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Video on Demand gibt richtig Gas

Test & Kaufberatung | Marktübersicht

So kann das Filmvergnügen auf Knopfdruck jederzeit starten: Smart-TVs und andere Unterhaltungselektronik mit Internetzugang haben den nötigen Video-on-Demand-Client gleich an Bord – nicht selten sogar für verschiedene Dienste.

Auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand“ – immer häufiger ist dieser Satz in Anzeigen und auf Plakaten für Video-Neuerscheinungen zu lesen. Nachdem Online-Videodienste in der Gunst der Filmstudios jahrelang weit hinter physischen Medien rangierten, stehen mittlerweile immer häufiger Titel ab dem ersten Tag auch legal zum Abruf über das Internet bereit. Auch hochaufgelöste Videobilder (High Definition) und digitaler Mehrkanalton sind bei ausreichender Bandbreite kein Problem mehr. Steht die nicht zur Verfügung, liefern die Dienste Videos in Standardauflösung (Standard Definition); ab 2 MBit/s ist man gewöhnlich bei SD dabei, mit 5 bis 8 MBit/s bei HD.

So entwickelt sich Video on Demand (VoD) bei Spielfilmen langsam zu einer echten Konkurrenz für die klassische Videothek, für Automatenvideotheken und die verwirrenderweise häufig auch Online-Videotheken genannten Anbieter, die ihren Kunden DVDs oder Blu-rays zuschicken. Bei manchen populären Serien haben die VoD-Dienste sogar bereits die Nase vorn und bieten Episoden gleich nach der US-Ausstrahlung (einige mit Originalton und Untertiteln) an. Und das digitale Rechtemanagement (Digital Rights Management, kurz DRM) ermöglicht sogar Abomodelle.

Und eine weitere Entwicklung zeigt, dass Video on Demand kein Nischenprodukt mehr ist: Praktisch jeder TV-Hersteller stattet neue Modelle gleich ab Werk mit einem VoD-Zugang aus; auf manchen Geräten finden sich sogar Clients für mehrere Dienste, wie auch unser Smart-TV-Test ab Seite 124 zeigt. Die Botschaft an die Kunden ist klar: „Mit diesen Geräten befreien Sie sich von den Fesseln des klassischen Fernsehens“. Denn die Filme sind werbefrei und lassen sich innerhalb der Mietdauer (gewöhnlich 48 Stunden) beliebig oft wiedergeben, anhalten, zurückspulen und so weiter. Einen ähnlichen Freiheitsgrad bieten sonst nur die Mediatheken der Fernsehsender und Online-Videorecorderdienste, die wir uns ab Seite 118 anschauen und auf die man ebenfalls immer häufiger direkt über Smart-TVs Zugriff hat.

Wer bereits einen Flat-TV besitzt, muss für VoD nicht extra ein neues Fernsehgerät kaufen: Einige Hersteller stellen für ältere Modellreihen kostenlose Firmware-Updates bereit, die die VoD-Funktion nachrüsten – leider nicht selten von den Bestandskunden unbemerkt. Für alle anderen findet sich am Markt eine ganze Reihe von Produkten mit VoD-Zugang, darunter neben internetfähigen Blu-ray-Playern, Digital-TV-Receivern, Spielkonsolen und HD-Video-Playern auch spezielle Smart-TV-Nachrüstboxen.

Dennoch sollte man nicht einfach zu irgendeinem Gerät mit VoD-Funktion greifen. Tatsächlich tummeln sich mittlerweile eine ganze Reihe von Online-Videotheken auf dem deutschen Markt, die sich bisweilen schon bezüglich der Titelauswahl stark unterscheiden. Denn anders als klassische Videotheken, die in der Regel Zugriff auf alle verfügbaren Leihfilme haben, müssen die Dienste Verträge mit den einzelnen Inhaltelieferanten abschließen – ein sehr zeitaufwendiger Prozess.

