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Aktuelle Dateien immer parat mit Dropbox und Co.

Test & Kaufberatung | Test

Dropbox gehört zu den beliebtesten Cloud-Diensten. Er synchronisiert automatisch Dateien zwischen PCs, Macs, Notebooks, Tablets und Smartphones – zu Hause, bei der Arbeit und unterwegs. Mittlerweile gibt es etliche Konkurrenten, die auf dieses erfolgreiche Prinzip setzen. Wir haben sie verglichen.

Das Dropbox-Prinzip ist einfach: Man hat auf jedem zu synchronisierenden Gerät einen Ordner, in dem alle häufig benötigten Dateien liegen. Die Clients, die sich ins jeweilige Betriebssystem integrieren, überwachen den Ordner, erkennen, was neu ist oder geändert wurde, und schieben dies alsbald in die Cloud. Taucht dort etwas Neues oder Geändertes auf, laden die Clients es herunter. Solange keine Internet-Verbindung besteht, kann man mit den lokalen Kopien der Dateien arbeiten. Geräte, auf denen kein Client installiert ist, haben über eine Webseite Zugang zu den Dateien.

Dropbox gibt die Nutzerzahl mit über 50 Millionen an; auf 250 Millionen Geräten sei ein Client installiert und täglich werden rund 500 Millionen Dateien hochgeladen. Seinen Erfolg verdankt der Dienst einerseits der einfachen Bedienung, andererseits aber auch ein paar cleveren Tricks. So muss nicht jeder Client alles synchronisieren, was ein anderer in seinem Dropbox-Ordner ablegt. Die selektive Synchronisation von Unterordnern verhindert, dass große Dateien, die zwischen den PCs daheim und im Büro ausgetauscht werden sollen, unnötigerweise den knapp bemessenen Speicher des Tablets belegen oder die Mobilflatrate des Smartphones auffressen.

Eine Versionsverwaltung gibt einem nach dem Ändern einer Datei 30 Tage lang Zeit, das Original wieder herzustellen. Die Clients gehen sparsam mit der Bandbreite um: Wurde eine große Datei geändert, etwa ein Archiv oder ein TrueCrypt-Container, in dem Dateien verschlüsselt abgelegt werden (siehe Seite 88), dann schickt der Client nur die geänderten Teile über die Leitung. Außerdem erkennt Dropbox Dateien, die sich bereits in der Cloud befinden, und lädt diese nicht erneut hoch. Man kann die Bandbreite für Up- und Download getrennt beschränken. Dann dauert die Dropbox-Übertragung zwar länger, bremst dafür aber andere nicht aus.

Zubehör

Ein API (Application Programming Interface) öffnet fremden Programmen den Zugang zu Dropbox; sie können darüber Dateien in die Cloud senden. Besonders unter iOS, wo jede App ihre Daten selbst verwaltet, wurde Dropbox so quasi zum Standard für den Datenexport.

Die Schnittstelle ermöglicht ein Biotop aus Diensten und Programmen rund um Dropbox, die es um neue Fähigkeiten erweitern. Etwa send to dropbox, über das man eine E-Mail-Adresse erhält, um Attachments in die eigene Dropbox zu senden. Oder DROPitTOme, das die eigene Dropbox um einen passwortgeschützten Upload-Bereich für andere erweitert. Gimme Bar macht aus Dropbox einen Notizensammler à la Evernote. Mit DropPages, Scriptogr.am und Pancake.io lässt sich der Speicher zu Webspace für eigene Seiten oder einem Blog umfunktionieren.

Wer allerdings vertrauliche Dateien in seiner Dropbox liegen hat, sollte überlegen, ob er solchen Diensten den Zugriff erlaubt. Deshalb sind jene vorzuziehen, die entweder nur auf einen für sie freigegebenen Ordner zugreifen oder zumindest nicht selbst nach Login und Passwort fragen, sondern die Anmeldung über https://api.dropbox.com abwickeln.

Dropbox entwickelt sich ständig weiter. So kann man jetzt direkt Links auf einzelne Dateien erzeugen und an andere verschicken. Auch der Upload von Fotos aus einer Kamera in die Dropbox-Galerie ist neu. Doch Dropbox kann nicht jeden zufriedenstellen. So ist das Konzept des Ordners, dessen Inhalte synchronisiert werden, zwar einfach zu verstehen, es zwingt einen aber auch, das eigene System zur Dateiablage ihm unterzuordnen. Der Trick mit symbolischen Links auf beliebige Verzeichnisse, die man im Dropbox-Ordner anlegt, funktioniert zumindest unter Windows nicht immer.

