HiFi fürs Telefon

Breitband-Codecs für bessere Sprachqualität beim Telefonieren

Wissen | Hintergrund

Über 100 Jahre lang hat sich im Telefonnetz nichts an der Sprachqualität getan, 3 Kilohertz müssen genügen. Seit einem Jahr bietet die Telekom als erster Netzbetreiber Wideband-Audio im Mobilfunk an. Gegenüber dem normalen Telefon ist der Tonumfang um mindestens eine Oktave erweitert. Der netzübergreifende Start in den Voice-over-IP- und Mobilfunknetzen steht bevor und viele Geräte sind bereits gerüstet.

Ein Fernsprech-Tischapparat ZB/SA 19 von 1919 lässt sich heute noch ohne Modifikation am Telefonnetz oder einem VoIP-Router anschließen und betreiben, denn die Anschlussparameter haben sich seit 100 Jahren nicht geändert. Lediglich ein moderner TAE-Stecker ist dazu vonnöten. Die Sprachqualität des ersten Selbstwähltelefons ist allerdings im Vergleich zu heutigen Geräten mager, die Kohlemikrofone und Hörerkapseln boten einen nur bescheidenen Klang mit geringer Lautstärke. Mit einer neuen Gerätegeneration erreichte die Tonqualität im Jahr 1948 das heutige Niveau – und blieb seither fast unverändert. Auch die Digitalisierung des Telefonnetzes Ende der 90er Jahre und die Einführung der digitalen Mobilfunknetze wenige Jahre später änderten nichts an der übertragenen Audio-Bandbreite von rund 3 kHz. Der 1972 geschaffene und später standardisierte Codec G.711, bis heute der gemeinsame Nenner in Festnetzen weltweit, orientierte sich am Erfahrungswert, den man seit über 100 Jahren als ausreichend für die Übertragung menschlicher Sprache erachtet. Auch die Mobilfunk-Codecs der ersten Generation boten nicht mehr Bandbreite.

Digitale Netze und moderne Telefone könnten erheblich mehr, als man sie derzeit lässt. Das Festnetz ist zwar noch durch die Hardware zwingend an G.711 gebunden, bei Voice over IP sieht die Sache indes ganz anders aus. Schon der recht simple Codec G.722 würde dem Tonumfang des übertragenen Signals eine ganze Oktave hinzufügen, noch modernere Codecs wie Opus könnten mit der gleichen Übertragungsrate den Tonumfang nochmals verdoppeln und die Übertragungsqualität weiter erhöhen. ...

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c't 24/2012, Seite 156 (ca. 2 redaktionelle Seiten)
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  1. Mobilfunk als Vorreiter
  2. Hi-End-Geräte
  3. Der Umstieg kommt

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