Vorauswahl

Wir haben uns übrigens nur echte VoD-Angebote angeschaut, weshalb sogenannte „Near Video on Demand“-Angebote wie „Sky Select“ außen vor blieben, bei denen die Filme in einer Schleife laufen und sich der Zuschauer zu bestimmten Zeiten einklinken muss, um den ganzen Film zu sehen. Ebenso ließen wir Dienste von DSL- oder Kabelnetz-Providern außen vor, die direkt auf dem Fernseher (also nicht etwa durch Verbindung des Rechners mit dem TV-Gerät) lediglich deren Kunden zur Verfügung stehen – schon, weil wohl kaum jemand seinen Internetzugang nur wegen des VoD-Angebots wechseln dürfte. Aus dieser Gruppe wollte die Telekom aber eigentlich vor zwei Jahren mit ihrem Angebot „Videoload“ den Sprung auf den Fernseher wagen; eine Ankündigung von Philips, wonach deren Cinema-21:9-TV-Reihe mit einer passenden Funktion ausgestattet würde, blieb jedoch bis heute ohne Folgen.

Ebenfalls eingeschlafen ist der auf TechniSats ISIO S1 abrufbare Dienst Cloud7Movies, der auf seiner Website als Neuheit noch „The Dark Knight“ aus 2008 aufführt. VideoWeb hat seinen eigenen VoD-Dienst „HD Kino“ eingestellt, als er Maxdome für seine Smart-TV-Nachrüstbox VideoWeb TV gewinnen konnte. Der Disc-Versender Videobuster informiert Interessenten auf seiner Website schließlich darüber, dass man „derzeit die Weichen stelle für ein noch besseres VoD-Angebot“ – das alte VoD-Angebot ist derweil nicht mehr verfügbar.

Am Ende kamen wir so auf insgesamt sieben Dienste, die wir genauer unter die Lupe nahmen – darunter auch alte Bekannte wie Apples iTunes, Maxdome oder Videociety, bei denen sich aber seit unserem Beitrag in [1] einiges getan hat. Die wichtigsten Eckdaten fassen wir in der Tabelle auf Seite 116 zusammen, auf Besonderheiten gehen wir nachfolgend näher ein. Wir haben dabei nicht zwischen den verschiedenen HD-Auflösungen mit 1280 × 720 Bildpunkten (720p) und mit 1920 × 1080 Pixeln (1080p) unterschieden. Das Bild der HD-Versionen war im Vergleich zu den SD-Varianten durchweg sichtbar detailreicher und knackiger. Blu-ray-Qualität sollte man hier aber trotzdem nie erwarten – statt der dort üblichen 25 MBit/s muss man sich bei Kino aus dem Netz in der Regelmit 2,5 bis 8 MBit/s begnügen.

Sortiment

Um uns einen Eindruck über die Aktualität der einzelnen Dienste zu verschaffen, haben wir die zu Redaktionsschluss aktuellen Videotheken-Charts mit der Titelauswahl der VoD-Anbieter abgeglichen (siehe Tabelle auf Seite 116). Die Charts können nur eine Momentaufnahme sein, die zudem davon beeinflusst sind, welches Studio gerade besonders viele Titel platzieren kann. Einige Titel tauchen mit Verspätung aber noch bei einem anderen Anbieter auf. Dennoch taugen sie durchaus, um eine Tendenz auszumachen: Hatten in [1] die getesteten VoD-Dienste bestenfalls 6 der Top-20-Titel im Sortiment, kam iTunes am Apple TV in dieser Runde auf satte 17 Treffer.

Die Auswahl hat übrigens generell nichts mit dem Jugendschutz zu tun: Mehrere getestete Dienste haben auch Filme mit FSK-18-Freigabe im Sortiment. Bei der nach den Jugendschutzbestimmungen nötigen einmaligen Altersverifikation setzen die Anbieter dabei vor allem auf Verfahren, die die vom Kunden angegebenen persönlichen Daten mit den in Melderegistern oder bei Kreditkarten-Unternehmen hinterlegten Daten abgleichen. Auch mit „Schufa Ident“ wird nicht die Bonität des Kunden geprüft, sondern nur dessen Name, Anschrift und Geburtsdatum. Diese Verfahren haben gegenüber PostIdent den Vorteil, dass die Altersprüfung rasch elektronisch erledigt ist und der Kunde gleich an den Film kommt. Einige Anbieter bieten zudem, ähnlich der Regelung im Free-TV, ein nächtliches Zeitfenster ab 22 beziehungsweise 23 Uhr, in dem Kunden auch Filme mit FSK-16 oder -18 ohne weitere Altersprüfung frei abrufen können. Pornos ohne Jugendfreigabe fallen darunter allerdings nicht.