Eine weitere Einschränkung ist der Speicherplatz. Kostenlos erhält man 2 GByte, was zum reinen Synchronisieren reicht. Andere Dienste wie Google Drive oder SkyDrive verschenken aber deutlich mehr, beim Telekom Mediencenter erhält man sogar 25 GByte kostenlos (allerdings ohne Synchronisierungsfunktion). Das Anwerben eines neuen Mitglieds belohnt Dropbox mit zusätzlichen 500 MByte; so lässt sich der kostenlose Speicher bis 18 GByte ausbauen.

Im Test speicherte Dropbox unsere Daten bei Amazon EC2 in den USA, wo das europäische Datenschutzrecht nicht gilt. Immerhin hat Dropbox im Februar die Safe-Harbor-Vereinbarung unterzeichnet und sich damit zur Einhaltung von der EU als ausreichend angesehener Datenschutzvorgaben verpflichtet. Allerdings können europäische Behörden diese Einhaltung noch schlechter überprüfen als bei hiesigen Unternehmen. Auch passierte bei Dropbox im Juni 2011 eine Sicherheitspanne, durch die Nutzer auf fremde Daten zugreifen konnten.

Wettbewerb

Es gibt also durchaus Gründe, sich nach einer Alternative umzuschauen. Wir haben ein Testfeld mit sieben Kandidaten zusammengestellt, die sich mit Dropbox messen müssen. Zulassungsvoraussetzung war ein kostenloses Einstiegsangebot, Clients für verschiedene Betriebssysteme und eine mit der von Dropbox vergleichbare Synchronisierungsfunktion. Dies erfüllen die Computerbild-Cloud, Google Drive, Microsoft SkyDrive, SugarSync, TeamDrive, Wuala und Ubuntu One.

SpiderOak wurde vom Test ausgeschlossen, nachdem drei Kollegen wegen der kruden Bedienung des Clients ihre Daumen nach unten drehten. Außerdem schied CloudMe wegen der unverschlüsselten Übertragung der Daten aus.

Für diesen Artikel haben wir die Dienste unter Windows 7, Mac OS 10.7.4 und Ubuntu 12.04 (alle 64 Bit) getestet, sofern Clients für diese Betriebssysteme vorhanden waren. Falls Sie außerdem mit einem Tablet oder Smartphone Daten synchronisieren wollen, lesen Sie den Test dazu im folgenden Artikel. Und ab Seite 88 steht, wie Sie die Verschlüsselung Ihrer Daten selbst in die Hand nehmen, statt auf den Cloud-Dienst zu vertrauen.

Computerbild-Cloud

Die Zeitschrift Computerbild bewarb in ihrer letzten Ausgabe ein Cloud-Angebot des rumänischen Betreibers CyberGhost, das unter dem Namen Computerbild-Cloud vermarktet wird. Der Vertrag über die Nutzung des Dienstes kommt dabei zwischen dem Kunden und CyberGhost zustande. Unsere Dateien wurden bei Amazon in Irland gespeichert.

Der Client für Windows – für Mac OS und Linux gibt es keinen – ist gelungen: Man kann die Bandbreite begrenzen, ein Statusfenster zeigt den Fortschritt aktueller Transfers an und es lässt sich eine Liste der zuletzt geänderten Dateien abrufen. Kopien von Dateien wurden erkannt und nicht erneut gesendet. Nach kleinen Änderungen an großen Dateien übertrug die Software aber alles neu.

Thunderbird Portable ließ sich im Sync-Box genannten Verzeichnis betreiben. Das ist nicht selbstverständlich, da der Sync-Client dabei keine Dateien blockieren darf, auf die der Mail-Client zugreifen muss. Die Synchronisierung startet etwas verzögert und einige Male wollte der Client gar nicht mehr, sodass wir ihn neu starten mussten. Außer dem Ordner zum Synchronisieren gibt es noch den passwortgeschützten Datentresor, der wie ein TrueCrypt-Container als Laufwerk eingebunden wird.

