Das vermessene Ich

Körper- und Lebensdaten sammeln rund um die Uhr

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Quantified Self, Lifelogging, Self-Hacking: Das Anhäufen von Daten über den eigenen Körper und das eigene Leben könnte sich vom Nerd-Vergnügen zum Massenphänomen mausern. Skeptiker sehen allerdings eine Gesundheitsdiktatur dräuen.

Wissen Sie, was Sie am 14. November 2011 zum Frühstück gegessen haben? Nicht? Merkt sich doch keiner? Falsch – es gibt Menschen, die sich das merken. Und sie merken sich noch viel mehr: Stimmung, Blutdruck, Gewicht, täglich gelaufene Schritte, Kalorienverbrauch, Schlafphasen, Sexfrequenz … Obwohl: Eigentlich lassen sie merken. Technische Hilfsmittel wie Aktivitäts-, Schlaf und Pulssensoren schreiben die Körperdaten direkt in die Cloud, Smartphone-Apps erleichtern die Aufzeichnung von Ernährung, Stimmung und Bewegungsdaten.

Über das Prinzip Datensparsamkeit, wie es seit Jahren von Datenschützern propagiert wird, können die Anhänger der „Quantified-Self“-Bewegung (QS) nur lächeln – sie leben das genaue Gegenteil: Je mehr Daten sie über sich zusammentragen, desto interessanter werden für sie die Visualisierungen, desto aufschlussreicher die Korrelationen. Seit 2008 treffen sich Gleichgesinnte zu QS-„Meetups“, die inzwischen in mehr als 50 Städten weltweit stattfinden. Seinen Ursprung hat die QS-Idee – natürlich – im Silicon Valley; einem Ort, der von Körperkult, Technikgläubigkeit und der Begeisterung für Daten aller Art geprägt ist.

Kaffeekorrelationen

Die Ziele der Körper- und Lebensdatensammler sind höchst unterschiedlich: Die einen wollen ihre sportlichen Leistungen verbessern, andere ihre Erinnerungen auslagern. Wieder andere nutzen technische Hilfsmittel wie Schlaftracker, um in unbekannte Bewusstseinsebenen abzutauchen (siehe Test auf Seite 78) – und dann gibt es noch die Datenfreaks, denen es einfach Spaß macht, grafische Auswertungen ihrer Kaffeekonsum-Körpertemperatur-Korrelation auf den Bildschirm zu holen.

Der Begriff „Quantified Self“ ist deshalb auch nur ein Versuch, die unterschiedlichen Körperdatensammler irgendwie unter einen Hut zu bringen – genau wie die Bezeichnungen „Lifelogging“ oder „Self-Hacking“ in der Vergangenheit.

Datensammeln als Privatvergnügen – in Deutschland, dem Land der Hausverpixeler, sieht man das traditionell skeptisch. Die taz überschrieb im Januar einen Artikel über Quantified Self bedrohlich mit „Die Körperkontrolleure kommen“ [1], die Autorin Juli Zeh zog gleich die Nazi-Keule: „Es gab in Deutschland schon einmal eine Bewegung, die meinte, den Wert eines Menschen am Kopfumfang ablesen zu können“ [2]. Auch „Die Welt“ beschäftigt sich ungern ernsthaft mit den neuen Ideen – und stellt die Datensammler bequem in die Beklopptenecke: „Ärzte warnen vor einer neuen Störung“ [3]. Dabei reicht ein Spaziergang durch den Park aus, um festzustellen, dass die Quantified-Self-Philosophie längst im Mainstream angekommen ist: Gefühlt jeder zweite Jogger trägt heutzutage ein Smartphone um den Arm und erfasst damit die Laufstrecke per GPS sowie die Herzfrequenz per Brustgurt.

Dass Quantified Self nicht zwangsläufig mit perfektionshungrigen Maschinenmenschen zu tun hat, sieht man an Christian Heller. Der Berliner Autor, der sich im Netz Plomplomplom nennt, veröffentlicht seit über zwei Jahren seinen detaillierten Tagesablauf sowie alle seine Ausgaben und Einnahmen in einem öffentlich zugänglichen Wiki auf www.plomlompom.de/PlomWiki. Wer es liest, weiß: Heller ernährt sich fast ausschließlich von Döner, Salami und Schokopudding, treibt keinen Sport und schläft meistens bis mittags. Unter „QuantifiedPlom“ finden sich außerdem detaillierte Informationen zu seiner Steuererklärung sowie seiner Flaschenpfand-Bilanz.