Die Unterschiede zur klassischen Videothek setzen sich bei älteren Filmen fort – nicht zuletzt, weil viele Titel aus den VoD-Angeboten nach einiger Zeit wieder verschwinden. Dies liegt an den unterschiedlichen Positionen innerhalb der Verwertungskette, die die beiden Vertriebswege nach Ansicht der Studios einnehmen. Ob und wann ein Film in ein VoD-Angebot zurückkehrt, lässt sich nicht generell sagen. Man kann also tatsächlich Filme verpassen. Und diese Auszeit ist auch der Grund, warum in vielen Online-Videotheken eine etwas skurrile Mischung aus neuen Titeln und altbekannten Katalogtiteln zu finden ist. Es kann sich durchaus lohnen, später noch einmal nachzusehen, wenn man seinen Wunschtitel gerade nicht findet.

Mit dem Siegeszug von Video on Demand im Wohnzimmer ist der PC, auf dem mal alles begann, als Abspielgerät ins Abseits geraten: Einige Dienste wie Videociety unterstützen diese Plattform überhaupt nicht, andere bieten darüber keine HD-Fassungen bestimmter Filme an – wohl aber am TV. Das ist ein klares Zeichen, dass Hollywood den Rechner trotz aller Sicherungen mittels DRM immer noch als unsichere Plattform einstuft. Dazu passt, dass iTunes penibel darauf achtet, dass eine mit HDCP (High-bandwidth Digital Content Protection) gesicherte Verbindung zwischen Rechner und Display besteht, wenn eine HD-Fassung abgespielt werden soll.

Sind VoD-Dienste am Computer nutzbar, so schließt dies gewöhnlich auch Macs ein. Da viele Anbieter DRM-Technik von Microsoft einsetzen, ist allerdings die Installation des Silverlight-Players aus Redmond meist zwingende Voraussetzung. Weiterhin sind Tablets auf dem Vormarsch, der große Durchbruch, nach dem alle Dienste über alle möglichen Mobil-Plattformen abrufbar sind, steht aber noch aus. Zum Redaktionsschluss startete Google in seinem deutschen Play Store gerade den Filmverleih, was für VoD bei Android-Geräten für einen Schub sorgen könnte. Der Dienst wird später auch über Sonys Google-TV-Nachrüstbox verfügbar sein, die auf der diesjährigen IFA präsentiert wird. Aktuell ist die Titelauswahl im Play Store allerdings noch vergleichsweise mager. Tatsächlich könnte Google Schwierigkeiten haben, Studios für seinen VoD-Dienst zu gewinnen. Immerhin hat sich das Unternehmen mit dem Konzept, deren Inhalte mit eigenem Content zu überblenden, nicht gerade beliebt gemacht hat.

Die Dienste scheinen den Ablösungsprozess vom Rechner noch nicht ganz vollzogen zu haben: Wer Apples Film-Download-Angebot nutzen will, muss zunächst einen iTunes-Account anlegen, bei den übrigen Diensten steht gewöhnlich eine einmalige Registrierung an einem Rechner – oder einem Smartphone beziehungsweise Tablet – mit Internetzugang an. Bei dieser Gelegenheit wird etwa bei Acetrax, beim Videodownloadshop des MediaMarkts, bei Video Unlimited und bei Viewster gleich das individuelle Wiedergabegerät mit dem Konto verknüpft.

Nicht weiter gehen wir darauf ein, dass man bei verschiedenen Diensten Filme auch kaufen kann (Download to own), was technisch betrachtet nichts anderes ist als eine Miete ist, bei der die Mietdauer nie endet. Die Preise sind hier bislang nicht selten horrend.

