Android-TV

Test & Kaufberatung | Kurztest

Micro-USB-Adapter für DVB-T bringen terrestrisches Fernsehen auf Android-Smartphones und Tablets.

Das Antennenfernsehen DVB-T ist kostenlos und an vielen Orten in Deutschland unverschlüsselt zu empfangen. Ohne eine Daten-Flatrate zu belasten, lässt sich der Videostrom unterwegs vom Smartphone oder Tablet aus anzapfen. Elgato und Icube bieten mit ihrem EyeTV micro und dem Tivizen Pico Android passende DVB-T-Empfänger für Googles Betriebssystem. Letzterer ist mit einer Ringantenne in Form einer einfachen Schlaufe ausgestattet, Ersterer hat eine reguläre Antennenbuchse, sodass man die Teleskopantenne in problematischen Empfangsgebieten durch die ebenfalls mitgelieferte Stabantenne ersetzen kann. Beide Adapter werden einfach in die Micro-USB-Buchse des Android-Gerätes gesteckt.

Hier fangen die Probleme an: Nicht jedes Android-Gerät ist mit einer Micro-USB-Schnittstelle ausgestattet und selbst wenn, ist nicht jede Schnittstelle auch zum Andocken externer Hardware (USB-Host) ausgelegt. Vor dem Kauf sollte man also prüfen, ob das eigene Gerät auf den Kompatibilitätslisten der Hersteller zu finden ist. Icube bietet den Tivizen Pico auch in einer speziellen Galaxy-Version an, die statt Micro-USB den Samsung-eigenen Systemstecker verwendet.

Zum Test von Pico Android und EyeTV micro nutzten wir ein Galaxy S3 und als Tablet ein Acer A210 – bei Letzterem ließ sich nur die große USB-Host-Buchse für den Anschluss der TV-Adapter nutzen. Bei EyeTV liegt der entsprechende Adapter (USB auf Micro-USB) bereits in der Verpackung, bei Icube müsste man ihn zusätzlich erwerben.

Die Installation beider Adapter ist denkbar einfach: Man muss nur die zugehörigen Gratis-Apps Tivizen mini beziehungsweise EyeTV micro aus Googles Play Store laden. Tivizen mini gibt es auch in einer speziellen Version für Tablets. Bei beiden Programmen lässt sich eine Autostart-Funktion aktivieren, sodass sie automatisch beim Einstecken des DVB-T-Steckers in den Vordergrund treten.

Die Ersteinrichtung ist schnell erledigt, der Suchlauf geht beim Tivizen Pico Android mit 35 Sekunden 13 Sekunden schneller als beim EyeTV micro. Alle in Hannover empfangbaren Sender werden auf Anhieb gefunden und lassen sich – zumindest bei EyeTV – über das Einstellungsmenü sortieren. Bei Tivizen mini muss man sich mit dem Löschen einzelner Kanäle begnügen – sortieren kann man sie nicht. Bei keiner der Apps lassen sich Kanallisten speichern, bei jedem Ortswechsel ist also ein neuer Suchlauf fällig.

Beide Apps sind gut zu bedienen – sie starten zunächst im Hochkantmodus mit einer Liste der verfügbaren TV-Stationen. Wählt man seinen Kanal, wechseln die Apps in den Quermodus. Auch hier kann man problemlos umschalten, allerdings hält sich das Zapping-Vergnügen bei Umschaltzeiten von 4,5 Sekunden (EyeTV) und 6,5 Sekunden (Icube) in Grenzen. Bei EyeTV nerven zudem die recht langen Einblendungen des Overlays mit EPG-Informationen zur laufenden Sendung und Navigationselementen.

Bei den TV-Komfortfunktionen haben beide Produkte (noch) wenig zu bieten. Ein programmübergreifendes EPG sucht man vergeblich. Immerhin haben beide Apps eine einfache Timeshift-Funktion, mit der man im laufenden Programm zurückspulen kann. Bei Tivizen micro kann man sogar ganze Sendungen mitschneiden und zu einem späteren Zeitpunkt anschauen. Die Aufnahme wird allerdings beendet, sobald man die App verlässt. Timer-gesteuerte Aufnahmen sind indes nicht möglich.

Der Bildeindruck auf dem Smartphone ist überraschend gut: Beide DVB-T-Adapter liefern ein gestochen scharfes, flüssiges Bild. EyeTV micro arbeitet dabei mit einem etwas zu großen Overscan und schneidet Bildinformationen ab, während Tivizen micro das SD-Bild in seiner vollen Auflösung auf den Schirm bringt.

Elgatos Lösung bietet noch ein Goodie: In der Packung liegt eine Download-Karte für EyeTV 3 für Mac OS und THC für Windows, sodass man den Adapter auch fürs Fernsehen am PC benutzen kann.

Die DVB-T-Lösungen beider Hersteller sind dicht auf, wobei der EyeTV micro universeller einsetzbar ist. Icubes Tivizen micro kann hingegen mit einer Aufnahmefunktion punkten. Vergleichbare Produkte für iOS zeigen jedoch, dass bei den TV-Apps für Android gerade bei den TV-Komfortfunktionen noch Luft nach oben ist. Bei gleichem Verkaufspreis bleibt die Wahl des richtigen Empfängers beim jetzigen Entwicklungsstand der Apps letztendlich Geschmackssache. (sha) ...

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c't 24/2012, Seite 60 (ca. 0.66 redaktionelle Seite)
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