Das Web-Interface ist übersichtlich, reagierte aber bisweilen etwas langsam. Eine Besonderheit ist das Streaming von Audio- und Video-Dateien. Während das mit der Musik, abgesehen von kleinen Darstellungsfehlern in der Playlist, gut funktionierte, benötigte die Videowiedergabe das Mediaplayer-Plug-in, das nicht bei allen Browsern gleichermaßen gut funktionierte.

Das Streaming ist in der kostenlosen Basisvariante des Dienstes nicht enthalten, ebenso wie das „mobile Büro“, hinter dem sich eine Anbindung an Zoho verbirgt, eine Office-Websuite, mit der sich Texte, Tabellen und Präsentationen bearbeiten lassen [1]. Dazu muss man dem Dienst allerdings Zugang zu seinen Daten in der Cloud gewähren. Wenig mit Cloud-Synchronisation zu tun haben die Einmal-Mail-Adressen, die man etwa zur Anmeldung bei Webdiensten nutzen kann, und der Rewebber zum anonymen Surfen.

Dropbox

Unter Windows ist die Integration des Dropbox-Clients vorbildlich, die Synchronisierung erfolgt schnell und zuverlässig. Eine 1,8 Gigabyte große Datei war nach rund zwei Stunden hochgeladen, während wir etwa bei Google Drive am selben Internet-Zugang nach rund vier Stunden abbrachen. Über das Icon in der Startleiste erfuhren wir, wie schnell die Übertragung lief und wie lange sie noch dauern sollte.

Die Versionsverwaltung ist im Kontextmenü etwas versteckt und wird über das Web-Interface abgewickelt. Das ist ein Punkt, an dem andere Dienste die Nase vorn haben: Dropbox bietet im Web keine Bearbeitungsfunktionen für Dokumente und auch die Galeriefunktionen für Bilderordner haben andere besser gelöst. Dafür hat das Ausführen von portablen Apps in der Dropbox gut funktioniert.

Auch auf dem Mac hinterließ Dropbox den besten Eindruck. Der Dienst funktionierte schnell und zuverlässig. Markierungen im Finder zeigen an, welche Dateien bereits transferiert wurden, Fehlermeldungen und Nachrichten bekommt der Anwender auf Wunsch auch über das Benachrichtigungs-Framework Growl. Mac-spezifische Sonderzeichen in Dateinamen sind bis auf den Backslash ebenso wenig ein Problem wie große Dateien. Die überträgt der Dienst nötigenfalls auch parallel zu kleineren, sodass ein großer Upload nicht alles blockiert.

Dropbox war der einzige Dienst im Test, der auf dem Mac mit ausführbaren Dateien – unter OS X sind das speziell markierte Ordner, sogenannte Packages – umgehen konnte. Die Programme wurden korrekt erkannt und gelangten über den Client intakt von einem Rechner zum nächsten. Im Web-Interface bietet der Dienst für diese speziellen Ordner einen gezipten Download des Packages an. Auf dem Zielrechner ließ sich aber keines der so heruntergeladenen und entpackten Programme mehr starten.

Die Paketquellen der Softwareverwaltung von Ubuntu hielten eine ältere Version des Dropbox-Clients vor. Das aktuelle Paket fanden wir auf der Webseite des Dienstes; es ließ sich problemlos installieren. Der Client startete automatisch und verhielt sich so, wie man es von den anderen Plattformen gewohnt ist: Eingepasst in den Dateimanager Nautilus ließ sich direkt aus dem Kontextmenü die Datei im Webinterface von Dropbox finden und ein Link zur Datei kopieren. Die Synchronisation startete sofort, sobald eine Datei dazukam, gelöscht oder verändert abgespeichert wurde.

Google Drive

Der Client von Google Drive ist wenig auskunftsfreudig: Man erfährt zwar, wie viele Dateien schon hochgeladen wurden und wie viele auf den Transfer warten – wie groß, wie schnell und wie lange noch bleibt aber im Verborgenen. Markierungen an den Dateien gibt es nicht. Bandbreitenbeschränkungen oder eine Möglichkeit zum direkten Abgleich mit anderen Rechnern im LAN sucht man vergebens. Immerhin kann man den Abgleichprozess kurzzeitig pausieren und den einen oder anderen Ordner ausschließen.

Wer eine große Datei hochlädt, kann parallel keine weiteren transferieren, seien sie auch noch so klein. Portable Apps meldeten im Test gelegentlich Fehler beim Dateizugriff oder der Google-Client verabschiedete sich mit einer Fehlermeldung.

