High Five

Das iPhone 5 gegen die Android-Topmodelle

Test & Kaufberatung | Test

Doppelt so schnell, Daten-Turbo LTE, mehr Display und dazu dünn und leicht: Mit dem neuen iPhone will Apple kräftig vorgelegt haben. Wie schlägt es sich gegen die Konkurrenz?

Das erste iPhone war ein Paukenschlag, es krempelte den Markt komplett um. Kein Smartphone sieht mehr so aus wie früher, funktioniert wie früher. Die alten Innovationsführer wie Nokia und RIM kämpfen ums Überleben. Das iPhone war die Messlatte, an der sich jedes Smartphone messen musste. Doch fünf Jahre und fünf iPhone-Generationen später hat sich die Welt weitergedreht. Die größten Handys kommen von Samsung, die flachsten von Motorola, die ersten mit Vierkern-CPU von HTC. Apple gibt das Tempo nicht mehr vor, sondern muss inzwischen auch mal hinterherrennen. Beim iPhone 5 preist Apple-Chef Tim Cook einen großen Performance-Schub, ein größeres Display und den Mobilfunk-Turbo LTE an. Reicht das, um die in vielen technischen Aspekten führenden Geräte von Samsung, HTC und Co. einzuholen? Oder kann Apple sich wie bisher darauf verlassen, dass das Gesamtkunstwerk iPhone den Wettbewerb aussticht?

Video: Beispielvideo iPhone 5
Video: Beispielvideo HTC One XL
Video: Apple iPhone 5

Um diese Fragen zu beantworten, haben wir das iPhone 5 gründlich getestet und zwei Top-Konkurrenten aus dem Android-Lager herangezogen: das HTC One XL und das Samsung Galaxy S3, beide mit Android 4.0.4. Das Samsung Galaxy S3 und eine Variante des HTC ohne LTE (HTC One X) haben wir bereits getestet, weshalb wir hier nur auf den Vergleich zum iPhone eingehen [1, 2]. Vom Galaxy S3 wird es ab Oktober eine LTE-Version geben, die uns zum Test noch nicht vorlag.

Video: Beispielvideo iPhone 4S

Ein iPhone 4S darf in diesem Vergleich natürlich nicht fehlen; wir haben es mit der zum Testzeitpunkt aktuellen iOS-Version 5.1.1 noch einmal komplett durchgetestet. Die Unterschiede von iOS und Android finden Sie im Kasten auf Seite 73 beschrieben, und auf Seite 71 geben wir einen kurzen Ausblick auf den Dritten im Bunde, Microsofts Windows Phone 8.

Displays

Die auffallendste Neuerung des iPhone 5 ist das größere Display: 4 Zoll hat es nun in der Diagonale statt 3,5 Zoll wie alle bisherigen iPhones. Es ist bei unveränderter Breite von 640 Pixeln (5 cm) um 176 Bildschirmzeilen in der Höhe auf 1136 Pixel (8,9 cm) gewachsen, das Seitenverhältnis hat sich von 3:2 auf 16:9 verändert. Das bringt mehr Platz für Inhalte, so kommt auf dem Startbildschirm eine Reihe Icons hinzu. Filme nutzen nun die Displayfläche besser aus, die in 16:9 zeigen anders als beim iPhone 4S keine schwarzen Ränder mehr.

Für den iPhone-Nutzer sind 4 Zoll ein großer Schritt, in der Android-Welt gilt das inzwischen als klein. So haben das HTC One XL 4,7 Zoll, das Samsung Galaxy S3 sogar 4,8 Zoll Diagonale bei ebenfalls 16:9. Weil die beiden Android-Smartphones mehr Punkte als die iPhones abbilden (720 × 1280), ist die Pixeldichte mit über 300 dpi bei allen vier Geräten etwa gleich. Inhalte sehen knackscharf aus.

Alle vier sind Spitzendisplays: Die Farben ändern sich auch bei seitlicher Betrachtung nicht, dabei nimmt der hohe Kontrast bei den iPhones etwas ab, was im Alltag nicht stört. Den mit Abstand höchsten Kontrast hat das AMOLED-Display des Galaxy S3, das als Einziges ein richtig sattes Schwarz zeigt. Auch beim Farbraum hat das S3 die Nase vorn, Fotos und Filme sehen einfach klasse aus, für manchen vielleicht sogar schon zu kräftig. Brillante Farben gibt es auch beim iPhone 5 und One XL, die in etwa den sRGB-Farbraum abbilden. Der ist bei Desktop-Monitoren Standard, doch bei Smartphones, Tablets und Notebooks findet man ihn seltener. So wirkt das iPhone 4S blass gegen die drei.

Im Außeneinsatz bei Sonneneinstrahlung blieb das iPhone 4S einen Hauch besser als das iPhone 5 ablesbar, geschlagen nur vom One XL. Weil diese drei auf rund 400 bis 500 cd/m2 Helligkeit eingestellt werden können, kommt man deutlich besser zurecht als mit dem Galaxy S3 (maximal 230 cd/m2). Das S3 lässt man bei schönem Wetter lieber in der Tasche.

