Viel Handy fürs Geld

Mittelklasse-Smartphones mit Android, Blackberry OS und Windows Phone

Test & Kaufberatung | Test

Nicht jeder braucht ein Spitzen-Smartphone mit stromhungrigem Quad-Core-Prozessor und Riesen-Display. Surfen, spielen und Apps benutzen kann man genauso mit Smartphones für 200 bis 300 Euro.

Billig-Smartphones gibt es ab 80 Euro. Meist taugen sie wegen ihrer lahmen Prozessoren und grobpixeligen Displays aber nur zum Telefonieren und SMS schreiben – dafür reicht auch ein klassisches Handy. Auf der anderen Seite, für über 400 Euro, gibt es High-End-Geräte, die mit ihrer Hardware so manchem Laptop Konkurrenz machen. Hoch getaktete Vierkern-Prozessoren haben genug Rechenleistung für 3D-Spiele, HD-Filme und animierte Bedienoberflächen. Displays oberhalb von 4,3 Zoll bieten genug Platz, um Webseiten ohne Zoom zu betrachten und lassen sich leicht bedienen.

Zwischen diesen beiden Extremen gibt es die Mittelklasse-Modelle für unter 300 Euro, die alles mitbringen, was man sich von einem Smartphone wünscht: schnelle Prozessoren, gute Displays in komfortabler Größe und hosentaschenfreundliche Gehäuse-Maße. Das PreisLeistungs-Verhältnis ist in keiner Klasse besser und viele der Smartphones in unserem Test stehen den überzüchteten High-End-Geräten in kaum etwas nach.

Sieben der neun Testkandidaten laufen mit dem Betriebssystem Google Android. Sony Xperia sola und Xperia U zeichnen sich durch hochauflösende Displays aus, Samsung Galaxy Ace 2 und Galaxy S Advance durch schnelle Dual-Core-Prozessoren. HTCs Desire C ist handlich und kompakt. Das One V, ebenfalls von HTC, hat ein stabiles Gehäuse aus Aluminium. Das 4,3-Zoll-Display des LG Optimus L7 bietet viel Bildfläche. LG und HTC statten ihre Smartphones mit der Android-Version 4.0 aus und hübschen sie mit eigener Bedienoberfläche auf. Samsung und Sony verwenden die ältere Version 2.3.

Das Nokia Lumia 610 ist das bislang preiswerteste Smartphone mit Microsoft Windows Phone 7. Um es zu diesem Preis anbieten zu können, hat der Hersteller Abstriche bei der Hardware gemacht. Der zweite Betriebssystem-Außenseiter ist das Blackberry Curve 9380. Bis vor ein paar Jahren war der Hersteller RIM noch für teurere Business-Handys bekannt, doch mittlerweile kosten aktuelle Modelle wie das Curve 9380 auch nur knapp 220 Euro. Ob das von RIM selbst entwickelte Betriebssystem Blackberry OS 7 Android die Stirn bieten kann, wird dieser Test zeigen.

Betriebssysteme

Microsoft Windows Phone 7.5 erschließt sich Smartphone-Neulingen am schnellsten. Kacheln sind das Grundelement der Bedienoberfläche, und so ist der Startbildschirm in bunte Vierecke unterteilt. Hinter denen kann sich alles Mögliche verbergen: beispielsweise App-Verknüpfungen, Kontakte und Mediensammlungen. Da die Kacheln dynamisch sind, gibt es auf dem Windows-Hauptbildschirm immer Bewegung. So sieht man auf einen Blick, wenn ein Facebook-Freund ein neues Bild gepostet hat, wie viele neue Mails im Postfach liegen oder wie die Aktien stehen. An die Grenzen des Betriebssystems stößt man, wenn man es den eigenen Vorstellungen anpassen möchte. Standard-Programme wie Mediaplayer, Kalender und Browser kann man nicht ersetzen. Tethering, die Weiterleitung der Internetverbindung des Smartphones an andere Geräte funktioniert zwar seit Windows Phone 7.5 per WLAN, aber per USB-Kabel (wie bei Android) ist es nicht möglich. Der Appstore Microsoft Marketplace hinkt mit seiner Vielfalt immer noch Android und iOS hinterher, mit über 100 000 Apps sind aber die wichtigsten Programme und hochwertige Spiele vorhanden. Letztere kosten meist ein paar Euro mehr als bei der Konkurrenz.

