Rasante Datenjongleure Update

13 Gigabit-WLAN-Router im Vergleich

Test & Kaufberatung | Test

Endlich ist WLAN schnell genug, um auf kurze Entfernungen mit Gigabit-Ethernet mitzuhalten. Selbst quer durch die meisten Wohnungen schafft es mehr Durchsatz als Fast Ethernet. So gelangt die Rasanz eines schnellen Internet-Anschlusses verlustlos bis in die hinterste Ecke. Manche der aktuellen Gigabit-Router hinken allerdings nicht nur beim WLAN den Werbeversprechen hinterher.

Die Oberklasse der aktuell erhältlichen Router liefert Gigabit-Speed sowohl fürs LAN-Kabel als auch beim WLAN nach dem kürzlich ratifizierten IEEE-Standard 802.11ac [1]. Das Angebot hat sich deutlich vergrößert, seit wir solche Geräte zum ersten Mal betrachteten [2]. So fanden jetzt 13 Modelle von A(pple) bis Z(yxel) ins c’t-Labor, die unter gleichen Bedingungen auf ihre Performance getestet wurden.

Alle Prüflinge arbeiten parallel in beiden Funkbändern (2,4 und 5 GHz), sodass sie ältere Smartphones ebensogut bedienen wie Notebooks der neuesten Generation. Geräte der gerade erst erschienenen „AC1900“-Klasse bleiben beiseite, denn die kleine Beschleunigung fürs 2,4-GHz-Band rechtfertigt in der Praxis den Aufpreis nicht [3]. Weil Belkins AC1800-Modell ein Auslaufmodell ist, nahmen wir stattdessen den Linksys EA6400 hinein. Draytek will Router mit 11ac-WLAN erst zur CeBIT 2014 einführen.

Ist garantiert reibungsarmer WLAN-Betrieb gefordert, sollten von vornherein alle Geräte außer Betracht bleiben, die nur im unteren Teil des 5-GHz-Bandes arbeiten (Kanal 36 bis 48), weil kein DFS implementiert ist (siehe Kasten auf Seite 86). Das schränkt die Auswahl schon auf fünf Modelle ein: Apple, AVM, Buffalo, Telekom, Zyxel. Bei den anderen müssen Sie darauf hoffen, dass der Hersteller DFS per Firmware-Update nachrüstet – was alles andere als garantiert ist.

Wer das neue Internet-Protokoll IPv6 nutzen will, das die Telekom seit über einem Jahr bei Neuanschlüssen aufschaltet, hat noch weniger Auswahl: Lediglich das Telekom-Gerät (Speedport W 724V) und die Fritz!Box 7490 beherrschen IPv6 so, wie es die Telekom liefert. Ebenso funktionieren nur diese beiden an einem Telekom-VDSL-Anschluss, die anderen beherrschen dessen Spezialität nicht (VLAN-Tag 7 für PPPoE-Internet-Zugang).

Um rasante Internet-Zugänge per Glasfaser, VDSL oder TV-Kabel auszuschöpfen, muss ein moderner Router sehr schnell Daten zwischen seiner Internet-Seite (WAN) und dem internen Netz (LAN und WLAN) umschlagen können (NAT-Durchsatz). Per VDSL-Vectoring werden bald bis zu 100 MBit/s angeboten, Glasfaser-Anschlüsse erreichen heute schon 200 MBit/s, und per TV-Kabel sind mittelfristig 400 MBit/s zu erwarten. Die Internet-Rüstungsspirale dreht sich schnell weiter, weshalb wir unsere Notenleiste schon jetzt an diesen Werten orientieren. Dabei gelten für IP-zu-IP höhere Schwellen als für PPPoE-Betrieb am WAN-Port. Die Ergebnisse finden Sie in der Tabelle ab Seite 87.

Antennenfragen

Für möglichst hohen Durchsatz sollte der Router 3 Antennen für 3 MIMO-Streams besitzen, womit er maximal 1300 MBit/s brutto überträgt (ac-1300). 2 Antennen (2 MIMO-Streams) liefern höchstens 867 MBit/s (ac-867). Um festzustellen, wie gut sich solche 2-Stream-Router gegen 3-Stream-Modelle behaupten, sind Geräte von Edimax und Trendnet dabei.