Äußere Werte

Apple hat die behutsame Vergrößerung des Displays ohne Einbußen bei der Handlichkeit hinbekommen. Zwar sieht das einen Zentimeter längere Gerät auf den ersten Blick ungewohnt aus. Doch dank des dünneren Gehäuses und des niedrigeren Gewichts von 113 Gramm liegt es sogar besser in der Hand als die Vorgänger. Weil die Breite gleich geblieben ist, braucht man auch beim iPhone 5 keine zwei Hände und erreicht weiterhin jeden Punkt des Displays mit dem Daumen. Das geht bei den beiden Android-Smartphones nicht beziehungsweise nur mit mehr Handakrobatik und einem lockereren Griff, den man beim Laufen oder Radfahren lieber nicht riskiert.

Der Mix aus Glas und gebürstetem Alu mitsamt farblich abgehobenem mittlerem Rückteil sieht elegant und edel aus, sowohl beim weißen als auch schwarzen iPhone 5. Auch das HTC One XL mit seinem schön geschwungenen Polycarbonat-Unibody ist schick, daneben wirkt das S3 mit seinem Plastikgehäuse eher billig.

Statt der etwa zwei Zentimeter breiten 30-poligen Buchse hat das iPhone 5 einen kleineren, wieder proprietären Anschluss, den Apple Lightning nennt. Der hat bereits viel Unmut erregt, weil er nur über einen kostenpflichtigen Adapter (29 Euro) mit altem Zubehör kompatibel ist; in spezielle Ladeschalen etwa im Auto passt das iPhone 5 nicht mehr. Ob alle alten Lautsprecher und Docks funktionieren, konnten wir bislang nicht testen. Für 19 Euro gibt es einen Adapter auf MicroUSB, doch auch, was darüber geht, wissen wir noch nicht. Adapter mit HDMI-Ausgang sind noch nicht lieferbar.

Den Stecker selbst empfanden wir als Gewinn, weil er weniger fummelig ist und auch um 180 Grad gedreht angeschlossen werden darf. Die Kopfhörer-Buchse sitzt anders als beim iPhone 4S nun unten neben der Docking-Buchse.

Die beiden Android-Smartphones haben eine Micro-USB-Buchse, die mittels MHL-Adapter auch HDMI spricht (siehe auch Seite 136).

Performance

Keine Frage, alle vier Geräte bringen mit ihren Zwei- und Vierkern-Prozessoren genügend Leistung auch für komplexe Aufgaben mit. Sie reagieren rasant, es ruckelt selten. Doch auch wenn mancher Quad-Core den einen oder anderen Benchmark-Balken länger macht: So schnell wie das iPhone 5 hat sich in unserem Testlabor noch kein Smartphone angefühlt. Ein paar Beispiele: Einige Apps starten doppelt so schnell wie auf dem iPhone 4S. Das Wechseln eines Browser-Fensters dauert eine Sekunde, bei den Androids zwei. Das iPhone 5 bootet in 19, das iPhone 4S in 29 Sekunden.

Die hohe Performance resultiert aus mehreren Faktoren. Apples selbst entwickelter A6-Prozessor schlägt vor allem in Single-Thread-Berechnungen die Konkurrenz, also wenn nur ein Kern in Anspruch genommen wird. Zum Beispiel im Browser: Komplexe Seiten lädt das iPhone 5 rasend schnell, hier und da in zwei Dritteln der Zeit vom 4S. Bei Browser-Benchmarks nimmt es überall den Spitzenplatz ein, besonders die 926 ms beim auf einem Kern laufenden Sunspider sind für ein Mobilgerät Rekord. Lediglich beim CPU-Benchmark CoreMark, der die reine Rechenleistung aller Kerne testet, muss sich der A6 dem Quad-Core im S3 und dem Dual-Core im One XL geschlagen geben.

Deutlich überflügelt das iPhone 5 die Konkurrenz bei der Grafik: In den fordernden GLBenchmark-Tests zeigt es die höchste 3D-Leistung aller Smartphones. Es erreicht knapp 150 fps im Egypt-720p-Durchlauf, der Vorgänger nur die Hälfte. Das Samsung Galaxy S3 kommt auf fast 100 fps und das HTC One XL auf 55 fps. In den 720p-Offscreen-Tests – also bei gleicher Auflösung – liefert das iPhone 5 eine ähnliche Spieleleistung wie das iPad 3. In der Praxis muss der A6 auf dem iPhone 5 aber weniger als ein Viertel Bildpunkte darstellen, könnte also bei gleicher Bildrate noch hübschere Effekte zeigen. Doch es dürften nur wenige Spiele mit Bombast-Grafik ausschließlich für das iPhone 5 erscheinen, denn die Entwickler programmieren Spiele für eine möglichst große Zielgruppe – die Spiele müssen folglich auch auf den älteren iPhones in schicker Darstellung laufen.

Funkerei

Das iPhone 5 bietet LTE, genauso wie das HTC One XL. Einen großen Unterschied gibt es aber bei den Frequenzbändern: Während das One XL alle in Deutschland gebräuchlichen unterstützt (800, 1800, 2600 MHz), steht iPhone-Nutzern nur das Band bei 1800 MHz zur Verfügung. Das bedeutet zum einen, dass sich das iPhone in den Großstädten nur im Telekom-LTE-Netz betreiben lässt, denn Vodafone und O2 nutzen dort derzeit vorwiegend 800 MHz. Zum anderen kann das iPhone in ländlichen Gebieten kein LTE nutzen, denn die sind mit 800 MHz ausgebaut. Gerade hier wäre LTE nützlich, denn in diesen Gebieten gibt es an vielen Stellen auch kein UMTS .