All das ist nicht nur Provokation. Der Autor bezeichnet sein Wiki-Projekt zwar nonchalant als Experiment (siehe Interview auf Seite 76) – es ist aber wohl vor allem ein politisches Statement: Der Datenschutz ist gescheitert, wir müssen uns an eine Welt ohne Geheimnisse gewöhnen. In seinem lesenswerten Buch „Post-Privacy – Prima leben ohne Privatsphäre“ argumentiert Heller, dass sich nicht die Technik verändern muss, sondern die Menschen.

Nerd vs. Urmensch

Dieser These muss man auch als Nutzer von Quantified-Self-Technik nicht zustimmen: Alle Dienste sind nämlich grundsätzlich passwortgeschützt. Nur auf Wunsch wird den Kontakten in den sozialen Netzwerken mitgeteilt, dass man 500 Gramm abgenommen oder gerade einen 10-minütigen Koitus beendet hat – Letzteres kann man übrigens auf bedpost.com speichern.

Wer QS-Fans grundsätzlich einen Hang zum Narzissmus unterstellt, übersieht, dass man die Daten nicht zwangsläufig mit der ganzen Welt teilen muss. Ein gutes Beispiel ist Googles Geolokalisierungstool Latitude – wenn man will, kann man es als Kommunikationsmittel verwenden, um seinen Kontakten zu zeigen, wo man gerade ist, andererseits lässt es sich aber auch einfach als persönliches digitales Tagebuch einsetzen oder als Urlaubsfoto-Geotagger.

Doch auch wenn man die Daten nicht veröffentlicht, sondern nur für sich selbst verwendet, finden Kritiker das suspekt: Die extreme Beschäftigung mit sich selbst deute doch wohl auf eine narzisstische Störung hin. Und sowieso: Ob man gut schläft oder sich genug bewegt, wisse man auch so, dafür brauche man keine technischen Hilfsmittel. Quantfied-Self-Anhänger glauben das nicht. Sie verweisen dann gerne auf unsere selektive Wahrnehmung: So neigen Menschen dazu, vieles unbewusst zu verdrängen und anderes dafür tagelang nicht aus dem Kopf zu bekommen. Rational ist das nicht, sondern eher überlebenstaktischer Urmenschinstinkt.

Trotz ihrer Sehnsucht nach Rationalität: Die starke Orientierung nach innen eint Quantified-Self-Adepten mit extrem religiösen Menschen. Und auch sonst finden sich in der QS-Bewegung religiös anmutende Themen. Unsterblichkeit zum Beispiel: Mit einem sogenannten Mindfile, so die Theorie, können Computer in Zukunft womöglich eine ganze Persönlichkeit replizieren. In solchen Mindfiles stecken Fotos, Videos, persönliche Dokumente, Kalender – kurzum: Alles, aus dem man irgendwie Rückschlüsse auf die Persönlichkeit ziehen kann.

Aus einer solchen Datei baut die Firma Lifenaut auf Wunsch einen kostenlosen Avatar, der angeblich so handelt wie man selbst. Letztlich kommt dabei ein Chatroboter-Applet für die eigene Webseite heraus, das ungefähr so viel Persönlichkeit hat wie das gute alte ELIZA-Programm von 1966. Aber das sei ja auch alles erst der Anfang, heißt es beschwichtigend auf lifenaut.com. Schon in 20 oder 30 Jahren könne man aus den Daten womöglich einen echten Replikanten bauen – zum Beispiel in Form eines Roboters oder eines Hologramms.

Lebensfilm

An einem deutlich konkreteren Gehirnauslagerungsprojekt namens MyLifeBits arbeitet seit einigen Jahren Microsoft Research. Der Informatiker Gordon Bell dient dabei als freiwilliges Versuchskaninchen: Alles, was er liest, hört und sieht, wird gespeichert und indexiert. Dazu trägt er permanent eine Kamera um den Hals, die automatisch Fotos schießt. Die dafür entwickelte Sensecam-Technik ist inzwischen als kommerzielles Produkt erhältlich: Die Revue-Kamera des Herstellers Vicon soll Menschen helfen, die an Gedächtnisverlust leiden.

