Apple treibt es bunt

Das iPhone 5C und 5S im Test gegen die Android-Konkurrenz

Test & Kaufberatung | Test

Die Hoffnung auf ein billiges iPhone erfüllt Apple nicht, ebenso wenig die auf ein größeres Display. Dennoch bringt das jährliche Herbst-Update Spannendes: Fingerabdruckleser, adaptiver Fotoblitz, Sensor-Coprozessor und 64-Bit-CPU im iPhone 5S. Dazu für 100 Euro weniger das iPhone 5C, quasi das Vorjahresmodell in bunt und etwas dicker. Beide laufen unter iOS 7.

Jedes Jahr im Herbst gibt es ein neues iPhone, das es der Konkurrenz wieder so richtig zeigen und Apples Ruf als Innovator festigen soll. Doch es fällt Apple jedes Jahr schwerer, sich wirklich abzusetzen. So wundern sich Android-Kenner bei vielen Neuerungen in iOS 7 vor allem, dass sie jetzt erst kommen – und dass so vieles fehlt, was sie schon lange kennen und schätzen. Die iPhone-Home-Screens bleiben weitgehend statische Ansammlungen von App-Icons. Dynamischer sind nur die Zusatzfunktionen drum herum geworden (siehe auch Seite 72), aber von Widgets oder aktiven Kacheln ist weiterhin nichts zu sehen.

Bei der Hardware schafft Apple es allerdings, sich ein Stück abzusetzen. Das iPhone 5S hat den ersten praxistauglichen Fingerabdrucksensor zur Anmeldung am Gerät und es ist das erste Smartphone mit einem adaptiven Blitz, der seine Farbtemperatur dem Umgebungslicht anpasst. Weitere Verbesserungen beim Hauptprozessor, der Grafik und der Kamera gibt es auch, sie fallen aber letztlich unter das bei allen Herstellern übliche „schneller, höher, weiter“, und auch die neben Weiß und einem etwas helleren Grauton hinzugekommene goldene Variante ist anderen schon eingefallen.

Video: iPhone 5S und iPhone 5C

Dem iPhone 5C hingegen fehlen Innovationen gänzlich: Es ist weitgehend ein Vorjahres-iPhone-5 im farbigen Plastikgehäuse in etwas dicker und schwerer, das mickrige 80 Euro weniger kostet als das iPhone 5 voriges Jahr. Aufgrund der geänderten Maße passt nicht alles Zubehör.

Beiden fehlt weiterhin ein SD-Slot, drahtloses Laden beispielsweise per Qi und ein NFC-Chip (siehe auch Kasten auf Seite 64). Einen wichtigen Vorteil gegenüber dem Vorgänger haben aber beide Modelle, nämlich stärkere Akkus.

Touch me

Apples Fingerabdruck-Scanner heißt Touch ID, er ist in den Home-Button eingebaut und dient in erster Linie dazu, das Gerät zu entsperren. Am einfachsten geht das nun, indem man mit dem registrierten Finger auf den Home-Button drückt und ihn nach Anspringen des Displays kurz liegen lässt. Nach weniger als einer Sekunde ist das Gerät entsperrt. Den Finger kann man in beliebigem Winkel auflegen, beispielsweise den Daumen genau so seitwärts, wie man ihn auch zum Einschalten des Geräts nutzt.

Fünf verschiedene Fingerabdrücke speichert das iPhone, sie lassen sich einzeln wieder löschen und können von verschiedenen Personen stammen. Die Einrichtung dauert pro Finger knapp zwei Minuten. Die Eingabe eines Pincodes ist weiterhin manchmal notwendig: Man benötigt ihn nach dem Einschalten des iPhone, nach fünf vergeblichen Erkennungsversuchen oder nach 48 Stunden ohne Entsperren. Da man das Gerät immer auch mit diesem Pincode entsperren kann, sollte er wie bisher eher acht als vier Ziffern lang und nicht leicht zu erraten sein.

Der Sensor arbeitet kapazitiv und erwies sich bei unseren Tests als sehr präzise und erkennungsfreudig. Lediglich bei feuchten oder frisch eingecremten Fingern sowie verschmiertem Knopf versagte er. Unsere Versuche, das System mit ganz simplen Methoden zu überlisten, scheiterten. In erster Linie ist Touch ID trotz Bedenken der Datenschützer (siehe Kasten unten) damit eine bequeme Lösung für diejenigen, denen es zu umständlich ist, ihr Handy immer per Pincode zu entsperren.

Einen Fingerabdruckscanner hatten vor Jahren HTC und Toshiba bei Windows-Mobile-Geräten mal versucht, Motorola beim Android-Smartphone Atrix. Besonders praktikabel waren sie offensichtlich nicht, denn sie verschwanden in den Folgemodellen wieder schnell.

Android bietet alternativ das Entsperren per Wischgeste an, bei einigen Modellen geht das auch per Gesichtserkennung. Beides funktioniert akzeptabel, ist aber lange nicht so sicher wie ein Fingerabdruck.

Video: mit der Kamera des iPhone 5S aufgenommenes Video

Einen weiteren Diebstahlschutz führt iOS 7 ein: Man kann sein iPhone fest mit seinem iCloud-Account verknüpfen, was sogar nach Zurücksetzen auf die Grundeinstellungen bestehen bleiben soll. Wer das iPhone in die Finger bekommt, kann erst etwas mit dem Gerät anfangen, wenn der Eigentümer es (beispielsweise zum Gebrauchtverkauf) aus seinem iCloud-Account löscht. So etwas geht bei Android und Windows Phone nicht. Beide können nur (wie auch iOS) ein Fernlöschen veranlassen, wenn das Gerät abhanden gekommen ist, doch der Dieb kann die Geräte danach mit eigener SIM und neuem Account in Betrieb nehmen.

Fitness und mehr

Neu ist auch der M7 genannte Chip, der die Bewegungsdaten sammelt und auswertet, die Beschleunigungssensor, Gyrosensor und Kompass liefern. Als separater Chip soll er das stromsparender erledigen als der Hauptprozessor, sodass er ständig im Hintergrund aktiv bleiben kann. Die Auswertung erfolgt durch Apps, die sich in das neue Core-Motion-Framework einklinken. Zum Redaktionsschluss lagen noch keine derartigen Apps vor; was der M7 in der Praxis bringt, wird sich also erst in ein paar Monaten herausstellen.

Eine Anwendung sind Fitness-Apps, und so kommen Ankündigungen beispielsweise von Herstellern wie Nike. Die iPhone-Sensoren können es aber kaum mit spezialisierten Geräten wie dem Fitbit One aufnehmen, das neben einem Schrittzähler eine Schlafmanschette mitbringt, die den Schlafzyklus misst.