Hannover wird im 1800-MHz-Band der Telekom versorgt, und hier erweist sich LTE auf jeden Fall als Turbo: Bei schwachem Empfang erreichten wir noch 20 MBit/s, bei gutem waren selbst im Zug oder Auto fast immer 30 bis 50 MBit/s drin – sowohl beim iPhone als auch beim One XL. Mehr bekommt man auch zu Hause per WLAN nicht ins Smartphone. Die theoretischen 100 MBit/s erreichten wir nicht, bei Spitzen von 66 MBit/s war Schluss. Die guten Werte rühren allerdings vor allem daher, dass die Anzahl der LTE-Nutzer in Städten derzeit noch überschaubar ist. Zukünftig dürften die Transferraten zu den Stoßzeiten sinken. In den meisten Telekom-Verträgen ist die LTE-Nutzung enthalten, aber nur bis zur gebuchten UMTS-Geschwindigkeit. Für 10 Euro mehr gibt es LTE ohne Grenzen und das doppelte Datenvolumen.

LTE kann man deaktivieren, beim iPhone landet man dann im UMTS-Netz; ein nochmaliges Herunterschalten zurück auf GSM/EDGE wie beim iPhone 4S ist nicht vorgesehen. Beim HTC One XL lässt sich flexibler UMTS oder GSM/EDGE erzwingen. Für beide Telefone gilt: Ist man während eines ein- oder ausgehenden Anrufs im LTE-Netz eingebucht, springen sie auf UMTS oder GSM – selbst wenn man den Anruf nicht annimmt –, denn Telefonieren über LTE geht (noch) nicht. Die Internetverbindung wird dadurch langsamer, aber weil die Provider die gleiche IP vergeben, werden beispielsweise Downloads fortgeführt. Nach dem Telefonat wechseln die Smartphones automatisch wieder ins LTE-Netz.

Das iPhone 5 nutzt als erstes Telefon eine Nano-SIM (1,2 cm × 0,8 cm). Vom eigenhändigen Zurechtschneiden größerer Karten raten die Provider aber ab, auch weil Nano-SIMs dünner sind als Micro-SIMs.

Laufzeit und Schnittstellen

Hohe Performance, mehr Bildpunkte, schnellerer Mobilfunk, das geht auf die Laufzeit. Doch das iPhone 5 erreicht immer noch sehr gute Werte: Beim Videoschauen und WLAN-Surfen hielt es 10,2 Stunden, beim Spielen von Reckless Racing 2 war nach 4,1 Stunden Schluss. Das iPhone 4S lief länger, beim Video beispielsweise um zwei Stunden. Auch im Alltag machte sich die kürzere Laufzeit bemerkbar, bei den meisten Aktionen war der Akku des iPhone 5 um bis zu 20 Prozent schneller leer als der des 4S. Besonders fiel uns der Stromhunger beim Navigieren auf, wo das iPhone 5 hochgerechnet nur auf drei Stunden kommt. Ob es im UMTS- oder LTE-Netz eingebucht war, spielte dabei keine Rolle.

Das Galaxy S3 und das One XL halten nicht so lange durch (bis zu 15 Prozent kürzer). Beim Galaxy S3 ist die kürzere Laufzeit auch der AMOLED-Technik geschuldet, die vor allem bei hellen Bildschirminhalten wie üblicherweise im Browser viel Strom schluckt – daher das niedrige WLAN-Ergebnis (siehe Tabelle). Bei invertiertem Display (also schwarze Webseite mit weißer Schrift) liegt seine WLAN-Laufzeit bei über 13 Stunden.

Bei den intensiven Akkumessungen fiel uns auf, dass die Rückseite des iPhone 5 spürbar wärmer wird als die des Vorgängers. Mit bis zu 37 Grad beim Spielen an einem kühlen Sommertag waren wir zwar noch weit von problematischen Temperaturen entfernt, doch fühlte sich das warme Alu unangenehmer an als das Glas des 4S. Während das S3 kühler blieb, wurde das One XL im Test sogar noch ein Grad wärmer.

Foto und Video

Die 8-Megapixel-Kamera (3264 × 2448 Pixel) hat Apple im Vergleich zum iPhones 4S überarbeitet. Sie löst nun schneller aus (0,3 statt 0,6 Sekunden beim iPhone 4S) – noch schneller im Test war nur das Galaxy S3 mit 0,2 Sekunden. Zudem rauscht die iPhone-5-Kamera weniger, hat eine geringere Verzeichnung und eine bessere Farbwiedergabe. In der Praxis wirken die kräftigen Farben immer noch übertrieben knallig, dies gilt aber auch für die Bilder des One XL. Das S3 zeichnet Bonbonfarben etwas blasser, die Bilder wirken dadurch natürlicher.

Große Unterschiede konnten wir bei Fotos in dunkler Umgebung ausmachen – beim Rauschen und bei der automatischen Belichtung. Bei einer Helligkeit von 5 Lux, also bei Einbruch der Nacht, zeigte das Galaxy S3 fast nur noch dunkles Rauschen, das One XL ein recht dunkles, aber in Details durchaus noch stimmiges Bild. Das iPhone 5 lieferte die hellsten Bilder, allerdings mit starkem Rauschen. Diese Aufnahmen wurden alle im Automatikmodus geknipst. One XL und Galaxy S3 bieten verschiedene Einstellungen, die bei solchen Situationen helfen können – beim iPhone hingegen kann man ohne eine Zusatz-App kaum etwas einstellen.

