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Musikdienste für jeden Geschmack

Test & Kaufberatung | Marktübersicht

Nie war die Auswahl größer: Wer auf der Suche nach dem passenden Online-Musik-Service ist, kann sich gleich zwischen einem Dutzend Anbietern entscheiden. Dabei lässt sich entweder die eigene Musiksammlung in die Cloud auslagern oder man nutzt eine Flatrate für den Zugriff auf Millionen von Titeln.

Wer ein Smartphone in der Tasche trägt, kann seinen MP3-Spieler eigentlich auch zu Hause lassen. Das Telefon lässt sich nicht nur wie ein MP3-Spieler vom PC aus mit Musik befüllen, sondern ermöglicht über entsprechende Apps den direkten Zugriff auf zahlreiche Musikdienste. Das nervige Synchronisieren der Musiksammlung am PC gehört damit der Vergangenheit an.

Drei der großen Namen in unserem Testfeld, Amazon, Apple und Google, legen den Schwerpunkt derzeit auf ihren jeweiligen Musikspeicher-Dienst. Sie ermöglichen dem Kunden das Auslagern der lokalen Musiksammlung ins Netz, sodass sie von allen mit dem Dienst verknüpften Geräten aus abrufbar ist. Um Speicherplatz und Upload-Zeit zu sparen, setzen sie Scan&Match-Techniken ein – Musik, die sich bereits auf den Servern der Anbieter befindet, wird automatisch erkannt und muss nicht extra hochgeladen werden.

Bei dem Gros der getesteten Musikdienste handelt es sich jedoch um Anbieter reiner Streaming-Flatrates. Bei Juke, Napster, Rara, Simfy, Spotify und Wimp gibt es den Katalogzugriff auf Millionen Titel gegen ein monatliches Entgelt. Deezer ergänzt dieses Angebot durch einen Speicherdienst für die eigene Musiksammlung, Microsofts Xbox Music integriert noch einen MP3-Shop. Rdio und Sonys Music Unlimited nehmen eine Sonderrolle unter den Streaming-Diensten ein: Die Flatrate wird hier noch jeweils durch einen Scan&Match-Dienst ergänzt.

Elefantenrennen

Amazon, Apple, Google, Microsoft und Sony – die fünf großen im Testfeld – nutzen die Musik-Services vor allem, um die Kundschaft noch stärker in ihr jeweiliges Marken-Ökosystem einzubinden. Wer zum Beispiel bei Amazon, Apple oder Google Musik kauft, findet sie automatisch im jeweiligen Online-Speicher gesichert und kann sie von anderen Orten aus abrufen. Sony wiederum verzahnt Musik Unlimited mit seiner gesamten Hardware-Palette: Der Dienst lässt sich auf der Spielekonsole PS3, einigen Walkman-Geräten, Blu-ray-Playern und Smart-TVs aus gleichem Hause nutzen.

Microsoft hat Xbox Music erst kürzlich mit dem Release des Betriebssystems Windows 8 gestartet. Der Dienst ist fester Bestandteil der Metro-Oberfläche und findet sich so vorinstalliert auf jedem künftigen Windows-System und Windows Phone. Derzeit kann man über Xbox Music Titel streamen und kaufen. Im nächsten Jahr soll ein Cloud-Service mit Scan&Match-Technik hinzukommen.

Ab in die Cloud

Den derzeit günstigsten Weg in die Cloud bietet zweifellos Google: Bis zu 20 000 Musiktitel lassen sich kostenlos ins Netz schieben – man muss allerdings eine Bezahlverbindung in Form einer Kreditkarte hinter sein Google-Konto legen. Das Hochladen erledigt man entweder mühsam über Google Play am Browser oder weitaus bequemer mit Googles Music Manager für Windows, Mac OS und Linux. Das Programm scannt vorgegebene Ordner nach Titeln, gleicht sie mit dem Katalog des Anbieters ab und lädt fehlende Titel automatisch hoch. Dabei lässt sich die Upload-Bandbreite auf Wunsch drosseln, sodass der PC auch während des Hochladens für andere Aufgaben im Internet zu gebrauchen ist.

Bei Amazon und iTunes schlägt der Cloud-Service mit 25 Euro pro Jahr zu Buche. Amazon bietet immerhin einen kostenlosen „Schnupperzugang“ – jeder Kunde kann 250 Titel in den Cloud Player hochladen. Für den Jahresbeitrag steigt die Kapazität des Cloud Player Premium dann auf stattliche 250 000 Titel – bei iTunes Match liegt das Limit bei 25 000 Musikstücken. Die in den Download-Shops der Anbieter erworbenen Stücke zählen dabei nicht mit.

Apples Desktop-Software iTunes kümmert sich bei bestehendem Abo um das Befüllen der Cloud. Bei Amazon nutzt man hierfür den kostenfreien Amazon Music Importer (Windows und Mac OS). Die Aufgabe beschäftigt den Rechner so sehr, dass er kaum noch zum Surfen taugt.