Fitnessanwendungen sind jedoch nicht der einzige Zweck des M7. Er kann zum Beispiel auch feststellen, ob der Nutzer gerade zu Fuß unterwegs ist oder im Auto sitzt, und schaltet automatisch die Navigationsansicht in der Karten-App um, sobald sich das Bewegungsmuster ändert. Ebenso wenig verbindet sich das iPhone mit kurz auftauchenden WLANs, wenn man in einem fahrenden Fahrzeug unterwegs ist, oder führt anders herum die Suche seltener durch, wenn es gar nicht bewegt wird, und spart auf diese Weise zusätzlich Strom. Letztlich steht und fällt der Nutzen des M7 also mit der Fantasie der App-Entwickler – und der Bereitschaft der Benutzer, alle Bewegungsinfos mitschneiden zu lassen.

Das Mitschreiben der Bewegungsdaten beherrschen auch andere Handys; das erste mit einem stromsparenden, separaten Sensor-Coprozessor ist das Motorola Moto X, doch das ist in Europa noch nicht erhältlich. Das erste mit umfangreicher Software dafür war das Samsung Galaxy S4, hier muss aber der Hauptprozessor mitarbeiten.

Beiden fehlt wie auch dem iPhone 5S ein Pulsmesser, zudem will man nicht beim Schlafen oder bei jeder Sportart – beispielsweise Schwimmen – sein Telefon am Körper tragen. Damit sprechen diese Funktionen zunächst einmal Hobbyisten und Anfänger an, denen ein simpler Schrittzähler reicht. Das könnte sich aber schlagartig mit Aufkommen der Smartwatches ändern, wenn diese selbst Sensordaten sammeln. Die bisher erhältlichen haben jedoch keine diesbezüglichen Funktionen, auch Samsungs bald kommende Galaxy Gear nicht.

Foto-Innovationen

Eine einmalige Neuerung ist der Doppelblitz des iPhone 5S, der seine Farbtemperatur der Umgebung anpasst. Dazu besteht er aus zwei Blitz-LEDs, einer weißen und einer bernsteinfarbenen. Vor dem Auslösen misst das iPhone die Farbtemperatur des Umgebungslichts und lässt dann die LEDs im entsprechenden Verhältnis strahlen. Im Labor bestätigte sich Apples Werbeaussage: Der Blitz variierte seine Farbtemperatur von etwa 3200 bis 4700 Kelvin. So wirken etwa bei normalem Glühlampenlicht aufgenommene Fotos viel natürlicher als mit anderen Blitzen. Beispielsweise schaltete er in einem deutlich rotstichigen Motivaufbau, ausgeleuchtet mit 30 Lux bei 2600 Kelvin, auf 3200 Kelvin.

Das bietet kein anderes Smartphone, alle von uns bisher untersuchten LED-Blitze senden Licht mit rund 5000 Kelvin aus und verfälschen so die Stimmung des Bildes.

Ebenfalls neu ist die Zeitlupen-Funktion: Das iPhone 5S filmt nicht nur mit den üblichen 30 Bildern pro Sekunde, sondern auf Wunsch mit 120, dann allerdings nur in 720p. Direkt auf dem iPhone kann man einstellen, welcher Bereich des Videos in Zeitlupe wiedergegeben werden soll. Auf dem Telefon selbst sieht das Ergebnis gut aus, beim Export aber haperts: Per iTunes oder als Mediengerät angeschlossen oder per AirDrop auf ein anderes iPhone geteilt ist nur die originale 120-Frame-Version sichtbar. Verschickt man das fertige Video per Mail, bekommt man die Zeitlupen-Version – aber auf 568 × 320 Pixel mit 30 fps heruntergerechnet.

Standard-Fotos

Die Kamera des iPhone 5S hat Apple ebenfalls verbessert. Auf der Hardware-Seite sind das eine größere Blende – f/2,2 statt f/2,4 – und größere Pixel: 1,5 µm statt 1,4.

Bei schlechten Lichtverhältnissen knipst das iPhone 5S automatisch gleich vier Bilder und fügt sie zu einem Foto zusammen. Einen solchen Nachtmodus hat auch das Galaxy S4 – dort allerdings dauern Berechnung und Speichern des Fotos rund drei Sekunden, beim 5S ist kaum eine Verzögerung zu bemerken. Fotos, die bei nur 1 Lux Beleuchtung (entsprechend einer Kerze in einem Meter Abstand) aufgenommen wurden, zeigen zwar wenig ausgeprägte Farben, aber allemal akzeptable Kontraste und eine mehr als brauchbare Detailzeichnung, auch wenn ein erkennbares Rauschen den Bildeindruck trübt. Das S4 zeigt zwar ebenfalls noch ein akzeptables Bild, neigt bei hellen Farben aber zum Überstrahlen; dadurch verschwinden einige Details.

Alternative Smartphones bis 4,7 Zoll

Der edle Metaller

HTC One

Edle Alumium-Gehäuse waren bislang hauptsächlich bei iPhones vorzufinden, doch HTC hat dem 520 Euro teuren One ein ähnlich hochwertiges Gehäuse spendiert. Es hat ein brillantes Full-HD-Display und einen schnellen Quad-Core-Prozessor – den gleichen Qualcomm Snapdragon 600 wie das Samsung Galaxy S4.

Technisch bedingt erreicht das Display nicht ganz so hohe Kontraste und knallige Farben wie das AMOLED des S4. Da HTC aber momentan die gleiche Paneltechnik verwendet wie Apple, hat das One eines der schönsten LCDs und ist auf dem gleichen Niveau wie die iPhones – bei deutlich mehr Fläche und Pixeln.

Trotz „Ultra-Pixel-Kamera“ schwächelt das One bei Fotos und Videos und gibt nur leicht pixelige Bilder aus. Die Lautsprecher sind mit die besten in Smartphones. Ein Speicherkartenslot fehlt allerdings. Test in c’t 15/13, S. 78. (hcz)

Aluminium-Gehäuse

Full-HD-LCD mit 4,7 Zoll

schneller Prozessor

mäßige Kamera, kein MicroSD

Das Kamera-Phone

Nokia Lumia 925

Nokias Spitzenmodell Lumia 925 hat ein farbkräftiges AMOLED-Display. Die Auflösung von 1280 × 720 liegt zwar nicht auf Spitzen-Niveau, aber bei 335 dpi Auflösung sieht man die typischen AMOLED-Fransen nicht. Windows Phone 8 erschließt sich auch Smartphone-Einsteigern schnell. Der Homescreen wirkt durch die blinkenden Kacheln schnell überfrachtet, sofern man die Animationen nicht ausschaltet.