Verwendet man ein Smartphone mit Google Android, braucht man sich um Apps keine Sorgen zu machen. Auch alternative Browser, Mail-Clients und Medienspieler erlaubt Google. Generell ist die Anpassbarkeit die größte Stärke des Systems. Auf den Hauptbildschirmen kann man Verknüpfungen zu Apps, Kontakten und Ordnern anlegen. Widgets sind mit den interaktiven Kacheln von Windows-Phone vergleichbar, aber viel flexibler: Sie zeigen das aktuelle Wetter, steuern den Musik-Player oder schalten zwischen Klingelton-Profilen hin und her.

Android sieht auf praktisch allen Geräten anders aus, denn alle Smartphone-Hersteller passen es nach den eigenen Vorstellungen an, verändern Sperrbildschirm und Design und installieren Apps. Wer Android das erste Mal nutzt, kann sich verloren vorkommen, da die Hauptbildschirme entweder leer sind und den Nutzer alleine lassen oder zugeschüttet sind mit Programmen des Smartphone-Herstellers oder Providers. Nach einer gewissen Einarbeitung lässt sich Android aber sehr effizient benutzen.

Entscheidet man sich für ein Blackberry-Smartphone, bleibt es normalerweise nicht bei der Investition in das Gerät. Um die spezielle Blackberry-Push-Mail-Funktion nutzen zu können, muss man bei den meisten Mobilfunkverträgen eine „Blackberry-Option“ dazu buchen. Bei teureren Verträgen ist sie meist inklusive und muss nur aktiviert werden, bei preiswerteren kostet sie jeden Monat zwischen 5 und 15 Euro zusätzlich zum normalen Internet. Die Bedienoberfläche des OS erinnert mit seinem blanken Desktop und dem aufklappbaren App-Menü an Android – aber nur auf den ersten Blick, denn Widgets und Verknüpfungen kennt es nicht. Zwei aufklappbare Infoleisten bieten schnellen Überblick über neue Nachrichten und mit zwei Fingertipps kann man Mobilfunk, WLAN und Bluetooth abschalten. Abgesehen vom App-Menü ist das Betriebssystem textlastig und teils unübersichtlich. Einige Einstellungen befinden sich in verschiedenen Menüs mehrmals, andere findet man nicht dort, wo man sie vermutet. Standard-Programme wie Mail-Client, Facebook und Navigation sind ab Werk installiert. Die „App World“ lässt zu wünschen übrig, denn alle Apps entsprechen nicht mehr dem, was man heute von Android und Windows Phone gewohnt ist.

HTC Desire C

Das Desire C ist mit einem Preis von rund 190 Euro eines der kostengünstigsten Smartphones mit dem aktuellen Android 4.0. Als eine von wenigen herstellerspezifischen Oberflächen bringt HTC Sense 4 mit praktischen Widgets und schickem Design einen echten Mehrwert. Auf dem Desire C ist eine optisch, aber nicht funktional abgespeckte Version installiert, die beispielsweise nicht die schicken 3D-Animationen zeigt, die man auf leistungsfähigeren HTC-Smartphones findet. Auch der Taskmanager muss beim Wechsel von einer App zur anderen ohne dreidimensionale Spielerei auskommen. Der schwache Prozessor mit 600 MHz hat für das Nötigste genug Kraft und animiert den Desktop und die meisten Menüs flüssig. Eine App oder die Einstellungen zu öffnen kann ein paar Sekunden dauern.

Am Display hat HTC ebenfalls gespart. Die geringe Größe stört auf dem Desktop und im App-Menü kaum, im Browser sind Seiten aber anstrengend zu lesen. Weil er recht klein ist, muss man viel zoomen und scrollen. Gleichzeitig sind die kleinen Maße aber die Stärke des Smartphones, das mit seiner rundlichen Form gut zu fassen ist und sich einhändig bedienen lässt. Um das Desire C in der Sonne zu benutzen, ist das Display zu dunkel. Wegen des großen Abstands zwischen Display und Scheibe fallen Reflexionen noch störender auf. Das Desire C gibt es in Schwarz, Weiß und Rot. Der Provider O2 verkauft es auch mit der Funktechnik NFC.