Mit iOS 6 lernen beide iPhones das Aufnehmen von Panorama-Fotos. Dazu muss man das Smartphone hochkant halten und langsam horizontal schwenken. Apple hat hier gute Arbeit geleistet, man muss schon sehr genau hinsehen, um Fehler in den gestitchten Bildern zu finden. Das einzige andere Smartphone mit Panorama-App vom Hersteller ist das Galaxy S3, doch die Ergebnisse überzeugen lange nicht so sehr. Wer unter Android Panoramen erstellen möchte, greift besser auf Apps wie ProCapture zurück.

Videos mit der rückseitigen Kamera nimmt das iPhone 5 wie gehabt in Full HD auf, die Auflösung der Frontkamera liegt nun bei 1280 × 720. Der neue Bildstabilisator bringt Ruhe in Freihandaufnahmen. Das Fotolicht lässt sich auch automatisch hinzuschalten, andere Einstellungen gibt es nicht. Das heftige Farbrauschen bei Innenaufnahmen und die Fokusprobleme des iPhone 4S hat Apple beim neuen iPhone nicht abgestellt. Das Galaxy S3 fokussiert etwas zuverlässiger, erzeugt aber völlig überstrahlte Videos. Die schärfsten Videos mit dem geringsten Farbrauschen dreht das One XL. Beispielvideos sowie Fotos finden Sie über den c’t-Link am Ende des Artikels.

Sonstiges

Die neuen Kopfhörer des iPhone 5, nicht etwa iHear, sondern Earpods genannt, haben eine besser an das Ohr angepasste Form und bringen mehr Höhen und Bässe als die des iPhone 4S. Der Klang ist weiterhin recht neutral. Im Gegensatz dazu klingen die Hörer des One XL hallig und verzerren bei hohen Lautstärken. Die In-Ear-Kopfhörer des Galaxy S3 bringen einen leicht hohlen Klang, zudem übertragen sie jede Kabelbewegung an die Ohren. Beim Abspielen auf einem hochwertigen Bluetooth-Kopfhörer konnten wir keine Unterschiede zwischen den Geräten ausmachen.

In den übrigen Details haben alle Testkandidaten eine Top-Ausstattung. Der GPS-Empfänger funktionierte bei allen tadellos, im Nu war im Test die Position gefunden. Sie funken im 11n-150-WLAN, alle außer dem iPhone 4S im 2,4- und 5-GHz-Band. Bluetooth 4.0 ist an Bord, der vor allem für Pulssensoren und andere Sportgeräte interessante Low-Energy-Stack fehlt nur beim One XL. Das Galaxy S3 beherrscht (mit der aktuellen Firmware) als Einziges der Vier das SIM Access Protocol, was Autofahrer mit integriertem Telefonmodul freut. HTC und Samsung verbauen NFC-Chips. Bisher gibt es zumindest in Deutschland kaum Dienste dafür, immerhin klappen damit ein paar Dinge aber auch jetzt schon: Mit billigen NFC-Tags und passender Android-App startet etwa die Kfz-Navigation, wenn man das Telefon in die Autohalterung steckt.

Beim Telefonieren fiel uns beim iPhone 5 eine leichte Erhöhung der Lautstärke und eine etwas klarere Audiowiedergabe gegenüber dem 4S auf, wodurch der Gesprächspartner noch etwas besser verständlich rüberkommt. Das gilt auch für die Freisprecheinrichtung, die beim One XL bei hohen Lautstärken zur Verzerrung neigte. Beim Galaxy S3 fiel lediglich ein leichtes, aber nicht störendes Grundrauschen auf.

4-Zoll-iOS

Weil es bisher nur eine Displaygröße in der iPhone-Welt gab, haben sich Apples Betriebssystem und das App-Ökosystem auf das Seitenverhältnis 3:2 eingespielt. Entwickler müssen deshalb für das iPhone 5 etwas umdisponieren. Die Standard-Apps sowie die Kauf-Apps von Apple wie Pages oder Numbers sind angepasst. Alle übrigen Apps müssen von deren Entwicklern für 16:9 optimiert werden, sodass sie je nach Displaygröße unterschiedliche Ansichten anzeigen. Das soll ziemlich leicht zu realisieren sein, deshalb dürften viele in den nächsten Wochen ein entsprechendes Update erhalten. Nicht angepasste Apps werden in 3:2 angezeigt und bekommen einen schwarzen Rand verpasst.

Bei Android-Smartphones gibt es dieses Problem nicht, denn die Entwickler lernten von Anfang an, mit unterschiedlichsten Displaygrößen umzugehen. Deshalb laufen Facebook, Twitter, Angry Birds und Co. auch auf den Riesenphones von HTC und Samsung auf Anhieb ohne Anpassung und ohne schwarzen Rand – wenn auch einige Entwickler den Extra-Platz verschenken.

