Eins für alles

Windows-Tablets mit Tastatur gegen Ultrabooks mit Touchscreen

Test & Kaufberatung | Test

Windows-8-Tablets mit ansteckbarer Tastatur und Core-i-CPU ersetzen das Notebook, behauptet die Werbung. Verlockend ist so eine Lösung allemal.

Tablet plus Tastatur gleich Notebook – geht diese Gleichung auf? Mit dem iPad und einer Bluetooth-Tastatur sicher nicht. Man vermisst unter anderem vollwertige Office-Anwendungen und eine USB-Schnittstelle. Auch mit Android-Tablets verrechnet man sich. Die haben zwar mehr Anschlüsse, aber auch keine Apps, mit denen man arbeiten kann wie am PC.

Bei Windows-Tablets stehen die Chancen besser, denn auf ihnen laufen dieselben Anwendungen wie auf Windows-Notebooks. Und es gibt genügend Modelle mit Core-i-CPU und SSD, also derselben schnellen Hardware wie in Ultrabooks.

Zwar ist ein Lüfter nötig, um einen Core-i-Prozessor zu kühlen. Aber weil selten mehr als 20 Prozent der Rechenleistung gefordert sind, bleiben die meisten Tablets im Alltag leise. Das Schnittstellen-Problem lösen viele Hersteller mit zusätzlichen Buchsen in den Anstecktastaturen. In einigen der Tastaturen steckt auch ein Zusatzakku, der die Laufzeit auf über acht Stunden verlängert.

Damit die Rechnung aufgeht, müssen die Tablets allerdings auch das Problem der Gewichtsverteilung lösen. Bei Notebooks sitzen Mainboard und Akku, also der Großteil des Gewichts, im Rumpf. Dadurch stehen sie sicher, auch wenn man das Display weit nach hinten klappt. Die Core-i-Tablets wiegen zwischen 780 und 970 Gramm, viel mehr als Display und Deckel eines normalen Notebooks. Für die Verwandlung in ein Notebook müssen die Entwickler deshalb tricksen.

Unverstellbar

Video: Hybridgeräte: Lenovo Yoga 13 und Sony Vaio Duo 13

Eine Lösung besteht darin, das Tablet von hinten abzustützen. Von den sechs Tablets im Test sind Microsofts Surface Pro und Acers Aspire P3 so konstruiert. Aus dem Surface klappt man einen Standfuß heraus, die Halterung des P3 steckt in der mitgelieferten Tastaturhülle. Beide stellen die Tablets in einem festen, steilen Winkel auf. Im Vergleich zum Notebook ist dieser eine Einschränkung – je größer man ist, desto unangenehmer. Selbst die hochwertigen IPS-Panels, die alle Geräte haben, sehen dunkler aus, wenn man sie von oben statt von vorne betrachtet.

Verzichtet man auf einen Standfuß, muss die Tastatur so schwer sein, dass sie das Tablet-Gewicht austariert. So ist es bei den vier anderen Windows-Tablets, dem Transformer Book von Asus, dem Stylistic Q702 von Fujitsu, dem ThinkPad Helix von Lenovo und dem Ativ Smart PC Pro von Samsung. Nachteil dieser Lösung: Das Gesamtpaket aus Tablet und Tastatur wird sehr schwer.

Zu den sechs Tablets kommen zwei Hybridgeräte, deren Tastatur sich nicht abnehmen, aber hinter das Display schieben beziehungsweise klappen lässt: Sony Vaio Duo 13 und Lenovo Yoga 13. Außerdem haben wir drei Ultrabooks mit Touchscreen ausgewählt, als Maßstab für die Notebook-Ambitionen der Tablets und Hybridgeräte: Asus ZenBook UX31, Samsung Serie 7 und Sony Vaio Pro 11. Mit ihrer Notebook-Bauweise taugen sie gut zum Tippen, aber schlecht zum Angry-Birds-Zocken.

Schnellstarter

Über die Rechenleistung und SSD-Geschwindigkeit muss man nicht viele Worte verlieren, weil sich die Testkandidaten allesamt gleich schnell anfühlen – und zwar sehr schnell. Nirgends bemerkten wir langsam startende Apps (wie auf Tablets mit Atom-CPU) oder Ruckler (wie auf vielen Android-Tablets). Sie booten in rund zehn Sekunden, aus dem Standby wachen sie in zwei Sekunden auf.

Interessanter sind die Laufzeiten. Im praxisnahen Test mit WLAN reichen die Ergebnisse von vier bis zu über neun Stunden. Die Tablets von Fujitsu und Lenovo halten nur im Notebook-Modus lange durch – in den Tastaturen steckt ein Zusatzakku. Die beiden Sony-Geräte verdanken ihre Ausdauer ihrer Haswell-CPU, die im Leerlauf rund ein Viertel weniger Leistung aufnimmt als die Ivy-Bridge-Prozessoren der anderen Geräte [1].

Die Displays leuchten hell genug für drinnen, aber nicht für draußen. Nur beim Q702, beim Yoga und beim Aspire P3 erkennt man Pixeltreppen, die anderen haben scharfe Full-HD-Displays. Die sattesten Farben zeigen Zenbook, Serie 7 und Duo 13. Blass wirkt nur das Q702 (die Ergebnisse unserer ausführlichen Displaymessungen finden Sie über den c’t-Link).