HTC One V

Für das One V hat HTC das Design des 2010 verkauften Legend entstaubt. Das Ergebnis ist ein hochwertiges, mattschwarzes Unibody-Gehäuse aus Aluminium. Die Bildschirmgröße von 3,7 Zoll reicht für die meisten Anwendungen wie Schreiben und Spielen. Filmeschauen und Surfen macht aber nur begrenzt Spaß. Ansonsten zeigt der Bildschirm schöne Farben und die Auflösung genügt, um Texte scharf darzustellen.

Im Alltag stören eher der langsame Seitenaufbau, das zähe Scrollen und das verzögerte Zoomen auf vielen Seiten. Einige Spiele in Google Play mit aufwendiger Grafik verweigern die Installation. Gelegentlich scrollen Menüs nicht ganz weich. Apps öffnen zwar erst mit einer kleinen Verzögerung, meist liegt die Startzeit aber unter einer Sekunde.

Wie beim Desire C hat HTC nur die Sparversion von Sense 4 installiert.

LG Optimus L7

Das 4,3 Zoll große LC-Display des Optimus L7 lädt zum Surfen, Filmegucken und Spielen ein. Leider fehlt es dem Optimus L7 an Rechenleistung: Meist reagiert das System verzögert auf Eingaben, die Desktops fliegen mit kleinen Rucklern über den Bildschirm und im Browser verderben einem die verzögerte Reaktion und das zähe Scrollen den Spaß am längeren Surfen. Der großflächige Bildschirm fordert seinen Tribut beim Akku und so hat das L7 in fast allen Disziplinen die kürzeste Laufzeit.

Die Eingriffe LGs in Android 4.0 sind zwar zu erkennen, aber eher oberflächlich. Im Vergleich zum dunklen Standard-Design wirkt LGs Oberfläche heller und weniger gediegen. Beim Wechsel von Desktop zu Desktop zeigt das System einen zurückhaltenden 3D-Effekt. Die Möglichkeit, vom Sperrbildschirm aus die Kamera zu starten, hat der Hersteller entfernt.

Nokia Lumia 610

Das Nokia Lumia 610 hätte es eigentlich gar nicht geben dürfen. Als Microsoft 2010 das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 7 vorstellte, legte der Konzern strenge Regeln fest, was die Hardware in einem „Windows-Phone“ leisten muss. Unter anderem muss der Prozessor mindestens 1 GHz haben und der Arbeitsspeicher mindestens 512 MByte groß sein. Das Lumia 610 hat nur 800 MHz und 256 MByte und vermutlich kann Nokia es nur so für rund 200 Euro anbieten – preiswerter kommt man an kein aktuelles Windows-Phone.

Eigentlich erlaubt Microsoft den Handy-Herstellern Windows Phone nur unverändert auf ihre Smartphones zu spielen. Nokia darf auf dem Lumia 610 dennoch die eigene Navigations-Software installieren. Das Kartenmaterial kann man für die meisten Länder auch offline speichern, nur für die Routenfindung braucht die Software eine Internetverbindung. Auch dabei ist eine Navigations-App für die öffentlichen Verkehrsmittel, die für Deutschland allerdings nur in Berlin funktioniert. Bücher und Musik kann man sich per App kostenpflichtig aus dem Nokia Ovi Store ziehen.

Dass die Hardware des Lumia 610 nicht den einstigen Mindestanforderungen Microsofts entspricht, merkt man fast nie. Die Windows-Oberfläche reagiert prompt und die Kacheln gleiten geschmeidig über den Bildschirm. Windows-Phone-typisch rendert der Browser langsamer als bei Android. Ist die Seite aber einmal geladen, funktionierten Zoomen und Scrollen flüssig. Flash beherrscht der Internet Explorer nicht. Wegen der schwachen Hardware stehen im Microsoft Marketplace nicht alle Apps zur Installation bereit. Es fehlen vor allem Spiele, darunter beliebte Titel wie Angry Birds und Assassins Creed.

