Trends & News | News

Zuwachs für Internet per TV-Kabel

Die Breitband-Kabelnetze jagen den DSL-Anbietern Marktanteile ab. Durch Verluste von 7 Prozent bei der Deutschen Telekom und einen Zuwachs von 1,3 Prozent bei ihren DSL-Konkurrenten liegen diese beiden Lager nun mit jeweils rund 15,5 Milliarden Euro Umsatz in diesem Jahr gleichauf. Für die Kabelanbieter ergibt sich der Prognose zufolge ein Sprung nach oben von 3,8 auf 4,4 Milliarden Euro. Drei Viertel des Wachstums im Breitbandmarkt finden derzeit bei den Kabelangeboten statt.

Das Geschäft mit den extrem schnellen Glasfaseranschlüssen wächst zwar rasch, spielt insgesamt gesehen aber noch eine geringe Rolle. 800 000 Haushalte, das ist ein Anteil von rund 2 Prozent, könnten technisch bereits heute angeschlossen werden. 43 Prozent der erschlossenen Haushalte nutzen ein solches Angebot bereits. Schon seit vielen Jahren rückläufig ist das Geschäft mit Resale-DSL-Anschlüssen, die die Telekom technisch für ihre Konkurrenten bereitstellt. Ihr Anteil sank in diesem Jahr von 7 auf 6,4 Prozent. (uma)

Neuregelung für Auskunft über IP-Adressen

Das Bundeskabinett hat sich auf einen Gesetzentwurf geeinigt, mit dem die Auskunft über Bestandsdaten, also Name und Anschrift, von Inhabern eines Telekommunikationsanschlusses vor allem mit Änderungen am Paragrafen 113 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) und mit dem Einfügen eines Paragrafen 100 j in die Strafprozessordnung (StPO) auf eine neue Basis stellen will. Das umfasst erstmals ausdrücklich auch dynamische IP-Adressen. Der Entwurf stellt klar, dass Provider die Netzkennungen automatisiert zuordnen dürfen und auf Anfrage die Daten des Anschlussbesitzers wie Name und Anschrift an Sicherheitsbehörden herausgeben müssen, wenn diesen nur die IP-Adresse bekannt ist.

Im c’t vorliegenden Entwurf wird betont, dass auch PIN-Codes und Passwörter, mit denen der Zugriff auf Endgeräte oder damit verknüpfte Speichereinrichtungen geschützt wird, herausgegeben werden müssen. Das könnte etwa Mailboxen oder in einem Cloudspeicher abgelegte Daten betreffen. Anbieter müssen die gewünschten Daten unverzüglich und vollständig übermitteln. Ihre Kunden und Dritte dürfen sie darüber nicht informieren. Hat ein Provider mehr als 100 000 Kunden, muss er für die Abfrage eine gesicherte elektronische Schnittstelle bereithalten. Auskunft ist zu erteilen, soweit dies für die Erforschung eines Sachverhalts oder die Ermittlung des Aufenthaltsorts eines Beschuldigten erforderlich ist.

Bei vielen betroffenen Providern stößt die Gesetzesinitiative auf Skepsis. Aus ihrer Sicht seien nur unzureichende grundrechtssichernde Regelungen enthalten. Ein Sprecher des BMI hingegen betonte, dass mit der Neufassung keine neuen Befugnisse für Strafverfolgungs- oder Sicherheitsbehörden geschaffen würden. Es würden nur die erforderlichen eigenständigen Kompetenzen zur Erhebung und Auswertung der Bestandsdaten bei den Diensteanbietern in die einschlägigen Gesetze eingefügt.

(Stefan Krempl/uma)

Provider kritisieren Anti-Terror-Projekt

Der Dachverband europäischer Internetprovider EuroISPA bescheinigt der Ideensammlung und dem aktuellen Entwurf für das Anti-Terror-Projekt CleanIT, dass er komplett in die falsche Richtung laufe. Die Bekämpfung terroristischer Inhalte durch die Provider sei derzeit bereits ausreichend, der Gesetzgeber habe deshalb keine rechtliche Grundlage einzugreifen, und auch für eine Selbstregulierung fehle ein Anlass.