Alle abgesehen vom P3 gibt es in mehreren Varianten. In der Regel kann man SSD-Größe und CPU auswählen. Das sollte man sich gut überlegen – nachträglich aufrüsten kann man nichts. Nicht einmal die Akkus lassen sich ohne Garantieverlust zu Hause tauschen. UMTS haben Ativ, Helix, Duo 13 und Q702; Dualband-WLAN bieten alle außer Transformer Book und Yoga 13; einen SD-Steckplatz alle außer P3 und Helix. Die abgespeckte Ausstattung des P3 überrascht nicht, es ist mit seinem Preis von 600 Euro mit Abstand das günstigste Gerät.

Q702, Duo 13, Surface, Ativ und Helix haben einen Digitizer und einen Stift. Die ersten beiden nutzen die Technik von N-Trig mit Batterie im Stift, die restlichen batterielose Wacom-Stifte. Mit allen kann man präzise schreiben und zeichnen, nur an den Rändern liegt die Erkennung um 1 bis 2 Millimeter daneben. Auf dem Q702 fühlt sich das Schreiben aufgrund des relativ großen Abstands zwischen Scheibe und Display unnatürlich an. Alle erkennen in geeigneten Programmen (wie ArtRage) Druckstufen, das Helix weniger als die anderen. Mit neuen Wacom-Treibern erkennt auch Photoshop den Stiftdruck.

Tablets mit Anstecktastatur

Acer Aspire P3

Das P3 kostet nur 600 Euro, halb so viel wie einige der anderen Testgeräte. Gespart hat Acer an eigentlich allem: an Leistung, Ausstattung und der mitgelieferten Tastatur.

Dass anstelle eines Core-i5-Prozessors ein Core i3 ohne Turboboost sowie nur 2 GByte RAM an Bord sind, fiel uns nicht negativ auf. Störender ist der knappe Speicherplatz. Auf der 60-GByte-SSD sind nach dem ersten Start nur 32 GByte frei. Mangels SD-Steckplatz kann man den Speicher nicht erweitern. Will man Windows neu installieren, verlangt das System nach der mitgelieferten DVD, man muss sich also ein Laufwerk besorgen.

Den Notebook-Modus realisiert Acer auf günstige Art: Man quetscht das Tablet in eine Hülle mit Bluetooth-Tastatur. Nach dem Aufwachen braucht es oft ein paar Sekunden, um die Tastatur zu erkennen – solange tippt man ins Leere. Der steile Aufstellwinkel lässt sich nicht ändern.

Die Tastatur ist die Einzige ohne Touchpad. Das vermisst man ab und zu durchaus, zum Beispiel in der Systemsteuerung. Die Tasten verteilen sich auf nur fünf Zeilen statt auf sechs: Die F-Tasten liegen als Zweitbelegung auf den Ziffern. Die Unterlage ist stabiler als die von Microsofts Type Cover, aufgrund des diffusen Anschlags tippten wir relativ langsam. Aber: Der Lüfter bleibt im Normalbetrieb leise, das Display gehört zu den hellsten, ohne Tastatur ist das P3 das leichteste Tablet im Test.

Eine Alternative ist Acers Iconia W700/W701 mit derselben Tastaturhülle, aber Full-HD-Display, bis zu 128 GByte Speicher und UMTS (600 bis 1000 Euro). Es wiegt 150 Gramm mehr und lief im WLAN-Laufzeittest fast zwei Stunden länger (siehe c’t 10/13).

günstig

leise

fester Aufstellwinkel

wenig freier Speicherplatz

Asus Transformer Book

Das Transformer Book fällt aus der Reihe. Es ist das einzige 13-Zoll-Tablet im Test und deshalb spürbar schwerer als der Rest – es wiegt knapp ein Kilogramm. Es mit einer Hand festzuhalten, macht keinen Spaß. Nutzt man beide Hände, erreicht man die Displaymitte mit den Daumen nicht. Flexibel einsetzbar ist es deshalb nur, wenn man es auf dem Schoß oder auf einem Tisch ablegt. Oder im Zusammenspiel mit seiner ansteckbaren Tastatur – aber die Kombination bringt 1,9 Kilogramm auf die Waage, ein halbes Kilogramm mehr als ein durchschnittliches 13-Zoll-Ultrabook.

Die Tastatureinheit besteht wie die Tablet-Rückseite aus gebürstetem Aluminium. Scharnier und Dock-Anschluss wirken stabil, das Tablet lässt sich zurückneigen, aber nicht so weit, wie es oft nötig wäre. Die Tasten haben einen klaren Druckpunkt und werden von unten beleuchtet, das Touchpad ist schön groß. Aber auch im Inneren steckt einiges: eine 500-GByte-Festplatte als Ergänzung der 128-GByte-SSD im Tablet selbst sowie zusätzliche Schnittstellen (LAN, SD, USB 3.0, Mini-DisplayPort). Auch ein Akku ist eingebaut, der versorgt aber nur die Elektronik in der Tastatur mit Strom und verlängert nicht die Laufzeit des Gesamtsystems. Im Test erreichten wir nur vier bis fünfeinhalb Stunden Laufzeit.