Acetrax

Der in der Schweiz beheimatete Anbieter war in Deutschland zunächst nur auf Fernsehern von Panasonic verfügbar und bot nur Filme in SD-Auflösung an. Mittlerweile findet er sich sich auf aktuellen Modellen von LG, Philips, Samsung und Toshiba. Wer eine Nachrüstlösung sucht, kann auf die Set-Top-Boxen Emtec MovieCube N500H, LG ST600 und den Media Player WD TV Live (in der aktuellen Version) zurückgreifen. Auch Filme in HD-Auflösung sind nun im Sortiment (obwohl die eigene FAQ anderer Meinung ist), allerdings auch bei neueren Titeln noch nicht Standard. FSK-18-Filme bekommt man merkwürdigerweise lediglich über die Fernseher von Panasonic, bei Modellen anderer Hersteller fehlt diese Kategorie.

Positiv fällt auf, dass sich der Dienst ohne eine umständliche Registrierung auf einer Website direkt benutzen lässt. Zudem erhielten wir bei den Versuchen mit einem WD TV Live und einem Smart-TV von Samsung gleich einen Gutschein, mit dem wir uns einen ersten Eindruck vom Dienst verschaffen konnten.

iTunes

Während die offizielle Ankündigung eines Apple-Fernsehers weiterhin auf sich warten lässt, bekommen Käufer des Apple TV in der 2012-Fassung bereits Videos mit bis zu 1920 × 1080 Bildpunkten (1080p). In den Einstellungen auf dem Apple TV kann man angeben, welche Auflösung man aus dem iTunes Store bevorzugt: SD, 720p oder 1080p – voreingestellt war bei unserem Testgerät 720p. Der Store ist übersichtlich aufgebaut, die Bedienung geht gut von der Hand; Wiedergabefunktionen wie Spulen oder Resume (Fortsetzung des Films an der Abbruchschnittstelle) funktionieren einwandfrei.

Allerdings ist das Angebot selbst beim Apple-Dienst hier und da verwirrend: Manchmal kann es cleverer sein, einen Film über iTunes am Rechner zu mieten, da sich der Streifen dann innerhalb der Mietzeit auch problemlos auf ein iOS-Gerät übertragen oder vom Rechner auf das AppleTV streamen lässt. Ein über das AppleTV gemietetes Video lässt sich hingegen nur auf dem Client selbst abspielen, kostet aber dasselbe. Bei der Filmauswahl ist iTunes sehr stark, TV-Serien erhält man allerdings lediglich am Rechner und nicht direkt am Apple TV. Zudem bietet Apple Episoden und komplette Staffeln (als sogenannten Season Pass) nicht zur Miete an, sondern lediglich zum Kauf.

Maxdome

Maxdome ist der unbestrittene Platzhirsch unter den deutschen Online-Videotheken: Das Angebot an Filmen, Shows und Serienepisoden hat mittlerweile die Marke von 45 000 Titeln überschritten – wobei dem Dienst die von seiner Muttergesellschaft ProSiebenSat.1 erworbenen Rechte an TV-Produktionen zugute kommen. Bei Spielfilmen liegt Maxdome jedoch deutlich hinter iTunes zurück. Vor allem aber gibt es praktisch keinen Unterhaltungselektronik-Hersteller mehr, der nicht ein passendes Abspielgerät für das Wohnzimmer anbietet. Lediglich das Angebot bei Philips befindet sich nach Maxdome-Angaben noch in einer Beta-Phase, weshalb dafür noch keine HD-Titel zur Verfügung stünden.

Zu beachten ist auf jeden Fall, dass zwar alle „Ready for Maxdome“-Geräte eine einheitlich gestaltete Bedienoberfläche haben, jedoch nicht zwangsläufig auch alle denselben Funktionsumfang bieten: So konnten wir etwa beim Panasonic nicht gezielt nach Genres filtern, was bei anderen Smart-TVs eine Selbstverständlichkeit ist. Bei der Nachrüstbox VideoWeb TV ließ sich wiederum nicht durch Videos spulen, man konnte nur Hüpfer in 5-Minuten-Schritten ausführen.

Eigentlich könnte Maxdome auch über den programmbegleitenden Online-Dienst HbbTV (Hybrid broadband broadcast TV) an praktisch jedem aktuellen Smart-TV und unzähligen Digital-TV-Receivern erreichbar sein, da ProSiebenSat1 zu dem Angebot verlinkt. Allerdings erscheint bei vielen Geräten lediglich ein Hinweis, dass dieses nicht für den VoD-Dienst freigeschaltet sei. Die Hintergründe hierfür blieben bei unseren Recherchen etwas im Dunkeln; wahrscheinlich ist aber, dass Maxdome von den Herstellern gesonderte Vereinbarungen verlangt.