Haben WLAN-Basis (der Access Point im Router) und Client unterschiedlich viele Wellenfänger, entscheidet die kleinere Zahl über den Maximaldurchsatz. Selbst dann ist die zusätzliche Antenne auf der einen Seite – meist beim Router – nicht verschenkt. Sie kann immer noch ein Stützsignal liefern, um den 2-Stream-Betrieb zu optimieren. Was dabei herumkommt, erprobten wir mit der Kombination aus Asus-Router und -PCIe-Karte, da sich dort die Antennen abnehmen und durch Abschlusswiderstände ersetzen lassen. So machten wir aus den 3-Stream-Geräten testweise 2-Stream-Modelle.

Im 2×2-Betrieb schaffte die Kombination mit mehreren TCP-Streams über 20 Meter durch mehrere Wände 227 MBit/s brutto. War die dritte Antenne am Router freigegeben, kletterte der Durchsatz um 19 Prozent auf 271 MBit/s. Im 3×3-Modus erreichten die Geräte dann noch mal 20 Prozent mehr (324 MBit/s). Das sind insgesamt 43 Prozent mehr als bei 2 × 2 und entspricht fast dem zu erwartenden Zuwachs.

Latenz gegen Bruttodatenrate

Wie schon bei anderen Tests stellten wir bei den WLAN-Messungen mit unserem Standard-Benchmark iperf fest, dass der Nutzdurchsatz des 11ac-WLAN im Nahbereich deutlich anstieg, wenn wir mehrere parallele TCP-Verbindungen nutzten. So konnten wir Apples Airport Extreme im Nahbereich fast 700 MBit/s entlocken, während es bei einem TCP-Stream nur 372 MBit/s waren.

Ursache ist die seit den ersten WLAN-Generationen enorm gestiegene Bruttodatenrate im Zusammenspiel mit einer vergleichsweise kleinen TCP-Window-Size (256 KByte in unserem iperf-Aufbau). Schon im Nahbereich ist die Latenz – die Hälfte der Ping-Zeit – der WLAN-Verbindung mit etwa 0,5 Millisekunden deutlich größer als bei Gigabit-Ethernet (typisch 0,2 ms). Um die höhere Latenz auszugleichen, braucht man einen größeren TCP-Puffer – oder man öffnet eben mehrere parallele TCP-Verbindungen und nutzt damit mehrere Puffer.

Moderne Betriebssysteme finden die optimale TCP-Windowsize automatisch, Anwender brauchen sich nicht darum zu kümmern. Wir umgehen diese Automatik bei unseren Messungen bewusst, um besser vergleichbare und reproduzierbare Bedingungen zu schaffen.

Da die WLAN-Geräte bei größeren Entfernungen wegen der schwächeren Funkverbindung schnell auf niedrigere Bruttoraten herunterschalten, fällt der Mehr-Puffer-Gewinn dort deutlich schwächer aus (Apple AE: 198 versus 167 MBit/s). Weil für viele Nutzer ausschlaggebend ist, wie gut WLAN-Router mit höheren Distanzen klarkommen, bewerten wir den Durchsatz über 20 Meter durch mehrere Mauern mit einem einzelnen TCP-Stream.

Für die neue 11ac-Technik setzen wir dreimal so hohe Notenschwellen an wie für das etablierte 11n-WLAN, das ja wesentlich geringere Bruttoraten erreicht. Klar ist aber, dass es bei der Gigabit-WLAN-Generation weniger Anlass gibt, auf kurze Entfernungen – also im selben Zimmer – doch noch LAN-Kabel einzustöpseln.

Dreingaben

Als heimische Datenzentrale bringen viele Router eine NAS-Funktion mit. Sie stellt den Inhalt einer angeschlossenen USB-Festplatte im Netz bereit, die dann als zentrales Backup oder als gemeinsames Medienlager dient. Dabei sollte der Router auch mit NTFS oder ext3 formatierte Partitionen unterstützen. FAT32 ist veraltet, weil es keine Dateien größer als 4 GByte ablegen kann.

Manche Router besitzen einen USB-3-Port, um im NAS-Betrieb den Inhalt externer USB-Platten flott im Netz bereitzustellen. Die Konfigurationsoberfläche dieser Geräte führt gelegentlich eine Option auf, die WLAN-Störungen durch einen USB-3-Port unterdrücken soll. Wegen seiner gegenüber USB 2 verzehnfachten Datenrate erzeugt USB 3 ein so breitbandiges Signal, dass es das 2,4-GHz-WLAN-Band überstreicht.