Der Touchscreen unseres Testgeräts funktionierte nicht richtig: Egal wo wir ihn berührten, er registrierte zusätzliche Berührungen in der rechten oberen Ecke, weshalb wir nicht alle Benchmarks ausführen konnten. Das scheint ein seltenes Problem zu sein, vielleicht sogar ein Einzelfall – im Web fanden wir keine Beschwerden anderer Nutzer.

SSD plus Festplatte

große Tastatur & Touchpad

kurze Akkulaufzeit

schwer

Fujitsu Stylistic Q702

Das Fujitsu-Tablet ist konsequent für den Einsatz in Firmen ausgelegt: Die Docking-Tastatur hat Anschlüsse für LAN und VGA sowie einen wechselbaren Akku. Auf der Tablet-Rückseite sitzt ein Fingerabdrucksensor, das Display spiegelt nicht so stark wie die der Konkurrenten, denn Fujitsu hat die Scheibe nachträglich mattiert. Richtig matt ist sie allerdings nicht – bei dunklem Bildschirminhalt kann man die eigene Frisur gut überprüfen. Farben wirken weniger satt als bei der Konkurrenz.

Der vPro-Chipsatz ermöglicht die Fernwartung durch den Admin, mit UMTS kommt man überall ins Netz. CPU und Grafikeinheit erreichen selbst im Netzbetrieb nicht die zu erwartenden Benchmarkergebnisse. Offenbar muss der Core i5 heruntertakten, weil Fujitsu das Kühlsystem nicht auf anhaltend hohe Last ausgelegt hat. Wer Tabellen und Texte bearbeitet, statt zu zocken oder Videos zu schneiden, wird sich daran nicht stören.

Ein- und ausgeschaltet wird das Tablet mit einem kleinen Schieber, der auf der rechten Seite außerhalb des Blickfeldes liegt, schwer zu ertasten und fummelig zu bedienen ist. Ziemlich umständlich, wenn man es einfach nur in den Standby-Modus schicken oder wieder aufwecken will. Die Tastenkombinationen Fn-F6 und Fn-F7 sollen eigentlich nur das Display heller und dunkler drehen, waren bei unserem Testgerät aber doppelt belegt und führten aus Metro-Apps zum Desktop. Ansonsten gefällt die Tastatur; das Touchpad ebenfalls.

Der Lüfter bleibt bei niedriger Last kaum hörbar. Spielt man HD-Videos ab, macht er sich bemerkbar – anders als zum Beispiel der des Surface Pro. Nervig laut wird er aber nicht.

lange Akkulaufzeit (mit Tastatur)

weiter Aufklappwinkel

niedrige Auflösung

teuer

Tablets mit Anstecktastatur

Lenovo ThinkPad Helix

ThinkPad-Nutzer erwarten eine knackige Tastatur und viele Schnittstellen. Als Tablet mit Anstecktastatur kann das mindestens 1600 Euro teure Helix diese Erwartungen kaum erfüllen – oder?

Aufgrund seines Spiegeldisplays geht es nicht als klassische Arbeitsmaschine durch. Der Spagat zwischen Tablet und Notebook gelingt aber recht gut: Der Andockmechanismus und die Scharniere wirken sehr stabil. Man kann das Tablet etwas weiter nach hinten neigen als Samsungs Ativ, aber nicht so weit wie Fujitsus Q702. Auch um 180 Grad gedreht lässt sich das Tablet einstecken, sodass das Display nach dem Zuklappen nach außen zeigt.

Die Anstecktastatur mit Trackpoint hat aufgrund des begrenzten Platzes weniger Tasten als eine klassische ThinkPad-Tastatur, aber sie ist ähnlich langhubig und knackig. Das riesige Touchpad lässt sich zum Klicken auf ganzer Fläche herunterdrücken – rechts für einen Rechtsklick, oben für das schnelle Scrollen mit dem Trackpoint.

Schnittstellen für LAN und VGA gibt es nicht, aber immerhin liefert Lenovo Adapter mit. Den dünnen Stift für den Wacom-Digitizer kann man im Gehäuse parken. Für einen Speicherkartensteckplatz hat Lenovo keinen Platz gefunden, aber für eine Öse für ein Kensington-Schloss.

Die Lüfter liefen auch dann hörbar, wenn der Prozessor nichts zu tun hatte – mit 0,4 Sone. Das war meist nur im Notebookmodus der Fall, denn in der Tastatur sitzen zusätzliche Lüfter. Nahmen wir das Tablet heraus, wurde es leiser. Mit der inoffiziellen Anwendung „TPFanControl“ lässt sich die Drehzahl aller Lüfter absenken. Allerdings verliert man dabei seine Garantieansprüche im Schadensfall.

lange Akkulaufzeit (mit Tastatur)

standardmäßig drei Jahre Garantie

hörbare Lüfter

teuer

Microsoft Surface Pro

Das Originelle am Surface Pro sind die leichten, magnetisch haftenden Tastaturen. Das Touch Cover ist eher eine Not-Tastatur, auf ihm tippt man ohne haptisches Feedback. Auf dem Type Cover arbeiten Zehn-Finger-Schreiber um Welten schneller.