Unter OS X integriert sich der Client nahezu unsichtbar in den Finder. Nach dem Start erreicht man den Client wie bei Dropbox und SugarSync nur noch über ein Menulet. Auf dem Mac erlaubte Sonderzeichen sind kein Problem für Google Drive.

Microsoft SkyDrive

Bis vor wenigen Wochen stellte Microsoft mit SkyDrive noch 25 Gigabyte Cloud-Speicher kostenlos zur Verfügung, die sich unter Windows nur umständlich nutzen ließen. Nun gibt es „nur“ noch 7 GByte gratis, dafür synchronisiert ein Client die Daten flexibler als bisher Live Mesh. Der kann allerdings nicht so recht überzeugen. Unter Windows erlaubt er zwei Einstellungen: Ob synchronisiert wird und ob der Client beim Booten startet; beim Mac ist es nur letztere. Bandbreitenbeschränkung, synchronisieren übers LAN, Ordner ausschließen – alles Fehlanzeige.

Das Programm überwacht einen Ordner und synchronisiert Änderungen mit dem Microsoft-Server automatisch. Außer über den Webbrowser nachzuschauen, haben Mac-Anwender keine Chance zu erkennen, wie der Stand der Dinge ist. Unter Windows zeigen immerhin kleine Markierungen an den Explorer-Einträgen, ob eine Datei schon in der Cloud oder noch auf dem Weg ist. Offenbar wird eine Datei nach der anderen geschickt; eine große blockiert das Synchronisieren für lange Zeit. Ein wichtiger Menüpunkt des Clients ist „Speicher verwalten“: Hier können Nutzer, die den Dienst schon länger nutzen, die Einschränkung des Speichers von 25 auf 7 GByte rückgängig machen.

Auf Mac OS ab 10.7 nistet sich Skydrive sowohl im Dock als auch in der Menüzeile ein. Das kostet nicht nur unnötig Platz, sondern verwirrt auch zusätzlich, da man die spärlichen Einstellmöglichkeiten an zwei Stellen gleichzeitig findet. Der Dienst verschluckt sich zuverlässig an auf dem Mac erlaubten Sonderzeichen im Dateinamen wie ? oder :* und an Dateien größer 2 GByte. Statt einer ordentlichen Fehlermeldung findet man im Menulet lediglich ein kleines rotes x. Problematisch ist das vor allem deshalb, weil der lokale Ordner mangels Kennzeichnungen an den Dateien den Anschein erweckt, es wären alle Dateien synchronisiert.

SugarSync

Auf den ersten Blick sieht SugarSync aus wie Dropbox, nur in Grün. Schaut man genauer hin, sieht man allerdings, dass die Firma an allen Ecken und Enden versucht, den Platzhirsch zu übertrumpfen. Statt 2 GByte gibt es 5 im Gratis-Account, statt einen Ordner kann man beliebig viele synchronisieren, statt einer Sammlung von Dateien, gibt es pro Gerät eine, eine Geräte-übergreifende und dazu noch eine weitere auf dem Server, die nicht synchronisiert wird. Und ja: Das Ganze ist so verwirrend, wie es klingt.

Nach dem ersten Start fragt die Software den Anwender, welche Ordner er außer dem „magischen Aktenkoffer“ (dem Pendant zum Dropbox-Ordner) noch mit der Cloud abgleichen möchte. Später kann man dann in einer Matrix Ordner auf verschiedenen Geräten beliebig verknüpfen.

Auf dem Mac nervt der selbst gebastelte Auswahldialog: In einem Fenster von etwa 400 × 300 Pixeln bekommt man die Root-Ordner aller Laufwerke aufgelistet – inklusive aller unsichtbaren Ordner. Das Problem dabei ist, dass der typische OS-X-Anwender den Weg in sein Home-Verzeichnis von diesem Punkt aus nicht finden wird, denn normalerweise verirrt er sich nie an diese Stelle der Festplatte.