Auch auf Windows-PCs und Macs ist Maxdome nutzbar. Bei letzteren geht der Dienst in Sachen Zwischenspeicher in die Vollen und reserviert sich für das reibungslose Playback von HD-Videos vom temporären Speicher des Browsers satte 9 GByte Festplattenspeicher. Zudem kann man hier, im Unterschied zum Windows-PC, keine Mietfilme auf den Rechner herunterladen, um sie später offline anzuschauen. Das passende Maxdome-Tool benötigt für seine Installation nämlich zwingend den Internet Explorer in der Version 7 oder höher, der für OS X gar nicht erhältlich ist.

Video Unlimited

Nachdem Sony durch einen großen Hack, bei dem Kreditkartendaten erbeutet wurden, in die Schlagzeilen geriet, nannte das Unternehmen seinen VoD-Dienst vom hippen „Qriocity“ (englisch ausgesprochen wie „Curiosity“ ins schlichte „Video Unlimited“ um. Die Rahmenbedingungen sind allerdings im Großen und Ganzen gleich geblieben, was auch einschließt, dass man weiterhin sein Wiedergabegerät über die Sony-Website mit dem Dienst verknüpfen muss. Zu den Clients zählen neben Smart-TVs auch Blu-ray-Player, Netzwerk-Player und Tablets des Unternehmens sowie die PlayStation 3, bei der die Registrierung auch direkt funktioniert. Zur IFA will Sony zudem seine bereits angesprochene Google-TV-Box mit Video-Unlimited-Client präsentieren.

Die Bedienung konnte uns nicht restlos überzeugen: So ließ sich nicht wie erwartet spulen. Vielmehr bewegt man lediglich den Slider im Blindflug voran, wohin das Video dann springt.

Bei den Top-20-Mietfilmen konnte sich Video Unlimited mit 11 Treffern noch vor Maxdome schieben, blieb aber hinter iTunes ebenfalls deutlich zurück. Vor allem fiel auf, dass einige Titel einen Euro mehr Miete kosteten als bei der Konkurrenz. Auf unserem Test-3D-Player fanden wir einen 3D-Film, der sich über HDMI 1.4 auch an einem passenden 3D-TV wiedergeben ließ. An Sonys 3D-TV war die Miete des Films jedoch nicht möglich.

Videociety

Das Hamburger Unternehmen verwandelt mit einer auf Blu-ray Disc ausgelieferten BD-Java-Software jeden aktuellen Blu-ray-Player mit Internetanschluss und BD-Live-Funktion (Profile 2.0) in einen Video-on-Demand-Client. Allerdings hat Videociety mittlerweile einen der größten Nachteile dieser Mischung aus Basis-Disc und gestreamtem Film beseitigt: Bei Druck auf die Stopp-Taste während der Filmwiedergabe kommt man nun zurück ins Ausgangsmenü des Dienstes und hält nicht mehr gleich das komplette VoD-System an. Die Bedienfunktionen beschränken sich aber weiterhin auf Start/Pause und Neustart sowie eine Kapitelwahl. Nicht dem Dienst vorzuwerfen, aber durchaus zu bedenken ist, dass die VoD-Software einen Teil des BD-Live-Speichers als Puffer nutzt. Ein Sony-Player, der mit diesem ab Werk nicht ausgestattet war, verweigerte daher so lange seinen Dienst, bis wir einen USB-Stick ansteckten.

Mittlerweile hat Videociety aber auch den Sprung auf Smart-TVs geschafft. Wir haben ein Philips-Modell mit passendem Client auf Seite 124 unter die Lupe genommen. Bei dem Gerät war auch Spulen möglich, wenn auch etwas holprig. Wie in einer Mitteilung auf der Website der TV-Herstellers Sharp nachzulesen ist, sollte Videociety auch schon lange auf dessen Aquos-Serie LE630/632 verfügbar sein. Tatsächlich wurde der nötige Vertrag aber bis heute nicht geschlossen, sodass keine Freischaltung für den Dienst erfolgte. Auf Panasonic-TVs soll es im September losgehen.