Wenn man auf dem Schoß arbeitet, biegen sich beide Tastaturen durch. Sie haben keinen Zusatzakku, der die Laufzeit (vier bis sechs Stunden) verlängern könnte. Außerdem stellt der Fuß das Surface in einem festen Winkel auf, der für große Menschen zu steil ist.

Die zweite Besonderheit ist das 10,6-Zoll-Display, denn die Konkurrenten haben 11,6 oder 13,3 Zoll. Aufgrund der hohen Auflösung (1920 × 1080) ergibt sich die höchste Pixeldichte im Testfeld. Viele Desktop-Programme kommen damit nicht zurecht. Oft sieht man unscharfe Inhalte (Chrome, Opera, Installationsdialoge) oder winzige Icons (Photoshop). Auf der Kachel-Oberfläche sieht alles super aus.

Das kompakte Format hat außerdem den Nachteil, dass Microsoft das Touchpad auf Briefmarkenformat schrumpfen musste. Zwei-Finger-Scrollen macht keinen Spaß. Normalerweise scrollt man zwar via Touchscreen, aber das funktioniert nicht in allen Desktop-Apps und gar nicht, wenn die Anwendung auf einem externen Monitor dargestellt wird.

Der Speicherplatz ist knapp (bei der 64-GByte-Variante sind ungefähr 28 frei), aber immerhin per MicroSDXC erweiterbar. Microsofts teuren Mini-Displayport-Adapter braucht man nicht, auch günstigere funktionieren. Ein nettes Detail ist die USB-Buchse am Netzteil, an der man Smartphones aufladen kann.

helles Display

leise

Pixeldichte zu hoch für viele Desktop-Anwendungen

steiler, fester Aufstellwinkel

Samsung Ativ Smart PC Pro

Samsungs Ativ hat fast dieselbe Ausstattung wie das Surface Pro: Core-i5-CPU, schnelle SSD, helles Full-HD-Display mit Wacom-Digitizer. Wie Microsoft schafft es Samsung, die leistungsfähige Hardware leise zu kühlen, auch bei mittlerer Last und sommerlicher Raumtemperaratur blieb der Lüfter leise. Im Akkubetrieb drosselt das Ativ seinen Prozessor, das fällt aber nur in Benchmarks auf. UMTS ist eingebaut.

Alle Schnittstellen sind hinter Klappen versteckt, das sieht schick aus, kann aber nerven, wenn man oft Sticks anstöpselt oder die SD-Karte wechselt. Der Stift lässt sich im Gehäuse versenken – er ist kurz und leicht, aber trotzdem recht griffig. Einen größeren Stift gibt’s als Zubehör. Für handschriftliche Notizen stellt Samsung eine eigene App bereit, das von den Galaxy-Note-Modellen bekannte, ziemlich funktionsreiche, aber auch umständliche S Note.

Den Notebookmodus löst Samsung anders als Microsoft: Die Anstecktastatur ist so stabil wie bei einem richtigen Notebook und ziemlich komfortabel, weil sie nach hinten ansteigt. Das Touchpad bietet doppelt so viel Fläche wie das des Surface, mit zwei Fingern scrollt man bequem. Die Tastatur hat zwei USB-Ports – aber keinen Zusatzakku. Das Display lässt sich zwar neigen, der größte Öffnungswinkel ist aber nicht größer als beim unverstellbaren Surface.

Wie viele Samsung-Notebooks und -Tablets trägt das Ativ ein Nachhaltigkeits-Siegel von TCO. Es steht für eine Reihe von Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Ergonomie und Soziales, zum Beispiel härtere Schadstoffregeln als die gesetzlichen und einige Anforderungen an die Arbeitsbedingungen in der Produktion.

leise

UMTS

steiler Aufstellwinkel

mittelmäßige Laufzeit

Ultrabooks mit Touchscreen

Asus Zenbook Prime Touch

Nicht nur Apple verbindet puristisches Design mit Praxistauglichkeit. Auch Asus verpackt eine beleuchtete Tastatur und ein großes Touchpad in einem schlanken Aluminium-Gehäuse mit extrem flacher Silhouette. Sogar das kompakte Steckernetzteil, die Schutzhülle und die Adapter für VGA und LAN (alles im Lieferumfang) sehen schicker aus als bei anderen Windows-Notebooks.

Die Scharniere unseres Testgeräts waren allerdings für unseren Geschmack zu weich eingestellt. Beim Touchen in der oberen Hälfte des Bildschirms schubsten wir ihn öfters ungewollt ein paar Millimeter nach hinten. Nach jeder Berührung zitterte er etwas stärker und länger als die Displays der Konkurrenten. Würde das Display nicht spiegeln, wäre das halb so wild, aber die Spiegelungen tanzten auf dem Display herum und lenkten von der Arbeit ab. Die ungleichmäßige Hinterleuchtung ist bei Weitem nicht hell genug, um das zu überstrahlen. Vorteil der weichen Scharniere ist, dass man das Display öffnen kann, ohne mit der anderen Hand den Rumpf festzuhalten.

Ansonsten hatten wir nichts zu meckern. Mit Tastatur und Touchpad kann man zügig arbeiten, Gesten werden zuverlässig erkannt. Der Lüfter bleibt bei niedriger Systemlast komplett stumm, das Full-HD-Display zeigt satte Farben.