Eine Markierung an den Ordnereinträgen zeigt den Stand der Übertragung. Auf den ersten Blick ist das eine tolle Sache, denn so weiß man immer, welche Datei bereits hochgeladen ist, welche gerade kopiert wird und welche noch in der Warteschlange hängt. In der Praxis bemerkt man aber sehr schnell, dass die Markierungen nicht automatisch aktualisiert werden. So ist man also trotzdem im Ungewissen, ob eine bestimmte Datei bereits auf dem Server liegt oder nicht, und muss im Zweifel den „Status des Dateitransfers“ über die gleichnamige Menüfunktion kontrollieren. Dabei erfährt man aber nicht, wie viel Prozent bereits übertragen sind.

Das Webinterface von SugarSync weiß zu überzeugen. Die Galeriefunktionen sind umfangreich: Ordner mit Bildern kann man wahlweise als normale Freigabe oder als Album freigeben. Letzteres bekommt eine schöne Voransicht aller Bilder spendiert, bietet eine Diashow-Funktion und kann auf Wunsch auch nach einem Passwort fragen. Besucher müssen dazu nicht einmal ein Konto bei Sugarsync anlegen. Einladungen zum Anschauen einer Galerie verschickt der Dienst auf Knopfdruck – im Test aber erst rund fünf Stunden nach dem Kommando.

TeamDrive

Der TeamDrive-Client wirkt sowohl unter Windows wie auf dem Mac durch seine eigenwillige Oberfläche deplatziert und ist auch unter Linux keine Augenweide. Dort muss man ihn für den Autostart umkonfigurieren. In der kostenlosen Version nervt er mit Werbung und der laufend wiederkehrenden Aufforderung, weitere Anwender zu werben. Der Dienst hat eine Versionsverwaltung, sodass man geänderte und gelöschte Dateien wiederherstellen kann. Dabei gehen aber die unsichtbaren alten Versionen vom Speicherplatz ab.

Bevor man Dateien auf dem Server speichern kann, muss man einen oder mehrere sogenannte Spaces anlegen. Die verhalten sich später wie virtuelle Laufwerke. Per Drag&Drop landen die Dateien auf dem Server. Was TeamDrive nicht verrät: Zu jedem Space liegt ein korrespondierender Ordner im TeamDrive-Ordner im Dokumente-Verzeichnis des Anwenders. Was man dort hineinkopiert, landet auch auf dem Server – jedenfalls, solang der TeamDrive-Client läuft. Aber Vorsicht: Alles, was nicht in einem der Ordner landet, die einem Space zugeordnet sind, wird auch nicht synchronisiert. Wer etwa einen neuen Ordner anlegt und hofft, damit auch einen neuen Space zu erzeugen, wird enttäuscht. Spaces kann man bequem mit anderen Nutzern teilen.

Karg gibt sich TeamDrive mit Blick auf die Web-Funktionen: Eine Account-Verwaltung mit Funktion zum Zukaufen von Speicherplatz, eine Funktion um weitere Mitglieder zu werben und eine Löschfunktion für die eigenen Spaces sind alles, was der Hersteller anbietet. Leider tragen die eigenen Spaces im Web nur eine wenig hilfreiche ID statt ihrer Namen. So wird das Löschen eines Spaces im Web zu einer Partie russisch Roulette mit den eigenen Daten. Löscht man ihn dennoch, verschwindet er aber nicht etwa einfach so im Client, sondern wird nur mit einer roten Markierung versehen.

Ubuntu One

Dieser Cloud-Dienst ist Teil des Ubuntu-Projekts und fügt sich gut in den Dateimanager Nautilus ein. Unter Windows hingegen hat man nur ein etwas altbackenes Programmfenster. Darin erfährt man, ob gerade eine Übertragung läuft, aber nichts über die Datenmenge oder den aktuellen Stand. Außerdem listet der Client die zu synchronisierenden Ordner, angemeldete Geräte und Details zum Konto. Immerhin lässt sich die Bandbreite beschränken. Das Icon in der Statusleiste dient nur zum Beenden des Clients; die gesamte Verwaltung findet im nicht gerade komfortablen Web-Interface des Dienstes statt.

Die Anmeldung bei dem Dienst verlief ungewohnt mühsam: Wir mussten sowohl ein Captcha eingeben als auch einen per Mail erhaltenen Code zur Bestätigung eingeben. Die Mühe lohnt nur bei guter Bandbreite, denn der Client lädt stumpf alles hoch – auch Kopien vorhandener Dateien und große Dateien mit wenigen Änderungen. Immerhin rutschen kleine dazu parallel durch die Leitung. Gegen Bezahlung kann man den Dienst um Musik-Streaming erweitern.