USB 3 gegen WLAN

Im 2,4-GHz-Band macht sich das USB-3-Signal mit einer deutlichen Erhöhung des Grundrauschens bemerkbar: Das für störungsfreie Übertragungen wichtige Signal/Rausch-Verhältnis (SNR) kann um bis zu 20 Dezibel einbrechen (Leistungsfaktor 100). Solch eine Störung beeinträchtigt den Durchsatz dennoch nur beim Empfangen und bei einer schwachen Funkverbindung.

Wir stellten einen solchen Fall im Labor nach: Als Störer platzierten wir eine Fritz!Box 7490 mit abgeschaltetem WLAN und externer USB-3-Platte einen Meter neben dem WLAN-Router RT-AC66U. Als Client lief in 20 Metern Abstand die PCIe-Karte PCE-AC66. Ein Notebook lud per Gigabit-Ethernet von der FB7490 Daten herunter. Dabei konnten wir keine Beeinträchtigung feststellen – gleich ob die USB-Platte abgezogen war oder ob USB-3-Transfers liefen.

Laut Intel macht sich der Effekt eher bemerkbar, wenn der Empfänger einer drahtlosen Maus direkt neben dem belegten USB-3-Port steckt. Dann soll es zu Cursor-Rucklern kommen, die man durch Umstecken des Mausempfängers auf die andere Rechnerseite behebt [4].

Falls Ihr Router mit USB-3-Port eine Option zur Störungsvermeidung bietet, sollten Sie sie zugunsten besserer NAS-Performance ausgeschaltet lassen [3].

Technische Details wie die sonstigen Netzwerkeigenschaften und alle Messergebnisse listet die Tabelle ab Seite 87. Im Folgenden fassen wir Eigen- und Besonderheiten der Prüflinge zusammen, die sich nicht in die Tabelle pressen ließen.

Apple Airport Extreme

Auch die sechste Generation der Airport Extreme lässt sich nicht per Browser konfigurieren, sondern nur per Airport-Dienstprogramm. Für Windows stand zum Testzeitpunkt nur die veraltete Version 5.6.1 bereit, während Mac OS X bei 6.3.2 angekommen war. Mit Windows konfiguriert übernahm der Apple-Router deshalb manche Einstellungen nicht, beispielsweise den zu verwendenden 5-GHz-Kanal.

Die Airport Extreme wäre auch abseits reiner Apple-Umgebungen ein guter Breitband-Router, doch der Hersteller drängt sie nicht nur mit dem Dienstprogramm in die Mac-Nische: Damit der Router den Inhalt einer USB-Festplatte im Netz anbietet, muss diese mit HFS+ formatiert sein. Das Erstbefüllen der Platte direkt am Windows-PC klappt deshalb nur mit Einsatz kostenpflichtiger Software wie beispielsweise HFS for Windows von Paragon.

Asus RT-AC66U

Mit dem RT-AC68U hat der seit über einem Jahr erhältliche RT-AC66U inzwischen ein etwas potenteres Geschwisterchen bekommen. Der Kauf des 30 Euro teureren Geräts lohnt derzeit aber nur, wenn man besonderen Wert auf NAS-Performance legt [3], denn hier schwächelt der RT-AC66U etwas. Sonst steht er der 68er-Variante in nichts nach und bringt reichlich Funktionen mit, die ihn als Spinne fürs Heimnetz tauglich machen.

Asus hat die Geräte offen gestaltet: Aktiviert man bei der WRT-basierten Firmware den Bittorrent-Client „Downloadmaster“, erweitert der Router seine Firmware durch Nachinstallieren von Paketen aus dem Internet. Ferner kann man zwecks Load Balancing oder als Fallback beim Zusammenbruch der Hauptleitung eine zweite WAN-Verbindung über einen LAN-Port oder einen USB-UMTS-Stick konfigurieren. Statt als Router kann der RT-AC66U auch als WLAN-Access-Point, -Repeater oder -Bridge (Client) laufen.

AVM Fritz!Box 7490

Die rote Flunder aus Berlin protzt mit der besten Ausstattung im Testfeld, soll sie doch als Universalgerät fürs Heimnetz dienen: Vectoring-fähiges VDSL-Modem, DECT-Basisstation, mehrere USB-Ports, Anschlüsse für analoge Telefone et cetera. Die Firmware steht der Hardware nicht nach, ihre Konfiguration wird aber durch den großen Funktionsumfang unübersichtlich. Hier wollen nicht nur ausgefeilte Telefoniefunktionen eingestellt werden, sondern auch Smart-Home-Elemente wie das Abfragen und Fernsteuern schaltbarer Steckdosen mit Energiemessfunktion, eine flexible Cloud-Anbindung und anderes. Das alles hat AVM passabel gelöst. Will man aber im LAN keine Geschwindigkeitseinbußen hinnehmen, sind nach Durchlaufen des Konfigurationsassistenten unter Heimnetz/Netzwerk/Netzwerkeinstellungen die LAN-Ports 2 bis 4 per Hand für Gigabit-Ethernet freizuschalten.