In den Apple-Apps gestaltet sich die Ausnutzung der größeren Fläche einfallslos: Im Kalender passen im Querformat beispielsweise fünf statt drei Tage, in iPhoto mehr Bilder und Alben auf eine Seite. Nur an wenigen Stellen hat Apple den Platz für zusätzliche Funktionen eingesetzt: Die Wetter-App beispielsweise zeigt nun die stündliche Vorhersage als horizontale Leiste eingeblendet, statt sie erst nach Klick vertikal auszufahren. Vielleicht schaffen es ja die Dritthersteller, einen smarteren Einsatz für den Platz zu finden: Beispielsweise ein schickes Reitersystem mit scrollbaren Menüs und gestaffelten Ansichten, wie es die iPad-Apps für Twitter oder Facebook vorgelegt haben.

iOS vs. Android

Mit dem iPhone 5 feiert auch iOS 6 Premiere. Apple hat die Oberfläche optisch etwas poliert und an vielen Details geschraubt [3]. Darüber dürfen sich auch Besitzer älterer Geräte freuen, alle Funktionen bekommt jedoch nur das iPhone 4S. Die Tastatur beispielsweise zeigt optional Umlaute. Im Hochkantformat werden die Tasten dadurch arg eng, in der Queransicht ist es aber ein Vorteil. In der E-Mail-App lassen sich „VIPs“ definieren, deren Mails in einen Extra-Ordner sortiert werden. Ähnlich wie Twitter ist Facebook integriert: Dann werden beispielsweise Kontakte und Termine in den System-Apps hinterlegt und man kann aus der Mitteilungsleiste und aus vielen Apps heraus Texte, Mitteilungen und Fotos auf den beiden Netzwerken posten.

Das meiste davon geht bei Android längst. Die nachträgliche Integration von neuen Diensten ist bei Android sowieso vorgesehen, sodass außer Twitter und Facebook auch Google+, Xing und andere eingebunden sind, einige sogar tiefer als bei iOS. Das Teilen geht weit über die Möglichkeiten von iOS hinaus, fast jede Information lässt sich an jede App schicken. Die Standard-Apps lassen sich darüber hinaus durch Alternativen ersetzen, beispielsweise die virtuelle Tastatur, der Mailer oder der Browser. All das kann der Anwender nachträglich installieren, einiges liefern die Hersteller aber auch direkt mit. Das One XL integriert Facebook-Kontakte nicht nur im Adressbuch, sondern auch in der Foto-Galerie. Neuigkeiten aus Twitter, Facebook, Flickr und anderen Netzwerken tauchen direkt auf dem Startbildschirm auf. Die Android-Smartphones bieten auch mehr Einstelloptionen als iOS.

Was iOS in der neuen Version allerdings besser löst als Android, ist die Zugriffserlaubnis für Dritthersteller-Apps auf die persönlichen Daten. Muss man bei Android zur Installation einer App ihr gesamtes Zugriffsprofil absegnen, so kann man bei iOS unter „Datenschutz“ jederzeit überprüfen, welche Apps was dürfen und ihnen einzelne Erlaubnisse wieder entziehen, zum Beispiel für Kontakte, den Kalender oder den Twitter-Account.

Neue Karten

Video: Ein erster Blick auf iOS6

Apple hat Googles Kartendienst aus dem iOS-Grundpaket geworfen und setzt nun eine eigene Karten-App ein. Sie zeigt nicht nur die Umgebung, sondern navigiert auf kalkulierten Routen, genauso wie Google Maps das auf Android-Smartphones schon länger kann. Karten und Zusatzinfos aggregiert Apple aus verschiedenen Quellen, unter anderem von TomTom.

Optisch ist die neue App ein Gewinn: Die vektorbasierten Karten sehen zwar ein bisschen schlicht aus und sind auf das Wesentliche reduziert, wirken dadurch aber übersichtlicher. In wenigen Städten blendet die App auch 3D-Gebäude mit Texturen ein, das ist ein echter Hingucker.

Im Kfz-Modus führt die angenehme Siri-Stimme mit informativen Hinweisen, die einen Blick auf die Karte nur selten nötig machen. Die Android-Stimme von Maps Navigation klingt dagegen unnatürlich und befehlend, tut ihren Dienst aber ebenfalls gut. Verfährt man sich, haben beide Navis in Sekundenschnelle eine neue Route berechnet. Beide brauchen zur Routenberechnung eine Mobilfunkverbindung. Es gibt auch einen Fußgängermodus, aber keinen für öffentliche Verkehrsmittel wie bei Google Maps.

Allzu viel Navi-Schnickschnack darf man nicht erwarten: Geschwindigkeitsbegrenzungen werden ebenso wenig eingeblendet wie Fahrspurhilfen, da greift man lieber zu den kostenpflichtigen Navi-Apps von TomTom oder Navigon. Aber immerhin bekommt die iOS-App brauchbare Verkehrsinfos und scheint auch tageszeitbedingte Verkehrsschwankungen zu berücksichtigen. Googles Navigationslösung blendet immerhin ein, ob eine Straße frei ist (grün) oder verstopft (rot).

Siri auf Fahrt

Apples Sprachassistent Siri hat mächtig dazugelernt. So kann man darüber nun in der Umgebung nach Ärzten, Geschäften, Firmen und Ähnlichem suchen, sich Restaurants empfehlen lassen und beliebige Apps starten. Siri antwortet zielsicher darauf, wie hoch Hannover 96 am Wochenende gewonnen hat, wer der Torschützenkönig der Bundesliga ist und in welchen Filmen Robert Redford mitgespielt hat. Auch schickt die Software Statusmeldungen an Facebook oder Twitter. Weiterhin hat Siri aber mit dem Mix aus deutscher Frage und englischen Namen Problemen, wodurch das Abspielen einer eher englischsprachigen Musiksammlung regelmäßig zu völlig falschen Ergebnissen führt. Sehr gut funktioniert dagegen das Zusammenspiel mit der neuen Maps-App, über die man per Spracheingabe genauso Kontakte wie bestimmte Adressen ansteuern kann. Unterm Strich ist Siri dadurch hilfreicher und kann nun deutlich mehr als bloß den Wecker stellen oder Erinnerungen setzen. Trotzdem muss man weiterhin schon ziemlich genau wissen, was man die Software fragen kann und was nicht.