In Zukunft könnte es auch bei Nicht-Kranken in Mode kommen, ihre Erinnerungen nicht mehr selektiv mit Fotos- und Videos aufzuzeichnen, sondern einfach permanent eine Brillenkamera mitlaufen zu lassen – Speicherplatz kostet ja schließlich immer weniger. Und auch die Technik wird immer unauffälliger. So sieht die von Google angekündigte Project-Glass-Datenbrille nicht viel anders aus als eine konventionelle Sehhilfe. Herausfordernd ist hier nicht so sehr die Technik, sondern vor allem die gesellschaftliche Implikation, zum Beispiel: Wie ist das eigentlich mit meiner Privatsphäre, wenn ich permanent von Videoaufnahmebrillenträgern umgeben bin? Außerdem gibt es ganz profane datenorganisatorische Probleme: Wie kann man die Videoberge so aufbereiten, dass man hinterher noch durchfindet? Google und Microsoft arbeiten dran.

Ein weiteres großes Problem: Um wirklich aufschlussreiche Korrelationen aus Körper- und Lebensdaten zu finden, müssen alle Daten irgendwie zusammenlaufen. Zurzeit tun sie das nicht: Die Daten von Aktivitätssensor, WLAN-Waage oder GPS-Tracker landen zwar meist in der Cloud (siehe Vergleichstest auf Seite 78), allerdings in abgeschotteten Bereichen. Noch längst nicht alle Dienste bieten eine API für den Datenaustausch.

Pflasterlabor

Als eine der ersten Quantified-Self-Universalplattformen steht TicTrac in den Startlöchern. Finanziert von Risikokapital, glaubt man bei TicTrac fest an Quantified Self als das nächste große Ding. Der Dienst soll Körper- und Lebensdaten grafisch schick aufbereitet zusammenführen und auf Korrelationen auswerten. Dabei soll TicTrac nicht nur schön aussehen, sondern auch praktische Fragen beantworten, zum Beispiel: Was löst eigentlich meine Migräneanfälle aus? Stehen genügend Daten zur Verfügung (Wetter, Ernährung, Stresslevel, Aktivität), soll der Dienst solche Fragen besser beantworten können als der Hausarzt. TicTrac unterstützt schon jetzt in der frühen Betaphase etliche Datenquellen wie den Fitbit-Sensor, die Withings-Waage, Musiklisten von Last.fm, Google Mail und Kalender. Parameter wie Kaffee- und Alkoholkonsum, Stresslevel oder Stimmung muss man noch altmodisch per Hand eingeben.

Das könnte sich aber schon bald ändern: Das Startup Sano Intelligence forscht an einem Minisensor, der permanent die Blutwerte ermittelt. Zurzeit spuckt der Sano-Sensor die Blutzucker- und Kaliumkonzentration aus, künftig soll die Analyse noch viel detaillierter werden. Der Sensor sieht aus wie ein Nikotinpflaster, hat keine Nadel und soll sich auf der Haut nicht unangenehmer anfühlen als ein kleines Stück Sandpapier.

Doch was passiert eigentlich, wenn solche Sensoren tatsächlich zuverlässig funktionieren und sich ausgereifte Auswertungsplattformen etabliert haben? Mutiert die Bewegung dann, wie es Kritiker schwarzmalen, zur „Gesundheitsdiktatur“, in der uns Krankenkassen, Staat oder Arbeitgeber zum Selbstvermessen verpflichten? Oder emanzipiert uns Quantified Self von überforderten Ärzten und überlasteten Gesundheitssystemen? Wenn die anonymisierten Daten von unzähligen Selbstvermessern zusammengeführt und von Wissenschaftlern ausgewertet werden, könnte das für die Medizin eine ähnliche Revolution bedeuten wie die Entdeckung des Penicillins. (jkj)

Literatur
  1. [1] Meike Laaff, Die Körperkontrolleure kommen: www.taz.de/!86056/
  2. [2] Juli Zeh, Der vermessene Mann: www.tagesanzeiger.ch/ipad/kultur/Der-vermessene-Mann/story/19200678
  3. [3] Klaus Vogt, Messen von Körperfunktionen kann süchtig machen: www.welt.de/gesundheit/psychologie/article13759652/Messen-von-Koerperfunktionen-kann-suechtig-machen.html
„Das Wiki ist mein Experiment mit meinem Leben“

Christian Heller – im Netz Plomplomplom – ist Autor. In diesem Jahr hat er das Buch „Post-Privacy – Prima leben ohne Privatsphäre“ veröffentlicht, zurzeit arbeitet er an einem Buch über Meme.

ct: Sie stellen seit über zwei Jahren Ihren Tagesablauf, Ihre Ausgaben, ihre Einnahmen und Ihre Flaschenpfandbilanz ins Netz. Warum machen Sie das?