Wer das WLAN-Gastnetz auch per Ethernet-Kabel anbieten will, kann dafür den LAN-Port 4 verwenden. Nützlich: Zum schnellen Übertragen der Gast-WLAN-Einstellungen zeigt die Box einen QR-Code an. Ist auf dem Smartphone oder Tablet ein QR-Code-Reader installiert, muss man den Code nur fotografieren, um die Verbindung herzustellen. Das klappte unter Android mit der App Barcode Scanner (ZXing); bei iOS-Geräten soll laut AVM Qrafter funktionieren. Ab Werk ist das Gast-WLAN auf Surfen und Mailen eingeschränkt. Das verhindert, dass Gäste Filesharing-Unfug treiben, der den Anschlussinhaber wegen Störerhaftung in Bedrängnis bringen könnte.

Bei der Einbindung externer Cloud-Dienste per WebDAV(S) legt AVM vor: 11 voreingestellte Anbieter und ein frei konfigurierbarer Zugang gewähren Flexibilität. Auch den Medienserver hat AVM um eine Cloud-Anbindung ergänzt. Er streamt optional auch bei 1&1, im Telekom-Mediencenter oder bei Google Play Music gelagerte Inhalte ins (W)LAN.

Die WLAN-Performance fiel diesmal etwas niedriger aus als im Einzeltest der 7490 in Heft 22, was zum einen an neuer Firmware lag und zum anderen daran, dass wir sie diesmal so wie die meisten Anwender in horizontaler Lage verwendet haben. Denn der Hersteller liefert keinen Standfuß mit und bei Wandmontage hat man keine Möglichkeit, das Gerät zwecks WLAN-Optimierung zu drehen. Wer mit der Positionierung experimentiert, kann wohl etwas mehr Durchsatz herauskitzeln.

Belkin Linksys EA6400

Der EA6400 trägt noch ein Cisco-Logo, obwohl die Marke Linksys neuerdings zu Belkin gehört. Dem Router liegt ein NFC-Visitenkärtchen bei: Ist der Router bei Belkins Cloud-Dienst „Linksys Smart Wi-Fi“ angemeldet und auf einem Smartphone oder Tablet mit NFC-Schnittstelle die gleichnamige App für Android oder iOS installiert, braucht man nur das Kärtchen ans Gadget zu halten, um den WLAN-Zugang freizuschalten.

Irritierenderweise kann man bei der NAS-Funktion zwar Konten einrichten, doch gelten diese nur für den SMB/CIFS-Zugriff. Der FTP-Zugang kennt nur „admin“ und nutzt dabei leider das Konfigurationspasswort, das man aber Fremden nicht geben sollte. Da der Router obendrein kein sicheres FTP (FTPS) unterstützt, sollte man den Dienst auch tunlichst nicht in Richtung Internet öffnen.

Schon bei den Modellen EA4500 und EA6500 bekleckerte sich Linksys nicht eben mit Ruhm: Trotz hinreichenden Speicherausbaus verwaltet der UPnP/DLNA-Server dieser Geräte maximal 8000 Dateien. Diese willkürliche Grenze existiert wegen eines Rahmenvertrags mit dem Twonky-Hersteller PacketVideo auch beim EA6400. Abgesehen davon fanden wir am EA6400 nichts auszusetzen.

Buffalo WZR-1750DHP

Zwar beherrscht der Büffel drei Betriebsarten, aber der Wechsel ist wenig intuitiv gelöst: Der Modusschalter AP/WB wählt zwischen Router/Access Point und Wireless Bridge. Für den Wechsel vom Router- zum Access-Point-Modus muss man dagegen den Mode-Taster für fünf Sekunden drücken. Ein 3-Positions-Schiebeschalter wäre sinnvoller.

Die Browser-Oberfläche hat Buffalo deutlich modernisiert: Sie ist nun auch mit Touch-Geräten gut bedienbar. Zwar beherrscht das Gerät den Multi-SSID-Betrieb mit zwei logischen Funkzellen pro Band. Die zweite Zelle unterstützt aber nur die längst geknackte WEP-Verschlüsselung und ist damit nutzlos.