Die Farben und Kontraste des Displays könnten etwas kräftiger sein. Für ein Smartphone dieser Preisklasse fühlt sich das Lumia 610 aber überraschend wertig an. Einfluss darauf hat auch das etwas höhere Gewicht.

Bei der Synchronisation mit dem Computer wirkt die dafür benötigte PC-Software Zune wie ein Klotz am Bein. Bilder, Musik und Filme kann man nur mit ihr übertragen. Hierzu muss man alle Medien erst in das Archiv der Software kopieren, um sie dann auf das Handy ziehen zu dürfen. Regelmäßig blieb im Test bei einem der beiden Schritte der Fortschrittsbalken stehen. Bei den meisten Audio- und Videoformaten weigert sich Zune, sie anzunehmen.

RIM Blackberry Curve 9380

Das Curve 9380 ist eine der preiswertesten Möglichkeiten, die Blackberry-Infrastruktur zu nutzen. Es hat nicht die die sonst bei Blackberrys übliche QWERTZ-Tastatur, sondern einen Touchscreen. Das unterm Bildschirm sitzende Trackpad erleichtert die Bedienung mit einer Hand. Mit ihm navigiert man durch die App-Symbole und bewegt im Browser einen Mauszeiger – nützlich, wenn Elemente einer Webseite auf Mouseovers reagieren. Der Browser baut Internetseiten nur sehr langsam auf; ändert man die Zoomstufe, zeigt er sekundenlang karierte Kacheln, die sich gemächlich mit Inhalt füllen. Flash kennt er nicht.

Kommt einem das Curve 9380 abhanden, kann man es über einen Webdienst lokalisieren, sperren oder alle darauf befindlichen Daten löschen oder den Klingelton in voller Lautstärke ertönen lassen, wenn man es nur verlegt hat. Voraussetzung ist, dass man sein Blackberry zuvor im Internet registriert und der Ortung zugestimmt hat. Mit Hilfe desselben Dienstes sichert das Gerät regelmäßig seine Daten im Cloud-Speicher. Auf ein neues Blackberry-Smartphone kann man auf diese Weise Daten, Passwörter und Einstellungen aus der Cloud zurückholen.

Die mitgelieferte Navigationssoftware kann nicht mit den Lösungen von Google und Microsoft mithalten, auf Satellitenbilder und Straßenansichten muss man verzichten. Wegen des kleinen Bildschirms und des mangelhaften Bedienkonzepts ist die Steuerung fummelig.

Die vier Knöpfe unterm Display haben unpräzise Druckpunkte und sind ungeschickt positioniert. Drückt man mit dem Daumen die Auflege-Taste – die einzige Möglichkeit von überall auf den Hauptbildschirm zu springen –, fällt einem das Smartphone leicht aus der Hand. Die Sperrtaste auf der oberen Kante erfordert viel Druck und der Daumen rutscht regelmäßig an dem glatten Plastik ab.

Das Display ist mit Abstand das hellste im Test und auch noch bei Sonne lesbar. Bei dem Versuch, höher aufgelöste Videos abzuspielen, stürzte das Curve 9380 reproduzierbar ab; da es außergewöhnlich lange zum Booten braucht, ist das besonders ärgerlich.

Samsung Galaxy Ace 2

Das Galaxy Ace 2 ist der VW Golf unter den Smartphones. Es hat keine einschneidenden Schwächen, aber auch keine herausragenden Alleinstellungsmerkmale. Das Display ist angenehm hell und bietet genügend Platz sowie Auflösung für Internet, Filme und komfortable Bedienung. Allerdings könnten die Farben kräftiger sein und Schwarz dunkler.