Dieser Sprachsteuerung haben das Galaxy S3 und das One XL nichts entgegenzusetzen. Die in Android 4.0 integrierte Sprachsuche kann allenfalls ein kleines Set an Befehlen ausführen. Samsung versucht es auf dem Galaxy S3 mit einer persönlichen Sprachassistenz namens S Voice, die sich verdächtig ähnlich wie Siri benimmt, doch brauchen Anfragen fürs Bearbeiten mit mehreren Sekunden zu lange und an vielen Stellen, wo Siri etwas findet, versagt die Samsung-Sprachhilfe.

Zu guter Letzt hat Apple den Ticketsammler Passbook vorinstalliert. Er soll Eintrittskarten, Coupons, aber auch Flugtickets und Bordkarten in einer App speichern. Tickets landen per E-Mail oder Browser-Download in der App; den darauf enthaltenen QR-Code kann man dann vor Ort einscannen lassen. Zum Testzeitpunkt fanden wir noch keine kompatiblen Dienste, weshalb wir die Software nicht ausprobieren konnten.

Fazit

Apple hat die schon beim Vorgänger ausgereiften Smartphone-Grundtugenden behutsam optimiert, ohne dabei zu viele Kompromisse einzugehen: ein leichtes und weiterhin handliches Gerät bei größerem Display und eine immer noch gute Laufzeit bei doppelter Performance. Anders als in den Jahren zuvor gibt es keine überraschende Neuerung, die bei besonders Ausprobierfreudigen den Kaufreflex auslösen könnte. Für Nutzer vom iPhone 4 oder noch älteren Geräten lohnt sich das Upgrade vor allem, um per Performanceschub von den iOS-Verbesserungen und neuen Apps profitieren zu können.

Wer ein iPhone 4S besitzt, kann guten Gewissens mit dem Upgrade warten, denn es ist und bleibt ein leistungsfähiges Smartphone. Im direkten Vergleich zur Android-Konkurrenz zeigt sich: Das iPhone 5 bringt derzeit die beste Grundausstattung mit. Wirklich neue Funktionen, die den Einsatz des Smartphones auf weitere Bereiche ausdehnen, findet man derzeit aber eher bei Samsung, HTC und Co: die Funktechnik NFC, Stiftbedienung, extrem große Displays oder neue Ideen für die Oberflächensteuerung zum Beispiel. Ein nicht zu verachtendes Argument für die Apple-Konkurrenz ist auch der Preis: Die 16-GByte-Variante des Galaxy S3 kostet mit 500 Euro knapp 200 Euro weniger als das iPhone 5 mit 16 GByte, und dank MicroSDXC kann man das S3 für etwa 50 Euro mehr auf 80 GByte und damit mehr Speicher als die 900-Euro-Variante des iPhone ausrüsten.

Bei den Betriebssystemen punktet iOS immer noch mit dem bequemsten Rundum-Sorglos-Paket mit ausgereiftem Ökosystem, zuverlässigen Updates und Backups. Android hat beim Funktionsumfang und den Anpassungsmöglichkeiten die Nase vorn, ansonsten ähneln sich die beiden Systeme immer mehr. Wirklich grundlegende Änderungen bei der Oberfläche hat Apple auch bei iOS 6 nicht ausprobiert. Die meisten iPhone-Nutzer werden damit zufrieden sein. (acb)

Literatur
  1. [1] Lutz Labs, Alexander Spier, Schneller streicheln, Das Android-Smartphone Samsung Galaxy S3 im Test, c’t 13/12, S. 56
  2. [2] Hannes A. Czerulla, Heißer Begleiter, Android-Smartphone mit Vierkern-Prozessor, c’t 11/12, S. 68
  3. [3] Leonhard Becker, Die Verständnisvolle, iOS 6: Siri verbessert, neue Karten, weniger Google, c’t 20/12, S. 116
Chip-Rätsel

Weil Apple zu den selbst entwickelten Prozessoren seiner Smartphones und Tablets kaum Details verrät, entbrennen bei jeder Neuvorstellung hitzige Spekulationen über deren Innenleben. Viele Informationen kommen jeweils von professionellen „Teardown“-Dienstleistern wie Chipworks. Sie schleifen die auch als Systems-on-Chip (SoCs) bezeichneten Prozessoren ab und untersuchen sie mit Rasterelektronen- und Lichtmikroskopen.

Daher weiß man, dass Apple das A5-SoC des iPhone 4S von Samsung mit 45-Nanometer-Strukturen fertigen lässt und dass es zwei Cortex-A9-Kerne mit der Mikroarchitektur ARMv7 enthält. Der Chip belegt 122 mm2 Siliziumfläche. In der zweiten Version des iPad 2 (von der die Öffentlichkeit kaum Notiz genommen hat) und im Apple TV steckt eine 32-nm-Version des A5 mit 69 mm2 (rund 44 Prozent kleiner). Diese 32-nm-SoCs belegen nicht nur weniger Fläche, sondern erreichen höhere Taktfrequenzen bei gleichem Stromdurst oder arbeiten bei gleichem Takt sparsamer und kühler, weil die Hersteller wie Samsung oder TSMC Verbesserungen wie High-K-Isolierungen und Metal Gates eingeführt (HKMG) haben.