Videociety streamt ausschließlich Filme in HD-Auflösung, aktuell in 720p, laut Anbieter in Kürze auch in 1080p. Das Angebot schließt auch Dokumentationen und Musikproduktionen ein, Serien fanden wir jedoch nicht. Dafür konnte Videociety mit einer Auswahl an 3D-Titeln glänzen, die im Side-by-Side-Verfahren gespeichert sind. Weniger schön: Gemietete Filme ließen sich auf keinem anderen Gerät abrufen.

Videodownloadshop

Die Elektronikmarktkette MediaMarkt betreibt ihren VoD-Dienst mit dem deskriptivem, aber recht sperrigem Namen nun schon eine ganze Weile, war bislang aber nur am Rechner (Windows-PC und Mac) vertreten. Mit den „Volksbox“ genannten Inverto-Receivern DL 6640N und DL 6651N (vorgestellt in [2]) wurde nun aber auch der Sprung ins Wohnzimmer vollzogen. Dort kann man allerdings nicht alle Titel abrufen, die über die Website des Dienstes verfügbar sind. So fehlen etwa generell TV-Serien. HD-Titel sind durchaus vorhanden, allerdings kann man viele davon nur kaufen, aber nicht mieten. War ein Film auf dem Rechner und dem Inverto verfügbar, klappte der Wechsel des Wiedergabegerätes bei gemieteten Filmen problemlos.

Dass man den Receiver einmalig auf der Media-Markt-Website registrieren muss, um alle Funktionen nutzen zu können, wäre an sich zu verschmerzen. Wirklich nervig wurde es jedoch, als wir zum ersten Mal einen Film mieten wollten: Als Zahlungsoption bot der Dienst lediglich die Bezahlung mit der hauseigenen Prepaid-Karte an. Der Dienst „Click&Buy“, der verschiedene Zahlungsarten kennt, ist zwar generell nutzbar, muss jedoch erst eingerichtet und freigeschaltet werden. Und dies klappt ebenfalls nur im Web – und setzt unter anderem voraus, dass man zumindest zum Schein einen Film über den Webshop am Rechner mietet, da nur dabei die nötige Verknüpfung mit dem Click&Buy-Konto vorgenommen werden kann. Hier muss der Anbieter ebenso nachbessern wie bei der Suchfunktion am Inverto, die häufiger nicht nachvollziehbare Treffer produziert.

Viewster

Drei „Neuheiten“, von denen die jüngste aus dem Jahre 2010 stammt, eine einzige Serienepisode und „Mr. & Mrs. Smith“ mit „Brangelina“ als eine der wenigen „Perlen“ zwischen unzähligen B- und C-Movies – bei Viewster sorgt bereits der erste Blick für Ernüchterung. Nach eigenen Angaben bietet der Dienst auch Filme in HD an, tatsächlich fanden wir aber nur Streifen in Standardauflösung. Im PC-Angebot gab es angeblich zwei 3D-Titel, die tatsächlich aber nur in 2D vorlagen. Geradezu absurde Züge nimmt der Jugendschutz bei Viewster an: Das Sortiment ist voller FSK-16- und -18-Titel, eine Altersverifizierung gibt es aber nicht. In der Folge kann man sich diese Filme erst ab 22 beziehungsweise 23 Uhr anschauen.

Dabei ist der Dienst durchaus auf einer Reihe von Geräten vertreten, darunter außer auf Windows-PCs und Smart-TVs auch auf Technisats Sat- und Kabel-Receiver Digit ISIO und DigiCorder ISIO. Auf HPs TouchPad ist Viewster ebenfalls verfügbar, auf Geräten von Motorola aber entgegen anderslautender Aussagen nicht. Weiterhin sticht der Dienst mit dem Feature heraus, sich eine Reihe von Filmen auch ohne Bezahlung anschauen zu können – wenn man dafür Werbe-Clips über sich ergehen lässt. Auf unserem Windows-Testsystem wurde die Wiedergabe jedoch ab und an mit dem Hinweis verweigert, dass ein Plug-in von Hiro Media fehle, welches die Werbeeinblendungen regelt. Mit einer ähnlichen Fehlermeldung schmierte auch der Toshib-TV von Seite 124 ab; bei Samsung-Modellen klappte es hingegen problemlos. Bezahlt man für einen Titel, kann man diesen auf bis zu fünf beim Dienst registrierten Geräten anschauen – sofern es den Film auf der betreffenden Plattform gibt, was beim Wechsel von PC auf TV problematisch werden kann.