Der niedrig getaktete Dual-Core-Prozessor reicht für fast alle Anwendungen und für Android 2.3.6 mit Samsungs Bedienoberfläche Touchwiz. Meistens reagieren die Menüs unverzüglich, nur gelegentlich gibt es feine Ruckler. Nur bei animierten Live-Hintergründen kommt die Hardware ins Schwitzen, und beim Desktop-Wechsel ruckelt das Bild zwar erkennbar, aber noch nicht störend. Auch im Browser könnte es etwas zügiger zugehen, denn nach Zoom- oder Scroll-Gesten legt das Smartphone etwa eine halbe Gedenksekunde ein, dann reagiert es dafür umso weicher. Die meisten Spiele laufen ohne Probleme, nur wenige High-End-Titel zeigen gelegentliche Nachladeruckler. Beim GPS-Test war das Galaxy Ace 2 blitzschnell, wusste innerhalb von Sekunden, wo es sich befindet und sichtete mit 14 Satelliten doppelt so viele wie alle anderen Geräte.

Die mit Touchwiz gelieferten Widgets sprühen zwar nicht vor Effekten wie die von HTC Sense, erfüllen aber alle ihre Aufgaben. Sie zeigen übersichtlich das Wetter, die Facebook-Statusmeldungen oder die Uhrzeit auf sechs verschiedenen Uhren. Die App „Social Hub“ bündelt Nachrichten aus sozialen Netzwerken und Internetplattformen.

Samsung Galaxy S Advance

Das Galaxy S Advance wirkt wie eine Luxusvariante des Galaxy Ace 2. Als einziges im Test basiert das Display auf der AMOLED-Technik und ist kein LCD. Die Vorteile sieht man schon beim Einschalten: satte Farben und tiefes Schwarz. Die Nachteile erkennen die meisten Betrachter nur bei genauem Hinschauen: Da das Display weniger Subpixel hat, zeigen Buchstabenkanten je nach Hintergrund farbige Fransen, Schrift wirkt weniger scharf. Auf einfarbigen Flächen sieht man bei sehr kleinem Betrachtungsabstand die Pixelstruktur in Form eines winzigen Punktmusters. Ebenfalls typisch für einen AMOLED-Bildschirm ist die grünliche Verfärbung auf weißen Flächen bei schräger Betrachtungsposition. Das sind allerdings alles Nachteile, die im Alltag selten auffallen. Nur wer regelmäßig lange Texte auf dem Smartphone liest, sollte lieber über den Kauf eines Modells mit LCD nachdenken.

Im Vergleich zu den Konkurrenten ist der Bildschirm relativ dunkel, lässt sich im Freien aber wegen des hohen Kontrasts trotzdem gut ablesen. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung ist Schluss. Die Helligkeit variiert abhängig vom Bildschirminhalt: Gibt es nur wenige helle Stellen, erreichen diese bis zu 250 cd/m2, bei überwiegend hellem Inhalt wird das ganze Bild dunkler. Ebenso hängt die Akkulaufzeit vom Bildschirminhalt ab, denn schwarze Pixel können bei AMOLEDs einfach abgeschaltet werden. Deswegen läuft das Galaxy S Advance beim Surfen deutlich kürzer als beim Videoschauen: Webseiten haben meist einen weißen Hintergrund.

Ansonsten zeigt das Galaxy S Advance ähnliche Stärken wie das Galaxy Ace 2, ohne dessen kleine Performance-Probleme zu haben. Ruckler auf der Android-Oberfläche und Webseiten gibt es so gut wie keine. Nur bei leistungshungrigen Spielen treten gelegentlich Nachladeruckler auf. Die Displayscheibe ist leicht konkav gebogen, der silberne Rand des Gehäuses breiter und die Ecken weniger abgerundet als beim Galaxy Ace 2. Das verleiht dem Galaxy S Advance einen spannenderen und hochwertigeren Look für rund 20 Euro Aufpreis. Das Galaxy S Advance funkt sowohl in 2,4-GHz- als auch in 5-GHz-WLANs.

Sony Xperia sola

Das Xperia sola reagiert, wenn ein Finger über dem Display schwebt. Das Hintergrundbild des Desktops bewegt sich dann und im Browser kann man Links markieren. Sinn macht das nur bei Mouseover-Effekten. Allerdings reagiert nicht jede Seite auf den schwebenden Finger. Der Dual-Core-Prozessor sorgt dafür, dass Android 2.3.7 mit der von Sony angepassten Bedienoberfläche fix reagiert und der Benutzer nicht mit stockenden Animationen belästigt wird.