Die Kamera des 400 Euro teuren Lumia 925 spielt in der Oberklasse mit, und die Kamera-App Smart Cam stellt vielfältige Bearbeitungsmöglichkeiten bereit – etwa Herausrechnen unerwünschter Personen aus einer Serienaufnahme. Ein SD-Slot zur Erweiterung des 32 GByte großen Speichers fehlt; eine Version mit 64 GByte gibt es bei Vodafone. Anders als andere Lumias gibt es das 925 nur in Weiß, Grau oder Schwarz. Drahtlos ladbar sind alle drei. Test in c’t 15/13, S. 78. (ll)

gute Kamera- und Videofunktionen

farbkräftiges 4,5"-AMOLED-Display

Offline-Maps

wenig Apps und Funktionen

Das schicke Kleine

HTC One Mini

Für 430 Euro gibt es das HTC One Mini, ein zeitgemäß ausgestattetes Android-Telefon im kompakten Gehäuse. Das ist sogar stabil und schick geworden, lediglich der weiße Plastikrahmen passt nicht ganz ins Bild. Ungewöhnlich gut klingen die Lautsprecher, für Schrebergarten und Hotelzimmer mag das reichen. Die Android-Anpassungen halten sich im Rahmen. Ungewohnt: Direkt unter dem Display sitzt keine Home-Taste, sondern ein funktionsloses Logo.

Das Handy arbeitet zügig, doch vor allem der Grafikchip hält zu wenig Reserven für aktuelle High-End-Games vor; schon die Mittelklasse-Titel der nächsten Saison dürften nicht gut laufen. 11 GByte freier Speicher ohne SD-Slot verbieten aber sowieso die Installation vieler Spiele. Die Kamera ist mit die schlechteste im Vergleichsfeld, auch die Laufzeiten haben uns nicht vom Hocker gehauen. Test auf Seite 86. (jow)

elegantes Gehäuse aus gebürstetem Alu

gute Lautsprecher

mittelmäßige Kamera

nur 16 GByte, kein MicroSD-Slot

Auch die Software hat Apple aufgewertet. So knipst man im Burst-Modus 10 Bilder pro Sekunde – und zwar bis zu 100 Sekunden lang. In der iPhone-Galerie landen nur die Bilder, die man direkt nach der Aufnahme auswählt – per USB kommt man an den Rest aber noch heran. Schießt man gleich zwei Fotoreihen nacheinander, speichert das 5S nur das erste Bild der jeweiligen Reihe in der Galerie. Die Kamera-App hat Apple mit einem neuen Design versehen. Man schaltet nicht mehr zwischen Foto und Video um, sondern wischt zu Fotos, Videos, Panoramen, quadratischen Fotos und beim 5S zur Zeitlupenaufnahme.

Video: mit der Kamera des iPhone 5C aufgenommenes Video

Die Kamera des 5C ist die gleiche (gute) wie beim iPhone 5, neu ist nur die Serienbildfunktion mit (mageren) zwei Bildern pro Sekunde, die ein iPhone 5 mit iOS 7 ebenfalls bekommt. Von einer anderen Verbesserung der Foto-App profitieren iPhone 5, 5C und 5S gleichermaßen: Es gibt acht neue Szenen-Filter mit Live-Vorschau, die Fotos unterschiedlich einfärben. Will man die Fotos auf dem PC weiterverarbeiten, muss man auf die Anpassung von iPhoto & Co. warten: Per USB angeschlossen geben die iPhones nur die unbearbeitete Version heraus; die verfremdete Version kann man sich derzeit nur per Mail zuschicken lassen.

Insgesamt knipst die Kamera des iPhone 5S etwas hellere Bilder als das 5C, ohne dabei zu Überstrahlungen zu neigen. Gleichzeitig zeigt sie etwas mehr Details und rauscht in dunkler Umgebung etwas weniger. Die Videos beider Geräte liegen auf dem Niveau des iPhone 5. Das Galaxy S4 muss damit den Titel des bislang besten Kamera-Smartphones an das iPhone 5S abgeben. Allerdings zeigen erste Messungen des 41-Megapixel-Monsters Nokia Lumia 1020, dass die Krone bald weiter wandern könnte – ein Test folgt im nächsten Heft.

64 Bit im Telefon

Doppelt so schnell soll er sein und mit 64-Bit-Technik laufen. Viel mehr hat Apple bisher nicht zum neuen A7-Prozessor im iPhone 5S verraten. Fest steht, dass er eine neue Grafikeinheit und weiterhin nur zwei CPU-Kerne hat.

Im direkten Vergleich zum 5C mit dem alten A6-Chip macht sich der Generationenwechsel zunächst nicht bemerkbar. Die neue Oberfläche von iOS 7 scrollt auf beiden Geräten gewohnt butterweich, Befehle werden ohne Verzögerung angenommen und die schicken Effekte laufen ohne Ruckler. Auch die Startzeiten von Browser, App Store und anderen schon in 64 Bit mitgelieferten Apps unterscheiden sich nicht.

Einige Apps wie das Spiel Real Racing 3 starten etwas schneller, auch bootet das iPhone 5S vier Sekunden schneller als das 5C. Den von Apple angekündigten Effekt, dass die erste 32-Bit-App nach einem Booten langsamer startet als bisher, weil die 32-Bit-Libraries nachgeladen werden, bemerkten wir hingegen nicht, das machen offensichtlich Optimierungen an anderer Stelle wett.

Deutlicher zeigt der A7 sein Potenzial in den reinen CPU-Benchmarks: Der Coremark ermittelt schon in der 32-Bit-Version fast die doppelte Rechenleistung im Vergleich zum Vorgänger A6. In der 64-bittigen Variante schaffte der Chip sogar mehr als den von Apple versprochenen doppelten Wert. Auch der Geekbench läuft in der neusten Version doppelt so schnell wie auf dem 5C (siehe auch der Artikel auf S. 74). Wird nur ein Kern benutzt, zieht das 5S an den ebenfalls nicht langsamen Galaxy S4 und Xperia Z Ultra vorbei. Nur wenn alle Kerne rechnen, liegen die Quad-Core-Smartphones vorn.

Alternative Smartphones ab 5 Zoll

Der Publikumsliebling

Samsung Galaxy S4

Von der Kamera bis hin zum Prozessor hat Samsung nur beste Hardware in das Galaxy S4 eingebaut. Besonders sticht das riesige AMOLED-Display heraus: Es zeigt brillante Farben und Kontrastwerte, die bislang von keinem LCD erreicht werden – Schwarz ist hier wirklich Schwarz. Dank der Full-HD-Auflösung ist die Darstellung stets gestochen scharf, Pixelkanten an Buchstaben und App-Symbolen kann man auch bei genaustem Hingucken nicht entdecken.

