Virenjagd mit Komfort

Desinfec’t jetzt einfacher vom Stick und mit Fernwartung

Praxis & Tipps | Praxis

Die Highlights von Desinfec’t 2013 sind vor allem die deutlich erweiterte Unterstützung von USB-Sticks und die „Hilfe beim Helfen“ mit dem eingebauten Teamviewer. Darüber hinaus haben wir natürlich die bewährten Stärken von Desinfec’t nicht vernachlässigt, sondern mit viel Feinschliff weiter herausgearbeitet.

Das Konzept von Desinfec’t ist unverändert: Man bootet auf seinem PC ein garantiert sauberes System und lässt dann die Viren-Scanner von Avira, Bitdefender, ClamAV und Kaspersky über die Festplatte laufen. Über eine Internet-Verbindung versorgt Desinfec’t die Scanner selbstständig mit aktuellen Signaturen, damit gewährleistet ist, dass die auch ganz neue Schädlinge möglichst zuverlässig aufspüren. Das Ganze ist in eine gemeinsame Oberfläche integriert und liefert ein aufbereitetes Scan-Ergebnis mit allen Funden in einem Browser-Fenster.

Dabei bindet Desinfec’t die Windows-Laufwerke des PC zwar selbstständig ein, arbeitet aber so lange wie möglich in einem Nur-Lesen-Modus. Erst wenn es darangeht, gefundene Probleme zu beseitigen, schaltet es – natürlich nach entsprechender Warnung – die Windows-Laufwerke in den beschreibbaren Modus um. So minimiert es die Gefahr von unbeabsichtigten Änderungen und Datenverlust. Im Browser-Fenster mit dem Scan-Ergebnis kann man mit wenigen Mausklicks eindeutig identifizierte Trojaner-Dateien unschädlich machen.

Auch wenn Desinfec’t nach wie vor von DVD startet und funktioniert, ist die bevorzugte Nutzungsmethode jetzt ein bootfähiger USB-Stick mit mindestens 4 GByte. War das Erstellen eines solchen Desinfec’t-Sticks bislang mit viel komplizierter Handarbeit verbunden, kann man das jetzt mit drei Mausklicks erledigen. Von denen bestätigt einer lediglich Ihr Einverständnis damit, dass der Stick komplett neu eingerichtet wird und dabei alle darauf gespeicherten Daten verloren gehen.

Vom Stick aus bootet und arbeitet Desinfec’t dann deutlich schneller als von DVD. Und der Stick speichert bereits heruntergeladene Signaturen, Scan-Ergebnisse und -Einstellungen genauso wie Browser-Bookmarks. Und man kann damit nicht nur Desinfec’t mit sich herumtragen; auf seiner unter Windows sichtbaren Daten-Partition ist auch genug Platz, um in Sicherheit zu bringende Daten zwischenzulagern oder die Lieblings-Tools für die Windows-Diagnose unterzubringen.

Das Risiko, dass eine Infektion vom PC auf den prinzipiell beschreibbaren Desinfec’t-Stick überspringt oder diesen als Überträger missbraucht, ist vernachlässigbar. Der Schädling müsste dazu erst einmal irgendwie innerhalb von Desinfec’t aktiv werden – was bei einem solchen Linux-System schon ein ziemliches Kunststück wäre.

Hilfe beim Helfen

Das eigentliche Highlight von Desinfec’t 2013 sind die Fernwartungsfunktionen mit dem integrierten Teamviewer. Da wir wissen, dass c’t-Leser häufig den PC-Support für Verwandte und Bekannte übernehmen und als Anlaufstelle für PC-Probleme aller Art fungieren, haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, wie wir Sie dabei unterstützen können.

Häufig können Eltern zwar noch einen Scan mit Desinfec’t durchführen – aber spätestens mit der Interpretation der Ergebnisse und einer eventuellen Reinigung sind sie dann überfordert. Die Unterscheidung zwischen echtem Trojaner und falschem Alarm erfordert oft doch etwas mehr Hintergrundwissen. Mit der neuen Fernhilfefunktion von Desinfec’t können verunsicherte Vielleicht-Trojaner-Opfer ganz einfach „Hilfe rufen“ anklicken und starten damit die Fernhilfe-Software Teamviewer.

Anschließend gibt der Hilfesuchende Ihnen am Telefon die links eingeblendete ID und das Kennwort durch. Sie starten bei sich ebenfalls Teamviewer. Falls Sie den nicht installiert haben, finden Sie auf der DVD oder der Daten-Partition Ihres Desinfec’t-Sticks „Teamviewer Portable“, den Sie direkt starten können. Dort geben Sie lediglich auf der rechten Seite des Teamviewer-Fensters die ID und danach das Kennwort ein und erhalten damit dann den Desinfec’t-Bildschirm in einem eigenen Fenster.

Dort können Sie dann den Desinfec’t-Rechner übers Internet beliebig fernsteuern: Tastatur und Maus gehorchen Ihrem Kommando und Sie können auch Dateien in beide Richtungen übertragen. Das funktioniert selbst dann ohne jegliche Konfiguration, wenn sich beide Rechner hinter einer Firewall befinden. Beachten Sie, dass dazu allerdings unter anderem Verbindungsinformationen über einen Server von Teamviewer ausgetauscht werden.

Die Idee ist also, dass Sie Desinfec’t-Sticks an Ihre Bekannten und Verwandten verteilen, deren Rechner Sie ohnehin warten müssen. So können Sie diese Arbeit dann wenigstens von zu Hause aus erledigen. Sie müssen den „Betreuten“ dann nur noch zeigen, wie sie ihren PC dazu bringen, vom Desinfec’t-Stick zu booten. Die Sticks enthalten übrigens auch gleich den Portable-Teamviewer, mit dem sie auch unter Windows nach Hilfe rufen können, damit Sie dessen Probleme diagnostizieren und beseitigen können.

Das notwendige Rüstzeug für den richtigen Einsatz von Desinfec’t vermittelt Ihnen der folgende Artikel. Auch wenn Desinfec’t in vielen Fällen weitgehend selbsterklärend ist und Sie die Details der Interna nicht interessieren müssen, lohnt es sich, zumindest den Kasten zu Windows 8 zu lesen. Da kann es nämlich einige Probleme mit Erklärungsbedarf geben. (ju)

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