Miracast-Check

Was die AirPlay-Alternative derzeit leistet

Test & Kaufberatung | Test

Mit Miracast hat die WiFi-Alliance eine einheitliche Technik festgelegt, die das kabellose Übertragen des Display-Inhaltes vom Smartphone auf den Fernseher ermöglichen soll. Doch mit der Kompatibilität der Miracast-Komponenten untereinander ist es derzeit nicht weit her.

AirPlay erlaubt den Besitzern von Apple-Geräten das einfache Beamen des Display-Inhaltes auf einen an Apple-TV angeschlossenen Fernseher. Ein Druck auf das AirPlay-Icon im Player genügt – schon beginnt die Wiedergabe auf dem TV. Nutzer eines Android-Telefons konnten von einer derart einfachen Verbindung zwischen TV und Telefon bisher nur träumen. Über den Umweg einer WLAN-Verbindung und unter Zuhilfenahme des DLNA-Standards ließen sich zumindest mit zusätzlichen Apps wie Twonky Beam Mediendateien auf vernetzte TVs oder Settop-Boxen schicken – ans kabellose Spielen von Handy-Games auf dem großen TV im Wohnzimmer war gar nicht zu denken.

Miracast soll all das ändern. Als übergeordnetes Zertifizierungsprogramm setzt es auf bereits bestehende Standards der WiFi-Alliance auf – die Point-to-Point-Verbindung WiFi-Direct, das Sicherungsprotokoll WiFi Protected Setup (WPS) und den IEEE-802.11n-Standard (siehe Kasten). Ende 2012 wurde das Zertifizierungsprogramm verabschiedet – heute kann man die ersten Miracast-fähigen Smartphones, Fernseher, Blu-ray-Player und Adapterboxen kaufen. Wir haben uns einen Eindruck davon verschafft, wie gut Miracast funktioniert. ...

Miracast-Grundlagen

Das von der WiFi-Alliance im September 2012 vorgestellte Zertifizierungsprogramm „WiFi Certified Miracast“ umfasst eine Reihe bestehender Standards. Zertifizierte Geräte müssen nach IEEE 802.11n arbeiten, WiFi Direct unterstützen und die Verschlüsselungsstandards WPA2 und WPS beherrschen. Verbinden sich zwei Geräte über Miracast, bauen sie per WiFi-Direct ein Ad-hoc-Netzwerk auf – einen Router oder ein bestehendes Netzwerk brauchen sie hierfür nicht. Die WPA2-Verschlüsselung sichert die Verbindung, die im 2,4-GHz- oder 5-GHz-Bereich erfolgen kann. Dualband-Geräte nutzen üblicherweise das bisher noch weniger belegte 5-GHz-Band für die Videoübertragung per Miracast und bleiben im 2,4-GHz-Band mit dem Heimnetz verbunden.

Den Bildschirminhalt übertragen die Geräte per H.264-Stream. Unterstützt werden verschiedene Auflösungen bis 1920 × 1200 (VESA) beziehungsweise Full-HD (1920 × 1080). Die Bildwiederholraten reichen von 24 bis maximal 60 Bilder pro Sekunde. Ton schieben die Geräte unkomprimiert im LPCM-Format mit 16 Bit pro Sekunde, 48 kHz und Stereo über den Äther. Optional nutzen sie AAC für die komprimierte Audio-Übertragung oder AC3 (Dolby Digital) für das Senden von Mehrkanalton.

Das Zuspielgerät kodiert das Material in Echtzeit in H.264 und schickt es an den Miracast-Empfänger. Das System unterstützt auch DRM-geschützte Medien; die eingesetzte Technik HDCP 2.0/2.1 ist mit dem vergleichbar, was bei der Übertragung per HDMI eingesetzt wird.

Ist die Bandbreite der WiFi-Verbindung zu gering – beispielsweise wegen schlechten Empfangs –, hat die Audio-Übertragung Vorrang. So kann es passieren, dass der Ton ohne Unterbrechung weiterläuft, das Bild aber einfriert. Einige Geräte können bei schlechter Übertragung auch einfach einzelne Frames auslassen (Frame skipping).

Miracast gleicht zum großen Teil dem von Intel initiierten WiDi-Standard zur kabellosen Bildübertragung. Ab WiDi 3.5 sind die beiden Techniken miteinander kompatibel.

Sie möchten wissen, wie es weitergeht?

Miracast-Check

1,49 €*

c't 17/2013, Seite 148 (ca. 2 redaktionelle Seiten)
Direkt nach dem Kauf steht Ihnen der Artikel als PDF zum Download zur Verfügung.

Artikel-Vorschau
  1. Zuspieler
  2. Falsch verbunden
  3. Qualität
  4. Fazit
  5. Miracast-Grundlagen

Lesen Sie hier die Verbraucherinformationen

* Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen MwSt.

Als c't-Plus-Abonnent gratis lesen

Weitere Videos

Miracast – Miracast-Check

Kommentare

Infos zum Artikel

Kapitel
  1. Zuspieler
  2. Falsch verbunden
  3. Qualität
  4. Fazit
  5. Miracast-Grundlagen
2Kommentare
Kommentare lesen (2 Beiträge)
  1. Avatar
  2. Avatar
Anzeige
Videos

Anzeige

Anzeige