Außer der getesteten Variante mit Core-i7-CPU und 256-GByte-SSD (1500 Euro) verkauft Asus auch eine mit Core i5 und 128 GByte (1200 Euro). Die Modelle ohne Touchscreen (ab 1000 Euro) haben eine matte Display-Oberfläche und ebenfalls 1920 × 1080 Pixel. Ein UMTS-Modul baut Asus nicht ein.

leise

schickes Gehäuse

teuer

Samsung Serie 7 Ultra Touch

Als einziges Gerät im Test hat das Samsung-Ultrabook außer der Intel-Grafikeinheit einen zusätzlichen Grafikchip auf dem Board, und zwar ein Einsteigermodell von AMD (HD8570M). Er wird automatisch aktiviert, wenn man die zusätzliche Leistung braucht. Jüngere Spiele wie SimCity oder BioShock Infinite kann man mit wenigen Details flüssig spielen. In 3D-Benchmarks sammelt das Samsung-Ultrabook ungefähr doppelt so viel Punkte wie die Ultrabooks, die nur mit der Intel-Grafik HD4000 antreten. Kehrseite der Medaille ist das etwas höhere Gewicht. 1,6 Kilogramm sind 300 Gramm mehr als zum Beispiel beim MacBook Air mit 13-Zoll-Display.

Das Alu-Gehäuse ist stabil, unempfindlich und schick. Auf der beleuchteten Tastatur fühlten wir uns dank der aufgeräumten Beschriftung sofort wie zu Hause, der Anschlag ist der knackigste im Testfeld. Die Lautsprecher klingen voller als die der Konkurrenten, den Lüfter hört man bei normaler Nutzung nicht. Da wirkt das Netzteil wie ein Stilbruch: Es sieht billig aus, der Stecker ist fummlig. Ein Adapter für den proprietären Mini-VGA-Ausgang liegt nicht bei, obwohl der Einstiegspreis bei satten 1100 Euro liegt. Die Testkonfiguration kostet 1400 Euro.

Der stark spiegelnde Full-HD-Touchscreen ist Geschmackssache. Samsung verkauft das Serie-7-Ultrabook auch mit mattem Display, dann aber ohne Touch. Beide Varianten zeigen 1920 × 1080 Punkte, für die Größe eine ideale Auflösung. Die Nachfolgemodelle namens „Ativ Book 7“ sind vermutlich bald erhältlich, auch sie haben noch Ivy-Bridge-Prozessoren. Wie das Ativ-Tablet trägt auch das Samsung-Ultrabook das Nachhaltigkeits-Logo von TCO.

sehr gute Tastatur

leise

schwer

Sony Vaio Pro 11

Elfeinhalb Stunden lief das kleine Ultrabook von Sony im Akkutest ohne Last – länger als alle anderen Testkandidaten. Und für 100 Euro bekommt man einen Zusatzakku zum Unterschnallen, der die Laufzeit verdoppelt. Grund für die Rekordwerte ist der sparsame Haswell-Prozessor. Der Lüfter rauschte nur nach dem ersten Einschalten und blieb anschließend meist unhörbar. Auch das Gewicht lässt die Konkurrenz alt aussehen: Gerade mal 875 Gramm wiegt das 11,6 Zoll große Pro 11, weniger als die meisten 11,6-Zoll-Tablets ohne Tastatur.

Das Gehäuse ist so leicht, weil es zum größten Teil aus carbonfaserverstärktem Kunststoff besteht. Es sieht schick aus, wirkt gut verarbeitet, gibt auf Druck aber viel stärker nach als die sonst üblichen Alu-Gehäuse. Auf dem silberfarbigen Deckel waren schnell Kratzer sichtbar.

Die beleuchtete Tastatur gibt noch stärker nach als der Rest des Gehäuses, aber wer nicht auf den Tasten herumhämmert, stört sich daran vermutlich nicht. Gebremst wird man eher durch den geringen Abstand zwischen den Tasten, es geht hier enger zu als auf allen anderen Tastaturen im Test. Schade, dass Sony nicht die gesamte Gehäusebreite ausgenutzt hat. Immerhin ist das Touchpad groß genug.

Sony verkauft das Pro 11 zurzeit nur mit Touch, 4 GByte RAM sowie 128- oder 265-GByte-SSD. Das Schwestermodell mit 13-Zoll-Display hat eine größere Tastatur und kann flexibler konfiguriert werden: Auf Wunsch bekommt man es ohne Touch, mit einer 512-GByte-SSD und 8 GByte RAM. An das Netzteil beider Pro-Modelle kann man wie beim Duo 13 einen WLAN-Router anstöpseln. Sony verkauft ihn zusammen mit einem HDMI-VGA-Adapter für 60 Euro.

extrem leicht

lange Akkulaufzeit

empfindliches Gehäuse

Hybridgeräte

Lenovo IdeaPad Yoga 13

Das Yoga sieht aus wie ein normales Ultrabook, lässt sich aber in ein Tablet verwandeln. Ohne komplizierten Schiebe- oder Drehmechanismus, einfach mit seinen beiden solide wirkenden Doppelscharnieren, die Rumpf und Deckel verbinden. Öffnet man den Deckel um 180 Grad, liegt das Yoga flach auf dem Tisch. Auf rund 300 Grad geöffnet kann man es wie ein Zelt aufstellen – praktisch zum Filmschauen in der Bahn. Klappt man den Deckel komplett hinter den Rumpf, zeigt das Display nach außen wie bei einem Tablet. Magnete halten die beiden Hälften dann sicher zusammen.