Das Hochladen in die Cloud ist generell nichts für ungeduldige Zeitgenossen: Um eine Sammlung von mehreren tausend Titeln in die Wolke zu befördern, können Stunden oder gar Tage ins Land ziehen. Im Test brachte es iTunes Match auf Upload-Raten von rund 30 MBit/s, gefolgt von Amazon mit 19 MBit/s und Google mit 7,5 MBit/s. Für die meisten Kunden dürften solche Raten aber unerreichbar sein – mit 2 MBit/s Upload-Rate zählt man hierzulande schon zu den besser ausgestatteten DSL- oder Kabelkunden.

Grundsätzlich kann es durchaus von Vorteil sein, die Sammlung nur scheibchenweise hochzuladen, um etwaige Fehler gleich tilgen zu können. Alle drei Upload-Dienstprogramme erstellen Fehlerprotokolle, anhand derer man gescheiterte Upload- oder Match-Vorgänge erkennen kann.

Sind die Titel erst einmal online, ist oft noch ein wenig Feinschliff nötig, da sich doch nicht alle Titel zu Alben zusammengefunden haben oder Metainformationen nicht korrekt ausgewertet wurden. Wer eine umfangreiche Sammlung perfekt vertaggt in der Cloud haben will, sollte diverse Mannstunden am PC einrechnen. Während sich Musikdateien lokal noch halbwegs flott verwalten lassen, ist bei der Datenpflege der Cloud-Musik mehr Geduld gefordert.

Auf angemeldete Geräte lassen sich die Titel aus der Cloud wieder herunterladen, wobei gematchte Songs oftmals in besserer Qualität auf dem Rechner landen. Die Anbieter spielen die Musik jeweils in der in ihren Shops üblichen Qualität aus. Selbst wenn ein Album in der ursprünglichen Sammlung nur mit 128 kBit/s im MP3-Format vorlag, bekommt man es – so es denn gematcht wurde – mit der Shop-Qualität wieder zurück. Manch einer nutzt die Dienste daher auch, um seine durchmischte Musiksammlung zu „säubern“.

Amazons Cloud Player verteilt MP3-Dateien mit 256 kBit/s, Google music geht mit 320 kBit/s ans MP3-Limit. Beim Herunterladen von iTunes Match landen AAC-Dateien mit 256 kBit/s auf der Festplatte. Alle nicht erkannten Dateien kommen natürlich nur in der Bitrate zurück aus der Cloud, mit der man sie auf die Server überspielt hat.

Der Schwachpunkt der Cloud-Dienste besteht darin, dass sie die lokale Sammlung einfach nur ins Netz hieven, ohne dabei die ungeliebten Verwaltungsaufgaben zu minimieren. Schließlich will man Musik ja hören und sich nicht mit falschen Tags oder Cover-Bildern herumärgern.

Let’s stream

Genau in diese Bresche springen die Streaming-Dienste, indem sie einen bereits perfekt vertaggten Katalog von Millionen Titeln vorhalten. Sony und Rara haben mit 10 Millionen Titeln die kleinsten Kataloge – Microsoft mit 30 Millionen das größte Angebot. Nachzählen kann es ohnehin niemand – Schwächen oder Stärken der einzelnen Anbieter sind schwer auszumachen.

Auch preislich gibt es kaum Unterschiede. Meist sind zwei Tarife im Angebot: Der eine für die ausschließliche Nutzung am PC (5 Euro monatlich), der andere mit zusätzlicher Nutzungsmöglichkeit auf mobilen Endgeräten für 10 Euro monatlich. Passende Apps für Android und iOS sind Standard, einige Dienste sind auch auf weniger verbreiteten Plattformen wie Symbian, Blackberry oder Windows Phone nutzbar (siehe Tabelle). Windows Phone 8 hat Xbox Music vorinstalliert. Bei den Musikspeicherdiensten ist Google offiziell auf Android ausgerichtet, iTunes Match auf iOS, während Amazon auf beiden Hochzeiten tanzt.

Während die meisten Dienste für iOS spezielle HD-Versionen fürs iPad bieten, müssen sich Besitzer eines Android-Tablets oft mit der Version fürs Smartphone-Display begnügen. Einige Apps passen sich dabei zumindest so gut an, dass man vom größeren Display profitieren kann. Sony ist der einzige Anbieter, der den Android-Tablets eine eigene App spendiert – schließlich hat der Konzern mit seinem Xperia Tablet selbst ein solches Gerät im Angebot.

Spotify und Xbox Music kann man besonders einfach kennenlernen: Beide bieten auch einen Gratis-Zugang, in dem man eine begrenzte Anzahl von Titeln streamen kann, die dann noch von sporadischer Werbung zwischen den Tracks unterbrochen werden. Bei Spotify ist die Gratisnutzung auf zehn Stunden pro Monat beschränkt, zudem reduziert der Dienst die Audioqualität am PC. Microsoft belässt es bei Werbeeinblendungen, soll die monatliche maximale Nutzungsdauer allerdings nach einem halben Jahr ebenfalls einschränken. Auch für die Gratisnutzung muss man übrigens ein kostenloses Windows-Konto anlegen – Spotify verlangte ursprünglich ein Facebook-Login, gibt sich inzwischen aber wieder mit Nutzername und Passwort zufrieden.