Prozessor und Grafikchip sind rasend schnell und dennoch hält der Akku lange durch. Von anfangs 600 Euro ist der Preis auf unter 500 Euro gesunken. Das Gehäuse aus glattem Plastik gefällt allerdings nicht jedem. Samsungs Software-Dreingaben klingen vielversprechend, nutzen im Alltag aber wenig. Mit dem Galaxy S4 Active gibt es auch eine gleichwertige wasserdichte Version. Test in c’t 15/13, S. 78. (hcz)

Full-HD-AMOLED, 5 Zoll

gute Kamera

schneller Quad-Core-Prozessor

Plastik-Gehäuse

Der schnelle Riese

Sony Xperia Z Ultra

600 Euro: Wer sich nicht zwischen Tablet und Smartphone entscheiden kann, findet mit dem Sony Xperia Z Ultra einen gelungenen Kompromiss. Sein 6,4 Zoll großes LCD zeigt Full-HD-Auflösung und bietet genug Platz, um Apps und Webseiten fast so komfortabel bedienen zu können wie auf einem 7-Zoll-Tablet. Dennoch ist es möglich, mit dem Gerät zu telefonieren, auch wenn es merkwürdig wirkt, sich eine riesige Tafel Schokolade ans Ohr zu halten. Es ist mit unter 7 mm überraschend dünn (dünner als das iPhone 5S), wiegt aber über 200 Gramm.

Auch die Performance ist auf Tablet-Niveau: Der Qualcomm Snapdragon 800 hängt alle anderen Smartphones inklusive dem iPhone 5S ab, auch der Grafikchip gehört zum derzeit Besten. Abstriche muss man neben der Handlichkeit nur bei der Kamera machen und mit einem Farbstich auf den Bildern leben. Test in c’t 20/13, S. 64. (hcz)

riesiges Full-HD-Display

schnellster Prozessor

unhandlich

mäßige Kamera

Vierkern-Notizblock

Samsung Galaxy Note 2

Das vorjährige Note-Flaggschiff gibt es inzwischen für unter 400 Euro. Die Besonderheit ist der Stift. Zieht man ihn heraus, startet sofort eine Notiz-App, auch wenn das Note ausgeschaltet ist. Die App ist wie auch die installierte Zeichen-App etwas krude, doch bessere Apps sind erhältlich, beispielsweise Papyrus. So lässt sich eine Vorliebe für handschriftliche Notizen, kleine Zeichnungen und Ähnliches nahezu perfekt in die digitale Welt übernehmen. Vielschreiber bevorzugen allerdings vielleicht die Note-Tablets mit 8 oder 10 Zoll.

Die Ausstattung ist noch zeitgemäß, nur LTE gibt es erst gegen Aufpreis. Mit 1280 × 720 Pixeln auf 5,5 Zoll kann man noch gut leben, Pixel erkennt man bei 267 dpi nicht. Besser macht es das Note 3, doch das ist noch nicht erhältlich. Test in c’t 23/12, S. 28. (jow)

Stifteingabe

AMOLED-Display mit 5,5 Zoll

Vierkern-CPU mit 2 GByte RAM

LTE-Version erst ab 480 Euro

Komplexe Webseiten profitieren ebenfalls vom neuen Chip. Im Javascript-Benchmark Sunspider erreicht das 5S mit nur 404 ms einen neuen Rekordwert für Smartphones und Tablets, das 5C bleibt mit immer noch guten 713 ms deutlich zurück. Das Xperia Z Ultra als bisher bestes Android-Smartphone erreichte 760 ms, viele ältere Modelle liegen dagegen im Bereich über 1000 ms.

Eine deutliche Leistungssteigerung ist auch in den Grafikbenchmarks zu beobachten (siehe Kasten auf Seite 66). Im GFXBench brachte der A7 dreimal mehr Bilder auf den Bildschirm als der A6. Bei gleicher Auflösung können hier nur noch der Snapdragon 800 von Qualcomm und der Tegra 4 von Nvidia mithalten. Die stecken allerdings derzeit nur in deutlich größeren Geräten wie dem 6,4 Zoll großen Sony Xperia Z Ultra und einigen 10-Zoll-Tablets. Von seiner direkten Konkurrenz im Android-Lager setzt sich das iPhone vorerst deutlich ab und selbst das iPad 4 lässt es im GLBenchmark knapp hinter sich.

Trotz hoher Leistung stellen sich die iPhones auch als ausdauernde Marathonläufer heraus. In fast allen Laufzeiten halten sie länger oder gleich lange durch wie die Konkurrenz. Nur Geräte mit größerem Akku wie das Note 2 übertreffen sie beispielsweise bei der Video-Laufzeit. Besonders das iPhone 5S beeindruckt beim Spielen und Surfen mit Ausdauer – trotz der hohen Grafikleistung hält es praktisch zwei Stunden länger durch als alle Konkurrenten. Das 5C gibt sich ebenfalls keine Blöße und kann sich sogar um eine Stunde vom Vorgänger iPhone 5 absetzen.

Display

Die beiden iPhones haben das gleiche Panel wie der Vorgänger. Da gibt es nichts zu meckern, sie gehören zu den besten Smartphone-Displays: Die LCDs sind sowohl bei Farben als auch Kontrast weitgehend blickwinkelstabil, haben mit etwa 1200:1 einen hohen Kontrast und leuchten hell genug, damit man auch draußen noch gut etwas erkennt. Das Panel liegt sehr nah an der kratzgeschützten Frontscheibe, sodass es beinahe so wirkt, als wäre das Bild direkt auf das Glas gedruckt. Der Farbraum entspricht sRGB und zeigt kräftige natürliche Farben. Mit 1136 × 640 Bildpunkten auf 4 Zoll (325 dpi) löst es so hoch auf, dass man Pixel nur noch bei ganz genauem Hinschauen erkennen kann. Auf HD-Auflösung muss man verzichten.

Die Paneltechnik findet man auch bei einigen Konkurrenten: HTC baut ins One und One Mini die gleichen Panels ein, allerdings mit höherer Auflösung. Kräftigere Farben (AdobeRGB) und einen höheren Kontrast bieten nur die AMOLED-Displays. Das beste, wenn auch etwas dunklere, bekommt man derzeit im Samsung Galaxy S4 (5 Zoll, Full HD, 442 dpi).