Christian Heller: Ich habe mir schon immer gerne vieles aus meinem Leben übersichtlicher gemacht, indem ich es in Textform protokolliert habe. Ich habe viel damit experimentiert, welche Strukturen hierfür geeignet sein könnten; besonders interessant fand ich das Wiki-Format, nachdem ich beim Futuristen Rainer Wasserfuhr ein Beispiel dafür sah, wie sich das eigene Leben in ein solches verdaten lässt.

Netz-Öffentlichkeit schien mir ein naheliegender Default für die so zustande kommenden Datensammlungen: So komme ich von überall leicht heran und kann ohne Mühe Tools wie die Google-Suchmaschine zur Auswertung einbinden.

Hinzu kommt, dass ich mich seit einigen Jahren sehr mit den Fragen der sogenannten „Post-Privacy“ beschäftige und meine öffentliche Selbst-Verdatung als Experiment in diese Richtung fahren kann: Was für Probleme treten durch die Öffentlichkeit meines Lebens auf, wo muss ich notgedrungen Grenzen ziehen? Sehr viele Probleme sind mir bisher daraus aber nicht entstanden, was vielleicht daran liegt, dass ich ein eher langweilig-privilegiertes Leben führe.

c’t: Wie reagiert denn Ihr Umfeld auf Ihr ausgelagertes Gehirn?

Heller : Manche machen sich die Mühe, gelegentlich hineinzuschauen, zum Beispiel, um zu prüfen, ob sich der Zeitpunkt gerade für einen Anruf eignet oder ob man mich damit aus dem Schlaf klingeln würde. Diese Form der Nutzung meiner Daten sehe ich sehr gerne.

Gelegentlich werden Aspekte meiner Lebensführung wie mein Kauf von bestimmten Lebensmitteln und Hygiene-Artikeln in meinem Wiki mit Irritation oder Verbesserungsvorschlägen kommentiert. Das ist zuweilen hilfreich; zuweilen auch nicht.

Es gab ein bis zwei Gelegenheiten, wo Menschen sich darüber sorgten, was über sie in meinem Wiki stehen könnte. Wo diese Sorgen eine Basis in der Wirklichkeit meines Wiki-Textes hatten, bin ich darauf eingegangen und habe entsprechende Stellen verändert.

c’t: Haben Sie vorher Regeln für sich festgelegt, was Sie weglassen und was nicht? Zum Beispiel nennen Sie ja wenig oder keine Namen.

Heller: Das Wiki ist mein Experiment mit meinem Leben, und in dieser Hinsicht bin ich durchaus zu manchem Risiko bereit. Wo es allerdings das Leben anderer mit hineinzieht, bin ich vorsichtiger. Bei persönlichen sozialen Interaktionen markiere ich andere Menschen per Default nur als „x“, „y“, „z“ und so weiter, wobei diese Buchstaben-Zuweisungen so wechselhaft sind, dass sich trivial kein langfristiges Pseudonymitäts-Profil aus ihnen erstellen lassen dürfte. Manche Mitmenschen haben mir eine ausdrückliche Erlaubnis gegeben, sie in meinem Wiki zu nennen, und es gibt auch einige wenige Fälle, wo ich ohne nachzufragen annehme, dass die Namensnennung o. k. ist.

c’t: Sie verwenden ja ein selbstprogrammiertes Wiki als öffentliches Tagebuch. Nutzen Sie auch kommerzielle Tools wie Google Latitude, Schrittzähler oder WLAN-Waage als Gedankenstütze?