Bis auf Rara bieten alle Dienste eine kostenlose Testphase an, die zwischen einer Woche und maximal einem Monat liegt. Oftmals muss man hierfür eine Bezahlverbindung in Form einer Kreditkarte oder einer Lastschriftvollmacht hinterlegen. Wer sichergehen will, dass der Test nur ein Test bleibt, sollte zudem gleich wieder kündigen, da die Testperiode sonst oft automatisch in ein Abonnement mündet.

Findehilfe

Hat man sich erst einmal für einen Anbieter entschieden, bekommt man im monatlichen Abo garantiert mehr Musik geboten, als man in einem Menschenleben hören könnte – man muss sie nur finden. Neben der üblichen Suche nach Interpreten, Titel und Alben verfolgen die Dienste verschiedene Ansätze, um die Kundschaft ins Stöbern zu bringen. Dazu gehören zum Beispiel Künstler-Radiostationen, wie sie Deezer, Napster, Rdio, Spotify und Xbox Music anbieten. Die Systeme nutzen dabei die Eingabe eines Lieblingskünstlers, um daraus eine dynamische Abspielliste mit ähnlichen Künstlern zu erzeugen. Die Ergebnisse sind durchwachsen, gefällt einem ein Song gar nicht, kann man einfach zum nächsten weiterspringen oder ihm den Daumen runter zeigen.

Musikalische Impulse können auch von anderen Flatrate-Nutzern kommen. So kann man bei Spotify in den Toptiteln, Künstlern oder freigegebenen Abspiellisten seiner Spotify-Freunde blättern. Wer sich bei Rdio mit einem anderen Kunden verbindet, kann gleich auf dessen gesamte Abspielhistorie zugreifen.

Natürlich ist auch die Meinung von Musikprofis gefragt: Gerade wer in Sachen Neuvorstellungen auf dem Stand sein will, freut sich über ausführliche Kritiken von Fachleuten. Spotify ermöglicht Drittanbietern über die App-Schnittstelle seiner Desktopsoftware Anwendungen einzubinden, die auf den Streaming-Katalog zugreifen. So liefern die Apps von Motor, Rolling Stone oder laut.de CD-Besprechungen und -Tipps – die Musik kann man sofort anhören.

Der Mix aus Nachlesen und Nachhören macht Spaß, fehlt bei Spotifys mobilen Apps allerdings. Anders bei Wimp: Hier lassen sich die „Kritikerlieblinge“ von Rolling Stone, Metal Hammer, Laut.de, Rap.de oder The Guardian auch mobil abrufen. Eine schöne Beschäftigung, wenn der Bus mal später kommt.

Einen anderen Zugang bieten vorgefertigte Abspiellisten, die nach Stimmungen sortiert sind. Juke, Napster, Rara und Sony Music Unlimited haben hier die Nase vorn, allerdings sind die Abspiellisten statisch und enthalten bei jedem Start dieselben Titel.

Qualität

Will man seine Musik nur daheim übers WLAN abrufen, kann die Bitrate gar nicht hoch genug sein. Spotify setzt mit Ogg Vorbis einen dem MP3-Format klanglich überlegenen Codec ein und besetzt mit seinen Streams von bis zu 320 kBit/s den oberen Rang, wenn es um Klangqualität geht. Simfy, Rdio, Wimp und Napster spielen klanglich zumindest noch in derselben Liga, während man bei Rara und Sony Music Unlimited selbst bei der Nutzung daheim Abstriche hinnehmen muss. Zwar nutzen sie mit HE-AAC einen hocheffizienten Codec, der bei der gewählten Bitrate von 48 kBit/s allerdings hörbar an seine Grenzen stößt.

Wer unterwegs viel auf Musik zugreifen möchte, freut sich hingegen über eine möglichst niedrige Bandbreite, um das Datenvolumen des Mobilfunkvertrags zu schonen – bei 128 kBit/s reduziert es sich beim Musikhören um etwa 1 MByte pro Minute. Dienste wie Rara und Sony Music Unlimited haben aus dieser Perspektive betrachtet wieder die Nase vorn. Juke setzt nur im mobilen Betrieb auf HE-AAC bei 48 kBit/s, während am Desktop 192 kBit/s gestreamt werden.

Ein kurzer Hörtest mit dem auf allen Streaming-Diensten erhältlichen „Four Elements“ von Nigel Kennedy förderte deutliche Schwächen von Juke, Rara und Sony Music Unlimited zu Tage. Trommelwirbel wirkten verwaschen, die Räumlichkeit litt deutlich und insgesamt wirkten einzelne Instrumente wenig differenziert. Ähnlich war der Klangeindruck bei Wimp, auch wenn der Dienst nach eigenen Angaben mit 64 kBit/s im HE-AAC-Format streamt. Im Mittelfeld lagen Napster, Deezer und Xbox Music mit leichten Artefakten in den Höhenbereichen. Simfy, Spotify und Rdio konnten auch im mobilen Bereich überzeugen, wobei nur Spotify dem Nutzer genaue Kontrolle über die ausgelieferte Streaming-Bitrate in Form eines Auswahlbuttons im Einstellungsmenü an die Hand gibt. Hier kann man seine mobile Wunsch-Bitrate von 96 bis 320 kBit/s auswählen. Bei Simfy und Rdio entscheidet die App, in welcher Bitrate gestreamt wird, Rdio gibt dabei nicht einmal Auskunft über die maximale Streaming-Qualität oder den Codec. Der gute Klang im kleinen Hörtest kann in diesem Fall auch ein Zufallstreffer sein.