Bei der Display-Größe hat Apple zum Vorgänger nichts geändert. Damit das Smartphone weiter handlich bleibt, ist das Panel nur 4 Zoll in der Diagonale groß. Fast alle Konkurrenten im High-End-Segment bieten mehr Platz für Webseiten, Filme und Fotos, üblich sind derzeit um 5 Zoll. Was noch praktikabel ist, lässt sich nicht objektiv entscheiden, da muss jeder selbst seine Gewohnheiten beobachten. Alle Größen haben ihre Freunde, lediglich das Sony Xperia Z Ultra mit 6,4 Zoll fanden dann auch die 5-Zoll-Fans zu unhandlich.

Akustik

Als Headset legt Apple die vom iPhone 5 bekannten EarPods bei. Ihre Bauform liegt irgendwo zwischen In-Ears und üblichen Ohrhörern, die nur in die Ohrmuschel eingesetzt werden. Im Test hielten sie nicht in jedem Ohr und fielen bei einigen Redakteuren einfach heraus. Auch haben sie keinen Schaumstoff- oder Gummiüberzug, um den Sitz zu verbessern. Sie klingen besser als die Schmalzbohrer anderer Smartphone-Hersteller, kommen aber an gute In-Ear- oder On-Ear-Kopfhörer nicht heran – ab etwa 25 Euro bekommt man bessere.

An der unteren Kante des Gehäuses hat Apple den Lautsprecher angebracht. Man kann ihn laut genug aufdrehen, um ein kleines Zimmer ohne Verzerrungen zu beschallen. Der Klang beider iPhones ist akzeptabel und weit besser als das, was die meisten anderen Smartphones von sich geben. Das Niveau der bislang besten von uns getesteten Lautsprecher, denen im HTC One und One Mini, erreichen sie aber nicht, weil sie den Ton zu blechern und nicht in Stereo wiedergeben. Da es etwas mehr Bass ausgibt, klingt das iPhone 5C ein bisschen besser als das teurere 5S.

Zum stundenlangen Plaudern lädt der Smartphone-Lautsprecher des 5S ein, denn Anrufer sind klar verständlich und Stimmen werden in einer angenehmen Tonlage wiedergegeben. Nur ein klein bisschen darunter liegt die Sprachqualität des 5C. Bei beiden funktioniert der Störgeräuschfilter gut und Gespräche sind auch über die Freisprechfunktion problemlos zu führen.

LTE für alle

Apple hat das selbst verursachte LTE-Monopol der Telekom beim iPhone beendet – die neuen Modelle können Kunden von O2 und Vodafone nun auch im LTE-Netz nutzen. Denn zusätzlich zum von der Telekom verwendeten 1800-MHz-Band unterstützen 5S und 5C die beiden anderen in Deutschland für LTE vorgesehenen Frequenzen um 800 und 2600 MHz – wie bei allen anderen Smartphone-Herstellern schon länger üblich. Auf dem Land wird 800 MHz aufgrund der höheren Reichweite von allen drei Providern genutzt, O2 und Vodafone haben ihr Netz auch in den Städten hauptsächlich damit ausgebaut. Ganz heil ist die Apple-Welt für O2-Kunden jedoch nicht: Anfangs liefern nur die Telekom und Vodafone die neuen iPhones, O2 wird erst später folgen. Technisch sei alles fertig, heißt es, doch ein Marketingvertrag mit Vodafone zwinge O2 zum Abwarten. Vielleicht fehlen aber auch noch die notwendigen Netzbetreiber-Einstellungen; beim iPhone 5 hat Apple einige Provider erst nach 6 Monaten nachgerüstet.

Über LTE funken die neuen iPhones weiterhin mit maximal 100 MBit/s. Telekom und Vodafone bieten für entsprechend vorbereitete Geräte teilweise schon bis zu 150 MBit/s an. Im Vergleich zu UMTS ist die Übertragung dennoch sehr flott: Im Netz der Telekom erreichten wir wie beim Vorgänger 66 MBit/s in der Spitze und selbst bei schwachem Empfang in der Regel noch 20 MBit/s. Unterschiede zwischen den Geräten gab es dabei nicht. LTE-fähige Nano-SIMs von Vodafone und O2 standen uns kurzfristig nicht zur Verfügung.

Telefonie über LTE bietet in Deutschland bisher kein Provider an, für Anrufe wird weiterhin ins langsamere UMTS- oder GSM-Netz gewechselt – selbst wenn man einen eingehenden Anruf nicht annimmt. Laufende Downloads wurden auf den Geräten nach kurzer Unterbrechung allerdings problemlos fortgesetzt und auch der Wechsel zurück ins LTE-Netz ging nach dem Auflegen flott.

Beim Kauf von Geräten im Ausland ist weiterhin Vorsicht geboten: Apple führt jeweils fünf Versionen der neuen iPhones mit unterschiedlichen Modem-Chips auf, die bis zu 13 unterschiedliche LTE-Frequenzbänder unterstützen; im in Deutschland angebotenen Modell sind es immerhin sieben. Dennoch lässt sich mit keiner Variante LTE weltweit nutzen – das gilt bisher allerdings auch für alle anderen Smartphones mit LTE.

Geblieben ist die winzige Nano-SIM, auf die Apple weiterhin als einziger Hersteller setzt. Mittlerweile bieten sie alle großen Provider und viele Discounter optional an, auch gibt es Adapter, um sie in größeren Schächten einzusetzen. Das Zurechtschneiden von größeren SIM-Karten auf das kleine Format ist zwar ebenfalls möglich, die Gefahr, den Chip dabei zu beschädigen, allerdings hoch.

Fazit

Das iPhone 5S ist zweifellos eines der besten Smartphones am Markt, Merkmale wie den farbadaptiven Blitz und den Fingerabdruck-Sensor gibt es sonst nirgends. Letzterer hilft Nutzern, denen das ständige Eintippen von Passcodes zu umständlich ist, und macht zusätzlich so lange Passcodes praktikabel, die selbst sicherheitsbewusste Anwender nicht jedes Mal eintippen wollen. Auch gefällt das Gesamtkonzept aus hoher Geschwindigkeit, Spitzenkamera, langer Laufzeit und kompaktem, schicken Gehäuse. Echte Schwächen hat das 5S nicht, außer den konzeptionellen wie dem kleinen Display, der eingeschränkten Konfigurierbarkeit und dem hohen Preis vor allem für die empfehlenswerten (siehe Kasten auf S. 70) Varianten mit 32 oder 64 GByte Speicher.