Fazit

Video on Demand kommt auch in Deutschland in Fahrt – nicht zuletzt dank der steigenden Verfügbarkeit auf Fernsehern und anderer Unterhaltungselektronik. Vor allem Maxdome ist mittlerweile auf Geräten fast jeden Herstellers zu finden. Dennoch sollte man sich vor einem Blindkauf hüten, da nicht zuletzt die Leistungsfähigkeit der verwendeten Hardware darüber entscheidet, wie viel Spaß die Bedienung macht. Als Neukunde fährt man nach unserer Erfahrung beim Neukauf eines Fernsehers am besten, wenn man das Pferd von zwei Seiten aufzäumt: Hat man bereits einen TV-Hersteller im Auge, lohnt sich ein Blick darauf, auf welchen Geräten welche Dienste verfügbar sind (wobei Ihnen auch die Informationen unter dem nachfolgenden Link helfen). Danach kann man in der Tabelle links nachschauen und im folgenden Text nachlesen, ob einem das jeweilige VoD-Angebot zusagt. Ist man bei der Wahl des Gerätes noch frei oder ist einem Video on Demand sehr wichtig, erfährt man umgekehrt in der VoD-Tabelle, welche Hersteller generell welchen Dienst unterstützen.

Und eine interessante Erkenntnis hat die Betrachtung der VoD-Dienste gebracht: Würde Apple heute einen eigenen Fernseher mit integriertem iTunes à la Apple TV bringen, würde das Gerät bezüglich des Mietfilmangebots auf einen Schlag deutlich vor der Konkurrenz liegen. Acetrax, Maxdome und Co. tun also gut daran, Verträge mit weiteren Studios möglichst zügig unter Dach und Fach zu bringen. (nij)

Literatur
  1. [1] Sven Hansen, Nico Jurran, Nur 48 Stunden, c’t 1/11, S. 80
  2. [2] Nico Jurran, Sat-Empfänger für die Massen, c’t 17/12, S. 59
Dreingabe VoD

Mit „Lovefilm“ und „Sky Go“ sind in Deutschland zwei weitere VoD-Dienste verfügbar, die aber nicht in das übliche Raster passen, da es sich um reine Zusatzangebote zu anderen Abonnements handelt – im Falle von Lovefilm für Kunden mit einem Ausleihpaket für mindestens 7,29 Euro monatlich, bei Sky Go für reguläre Kunden des Pay-TV-Anbieters. Nach Aussagen des Sender-Chefs Brian Sullivan gibt es zwar Überlegungen, Sky Go künftig auch gesondert anzubieten, konkrete Angaben zum Starttermin machte er aber bislang ebenso wenig wie zum Preis.

Lovefilms VoD lässt sich am Rechner nutzen sowie auf Unterhaltungselektronikgeräten von Sony einschließlich der Playstation 3. Sky Go läuft ebenfalls am Rechner und darüber hinaus an Microsofts Spielkonsole Xbox 360. Für beide Dienste stehen zudem kostenlose iPad-Apps zur Verfügung, sodass man sich beispielsweise Filme bei bestehender WLAN-Verbindung ins Hotelzimmer streamen lassen kann. Gemein haben beide diese Anwendungen jedoch, dass sich die Videos nicht mittels AirPlay-Funktion über das AppleTV auf den Fernseher schicken lassen; übertragen wird lediglich die Audiospur.

Brandneue Titel darf man weder bei Lovefilm noch bei Sky Go erwarten; der Pay-TV-Anbieter macht sein „Sky Select“-Angebot auf diesem Weg nicht verfügbar. Dennoch fanden sich bei beiden Angeboten eine Reihe durchaus ansprechender Filme. Lovefilm kann darüber hinaus mit interessanten Dokumentationen und Serien punkten, Sky Go mit Livestreams von Sportereignissen. Vor allem Abonnenten des Seriensenders Sky Atlantic HD dürfen sich über einen umfangreichen Katalog freuen, der komplette Staffeln zum Abruf bereithält.

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