Musik überall

Vom PC aus lässt sich die Musik bei allen Anbietern abrufen – egal ob es sich um die Cloud- oder Streaming-Dienste handelt. Meist genügt ein einfacher Browser, um sich eben mal kurz auf dem PC eines Freundes einzuloggen und auf den Account zuzugreifen. Apples iTunes Match, Spotify, Wimp und Xbox Music kann man derzeit nur über zusätzliche Software nutzen. Bei Apple ist hierbei natürlich iTunes der Schlüssel, Spotify und Wimp bieten eine spezielle Desktopsoftware für Windows und Mac OS an, während Microsofts Xbox Music ausschließlich in der gleichnamigen Anwendung unter Windows 8 läuft.

Neben den bereits erwähnten Apps für Mobilgeräte gibt es einen bunten Reigen an Endgeräten, über die man auf seine Musik-Flatrate zugreifen kann. So lassen sich die meisten Dienste auch mit einem Sonos-Audiosystem verknüpfen. Die Controller-Anwendung der Musikverteilanlage bietet zwar nur einfache Listennavigation, man kann die Kataloge der Streaming-Dienste jedoch recht flott durchforsten und die Musik in vielen Räumen parallel abspielen. Darüber hinaus existieren zahlreiche Gerätepartnerschaften, sodass die Abo-Musik je nach Dienst auf verschiedenen Internetradios, TV-Geräten, Blu-ray-Playern oder Heimkinoverstärkern erklingen kann (siehe Tabelle).

Die Anzahl mit einem Konto verknüpfbarer Geräte ist grundsätzlich begrenzt. Bei den Cloud-Angeboten von Amazon, Apple und Google lassen sich immerhin zehn Geräte anmelden, bei den Streaming-Diensten sind es oft nur drei oder – wie im Falle von Deezer – sogar nur zwei. Die Nutzung der Streaming-Dienste ist zusätzlich eingeschränkt, da generell zu jedem Zeitpunkt nur eines der angemeldeten Devices mit Musik beschickt wird. Bei den Musikverteilsystemen scheinen einige Anbieter ein Auge zuzudrücken: Nutzt man Juke, Rdio oder Wimp auf einem Sonos-System, kann parallel Musik auf ein zweites Device gestreamt werden. Versucht man dasselbe mit Simfy, Spotify oder Napster, machen sich die Geräte die Abspielrechte streitig. Den Musikspeicherdiensten ist es hingegen egal, wie viele Parallelzugriffe von verschiedenen Geräten erfolgen.

Ein Ausweg ist jeweils der Offline-Modus, den alle Dienste zumindest für ihre iOS- und Android-Apps anbieten. Titel, die man zuvor auf das Gerät heruntergeladen hat, lassen sich im Offline-Modus wiedergeben, auch wenn gerade ein zweites Device das Live-Streaming nutzt. Der Offline-Modus deckt noch ein zweites, recht gängiges Nutzerverhalten ab: Wer das Datenvolumen seines Mobilfunkvertrages nicht angreifen möchte oder vielleicht gar keinen festen Datentarif gebucht hat, kann die Musik daheim im WLAN aufs Handy laden und die Musik-App unterwegs ohne Datenverbrauch nutzen.

Amazon Cloud Player

Seit dem vergangenen September hat Amazon seinen Cloud Player auch für deutsche Kunden geöffnet. Bisher war er (eigentlich) nur für US-Kunden zu erreichen, manch ein deutscher Amazon-Nutzer hatte sich schon vor dem Deutschlandstart über Amazon.com angemeldet und hängt nun auf der US-Version des Dienstes fest – die Hotline auf Seite 150 beschreibt, wie man nachträglich auf das deutsche Angebot wechselt.

Für 25 Euro im Jahr hostet Amazon 250 000 Titel, die man als MP3-, WMA-, AAC-, Ogg-Vorbis-, FLAC-, AIFF- oder WAV-Dateien hochladen kann. Den Upload erledigt man einzeln über das Web-Interface oder über den kostenfreien Music Importer, den man gezielt auf einzelne Ordner ansetzen kann. Alle Ursprungsformate werden ins MP3-Format konvertiert.

Das Webinterface des Cloud Player erinnert ein wenig an das Shopping-Erlebnis bei Amazon und wirkt für eine Musiknavigation ein wenig angestaubt. Durch die Cover-Ansicht navigiert es sich nur zäh, dabei stört besonders, dass zahlreiche CD-Sampler, Soundtracks sowie einige Klassik-Scheiben nicht als ein geschlossenes Album erkannt wurden und mehrfach in der Albenansicht auftauchen.

Über die Suchfunktion hat man schnell Titel angesprungen. Es fehlt allerdings ein Vorschlagssystem, das einen kreativen Umgang mit der eigenen Sammlung befördern würde. „Alles abspielen“ in Kombination mit dem Shuffle-Modus ist der einzige Weg, an vergessene Schätze heranzukommen. An der rechten Fensterkante kleben stets Kaufvorschläge aus Amazons MP3-Shop.