Das iPhone 5C hat vor allem aufgrund seines hohen Preises einen schwereren Stand. Auch hier stimmt das Gesamtpaket, aber auf einem Niveau, auf dem die Android- und Windows-Phone-Konkurrenz näher dran ist. Ein gebrauchtes iPhone 5 mag die bessere Wahl sein, vielleicht zusammen mit einer farbigen Hülle. Das iPhone 4S für 400 Euro sieht auf den ersten Blick günstig aus, ist aber aufgrund des auf 8 GByte kastrierten Speichers nur etwas für Leute, die kaum Apps nutzen, wenig fotografieren sowie Musik und Filme hauptsächlich streamen.

Gerade wer ein großes Display möchte, wer für 64 GByte Speicher nicht mehr als den MicroSD-Straßenpreis zahlen möchte und wer seine Bedienoberfläche seinen Vorlieben anpassen möchte, findet unter den Android-Geräten oder teils Windows Phones Passenderes. Einige haben ganz spezielle Alleinstellungsmerkmale, beispielsweise das Samsung Galaxy Note 2 den Stift oder das Sony Xperia Z Ultra die Tablet-Performance. (jow)

Einkaufen per Handy

US-Analysten sehen in Touch ID einen Hinweis darauf, dass Apple demnächst – wie schon lange gemutmaßt – einen Bezahldienst für den Handel einführen könnte. Zahlungen wickelt er wohl über das iTunes-Konto ab, das schon über 500 Millionen Kunden fleißig zum Online-Kauf nutzen. Der Fingerabdruckleser würde dabei den Bezahlvorgang im Laden bequemer absichern als die Eingabe des Passworts.

Apple-Konkurrent Google betreibt in den USA bereits seit 2011 sein Bezahlsystem Wallet. Das unterstützt sowohl die Zahlung im Internet beim Online-Shopping als auch an der Ladenkasse. Dort nutzt es die kontaktlosen NFC-Terminals der Kreditkartenunternehmen, die derzeit auch in Deutschland zusammen mit den dazugehörigen Karten eingeführt werden. Es gibt zwar Alternativen zu NFC, die aber alle Nachteile mit sich bringen. Etwa die QR-Codes, die PayPal favorisiert, die aber umständlich abfotografiert werden müssen.

Für Betreiber von Bezahlsystemen, die wie die Deutsche Telekom auf NFC setzen, dürfte es daher eine Enttäuschung sein, dass sich die von vielen Analysten geäußerte Einschätzung nicht bewahrheitet hat, das iPhone 5S werde einen NFC-Chip haben. Allerdings hat Apple gerade ein Patent veröffentlicht, in dem es um die Kombination von NFC mit Sensoren wie einem Fingerabdruckscanner geht. Einige Analysten rechnen daher damit, dass Apple seinen Bezahldienst erst 2014 mit der nächsten iOS-Version und dem Nachfolger des iPhone 5S einführen wird.

Vielleicht geht es aber auch ohne NFC, haben doch Apple und PayPal gerade Systeme auf der Basis von Bluetooth 4.0 Low Energy (BLE) vorgestellt, das Funktionen beispielsweise zum Bezahlen in einer begrenzten Umgebung bereitstellen kann. Die iPhones unterstützen BLE seit dem 4S. Apples Variante heißt iBeacon, die von PayPal Beacon.

Fraglich bleibt dann noch, ob sich Apple wie Google auf die USA beschränken wird oder den Dienst auch in Europa einführt. Ein reiner Online-Bezahldienst wäre jedenfalls uninteressant, da er sich kaum gegen PayPal durchsetzen könnte.

Beide wollen in die reale Welt. „Binnen zwei Jahren werden die meisten HighEnd-Smartphones biometrische Komponenten haben, hauptsächlich Fingerabdruckzugänge. Fürs Bezahlen ist das sehr nützlich“, sagte der PayPal-Chef. (ad)

Pseudo-Turbo

Ganze 56-mal schneller bei Grafikberechnungen soll das iPhone 5S im Vergleich zum ersten iPhone sein – das ist natürlich plumpes Marketing, solche Vergleiche lassen sich mit jedem Hardware-Produkt anstellen, wenn man einen Uralt-Gegner auswählt. Im Vergleich zum iPhone 5/5C soll die GPU immerhin doppelt so leistungsfähig sein. Bei den Pixel-Shader-lastigen Tests des GFXBench 2.7 ist die A7-GPU tatsächlich doppelt (Egypt HD) oder gar dreimal (T-Rex HD) so flink wie der PowerVR SGX 543MP3 im 5C. Auch bei der Texturfüllrate steckt sie ihren Vorgänger locker in die Tasche (3,34 vs. 1,81 Mrd. Texel/s).

Doch schaut man sich die Benchmark-Ergebnisse genau an, zeigt sich, dass Apple diesmal wohl nicht die ganze Wahrheit sagt: Bei der Geometrieleistung hinkt das iPhone 5S deutlich hinterher – und zwar sowohl beim Berechnen einfacher als auch beleuchteter Dreiecke: Je nach Test ist plötzlich das iPhone 5C zwischen 40 und 125 Prozent schneller. Eine hohe Dreiecksleistung ist vor allem für die feine, plastische Ausgestaltung der Spielwelt und deren Objekte wichtig. Es ist gut möglich, dass Apple im A7 eine GPU mit weniger Geometrie-Pipelines einsetzt, da es bei den Mobilspielen bis dato ohnehin eher auf die Pixel-Shader-Leistung ankommt. Oder es gibt tatsächlich noch ein Kompatibilitätsproblem mit dem OpenGL-ES-Treiber oder dem GFX-Benchmark selbst.

Ein ähnlich kurioses Phänomen sahen wir im 3DMark Icestorm: Hier war das 5C im Physics-Untertest ebenfalls schneller, aber nur geringfügig (8029 zu 7880). Dieser Test soll durch allerlei physikalische Berechnungen aber hauptsächlich die CPU belasten, doch die ist beim 5S ebenfalls deutlich schneller – irgendwas passt hier also nicht zusammen.

Der 3DMark dürfte allerdings bisher auch nicht auf die neue Prozessor-Architektur angepasst sein. Dass CPU-lastige Benchmarks von ARMv8 zusätzlich profitieren, zeigen die Werte des Coremarks nach der Optimierung auf den A7.

Im Übrigen: Welche GPU Apple in den A7 packt, blieb bis zum Redaktionsschluss unklar. Es ist eine der neuen aus Serie 6 von Imagination Technologies, doch Apple verrät als Detail nur, dass sie zur Mobil-Grafikschnittstelle OpenGL ES 3.0 kompatibel ist. Diese API soll dank zahlreicher Verbesserungen an der Render-Pipeline hübschere Grafikeffekte ermöglichen, etwa durch Occlusion Queries, Transform-Feedback und Instanced Rendering. (mfi)

Sicherheit durch Fingerabdruckscanner

Touch ID macht iPhones sicherer. Vielleicht nicht das iPhone des Security-Freaks, der bereits jetzt ein achtstelliges Passwort einsetzt. Aber ganz sicher die – laut Apple – über 50 Prozent, die aus Bequemlichkeit gar keine Sperre gesetzt haben, denn der Fingerabdruck ist nach der einmaligen Einrichtung kaum umständlicher, als gar keine Sicherung zu haben.

