach vorheriger Kontrolle durch den Betreiber oder Blogger werden die Posts freigeschaltet.
Öffentliche Foren und Online-Kommentare sind für die meisten Nutzer mittlerweile ein unverzichtbares und gern genutztes Element im Web. Manchmal sorgen sie für Aufregung, wenn wieder eiumal die Diskussionskultur im Netz in Frage steht und offene Foren als schlechtes Beispiel herhalten müssen. Ausartende Online-Debatten müssen auch schon mal als Argumente für "Pflicht zur Identifizierung im Internet" und "Verbot von anonymen Kommentaren" herhalten. Social Networks, deren Popularität nicht zuletzt von den teilweise regen Diskussionen lebt, die sich zu einem Post in der Timeline entwickeln, haben schon ihre eigenen Beschränkungen eingeführt: Auf Google+ etwa tobt eine heftige Diskussion darüber, dass Google Klarnmanen verlangt, die auch noch bestimmten Regeln für "normale" oder "gebräuchliche" Namen gehorchen sollen.
Unterschiedlicher Umgang mit Online-Foren hat aber nicht nur etwas mit der vielbeschworenen Online-Diskussionskultur und der Netiquette zu tun. Oft treibt auch die Angst vor der nächsten Abmahnung Betreiber dazu, mit den öffentlichen Kommentaren durch die Nutzer restriktiv umzugehen. Allzu viele juristische Fallstricke lauern in offenen Foren und Kommentarplattformen für Betreiber und Blogger, die sich keine eigene Rechtsabteilung leisten können.
Im c't-Onlinetalk auf DRadio Wissen (Samstag, 20.8., 11 Uhr) wollen wir darüber diskutieren, was denn nun der beste Umgang mit Online-Foren und -Kommentaren ist. Sind Online-Foren tatsächlich nur noch Tummelplatz für Trolle, wenn sie nicht scharf moderiert werden? Was sind die rechtlichen Apsekte, die zu beachten sind, sowohl für Betreiber als auch für Nutzer? Erfordert der pflegliche Umgang in Foren wirklich Klarnamen, oder dienen Pseudonyme der freien Diskussionskultur?
Jürgen Kuri (Twitter, Facebook, Google+) diskutiert im c't-Onlinetalk auf DRadio Wissen mit:
Radiobeitrag zum Anhören: c't-Onlinetalk Online-Foren, Online-Kommentare und die Anonymität im Web (MP3, 54 min)
Sendungsseite bei DRadio-Wissen: Trollen droht der Klarname
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