Mit dem separat erhältlichen Amazon MP3 Downloader lassen sich zumindest ganze Alben herunterladen. Ein Zurückspielen der kompletten Sammlung auf den PC ist nicht vorgesehen – das Webinterface beschränkt die Anzahl der zum Download markierbaren Dateien auf 500. Notfalls muss man die Musik häppchenweise wieder vom Server kratzen.

Der Zugriff über die Apps für Android und iOS ist ähnlich spartanisch und erfolgt in Listenform. Immerhin werden die Navigationslisten hier in voller Länge vorgepuffert, sodass man blitzschnell durch die gesamte Sammlung scrollen kann. Die Apps bieten zudem einen integrierten Equalizer mit neun Voreinstellungen, um das Klangbild zu verbessern.

Deezer

Der aus Frankreich stammende Deezer war einer der ersten Streaming-Dienste – ein Deezer-Abo kann man auf so ziemlich jedem Handy-Betriebssystem nutzen. Seit jeher erlaubt das System zahlenden Kunden den Upload eigener MP3-Dateien – ein Limit soll angeblich nicht bestehen.

Die Web-Präsenz ist „historisch gewachsen“ und wirkt ein wenig unübersichtlich. Der oben fest eingeklinkte Player ist der Fels in der Brandung, doch selbst er lässt sich mit einem Klick auf die Player-Optionen zu einem DJ-Mischpult mit zwei Platten-Decks transformieren.

Das Portal lässt sich angenehm flott bedienen, die besonders gut gefüllte Liste mit Radiostationen lädt zu Entdeckungstouren ein. Im rechten Bildschirmbereich kann man eine Facebook-Leiste einblenden und während des Stöberns Kontakt mit seinen Freunden halten.

Neu hinzugekommen ist das App Studio. Hier bündelt der Dienst verschiedene Plug-ins von Drittanbietern wie ein Musik-Quiz, den Vorschlagsdienst Shuffler.fm oder den Spotizr-Service, der Spotify-Abspiellisten zu einem Deezer-Konto portiert.

Die Apps für Android und iPhone sind wenig ansehnlich, die Deezer-App fürs iPad macht um so mehr Freude. Schnell greift man auf CD-Neuerscheinungen, Radiostationen oder die eigene MP3-Sammlung in der Cloud zu.

Google Play Music

Eine Kreditkarte ist die Eintrittskarte zu Google Play Music, auch wenn der Dienst kostenlos ist und die Karte folglich nicht belastet wird. Bis zu 20 000 Titel lassen sich im MP3-, AAC-, WMA-, FLAC- oder Ogg-Vorbis-Format in die Cloud laden – auch hier wird ins MP3-Format gewandelt. Das erledigt man am effektivsten mit dem Google Music Manager, der sich gleichsam als Up- und Download-Werkzeug einsetzen lässt. Google ist der einzige Musikspeicher, der den kompletten Download einer Sammlung aus der Cloud erlaubt.

Über einen beliebigen Browser kann man auf die Musiksammlung im Netz zugreifen. Die Alben unserer Testsammlung sind weitgehend intakt geblieben, allerdings fehlten viele Cover-Bilder. Das Korrigieren von Fehlern ist auch hier äußerst mühsam: Man muss jeden Titel einzeln anfassen – per Drag & Drop funktionert hier gar nichts. Schneller erledigt man solche Korrekturen mit den lokalen Dateien am PC und lädt sie einfach erneut hoch.

Die Bedienoberfläche von Google Play Music am Browser ist übersichtlich und reagiert schnell auf Eingaben. Gleich auf der Startseite generiert das System automatische „Schnellmixes“, die einen Song der Sammlung zum Ausgangspunkt nehmen und ihn mit ähnlichen Titeln verknüpfen.

Etwas enttäuschend ist die Darstellung auf Android-Smartphones: Mehr als Listennavigation wird hier nicht geboten. Auf Tablets bekommt man immerhin eine Coverflow-ähnliche Darstellung der zuletzt gehörten Musiktitel geboten und kann sich über großformatige Einblendungen von Albumbildern freuen.

Für iOS gibt es keine offizielle App für Google Play Music. Die kostenpflichtige App 4 G.Music lief im Test zuverlässig, auch wenn sie nur eine schlichte Navigationsstruktur bietet. Ob Google den Zugriff durch externe Anwendungen allerdings dauerhaft toleriert, ist ungewiss.

iTunes Match

Apples iTunes Match ist bereits seit einem Jahr in Deutschland verfügbar. Für Kunden des iTunes Store ist Match nur einen Mausklick entfernt. Aktiviert man den Dienst in iTunes, beginnt Apples Player-Software mit dem Indizieren und Abgleichen der lokalen Sammlung und schiebt die nicht im Katalog befindlichen Titel in die Cloud.

Die Sammlung präsentiert sich anschließend weitgehend so gut oder schlecht, wie sie von iTunes zuvor lokal dargestellt wurde. Um von einem anderen Rechner aus auf die Cloud zugreifen zu können, muss dieser zunächst über iTunes für den eigenen Account aktiviert werden. Danach werden die Cloud-Inhalte wie lokale Inhalte angezeigt und können albenweise heruntergeladen werden.