Für ein Tablet ist das Yoga mit 1,5 Kilogramm zugegebenermaßen ziemlich schwer. Man kann es auf dem Unterarm ablegen und mit der anderen Hand bedienen, aber nicht länger als ein paar Minuten mit einer Hand halten. Dass die Tasten auf der Rückseite spürbar sind, irritiert, ist aber kein Problem, denn im Tablet-Modus ist die Tastatur ausgeschaltet.

Die Scharnierlösung hat den großen Vorteil, dass das Yoga im Notebook-Modus ein vollwertiges Ultrabook ist. Das Display sitzt hinten am Ende des Rumpfes und lässt sich beliebig verstellen. Außerdem gibt es genügend Platz für ein großes Touchpad (7,4 cm2), während in Sonys Duo 13 nur ein Mini-Touchpad passt (2 cm2). Die Tastatur nutzt den vorhandenen Platz allerdings nicht voll aus. Der Abstand zwischen den Tasten reicht zwar locker für schnelles Tippen, aber die Enter-, Backspace- und die rechte Shift-Taste fallen kleiner aus als bei allen anderen Testkandidaten – gewöhnungsbedürftig.

Die Ausstattung ist ziemlich spartanisch: kein LAN, kein VGA; Adapter liegen nicht bei. Auf UMTS und eine Tastaturbeleuchtung muss man ebenfalls verzichten. Der Lüfter dreht sich ständig, selbst wenn der Prozessor nichts zu tun hat. Das konstante, relativ leise Rauschen störte uns nicht, Nutzer mit empfindlichen Ohren könnte es aber nerven.

Wer auffallen will, kauft das Yoga mit orangefarbiger Außenseite. Dafür muss man rund 1200 Euro hinblättern. Die silberfarbene Version gibt es ab 950 Euro mit Core-i3-Prozessor und 128-GByte-SSD. Das Schwestermodell Yoga 11S (ab 900 Euro) mit 11,6-Zoll-Display wiegt laut Lenovo 1,4 Kilogramm, nur 100 Gramm weniger als das Yoga 13. Das namentlich ähnliche Yoga 11 ist ein völlig anderes Gerät mit ARM-CPU und Windows RT (c’t 5/13).

flexibel einsetzbar

großes Touchpad

ohne Stift, LAN, VGA, UMTS & 5-GHz- WLAN

relativ schwer

Sony Vaio Duo 13

Sonys Verwandlungsmechanismus sieht kompliziert aus, lässt sich aber einfach bedienen: Mit einer Hand hebt man das Display hinten an und zieht es etwa 20 Zentimeter nach oben. Dann wird es von zwei Federn nach hinten gezogen, die Display-Unterkante rastet mit einem satten Klacken in zwei Metallhaken ein, fertig. Um das Notebook wieder in ein Tablet zu verwandeln, zieht man das Display einfach sanft nach vorne (siehe Video über den c’t-Link). Die Mechanik wirkt solide.

Sie erlaubt zwar nur einen festen Aufstellwinkel, aber der ist mit ungefähr 45 Grad gut gewählt. Auch wer größer ist als 1,70 Meter muss keinen Buckel machen. An der Tastatur gibt es nichts auszusetzen. Das Touchpad ist im Vergleich zu „normalen“ Ultrabooks allerdings winzig, beim vertikalen Scrollen muss man so häufig neu ansetzen, dass man lieber den Touchscreen nutzt.

Besonders viel Liebe zum Detail beweist Sony mit dem Stift. Für ihn gibt es gleich zwei Halterungen: Mit einer kleinen Plastikschiene befestigt man ihn sicher am Gehäuserand. Zieht man ihn heraus, startet eine einstellbare Anwendung. In Arbeitspausen kann man ihn außerdem in einer ausklappbaren Öse abstellen, wie in einem Tintenfass. Die mitgelieferte Notiz-App „Note Anytime“ ist nicht so kompliziert wie Samsungs S Note, bietet aber keinen Formeleditor und keine Zeichenhilfen.

Im Karton liegt ein kleines schwarzes Kästchen mit USB- und LAN-Anschluss – ein WLAN-Router zum Aufstecken auf das Netzteil. Verbindet man ihn mit einem LAN-Kabel, spannt er automatisch ein Drahtlosnetzwerk für bis zu fünf Clients auf. Das Duo 13 selbst hat keinen LAN-Anschluss. Für externe Monitore gibt es einen HDMI-Port und einen VGA-Adapter. Mit dem Netzteil kann man auch Smartphones laden.