Heller: Für meine bisherigen protokollarischen Zwecke reichen die Strukturen meines Wikis, mein Gehirn-Gedächtnis und der gelegentliche Blick zum Beispiel auf die Website meiner Bank mit meinen dortigen Konto-Bewegungs-Daten. Spezielle Quantified-Self-Tools nutze ich bisher nicht; wie ich mich kenne, würde ich die mir vermutlich lieber selbst programmieren und den Code unter einer freien Lizenz veröffentlichen, als auf proprietäre Ware zurückzugreifen. Nichtsdestotrotz habe ich ein Benutzerkonto bei Google Latitude. Das benutze ich allerdings kaum, es lieferte mit meinen bisherigen Mobilgeräten nur unbefriedigende Ergebnisse.

„Die Körperdaten müssen besser verknüpft werden“

Florian Schumacher ist Gründer des Startups Chronio und berät Unternehmen zu digitalen Sport- und Gesundheitsprodukten. Er organisiert die Quantified-Self-Treffen in Berlin und München und vertritt das Netzwerk in der Öffentlichkeit. Sein Blog: www.igrowdigital.com.

c’t: Was ist für Sie ganz persönlich reizvoll daran, Körper- und Alltagsdaten zu sammeln und zu analysieren?

Florian Schumacher: Ich interessiere mich für neue Technik in Sport und Gesundheit und dafür, was man mit persönlichen Daten alles anfangen kann. Durch Quantified Self habe ich einen besseren Überblick über meine Gesundheit und Produktivität. Ich nutze das Feedback der Anwendungen auch zur Selbstmotivation.

c’t: Wie reagiert Ihr Umfeld auf Ihre Selbstquantifizierung?

Schumacher: Mein Umfeld besteht überwiegend aus Startup-Unternehmern, Social-Media-Experten und Softwareentwicklern. Die finden den Ansatz alle sehr spannend und können das Potenzial der Selbstanalyse gut nachvollziehen. Menschen aus anderen Bereichen denken bei der Selbstvermessung aber teilweise an Leistungsdruck oder Überwachungsgefahr. Meiner Mutter habe ich eine Withings-Waage geschenkt und sie ist von der Visualisierung ihres Gewichts auf dem iPad total begeistert.

c’t: Konnten sie mit Hilfe von QS schon ganz konkrete Einsichten über ihr Leben gewinnen, die Ihnen sonst verborgen geblieben wären?

Schumacher: Mit der Visualisierung meines Gewichts kann ich sehr gut die Auswirkungen von Kohlenhydraten und Proteinen auf meinen Körper nachvollziehen. Durch das automatisierte Tracking meiner Aktivität am Computer mit RescueTime weiß ich jetzt, wie viel Zeit ich auf Facebook verbringe oder in mein Blog investiere. Durch Schlaftracking habe gelernt, dass ich relativ wenig schlafe, das war für mich eine Überraschung.

c’t: Welche QS-Tools, also Hard- und Software, nutzen sie selbst?

Schumacher: RescueTime, Fitbit-Schrittzähler und Fitbit-Waage. Phasenweise habe ich auch schon den Zeo-Schlaftracker verwendet, um mich zu mehr Schlaf zu motivieren. Wichtige Erinnerungen, Erkenntnisse und Ziele halte ich in der App meines Startups Chronio fest.

c’t: Welche Tools und Verbesserungen wünschen Sie sich für die Zukunft?

Schumacher: Toll wäre ein Armband oder eine Uhr zur permanenten Erfassung meiner Aktivität, Leistungsfähigkeit und meines Energieverbrauchs. Am besten inklusive Beschleunigungs- und Pulssensor. Außerdem würde ich meinen Stresslevel gerne messen. Unter iOS fehlen Schnittstellen, damit Daten auf Systemebene ausgewertet werden können, wie zum Beispiel die Nutzung von Apps, Websites oder dem Telefonverhalten. Insbesondere wünsche ich mir ein persönliches Dashboard, das unterschiedliche Gesundheits- und Verhaltensdaten verknüpft. Hierbei wäre es gut, wenn die unterschiedlichen Hersteller beim Austausch der Daten besser zusammenarbeiten würden.

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Infos zum Artikel

Kapitel
  1. Kaffeekorrelationen
  2. Nerd vs. Urmensch
  3. Lebensfilm
  4. Pflasterlabor
  5. „Die Körperdaten müssen besser verknüpft werden“
  6. „Das Wiki ist mein Experiment mit meinem Leben“
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