Ebenso einfach lässt sich iTunes Match auf iPhone, iPod touch oder iPad aktivieren: In den Einstellungen unter „Musik“ muss man nur den entsprechenden Schiebeschalter betätigen. Danach ersetzen die Cloud-Inhalte die lokale Sammlung. Mit iOS 6 hat Apple die Nutzungsmöglichkeiten von Match leicht verändert, so lassen sich am iPhone keine einzelnen Titel mehr herunterladen. Ein Fehler im Streaming-Verhalten, der zu ungewollter Belastung des Datenvolumens beim iPhone führte, wurde mit der Version 6.0.1 beseitigt. Seither kann man iTunes Match unter „Einstellungen/iTunes & App Stores“ verbieten, eine mobile Datenverbindung zu nutzen.

Juke

Juke ist ein Kind der Media-Saturn-Gruppe. Auf den Dienst stößt man aus diesem Grund vor allem in den Werbebeilagen beider Technikmärkte. In Google Play kursieren bereits zwei angepasste Juke-Versionen namens „Media Markt musicflat“ und „Saturn musicflat“. Was genau das Unternehmen mit den Juke-Klonen vorhat, wollte es auf Anfrage nicht mitteilen.

Bei Juke kann man sich auch ohne Angabe einer Bezahlverbindung für einen 30-tägigen Test anmelden. Die Webseite wirkt modern und ist äußerst übersichtlich aufgebaut. In der Rubrik „Mixtapes“ finden sich zahlreiche vorgefertigte Abspiellisten zu speziellen Künstlern, Events oder bestimmten Anlässen wie einer „Kinderparty“. Es fehlt einem ein wenig die Einbindung in eine Community. Titelvorschläge anderer Juke-Nutzer oder Facebook-Freunde sind zumindest nicht zu finden.

Die Apps, die Juke für iOS und Android bereitstellt, beschränken sich vorrangig auf die Darstellung von Alben-Covern – das schaut unter Android dann auch in Tablet-Größe zumindest nett aus. Die schickste Darstellung bekommt man auch hier auf dem iPad geboten. Über die links eingeblendete Navigationsleiste kann man direkt zu den von der Homepage bekannten Bereichen springen, ohne dass man auf die opulenten Cover-Bilder verzichten müsste.

Napster

Napster ist seit seiner Übernahme durch Rhapsody und dem damit verbundenen Systemwechsel im März dieses Jahres ein reiner Streaming-Dienst. Der bis dahin mögliche Kauf von MP3-Dateien ist nun nicht mehr möglich, auch wenn die Napster-Homepage anderes suggeriert. Nach der Umstellung hat der Dienst die Preise nach unten korrigiert, für die „einfache“ Flatrate bei PC-Nutzung muss man allerdings immer noch 8 statt der branchenüblichen 5 Euro bezahlen.

Napster lässt sich direkt über den Browser nutzen oder – wenn man offline hören möchte – über eine Adobe-Air-Anwendung. Besitzer eines alten Napster-Tarifes mit Unterstützung für mobile Player (Plays for Sure) können die nötigen DRM-geschützten WMA-Dateien unter Zuhilfenahme einer zusätzlichen Software nach wie vor generieren.

Die Bedienoberfläche hat durch den Relaunch gewonnen. Den fixierten Player-Bereich mit der Abspielliste verliert man nie aus den Augen. Ansonsten navigiert man nach Genres, durchblättert die vorgefertigten Channels oder schaut in der Abteilung „Handverlesen“ nach Tipps der Napster-Redaktion. Der ehemals besonders ausgeprägte Hörbuchbereich scheint gelitten zu haben. Einziger Lichtblick sind die unter „Posts“ zu findenden Hörbuchrezensionen und Tipps.

Unter iOS hat Napster wenig zu bieten – die App für iPhone wird bei Nutzung auf dem iPad einfach hochskaliert. Etwas schicker gibt sich die Katze auf Android-Tablets. Hier hat man den Dienst dank flüssiger Navigation und übersichtlicher Darstellung besser im Griff.

Rara

Etwas schrill und extrem jugendlich: So gibt sich Rara nach dem Login im Browser. Im Vordergrund stehen hier die zahlreichen Spartenkanäle, die nach Stimmungen, Genres und verschiedenen Dekaden sortiert sind. Wem das Angebot nicht bunt genug ist, der kann es durch das Auswählen eines noch bunteren Hintergrundes kunterbunt machen.

Die App fürs iPad ist gelungen und gewährt einen bequemen Zugang zu allen Funktionen. Da es bei Rara in erster Linie um die Wahl der Channels geht, ist diese Aufgabe allerdings auf Android-Smartphones oder dem iPhone ebenso schnell erledigt. Rara bietet auch eine App für Windows 8, die sich zum Testzeitpunkt allerdings nicht zur Wiedergabe von Musik bewegen ließ.