Der Entwurf zeuge von einem nur oberflächlichen Verständnis des Internetsektors, rügt der Dachverband. Beispielsweise gebe es keine Unterscheidung zwischen Hosting- und Zugangsanbietern. Löschauflagen für Zugangsanbieter aber seien beispielsweise komplett sinnlos. Der Entwurf versuche, die Strafverfolgung zu privatisieren, die Provider in die Rolle von Hilfssheriffs zu drängen und ihnen hohe Haftungsrisiken aufzubürden. Die technischen Vorgaben zur Überwachung auch legaler Kommunikation bedrohten Bürgerrechte und letztlich auch das Image europäischer Internetfirmen. (uma)

Hervorhebung für eigene Facebook-Beiträge

Europäische Facebook-Nutzer können ihre eigenen Beiträge nun gegen Bezahlung hervorheben lassen. Dann werden diese in den Neuigkeiten der gewünschten Zielgruppe ganz oben angezeigt, als „gesponsert“ beschriftet und im Vergleich zu normalen Beiträgen prominenter dargestellt. Die Funktion ist für Statusmeldungen, Fotos, Angebote, Videos und Fragen verfügbar, sofern die Beiträge nicht älter als sechs Stunden sind und die Zahl der Freunde und Abonnenten 5000 nicht übersteigt. Die Option „Hervorheben“ erscheint unter eigenen Beiträgen, teilweise in einem eigenen Kasten. Nach einem Klick darauf sieht der Anwender die verschiedenen Zahlungsoptionen und den Preis. Dieser richtet sich laut Facebook nach verschiedenen Faktoren, etwa der Größe des Publikums, dem Ort oder der Zahlungsweise. Bei einem durchschnittlichen deutschen Account verlangt Facebook für eine solche Hervorhebung mehrere Euro. (uma)

Mit DNS-Sperren gegen Glücksspielseiten

Die EU-Kommission will mit einem Aktionsplan die Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten gegen Online-Glücksspiel verbessern. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will die Branche auch mit DNS-Sperren unter Kontrolle bringen. Das dürfte nicht nur die Glücksspielveranstalter auf die Barrikaden bringen, denn solche Sperren gelten nicht nur als ineffektiv, sondern können sogar das fragile Domain Name System gefährden, wie eine Expertengruppe der ICANN kürzlich festgestellt hat.

Knapp 90 Milliarden Euro setzt die Online-Glücksspielbranche Schätzungen zufolge EU-weit im Jahr um. Zwar bemüht sich die EU-Kommission schon seit Jahren darum, die Branche europaweit einheitlich zu regulieren, bislang aber ohne Erfolg, die Anforderungen an die Betreiber klaffen in den Mitgliedsländern weit auseinander. Ein Großteil der Betreiber hat als Firmensitz die britische Exklave Gibraltar gewählt. (uma)

c’t kompakt Programmieren im Handel

Das neue c’t kompakt Programmieren ist da. Ausgabe 3/2012 ist ab sofort im Handel erhältlich, kann aber auch als E-Paper im heise Shop geladen werden (heise-shop.de). Der Preis: 8,90 Euro beziehungsweise 6,99 Euro in der elektronischen Variante.

Schwerpunktthema des 164 Seiten starken Magazins ist die Programmierung von Mobile Apps – sowohl für die Betriebssysteme Android und iOS als auch für das gerade frisch auf den Markt gekommene Windows 8. Die dafür benötigten Entwicklerwerkzeuge gibts kostenlos auf der Heft-DVD. Sie ergänzt die Artikel mit insgesamt 4,6 Gigabyte Zusatzmaterial. Käufer des E-Papers können die Daten auch herunterladen. Highlights der DVD sind ein 494 Seiten starkes PDF über das JavaScript-Framework jQuery sowie ein rund 90-minütiges Video-Training, das zeigt, wie man moderne Webseiten mit jQuery UI gestaltet.

Das Heft spannt einen weiten thematischen Bogen: Kreativität, Spaß und der Blick über den Tellerrand stehen im Vordergrund. Dabei sind exotische Programmiersprachen wie D, Smalltalk oder Haskell ebenso ein Thema wie praxisorientierte Beiträge – beispielsweise zur Programmierung von Grafikkarten oder zum Aufpeppen von Webseiten. Behandelt werden etwa CSS3-Animationen, die Entwicklung eines Parallel-Uploaders, Chrome-Plug-ins mit C/C++ oder das verteilte Rechnen mit JavaScript. (keh)

Artikel kostenlos herunterladen

Infos zum Artikel

Anzeige

Anzeige

Anzeige