Der A6 im iPhone 5 ist laut Apple um 22 Prozent kleiner als der A5 des iPhone 4S. Das A6-Die misst folglich rund 95 mm2, deutlich mehr als der 32-nm-A5. Es passen also mehr Transistoren darauf – etwa eine stärkere GPU. Die für iOS verfügbaren Systeminfo-Apps behaupten 1,06 GHz, doch die 25 Prozent Zuwachs gegenüber den 800 MHz des iPhone 4S erklären nicht die beeindruckende Rechenleistung. Weiterhin sind zwei Kerne vorhanden, wie unsere Messungen mit dem CoreMark zeigen.

Der große Leistungssprung beim Browser-Benchmark Sunspider zeigt, dass Apple vor allem die Single-Thread-Performance steigern konnte. Sie liegt weit höher als bei einem Cortex-A9 gleicher Taktfrequenz und auch höher als bei dem von Qualcomm entwickelten Krait im Snapdragon S4 – doch die Qualcomm-SoCs erreichen 1,5 GHz und sind dann doch wieder schneller.

Denkbar wäre, dass der A6 eines der ersten SoCs mit Cortex-A15-Kernen ist. Sie sind ARMv7-kompatibel, in Xcode 4.5 finden sich Hinweise auf „ARMv7s“. Ein Cortex-A15 soll pro Taktzyklus etwa 40 Prozent mehr leisten als ein A9. Möglich ist aber auch, dass Apple eine eigene ARM-Variante entwickelt hat. Einige Benchmark-Ergebnisse legen zudem den Schluss nahe, dass Apple viel schnelleren Hauptspeicher verwendet – statt LPDDR2-800 etwa LPDDR2- oder LPDDR3-1066 –, der möglicherweise auch noch über doppelt so viele Datensignalleitungen angebunden ist. Das käme auch der GPU-Leistung zugute.

Diese hat sich zum ohnehin rasanten iPhone 4S verdoppelt, wie unsere Messungen bestätigen. Doch zur GPU hüllt sich Apple ebenfalls in Schweigen. Alles deutet darauf hin, dass Apple weiterhin die PowerVR SGX 543 von Imagination Technologies verwendet, von der eine Doppelkern-Variante mit 200 MHz (SGX 543MP2) im A5 steckt. Denkbar ist, dass sie im A6 mit doppelter Taktfrequenz läuft, was der neue Fertigungsprozess hergeben dürfte. Apple könnte aber auch die Vierkern-Version SGX 543MP4 verwenden, die im A5X des iPad 3 steckt.

Möglich ist auch eine Kombination aus höherer Frequenz und dem dreikernigen SGX 543MP3. Für letzteres spricht die per GLBenchmark ermittelte Texturfüllrate von 1778 Millionen Texeln pro Sekunde (iPhone 4S: 777 MTexel/s). Theoretisch schaffen die sechs Textureinheiten eines SGX 543MP3 bei 300 MHz 1800 MTexel/s. Auch bei der Dreiecksleistung hat das iPhone 5 deutlich zugelegt; sie ist wichtig, um in Spielen besonders fein strukturierte 3D-Objekte flüssig darzustellen. Der A6 verarbeitet gut 127 Millionen texturierte Dreiecke pro Sekunde, ein iPhone 4S noch nicht einmal die Hälfte (43 Mio.). Hier kommt aber auch die schnellere CPU zum Tragen. (ciw/mfi)

Ausblick: Windows Phone 8

Windows Phone hält bei der Bedienbarkeit locker mit iOS und Android mit, ja übertrumpft beide sogar: Die Kacheln auf dem Startbildschirm kombinieren die Übersichtlichkeit des iPhone-Icons mit der Flexibilität der Android-Widgets, denn sie zeigen in vorgegebenen Größen und Designs direkt Informationen an, beispielsweise das Wetter, den nächsten Termin oder die Zahl von ungelesenen Mails oder SMS. Bedienoberfläche und zumindest die Apps von Microsoft selbst sind grafisch extrem reduziert, was – überspitzt gesagt – wohltuend ist gegenüber Apples allzu großer Verspieltheit mit 80er-Lederapplikationen und Androids chaotischem Wildwuchs von schick über spröde bis zu dilettantisch. Verwirrend für viele Anwender ist, dass Texte und Überschriften oft abgeschnitten werden und dass den Apps eine ungewohnte horizontale Navigationsebene zur Verfügung steht. Eine Anbindung an Twitter und Facebook ist tief ins System integriert.

Wir haben Windows Phone dennoch aus diesem Vergleich herausgelassen, weil es mitten in einem Umbruch steht: Anfang November kommen Smartphones mit der Version Windows Phone 8 auf den Markt, aber die aktuell erhältlichen Geräte wie das HTC Titan, Nokia Lumia 900 oder Samsung Omnia M mit Phone 7.5 wird man nicht aktualisieren können. Auch von der Hardware her können sie mit den iPhones und der Android-Spitzengruppe nicht mithalten, sondern erst die für Windows Phone 8 angekündigten (siehe Seite 24).

Bei Windows Phone 8 hat Microsoft den Browser auf einen aktuellen Stand gebracht und beschleunigt. Nokia stellt seine Karten-App mit Offline-Funktion (aber ohne Navigation) auch den anderen Herstellern zur Verfügung. Anwender können ihre Adress- und Termindatenbank nun ohne Umweg über die Cloud direkt mit ihrem PC abgleichen. Die Kacheln lassen sich umfangreicher anpassen: Anwender wählen aus mehr Farben und Größen, auch Entwickler haben mehr Möglichkeiten.