Rdio

Bei Rdio muss man auf ausführliche redaktionelle Tipps verzichten. Stattdessen setzt der Dienst voll auf eine enge Vernetzung seiner Mitglieder. Nach dem Einloggen im Browser sieht man den Community-Bereich fest am rechten Bildschirmrand angeheftet. Hier kann man direkt den Online-Status seiner Rdio-Freunde einsehen und mit einem Klick ihre zuletzt gehörten Abspiellisten und Top-Alben verfolgen. Es lassen sich öffentliche Abspiellisten anlegen, die auch andere User ergänzen können.

Meldet man sich auf dem PC an, während man Rdio gerade auf einem Mobilgerät nutzt, wechselt der PC zunächst in den Fernbedienungsmodus. So lässt sich die Musikwiedergabe auf dem iPod touch im Dock zum Beispiel auch mit dem Notebook steuern. Ein Mausklick weist die Tonausgabe wieder dem Rechner zu.

Die für Mac OS und Windows erhältliche Desktop-Software bringt gegenüber dem Browser-Zugang zwei Vorteile. Zum einen lässt Sie sich komplett über Tastaturkürzel steuern, zum anderen bringt sie eine Scan&Match-Funktion mit, die die lokale Musik-Bibliothek mit Rdios Gesamtkatalog abgleicht.

Die frisch überarbeiteten Apps für iOS und Android wirken aufgeräumt und nutzen auch den größeren Tablet-Screen optimal aus. Einziger Schwachpunkt sind die auf der Hauptseite fehlenden Community-Funktionen. Zu seinen Rdio-Freunden findet man unterwegs nur über den Umweg der Profil-Einstellungen.

Simfy

Simfy lässt sich wie die meisten anderen Dienste auch über das gleichnamige Webportal simfy.de nutzen. Darüber hinaus bietet der Dienst eine eigene Desktopsoftware an, die dann auch noch die lokale Musiksammlung mit verwaltet und theoretisch das muntere Mischen von Musikkonserven mit Streaming-Inhalten erlauben würde – tatsächlich sind die Bereiche allerdings säuberlich voneinander getrennt. Einziger Vorteil gegenüber dem unkomplizierten Web-Zugriff ist die große Auswahl an Künstler- und Genre-Radios, die nur über die Desktop-Fassung abrufbar ist. Hier lassen sich auch verschiedene Genres zu einer Wunschstation verschmelzen.

Die aktuelle Android-App wirkt altbacken und sieht mit ihrer einfachen Listendarstellung im erzwungenen Hochkantmodus besonders auf Tablets gar nicht gut aus. Auf dem iPhone bekommt man immerhin schon eine Coverflow-Ansicht geboten, doch so richtig Spaß macht Simfy erst auf dem iPad. Hier kommt man dank flüssiger Bedienung, schicker Künstlerfotos und übersichtlicher Darstellung schnell ins Stöbern. Nächstes Jahr will der Dienst den Look komplett überarbeiten, erste Screenshots der neuen App fürs iPhone sehen vielversprechend aus.

Sony Music Unlimited

Der an das Sony Entertainment Network angehängte Streaming-Dienst Sony Music Unlimited bedient sich an vielen Stellen so umständlich, wie er vom Namen her klingt. Tatsächlich wird man oft das Gefühl nicht los, dass man sich zuerst in ein „Network“ einhacken muss, um dann irgendwann Musik hören zu dürfen. Jeder Login-Vorgang dauert länger als eine Kreditkarten-Überprüfung beim Online-Shopping.

Ist man zum Kern der Sache vorgedrungen, findet man sich am PC in einem etwas fisseligen Webinterface wieder, das an die überladene Darstellung älterer iTunes-Versionen erinnert. Etwas mehr Spaß macht die Navigation durch die zahlreichen vorgefertigten Kanäle oder die nach Genres gegliederten Einstiegsknoten mit den jeweiligen Top-Hits, -Alben oder Neueinsteigern.

Die iOS-App macht nicht viel her, einzig die Android-App für Tablets kann glänzen. Auch hier bekommt man zum Start zunächst längliche Ladebalken zu sehen. Steht das System nach etwa 30 Sekunden auf den Füßen, kann man recht flott durch das Online-Angebot blättern und auch auf die eigene Bibliothek in der Cloud zugreifen.

Spotify

Bisher setzte Spotify auf eine Desktopsoftware, beugt sich aber nun dem Druck und offeriert sein Angebot zukünftig auch über play.spotify.com. Die Spotify-Software ist für Mac OS und Windows zu haben, sie dient gleichsam zum Abspielen der lokalen Musiksammlung. Spotify scannt die gängigen Ordner und übernimmt Abspiellisten aus iTunes und dem Windows Media Player.

Die Stärke des Dienstes liegt in der ständig wachsenden Zahl spannender Apps, die Musikvorschläge unterbreiten, Texte zum gerade gepielten Titel beibringen oder ein flottes Musik-Quiz veranstalten.

Den Apps fehlt dieser Aspekt vollkommen, hier muss man sich mit Genre- oder Künstlerradios begnügen und kann natürlich auf die vom PC automatisch synchronisierten Abspiellisten zugreifen. Die Apps für iOS und Android wurden seit dem letzten Test zwar überarbeitet, sind allerdings etwas überladen und wenig intuitiv bedienbar. Gespannt waren wir auf die Nutzung von Spotify auf Windows Phone 8, doch auch Wochen nach dem Launch meldet die Anwendung, dass sie für die Bildschirmauflösung der aktuellen Windows Phones nicht gemacht ist.