Wuala

Wuala verschlüsselt alle Daten vor der Übertragung. Das scheint den Dienst auszubremsen, doch dieser Eindruck täuscht. Wenn man unter Optionen/Verbindung erst einmal die Bandbreiten-Bremse gelöst hat, dann erweist sich Wuala als wahrer Sprinter.

Die Crypto-Funktionen übernimmt die Client-Software, weshalb das Einbinden in das Betriebssystem etwas schwieriger ist. Auf dem Mac hat man die Wahl zwischen dem Wuala-Dateimanager und einer auf OSXFuse (siehe Seite 88) aufbauenden Lösung. Im Alltagsbetrieb zeigte sich die OSXFuse-Lösung aber sehr instabil: Kopiervorgänge mit dem Finder blieben öfter mal hängen, danach ließ sich weder der Wuala-Client beenden noch das zugehörige Laufwerk auswerfen. Abhilfe schaffte nur ein Neustart. Ohne OSXFuse lief der Client dagegen stabil, ebenso wie die Lösungen unter Windows (CBFS) und Linux (FUSE).

Die Einbindung als Laufwerk vermisst man bei diesem Dienst dann wenig, denn der Wuala-Dateimanager kann Dateien per Drag&Drop empfangen und bringt auf dem Mac die vom Finder bekannte Quicklook-Funktion mit. Allerdings legt er die Dateien nicht lokal ab, sodass sie bei jedem Zugriff geladen werden müssen.

Dazu kommt, dass man Dateien bei Wuala so oder so nicht durch einfaches Verschieben in einen lokalen Ordner auf den Server verfrachten kann. Stattdessen kopiert die Client-Software jede Datei zunächst in das eigene Arbeitsverzeichnis. Dementsprechend braucht man auch etwas mehr Platz auf der eigenen Platte, als bei anderen Diensten. Von den Mac-Sonderzeichen störte sich der Client nur an den Schrägstrichen, sagte aber konkret, welche Zeichen nicht erlaubt sind und fragte nach einem neuen Namen für den Ordner – so soll das sein.

Am anderen Ende der Leitung lief im Test nicht alles nach Plan. Immer wieder traten Kommunikationsfehler mit dem Wuala-Server auf. In manchen Fällen startete der Client erst im dritten Anlauf, in anderen mussten wir den Download einer Datei mehrfach versuchen, bis wir endlich Erfolg hatten.

Als Web-Interface bietet Wuala einen Java-Client. Der funktionierte im Test jedoch nicht auf allen Systemen und Browsern gleichermaßen gut. Wer also gerne mal Freunden online Fotos zeigen oder auf fremden Computern Zugriff auf die eigenen Dateien nehmen will, sollte besser einen anderen Dienst wählen.

Fazit

Dem Prinzip Dropbox kommen Computerbild-Cloud und SugarSync am nächsten. Erstgenannter Dienst lässt sich derzeit aber nur unter Windows empfehlen, andere Desktop-Clients gibt es nicht und die mobilen sind noch rudimentär (siehe den nächsten Artikel). SugarSync beherrscht das Synchronisieren diverser Ordner auf verschiedenen Geräten besser, kommt aber darüber hinaus nicht an die Technik von Dropbox ran.

Wem der Schutz seiner Daten am Herzen liegt, der findet mit TeamDrive, Wuala und Computerbild-Cloud Dienste, bei denen die Daten verschlüsselt werden (können) und in Europa bleiben. Die Stärke von Google Drive, Microsoft Skydrive und auch der Computerbild-Cloud (sofern man dafür bezahlt) ist die Möglichkeit, Office-Dokumente im Browser zu bearbeiten. Vor allem Anwender, die kein Microsoft-Office haben, können so kostengünstig Dokumente von Kollegen bearbeiten.

Man kann sich auch ein Set der Dienste zusammenstellen, auf deren Stärke man nicht verzichten möchte. Allerdings sollten nicht alle Programme gleichzeitig laufen; in unserem Test zeigte sich, dass die Probleme mit der Zahl der aktiven Clients zunahm. Die meisten bieten aber eine Pausen-Funktion oder lassen sich beenden. (ad)

Literatur
  1. [1] Ralf Nebelo, Dieter Brors, Wolkenkuckucksbüro, Web-Dienste zum Texten, Rechnen und Präsentieren, c’t 10/11, S. 124

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