Kraftakt

Die Modernisierung der Bundeswehr-IT

Wissen | Reportage

Nahezu die gesamte „nicht militärische“ Informations- und Kommunikationsinfrastruktur der Bundeswehr ist im Rahmen des milliardenschweren IT-Projekts „Herkules“ erneuert worden. Um den Betrieb des Netzes kümmern sich jetzt im Wesentlichen Unternehmen aus der IT-Branche. Doch die Abgrenzung von „weißer“ (nicht militärisch) zu „grüner“ IT (militärisch) ist alles andere als einfach, wie ein Besuch der „Herkules“-Schaltzentralen zeigt.

Kriege sind ein Übel, das die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet und einen hohen Preis fordert: Mehr als 3 500 000 000 (3,5 Milliarden) Menschen kamen nach wissenschaftlichen Schätzungen bislang bei kriegerischen Auseinandersetzungen ums Leben – mindestens 25 Millionen Kriegstote werden allein seit Ende des 2. Weltkriegs gezählt. Deutschland beteiligt sich im Rahmen von Bündniseinsätzen inzwischen ebenfalls wieder an kriegerischen Handlungen. So unterstützt die Bundeswehr beispielsweise die „International Security Assistance Force“ (ISAF) in Afghanistan mit mehreren tausend Soldaten und geht im Rahmen der EU-Operation Atalanta mit Waffengewalt gegen Landstützpunkte somalischer Piraten vor, die den Schiffsverkehr vor der afrikanischen Küste gefährden.

Die Interessen Deutschlands müssten auch in „geografisch entfernten Regionen“ geschützt werden, heißt es dazu in den „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ (VPR) der Bundesrepublik, die zuletzt im Mai 2011 aktualisiert wurden. Die enge Einbindung Deutschlands in ein gemeinsames Europa und die NATO hat andererseits aber auch dazu geführt, dass eine territoriale Bedrohung der Bundesrepublik mit konventionellen militärischen Mitteln heute nicht als wahrscheinlich gilt. Parallel zur geopolitischen Neuausrichtung durchläuft die Bundeswehr seit der Wiedervereinigung daher zahlreiche grundlegende Veränderungsprozesse: Verkleinerung der Truppe auf künftig nur noch 170 000 Soldaten, Aussetzung der Wehrpflicht, Reform der Führungsorganisation. Zum BW-Umbau gehört auch die Modernisierung und Standardisierung eines großen Teils der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur der Streitkräfte durch industrielle Partner. ...

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c't 24/2012, Seite 88 (ca. 4 redaktionelle Seiten)
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  1. Zerklüftete Landschaften
  2. Moderne Kriegsführung
  3. Verteidigung in der Tiefe
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  • Das Glasfaser-WAN der Bundeswehr. Rote Linien stehen für das KPN-Netz, gelbe für die Interoute-Infrastruktur. Wichtige Liegenschaften sind über 2,5-GBit-Leitungen (schwarz) direkt an das WAN angebunden.

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