Sony hat dem Gerät zwei sogenannte Smart Tags beigelegt. Hält man das Smartphone bei eingeschaltetem NFC an ein solches Tag, führt Android bis zu zehn konfigurierbare Aktionen aus. So könnte man beispielsweise bei der Berührung des Tags „Schlafzimmer“ alle Klingeltöne ausschalten, die Hintergrundbeleuchtung dimmen und den MP3-Player einen Song von Barry White spielen lassen. Leider versteht sich die App nur mit den speziellen NFC-Tags von Sony. Von denen gibt es nur vier verschiedene, die im Doppelpack zehn Euro kosten.

Die USB-Anschlüsse beider Sony-Xperia-Modelle beherrschen den Host-Modus. Per etwa fünf Euro teurem Adapter verbinden sie sich mit Tastaturen und USB-Speichern. Festplatten mit eigenem Netzteil machten überhaupt keine Probleme, bei USB-Sticks war es Glückssache, viele brauchen zu viel Strom.

Die hohe Auflösung sowie die kräftigen Farben des Displays fallen besonders bei Fotos und Videos positiv auf. Der Videoplayer der beiden Sonys spielt aber nur wenige Formate – nur das Nokia Lumia 610 ist noch wählerischer.

Sony Xperia U

Sony hat das Xperia U mit leistungsfähiger Hardware und ein paar optischen Highlights ausgestattet: Eine durchsichtige Lichtleiste unterhalb des Displays passt ihre Farbe an den Bildschirminhalt an, den schmalen Gehäuseteil darunter kann man austauschen. Wobei das mitgelieferte gelbe Teil nach unserem Geschmack nicht so ganz zum weißen Smartphone passen wollte. Die beleuchtete Leiste hingegen fanden wir schick.

Das Display hat zwar genauso viele Pixel wie das des Xperia sola, wegen der kleineren Bilddiagonale aber eine höhere Pixeldichte. So wirkt es noch ein bisschen schärfer, lässt sich aber manchmal – zum Beispiel im Browser – knifflig bedienen. Text auf Webseiten ist scharf, aber zu klein, um ihn ohne Zoom lesen zu können.

Das Xperia U ist eins der günstigsten Smartphones mit Dual-Core-Prozessor. Android 2.3.7 reagiert schnell und direkt und lediglich beim Scrollen in Menüs und auf Internetseiten kann man gelegentlich Verzögerungen wahrnehmen.

Im Test hatte das Xperia U genauso wie das Xperia sola immer wieder Probleme, sich zu orten. Auch nach mehreren Minuten fanden die Smartphones maximal vier Satelliten, wo die anderen Kandidaten sieben fanden und sich innerhalb von Sekunden orientierten. Der Fehler trat unregelmäßig auf.

Fazit

Wer ein Smartphone mit einem möglichst guten Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, wird mit einem Budget von 200 bis 300 Euro gut bedient. Die besten Gesamtergebnisse lieferten das Sony Xperia sola und die beiden Galaxys von Samsung. Das Galaxy S Advance stach mit tollem Display und hoher Performance positiv heraus. Aber es ist auch das teuerste Gerät im Test. Mit dem Galaxy Ace 2 macht man nichts falsch: ordentliche Performance, ausgeglichene Kamerabilder und brauchbares Display. Wem der Bildschirm besonders wichtig ist, der kann sich alternativ an das Xperia sola halten, muss dann aber leichte Abstriche bei der Qualität von Fotos und Videos machen. Das kompakte Xperia U hat die gleichen Tugenden wie das sola, doch der kleine Bildschirm kann nerven.

Die Geräte von HTC sind zu teuer für das Gebotene. Das One V ist nur empfehlenswert, wenn man auf keinen Fall auf Android 4.0 verzichten möchte. Selbst dann gibt es noch das LG Optimus L7. Das überzeugte vor allem mit seinem großen Display, das leider auch den Nachteil kurzer Laufzeiten mit sich bringt.