Dank Haswell-Innenleben verbraucht das Duo 13 bei geringer Last sehr wenig Strom und schafft hervorragende Akkulaufzeiten. Der Lüfter bleibt bei Büroarbeit und beim Videoabspielen unhörbar. Aber als einziges Gerät hatte es auf unserer 20 Meter langen WLAN-Teststrecke keinen Empfang, wir mussten es für die Messung etwas näher an den Router stellen (siehe Tabelle auf S. 88).

leicht

gute Ausstattung

schlechte WLAN-Empfangsleistung

teuer

Fazit

Die Tablets mit Anstecktastatur halten im Notebook-Modus nicht mit den Ultrabooks mit. Sie sind entweder viel unpraktischer oder viel schwerer – oder beides. Interessant sind sie, wenn man die Tastatur unterwegs selten braucht. Oder, wenn man unbedingt einen Stift will.

Am Surface Pro vermisst man die Ergonomie, weil es nur in einem steilen Winkel aufgestellt werden kann. Wer es vorwiegend im Tablet-Modus nutzen will, wird damit leben können. Immerhin wiegt es samt Tastatur nur 1,1 Kilogramm. P3, Ativ PC Pro, ThinkPad Helix und Transformer Book lassen sich im Notebook-Modus ebenfalls nicht weit zurückneigen. Sie sind deshalb nur wenig ergonomischer als das Surface Pro – und obendrein ziemlich schwer. Das P3 könnte man theoretisch auch anders abstützen als mit der mitgelieferten Hülle, weil es eine Bluetooth-Tastatur hat. Die anderen brauchen aber direkten Kontakt zu ihren Tastaturen.

Das Q702 ist zwar ebenfalls schwer, aber immerhin praktisch. Es lässt sich weit aufklappen, läuft samt Tastatur am längsten, spiegelt nicht ganz so schlimm, bietet UMTS und einen Stift – aber zu einem hohen Preis.

Zugegeben: Über die 1,6 Kilogramm des Ativ PC Pro oder die 1,9 Kilogramm des Transformer Book hätte noch vor ein paar Jahren niemand gejammert. Aber mittlerweile haben sich viele Nutzer an 600 Gramm leichte Tablets und 1,3 Kilogramm leichte Ultrabooks gewöhnt. Da überlegt man sehr gründlich, ob man wirklich mehr Gewicht mitschleppen will.

Die Hybridgeräte Duo 13 und Yoga kommen in Frage, wenn man die Tastatur immer dabeihaben, aber ab und zu ein Tablet möchte. Die beste Idee hatte Lenovo, denn das Doppelscharnier des Yoga erlaubt die Verwandlung zum Tablet ohne Kompromisse im Notebook-Modus. Doch der Hersteller hätte die Idee konsequenter umsetzen können: mit ein paar hundert Gramm weniger Gewicht und (optionalem) Stift sowie UMTS. Aktuell gefällt das leichtere, besser ausgestattete Sony Duo 13 deshalb mindestens genauso gut, trotz seines festen Aufstellwinkels und Mini-Touchpads.

Die Touch-Ultrabooks unterscheiden sich stark voneinander: Das Pro 11 von Sony ist ideal, wenn man unterwegs Gewicht sparen will und dafür eine kleine Tastatur in Kauf nehmen mag. Das ZenBook von Asus bietet (abgesehen vom Spiegeldisplay) eine sehr gute Ergonomie bei immer noch portablem Gewicht. Gemessen an neuen Haswell-Ultrabooks ist die Laufzeit aber ziemlich kurz. Das Samsung-Ultrabook hat die beste Tastatur im Test und drängt sich auf, wenn man den Grafikchip braucht, also zum Spielen. Auch die seit Jahren guten Ergebnisse in unseren Umfragen zur Service-Qualität sprechen für Samsung. (cwo)

Literatur
  1. [1] Benjamin Benz, Florian Müssig, Marathonprozessor, Intels nächster Core i: Lange Akkulaufzeit trifft hohe Performance, c’t 14/13, S. 105
Notebook mit Touch – muss das sein?

Natürlich braucht niemand einen Touchscreen im Notebook. Genauso wenig, wie man ein Tablet wirklich braucht. Aber wer regelmäßig ein Tablet nutzt, gewöhnt sich schnell an die Vorzüge der Touch-Bedienung.

Und wenn man sich dann wieder vors Notebook setzt, toucht man plötzlich auch auf dem herum – selbst wenn es gar keinen Touchscreen hat. Im Test nutzten wir den Touchscreen aller Geräte auch im Notebook-Modus fleißig – egal ob Tablet, Hybridgerät oder Touch-Ultrabook. Nicht nur zum Scrollen und Zoomen, auch zum Antippen von Schaltflächen, nicht nur auf der Kacheloberfläche, auch auf dem Desktop. So geht vieles einfach schneller. Natürlich sind auch oft Tastatur oder Touchpad schneller. Aber man hat ja die volle Auswahl und wählt nach kurzer Zeit intuitiv den schnellsten Weg, ohne nachzudenken.

Was geht APP?