Natürlich wird jemand diese Sperre austricksen. Die ganz einfachen Methoden wie der legendäre Wasserbeutel-Hack, mit dem wir vor über 10 Jahren Fingerabdruckscanner dazu brachten, einen darauf vorhandenen Fingerabdruck als echten Finger zu akzeptieren, funktionieren nicht. Doch irgendwer wird einen anderen, cleveren Trick aus dem Hut ziehen, der die Sperre knackt – das gelang bisher bei allen Fingerabdruck-Systemen, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dieser kapazitive Sensor mit seiner Auflösung von 500 PPI den Hacking-Versuchen dauerhaft widersteht.

Apple hat sich durchaus Mühe gegeben, das System auf solche Angriffe vorzubereiten. So verwendet iOS den Fingerabdruck immer in Kombination mit einem Passcode, den man nach fünf Fehlversuchen und beim Neustart eingeben muss. Es sieht auch ganz so aus, als sei dieser das eigentliche Geheimnis, mit dem die geheimen Schlüssel, die Keychain und weitere sicherheitsrelevante Ressourcen gesichert sind. Wer den Passcode hat, dem gehört das Gerät und alle Daten darauf – Fingerabdruck hin oder her. Anwender tun also nach wie vor gut daran, einen möglichst langen Passcode zu wählen. Genau das ist dank Touch ID erstmals auch ohne allzu große Verrenkungen erträglich, da man ihn nicht regelmäßig eintippen muss. Wichtig ist daher, ihn sich aufzuschreiben, damit man ihn auch nach mehreren Monaten noch parat hat.

Das bedeutet übrigens auch, dass das iPhone 5S damit keineswegs eine sogenannte Zweifaktor-Authentifizierung bietet. Die wird zwar ganz allgemein als viel sicherer erachtet als ein herkömmlicher Passwortschutz. Doch dazu müsste das System konsequent sowohl Fingerabdruck als auch Passcode anfordern, was nicht einmal als Option vorgesehen ist.

Apple versichert, dass der Fingerabdruck selbst gar nicht auf dem iPhone gespeichert wird. Das ist glaubhaft, denn für solche Zwecke wird typischerweise aus dem Muster eine Zahl erzeugt, in die zusätzlich ein zufälliger Wert mit eingeht. Nur diese Zahl wird gespeichert, und aus der lässt sich kein Fingerabdruck rekonstruieren – auch nicht mit den Ressourcen der NSA.

Apples Aussage, dass diese Fingerabdruck-Daten ausschließlich auf dem iPhone gespeichert werden und nie nach draußen gelangen, ist ebenfalls glaubhaft. Apps und Stores, die den Fingerabdruck zur Authentifizierung eines Bezahlvorgangs nutzen (wie es iTunes jetzt schon tut), werden dazu nämlich nicht direkt den Fingerabdruck nutzen, sondern wie bisher ein Passwort, das lediglich vom System per Fingerabdruck freigegeben wird. (ju)

Apple kann doch ein bisschen billig

Viel wurde vor der Veröffentlichung zu den neuen iPhones spekuliert, nur in einem Punkt waren sich die Beobachter einig: Das 5C muss deutlich billiger als die bisherigen Modelle sein, denn die riesige Marktdominanz von Android verlangt es so. Entsprechend groß fiel die Überraschung aus, dass Apple für die Plastik-Version des ein Jahr alten iPhone 5 satte 600 Euro haben möchte.

Doch Halt, ein deutlich günstigeres Gerät hat Apple doch im Angebot, nämlich das bereits 2011 vorgestellte iPhone 4S mit Retina-Display für 400 Euro. Die Strategie ist nicht neu, bereits iPhone 3G, 3GS und 4 durften ihr Gnadenbrot als Einstieg in die Apple-Welt verdienen. In der Preisklasse bis 400 Euro muss das 4S gegen starke Konkurrenz antreten – seien es gerade erst abgelöste Spitzenmodelle wie das HTC One X+ für 380 Euro oder gut ausgestattete kompakte Smartphones wie das Galaxy S4 mini von Samsung für 300 Euro.

Für das iPhone 4S spricht immer noch einiges: Ein Display mit dieser Pixeldichte in einem so kleinen Smartphone gibt es anderswo nicht, es überzeugt immer noch mit sehr gutem Kontrast und hoher maximaler Helligkeit. Auch die Verarbeitung ist gewohnt tadellos, die Akkulaufzeit sehr lang (länger als beim iPhone 5, 5C und 5S), und für viele aktuelle Spiele reicht der Grafikchip noch aus.

Doch das Display mit 3,5 Zoll nimmt man inzwischen als winzig wahr, aufgrund des 4:3-Formats bekommen Filme darüber hinaus schwarze Balken oben und unten. Für den Preis ist die weitere Ausstattung inzwischen dürftig: Es gibt weder LTE noch 11n-WLAN mit 5 GHz. Der Speicher ist mickrig, von den 8 GByte sind nur rund 6,4 frei. Einen Slot für SD-Karten, auf die man etwa Musik und Bilder auslagern könnte, gibt es nicht. Auch der nur halb so große Arbeitsspeicher im Vergleich zum iPhone 5 dürfte dem 4S in Zukunft zu schaffen machen.

Mehr für weniger Geld

Kann man auf das verblassende Prestige eines iPhone 4S in der Hosentasche verzichten, lohnt der Blick zur preiswerteren Konkurrenz unter 400 Euro. Die kompakten Ausmaße eines iPhone paart zwar kein Hersteller mit ähnlich hochwertiger Hardware; Smartphones mit 4,3-Zoll-Display gibt es jedoch einige. Auch sie sind noch klein genug, um sie mit einer Hand halten und bedienen zu können. Die technischen Daten und Hinweise auf c’t-Tests aller erwähnten Modelle finden Sie unter dem c’t-Link am Artikelende.

Für rund 300 Euro bringt das Galaxy S4 Mini einen flotten Prozessor und sogar LTE mit. Das farbkräftige AMOLED-Display wirkt

trotz geringerer Pixeldichte scharf. Gespart hat Samsung anderswo: Das Gehäuse aus glänzendem schwarzen Plastik sieht nicht so schick aus und es gibt nur 8 GByte Speicher. Per MicroSD-Slot lässt sich Platz für Bilder, Filme und Musik nachrüsten.