Das bislang eingeschränkte Multitasking wird erweitert und erlaubt nun beispielsweise im Hintergrund laufende VoIP- und Messenger-Apps. Für den Geschäftseinsatz hat Microsoft eine Speicherverschlüsselung eingebaut, die zentrale Geräteverwaltung verbessert und eine unternehmensweite App-Verteilung und -Installation vorgesehen.

Bisher gibt es für Windows Phone deutlich weniger Apps als für iPhone und Android – wobei die für Windows Phone 7 und 7.5 geschriebenen Apps allesamt auch unter Phone 8 laufen. Die Situation bessert sich langsam, so sind die meisten wichtigen Apps wie Evernote, DB Navigator, Shazam oder IMDb – und auch Angry Birds – vertreten, andere wie Instagram wollen nachziehen. Vielleicht wächst das Angebot auch durch den Marktstart von Windows 8 und Windows RT, denn das Programmiermodell für deren Metro/Touch-Apps ähnelt dem für Windows Phone.

Das Angebot an Musik und Kauf- oder Miet-Filmen im Microsoft-Store kann mit dem von Apple nicht mithalten, beispielsweise fehlen Serien komplett und nur wenige Filme sind in HD verfügbar. Das Herunterladen von neuen Inhalten geht derzeit nur über den PC, ab Phone 8 soll das Handy dann auch selbst direkt an den Medien-Store kommen. Sobald wir die neuen Geräte in die Finger bekommen, werden wir überprüfen, ob Windows Phone weiterhin zu Kompromissen zwingt oder eine Alternative zu iOS und Android ist. (jow)

iOS und Android – die wichtigsten Unterschiede

Die Betriebssysteme sind einander ähnlicher geworden. Android läuft jetzt auch flüssig, sieht auch gut aus und bietet auch ein riesiges App-Angebot. iOS kann jetzt auch WLAN-Tethering, navigiert auch mit Sprachbefehlen und hat auch eine Nachrichtenzentrale. Kurz gesagt: Google hat die Android-Oberfläche poliert, Apple hat iOS um Dutzende Funktionen erweitert. Dabei haben sich beide gegenseitig inspiriert.

Einige Unterschiede gibt es aber noch. Android-Nutzer können Programme aus beliebigen Quellen installieren, iOS-Nutzer müssen sich mit denen begnügen, die Apple abgesegnet hat. Android-Nutzer können den Hardware-Hersteller wechseln und aus Hunderten von Geräten auswählen, iOS-Nutzer können bequem nur von einem iPhone auf das nächste umsteigen. Android-Geräte erhalten, das ist die Kehrseite der Vielfalt, selten Updates.

Auch die Bedienung unterscheidet sich in einigen Punkten. Apple hält an seinem statischen, übersichtlichen Homescreen fest, bei Android präsentieren dynamische Widgets Neuigkeiten. Mit iOS kann man Apps nur umsortieren, Android kann man komplett neu tapezieren. iOS lässt nur wenige Typen von Hintergrund-Apps zu, deshalb machen zum Beispiel Messenger wie WhatsApp unter Android mehr Spaß.

Die mitgelieferten Apps ähneln sich, die wenigen Unterschiede kann man als Geschmackssache bezeichnen. Auch der Abgleich von Mails, Kontakten und Terminen über das Internet läuft vergleichbar.

Ein Unterschied ist die Verbindung zum Rechner: Stöpselt man das Smartphone via USB an, gibt Android den Speicher preis. iOS zeigt dem PC nur den Foto-Ordner, alles andere muss man via iTunes synchronisieren, das unter Windows manchmal zickt. iTunes kann aber Komplett-Backups erstellen, auch über WLAN. Für Android gibt es keine vergleichbar gute Backup-Lösung. Außerdem synchronisiert iTunes Kontakte und Termine lokal, falls man diese nicht im Netz speichern will. Android-Nutzer greifen dafür zu (mäßigen) Hersteller-Tools oder der App MyPhone Explorer.

Und so geht es weiter: Apple und Google versuchen, Sprachsteuerung alltagstauglich zu machen. Dabei hat Apple mit Siri die Nase vorn. Google ist näher am Ziel, die Wünsche des Nutzers zu erfüllen, ohne dass dieser überhaupt etwas tippen, sagen oder auch nur denken muss: Google Now, eine Funktion von Android 4.1, analysiert Suchprotokolle und Bewegungsdaten, um im richtigen Augenblick die richtigen Informationen einzublenden, zum Beispiel Fahrpläne und Routen. Die Testkandidaten von HTC und Samsung warten aber noch auf ihre Android-4.1-Updates.

Gleichzeitig bauen Apple und Google ihre Ökosysteme aus und speichern immer mehr Nutzerdaten, von der App-Sammlung bis zum Zeitungsarchiv. Der Wechsel von einer Plattform zur anderen wird also immer umständlicher und die Frage „iOS oder Android?“ immer bedeutender. (cwo)

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Kapitel
  1. Displays
  2. Äußere Werte
  3. Performance
  4. Funkerei
  5. Laufzeit und Schnittstellen
  6. Foto und Video
  7. Sonstiges
  8. 4-Zoll-iOS
  9. iOS vs. Android
  10. Neue Karten
  11. Siri auf Fahrt
  12. Fazit
  13. Ausblick: Windows Phone 8
  14. iOS und Android – die wichtigsten Unterschiede
  15. Chip-Rätsel
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