Ein Aspekt der Kaufentscheidung ist die Frage, ob auf der Wunsch-Hardware die Apps und Programme laufen, mit denen man gern arbeitet oder auf die man angewiesen ist. Erfreulicherweise funktionieren Windows-7-Anwendungen in aller Regel anstandslos unter der Desktop-Oberfläche von Windows 8, doch wie sieht es bei den touchfähigen Apps aus? Da Windows 8 noch später ins Rennen gegangen ist als Windows Phone 7/8, verwundert es nicht, dass Android und iOS rein zahlenmäßig deutlich vorn liegen: Laut der Website statista.com gab es im Juni 2013 rund 900 000 Apps für iOS und etwa 850 000 für Android, während wir im Store von Microsoft aktuell gut 58 000 Apps in 20 Kategorien gezählt haben. Dass das Angebot so übersichtlich ausfällt, müsste kein Nachteil sein – wenn denn die vorhandenen Apps von guter Qualität wären und alle wichtigen Themen abdecken könnten. Nach unserem Eindruck hat sich aber bei der Vielfalt und der Qualität seit der ersten Bestandsaufnahme Ende 2012 noch nicht sehr viel getan [1]. Nach wie vor ragen nur wenige Top-Apps aus der Masse heraus, darunter Microsoft-Projekte wie das Malprogramm Fresh Paint oder die speziell für Tablets und Touch entwickelte Variante des Notizenprogramms OneNote.

Auf Grundlegendes muss man unter Windows 8 nicht verzichten: Inzwischen gibt es die App-Pendants zu beliebten Programmen wie Evernote oder TeamViewer, ebenso eine Adobe-Reader-App, allerdings mit vergleichsweise geringem Funktionsumfang. Eine recht gute Auswahl hat man bei den Spielen. Beschäftigung für die Jüngsten, insbesondere die unter iOS reichlich vertretenen animierten Bilderbücher, finden sich für Windows 8 allerdings kaum. Adobe und Autodesk machen mit den kostenlosen Zeichen-Apps Photoshop Express App und Sketchbook Express vor, wie es gehen könnte, aber viele Hersteller scheinen noch abzuwarten.

Diesen Eindruck bestätigt Philipp Benkler, einer der Gründer des IT-Dienstleisters Testbirds. Das Unternehmen testet Apps im Auftrag von Entwicklern, Produktverantwortlichen und Agenturen. Testbirds hat dazu eine Plattform aufgebaut, über die Apps aller Art von Testern aus einem großen Pool von Anwendern begutachtet werden, die der jeweiligen Zielgruppe entsprechen – der Dienstleister nennt das „Crowdtesting“. „Unsere Kunden sind bei Apps für Windows 8 noch zurückhaltend“, beschreibt Philipp Benkler die aktuelle Situation, „die wenigsten gehen in den Windows-8-Apps-Markt, wenn sie nicht von Microsoft gepuscht werden.“ Er ist jedoch überzeugt, dass sich das ändern wird: „Kein Hersteller kann es sich leisten, Windows 8 zu ignorieren.“ Die Option, ein Windows-Tablet wahlweise mit oder ohne Tastatur zu verwenden, hält Benkler durchaus für vielversprechend. „Das kann ein drittes Gerät überflüssig machen, hat aber derzeit noch Kinderkrankheiten.“

Den Laden aufräumen

Apple ist aufgrund des großen App-Angebots in der komfortablen Situation, hohe Anforderungen an die iOS-Entwickler stellen zu können und sorgt so für eine fast durchgehend gute Qualität im App Store. Das Angebot der Windows-8-Apps präsentiert sich verglichen damit sehr gemischt. Die App der Fahrschule Adler aus Innsbruck interessiert überregionale Store-Besucher wenig, die Bildbearbeitungs-App ColorPop erweckt mit dem Satz „Während das einladen ihrem Bild wird diese auf Graustufen umgewandelt“ in der Programmbeschreibung nicht unbedingt Vertrauen. Unter den 200 Apps der Kategorie „Behörden“ findet sich der „Barack Obama Fanclub“; die ebenfalls hier ansässige App „PRISM Central“ verschafft keinen Zugang zu geheimen Informationen, sondern soll offenbar in amerikanischen Behörden bei der Beschaffung von Geräten helfen. 39 der insgesamt 236 Apps der Sparte „Sicherheit“ sind tatsächlich gar keine Apps, sondern Desktop-Anwendungen – die Hersteller von klassischer AV-Software wollten wohl unbedingt im Store vertreten sein. Hier sollte Microsoft, auch wenn es angesichts der noch geringen App-Zahlen schwerfällt, stärker auf gute Übersicht und Qualität achten.

Das frisch aus der Schachtel geholte Lenovo-Tablet, mit dem wir das App-Angebot sichteten, verlangte übrigens als Erstes für 25 Apps ein Update. Einige davon betrafen System-Komponenten, darunter Kamera, Reader, Fotos, „Mail, Kalender, Kontakte“ und Skype. Mehrheitlich ging es aber um Updates für vorinstallierte Apps wie eBay, Norton Studio, Norton Internet Security, Kindle sowie die beiden Nachschlagewerke Merriam-Webster und Encyclopaedia Britannica. Etliche dieser Programme waren reine Demos, die nach dem ersten Start sofort zum Einrichten eines Accounts und zum Abschließen eines Abos drängten. Das erinnert stark an die Unmengen lästiger Dreingaben, die sich auf vorinstallierten Windows-PCs finden. (dwi)

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  1. Unverstellbar
  2. Schnellstarter
  3. Fazit
  4. Was geht APP?
  5. Tablets mit Anstecktastatur
  6. Ultrabooks mit Touchscreen
  7. Hybridgeräte
  8. Notebook mit Touch – muss das sein?
  9. Tablets mit Anstecktastatur
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