Wimp

Wimp hat sich eigentlich ganz der mobilen Nutzung auf dem Handy verschrieben. Als Login-Name dient daher einfach die jeweilige Handynummer. Um so erstaunlicher, dass der Dienst so viel Energie in die kurz vor Redaktionsschluss veröffentlichte Version 2.1.3 seiner Desktopsoftware gesteckt hat. Der auf Adobe Air aufsetzende Client wurde komplett überarbeitet und strotzt nur so vor redaktionellen Inhalten. Anregungen bekommt man durch 15 gut gemachte Genre-Seiten, eine umfangreiche Playlist-Sektion mit Sets zu verschiedensten Anlässen, Orten, Personen oder Labels und die in Zusammenarbeit mit Popyoular erstellten Popscores. Sie bündeln die CD-Bewertungen verschiedener Musikportale zu einem prozentualen Score. Wer sich hier langweilt, ist selber schuld.

Bis auf die Genrelisten kann man auf alle redaktionellen Vorschläge auch von unterwegs zugreifen. Die Apps für iOS, Android und Windows Phone 8 sind übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen.

Xbox Music

Zum Start von Windows (Phone) 8 hat Microsoft seinen in den USA unter dem Zune-Label betriebenen Streaming-Dienst kurzerhand umbenannt und in ganz Europa verfügbar gemacht. Xbox schien der geeignete Markenname, um das Produkt zu platzieren, und Xbox Music ist nun fester Bestandteil von Microsofts Betriebssystem für Tablets, PCs und Telefone.

Damit ist die Zahl der unterstützten Plattformen allerdings schon umrissen: Xbox Music funktioniert leider nicht im Browser bei Freunden, nicht auf dem iPhone und auch nicht unter Android. Apps für iOS und Android wurden zumindest vage für das kommende Jahr in Aussicht gestellt. Besitzer eines Windows Phone 7 können die Musikflatrate immerhin nutzen – es genügt, wenn man sich mit einem Windows-Konto mit aktiviertem Xbox Music Pass auf dem Mobilgerät einloggt. Im Bereich Zune kann man danach auf die Flatrate zugreifen.

In seiner vollen Pracht kann man Xbox Music am besten auf einem Desktop PC mit Touch-Monitor oder auf einem Tablet mit Windows RT erleben. Die Bedienung ist für Wischgesten optimiert und mit ein paar Fingerbewegungen taucht man tief in den Katalog. Am Desktop-Rechner nervig: Der Zurück-Button klebt oft unergonomisch in der linken oberen Ecke.

Auf Windows Phone 8 ist der Dienst ebenso flott zu bedienen, wenn man ihn denn mal gefunden hat. Microsoft spendiert dem Xbox Music Shop keine Startkachel auf der Hauptseite, er versteckt sich als Unterpunkt in der Rubrik Musik+Video. Bei der Musikauswahl ist einem der Dienst kaum behilflich. Außer der Smart-DJ-Funktion, die auf Basis eines Titels eine Abspielliste generiert, finden sich keine Community-Funktionen und nur wenig redaktionelle Inhalte.

Fazit

Bei den Cloud-Diensten dürfte Google den Grundbedarf der meisten Kunden abdecken und steht mit seinem Gratis-Angebot Play Music fast schon außer Konkurrenz. Schwachpunkt ist die Verknüpfung mit dem iOS-Universum – hier punktet natürlich iTunes Match. Große Musiksammlungen lassen sich ohnehin nur bei Amazon parken – bei 250 000 Titeln kann man sich voll austoben.

Die Streaming-Dienste sollte man danach auswählen, auf welchen Zielplattformen man sie eigentlich nutzen möchte. Wer nicht immer genau weiß, was er wann hören möchte, sollte zudem auf effektive Vorschlagssysteme achten. Bei diesem Punkt ist Wimp mit seinen starken redaktionellen Anteilen in diesem Test besonders positiv aufgefallen. Ähnlich spannend ist nur noch Spotifys App-System, das allerdings bisher auf den Desktop beschränkt ist.

Der perfekte Mix aus Cloud- und Streaming-Dienst ist zurzeit noch nicht zu haben. Während Apple, Amazon und Google sich nur in der Wolke tummeln, bekommt man bei den Streaming-Anbietern bestenfalls Cloud-Fragmente: Scan & Match bei Rdio/Sony und Datei-Uploads bei Deezer.

Microsoft hat bereits angekündigt, Xbox Music im nächsten Jahr mit seinem Sky Drive zu koppeln und ebenfalls Scan & Match anzubieten – vielleicht wird Apple den Redmondern mit einem allumfassenden Dienst jedoch noch zuvorkommen. Durch das Gratis-Angebot von Google Play Music dürfte manch ein iTunes-Match-Kunde bei der Verlängerung seines Abos gezögert haben. Hinzu kommt, dass die Streaming-Dienste bei den Kunden momentan hoch im Kurs stehen. Da dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, wann auch Amazon, Apple und Google mit entsprechenden Offerten nachziehen. (sha)

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