Eine Alternative ist das ältere Motorola Razr i für 280 Euro mit Intel-Prozessor und deutlich kantigerem Design. Dessen AMOLED-Display ist nicht ganz so scharf. Die Ausstattung ist bis auf LTE ähnlich.

Darf es auch etwas größer sein, gibt es zudem zahlreiche Alternativen mit 4,7-Zoll-Display und hoher Pixeldichte. Besonders beim Surfen und Videoschauen ist der größere Bildschirm angenehm. Auch die Bedienung ist weniger fummlig. In die Hosentasche passen die Geräte dennoch ohne Probleme.

Den Umstieg von iOS zu Android macht Huwaei mit dem Ascend P6 für 330 Euro besonders einfach. Das nur 6,5 Millimeter dünne Gerät sieht dem iPhone 5 frappierend ähnlich und auch die die Oberfläche erinnert an iOS. Die flache Bauweise bringt Nachteile: So sind die Akkulaufzeiten eher mäßig und dem Prozessor wird es im Sommer so warm, dass das Gerät bei längerem Zocken abstürzen kann.

Besonders viel Speicherplatz bringt das HTC One X+ mit, das mit 64 GByte für 380 Euro zu haben ist. Der fehlende SD-Slot fällt daher kaum ins Gewicht. Richtig gut ist das 4,7 Zoll große Display, das mit hohem Kontrast und kräftigen Farben immer noch zu den besten auf dem Markt gehört. Die Grafikeinheit des Tegra 3 hängt der Konkurrenz etwas hinterher.

Pures Android und schnelle Updates bekommt man beim Nexus 4 von Google, das als Restposten mit 16 GByte Speicher nur noch 250 Euro kostet. Es hat einen flinken Vierkern-Prozessor und gute Laufzeiten, aber eine nur mittelmäßige Kamera. Ein SD-Slot fehlt.

Samsungs letztjähriges Flaggschiff Galaxy S3 gibt es inzwischen schon ab 330 Euro. Mit schnellem Prozessor, guter Kamera, MicroSD-Kartenslot und wechselbarem Akku ist die Ausstattung umfangreich. Prozessor- und Grafikleistung überflügeln das teurere iPhone 4S deutlich.

Wer sich mit Android gar nicht anfreunden kann, dem bietet Windows Phone 8 eine schicke Alternative. Zumal hier ein derzeit unschlagbares Schnäppchen zu finden ist: Das eng mit dem Galaxy S3 verwandte Samsung Ativ S gibt es für deutlich unter 200 Euro. Auch hier bekommt man ein großes AMOLED-Display, auf dem die Farben der WP8-Oberfläche besonders gut zur Geltung kommen. Eine für die Preisklasse hervorragende Kamera und lange Akkulaufzeiten sind ebenfalls dabei. Die 16 GByte interner Speicher lassen sich mit einer microSD-Karte für Bilder und Musik ergänzen. (asp)

Kleiner Speicher-Ratgeber

Mit 8 GByte Speicher kommt man weder beim iPhone noch bei Android-Geräten weit, die werden schnell von den nötigsten Apps aufgefressen, sobald auch nur eine etwas größere wie ein Spiel oder eine Navi-App mit eigenen Karten dabei ist. An Filme oder Musik anders als per Streaming braucht man gar nicht erst zu denken, auch seine Fotos wird man häufig ausmisten müssen. Für System- oder App-Updates muss man zudem häufig ein bis zwei GByte freihalten oder bei Bedarf freischaufeln. Zwar kann man per Funk auf zusätzlichen Speicher in der Cloud, auf dem heimischen NAS oder auf WLAN-Festplatten zugreifen, aber der lässt sich nicht für Apps nutzen und ist nicht überall erreichbar.

Auch 16 GByte werden schnell knapp, sofern man gerne fotografiert oder filmt, viele Apps ausprobiert, eigene Musik mitnimmt oder mehrere Spiele gleichzeitig installiert hat. Auf die Frage, welcher Kollege mit seinem 8-GByte-iPhone unglücklich ist, antworteten viele (auch Android-Nutzer), dass ihnen selbst 16 GByte nicht reichen.

Die mit vielen – nicht allen – Android- und Windows-Phone-Geräten nutzbaren Speicherkarten lösen immerhin das Problem mit den Multimedia-Dateien, doch Apps lassen sich nicht drauf installieren. Dabei gibt es durchaus Argumente, die gegen einen MicroSD-Kartenschlitz sprechen. So sind manche billige Flash-Kärtchen lahm, unzuverlässig oder gar gefälscht. Kontaktverschleiß und Schmutz können Probleme verursachen, die winzigen Kärtchen gehen leicht verloren oder werden gestohlen. Die Geschwindigkeit automatischer iTunes- oder iCloud-Backups würde unter Riesen-Flash leiden. Apple verschlüsselt den internen Flash-Speicher zudem stets automatisch (Android optional), was den Schutz sensibler Daten verbessert.

Dennoch schmerzen die anmaßenden Aufpreise Apples für mehr Speicher – 100 Euro für 16 GByte mehr. Zum Vergleich: Eine MicroSD mit 32 GByte kostet um 25 Euro. Der interne Speicher mancher Android-Geräte erlahmt nach längerer Benutzung, Apple scheint dagegen stets Flash-Speicher ordentlicher Qualität und Geschwindigkeit einzubauen. Doch selbst wenn es Edel-Chips wären, verkauft sie Apple viel, viel zu teuer: Flotte MicroSDHC-Kärtchen der SanDisk-Serie Extreme mit 16 GByte kosten zirka 20 Euro, für 40 Euro bekommt man 32 GByte oder 16 GByte der Serie Extreme Pro. 100 Euro Aufpreis für 16 GByte mehr iPhone-Speicher kann man also kaum anders nennen als Abzocke – zumal Apple als einer der weltweit größten NAND-Flash-Einkäufer wohl fette Rabatte einstreicht. (ciw)

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Kapitel
  1. Touch me
  2. Fitness und mehr
  3. Foto-Innovationen
  4. Standard-Fotos
  5. 64 Bit im Telefon
  6. Display
  7. Akustik
  8. LTE für alle
  9. Fazit
  10. Kleiner Speicher-Ratgeber
  11. Einkaufen per Handy
  12. Apple kann doch ein bisschen billig
  13. Alternative Smartphones bis 4,7 Zoll
  14. Pseudo-Turbo
  15. Alternative Smartphones ab 5 Zoll
  16. Sicherheit durch Fingerabdruckscanner
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