Wegen der fummeligen Bedienoberfläche, der nötigen Blackberry-Option im Mobilfunkvertrag und der veralteten Apps ist das Curve 9380 nur denjenigen zu empfehlen, die sich sowieso schon an die Blackberry-Welt gebunden haben. Das Nokia Lumia 610 ist mit seiner schön zu bedienenden Windows-Oberfläche besonders für Einsteiger geeignet und versagt nur als Spielkonsole.

Für momentan verkaufte Windows-Phones steht jetzt schon fest, dass sie Windows Phone 8 niemals zu Gesicht bekommen und höchstens noch eine Version 7.8 erhalten. Die Samsung-Smartphones werden wahrscheinlich auch kein Update auf Android 4 bekommen. Lediglich für die Xperias verspricht Sony ein Update. Bis es soweit ist, kann es aber erfahrungsgemäß mehrere Monate dauern. Wer auf jeden Fall die neuste Version benutzen möchte, sollte sich eines der Geräte kaufen, auf denen sie bereits installiert ist. (hcz)

Literatur
  1. [1] Hannes A. Czerulla, Des Androids neue Kleider, Android-Smartphones für jeden Zweck und Geldbeutel, c’t 10/12, S. 80
  2. [2] Achim Barczok, Hannes Czerulla, Die neue Mitte, Smartphones zwischen 200 und 350 Euro, c’t 20/11, S. 82
Foto-Messungen

Die technischen Daten der neun Smartphone-Kameras klingen ziemlich gleich, doch im Labortest zeigten sich große Unterschiede. Beispiel Auflösung: Alle getesteten Kameras schießen Fotos mit maximal 5 Megapixeln, doch das tatsächliche Auflösungsvermögen – wie viele Details in den Testfotos am Ende wirklich zu finden sind – variiert stark. So zeigte sich im c’t-Labor, dass unter idealen Bedingungen (gute Ausleuchtung, Gerät mit einem Stativ fixiert, ISO 100 eingestellt) die beiden Sony-Geräte mit 97 Prozent der möglichen Auflösung im Bildzentrum besonders viele Details erfassen. Das One V und das Optimus L7 erreichten dagegen nur um die 65 Prozent der Kameraauflösung. Das HTC Desire C punktet zwar mit einer hohen Auflösung im Bildzentrum, die jedoch zu den Ecken hin stark abnimmt. Außerdem wirken die Fotos zwar scharf, aber stark nachbearbeitet und dadurch unnatürlich.

Im Praxistest mit Fotokiste und Außenaufnahmen schnitten die beiden Samsung-Knipsen am besten ab. Fotos zeigten natürliche Farben, eine ausgeglichene Beleuchtung und waren scharf. Auch in dunkler Umgebung blieben die Fotos einigermaßen rauschfrei. Wie bei vielen Smartphone-Kameras fällt auf den Fotos der Samsung-Geräte ein leichter Rotstich in der Bildmitte auf. Als besonders störend empfanden wir ihre mit durchschnittlich 1,6 Sekunden sehr lange Fokuszeit. Die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich, wir vermissten lediglich eine mechanische Fototaste. An die Qualität einer Kompaktkamera, eines iPhone 4S oder eines Galaxy S3 kommen die Samsung-Kameras aber nicht heran. Auch die Sony-Handys schnitten mit scharfen Bildern und kräftigen Farben gut ab. Allzu oft wirkten die kräftigen Farben allerdings unnatürlich, vor allem auch deshalb, weil die Bilder verfärbt sind: In der Bildmitte rot, außen grün.

Schlusslichter sind die Kameras von HTC Desire C und Blackberry Curve 9380. Beide haben keinen Autofokus, dem Desire C fehlt sogar der in dieser Preisklasse obligatorische LED-Blitz. Die Fotos des Desire C wirken zudem nachbearbeitet und sind zu dunkel und rotstichig. Beim Curve braucht man eine ruhige Hand, damit die Bilder nicht verwischen, ohne Stativ gelangen uns nur wenige scharfe Fotos. Und selbst dann sehen sie matschig aus und zeigen Farbrauschen. (acb)

Artikel kostenlos herunterladen

Kommentare

Anzeige