Wenn man auf die Konfigurationsseite des WZR-1750DHP per HTTPS zugreift, meckert der Browser über das abgelaufene, selbstausgestellte Zertifikat. Buffalo hat es unerklärlicherweise bis Ende Januar 2013 befristet. Auch an anderer Stelle hakelt es: QoS-Parameter ließen sich im Test nur mit dem Internet Explorer ändern. Firefox und Chromium zeigten eine leere Seite, gleich ob QoS auf der Übersichtsseite aktiviert war oder nicht.

Die NAS-Funktion bindet nur FAT32-formatierte Partitionen ein, womit der Buffalo-Router nicht als Videolager taugt. Immerhin ist die Performance der Windows-Freigabe beim Schreiben okay und beim Lesen für einen Router gut. FTP-Zugriff gestattet das Gerät nicht, aber immerhin HTTP(S) von außen.

Der WZR-1750DHP erfüllt grundlegende Ansprüche. Sowohl die 5-GHz-WLAN-Performance als auch die Flexibilität im NAS-Betrieb könnten aber noch etwas Verbesserung vertragen.

D-Link DIR-868L

Der Konfigurationshelfer des D-Link-Geräts arbeitet fast perfekt. Er vergisst nur, das Aktivieren der Sommerzeit nebst passender Umschaltzeitpunkte vorzuschlagen. Der USB-Port läuft ab Werk im USB-2-Modus, was ein Klick in der Browser-Oberfläche ändert. Diese warnt dann auch vor möglicher Beeinflussung der 2,4-GHz-Performance (siehe oben).

Zwar unterstützt der DIR-868L den Dateizugriff per HTTP(S), aber leider nicht als WebDAV(S), sondern nur mittels Zugriff per Browser. Der Router hat eine übersichtliche Konfigurationsoberfläche, einen brauchbaren Funktionsumfang und gute bis sehr gute Performance. Doch um der Fritzbox den Platz streitig zu machen, fehlen ihm noch einige Funktionen (VDSL-Modem, T-VDSL- und T-IPv6-Kompatibilität, Telefonie).

Edimax BR-6478AC

Mit 62 Euro ist der Edimax-Router mit Abstand der billigste im Test. Leider entspricht die Ausstattung dem Preisniveau. Der Konfigurationshelfer ließ schmerzliche Lücken und beim WLAN-Benchmark in unserem Testszenario kamen zwei Testexemplare nicht auf Touren. Im Nahbereich blieb der BR-6478AC zwar nur um knapp 30 Prozent hinter dem ebenfalls maximal 867 MBit/s schnellen TEW-811DRU von Trendnet zurück. Über 20 Meter durch Mauern rauschte der 11ac-Durchsatz jedoch gnadenlos in den Keller.

Immerhin ziert sich der Edimax-Router mit einer nützlichen Besonderheit: Radius-Authentifizierung im WLAN auch für Gäste. Zudem kann man das Gerät als WLAN-Client oder Universal Repeater einsetzen.

Netgear D6300B

Beim WLAN ist der D6300B auf die Kanäle 36 bis 48 festgenagelt. Diesem Bereich weicht der Router bei Konkurrenz weder automatisch aus noch kann man manuell wechseln. Auch die NAS-Funktion ist simpel gestrickt: Der Router gibt alle erkannten Partitionen einer Festplatte für alle per SMB/CIFS frei. Nützlich und nachahmenswert ist hingegen der USB-Filter. Er erkennt USB-Geräte anhand ihrer Device-ID. Damit kann man den Router anweisen, nur bekannte USB-Geräte im Netz freizugeben.

Beim NAT-Benchmark war der Downstream ungewöhnlich langsam. Selbst nach Einrichten einer QoS-Regel für iperf und Priorisieren des Ziel-LAN-Ports kletterte er nicht über 95 MBit/s. Bis Redaktionsschluss ließ sich die Bremse weder lösen noch durch den Hersteller erklären. Beim Upstream liegt die NAT-Leistung dagegen im sehr guten Bereich. Da statt eines VDSL2-Modems die ADSL2+-Variante eingebaut ist, bekommt man im DSL-Betrieb im Downstream ohnehin nicht mehr als 24 MBit/s; das bewältigt der D6300B problemlos.

Mit Nutzerkonten und flotterer NAS-Funktion sowie nachgerüstetem DFS wäre der Netgear-Router wesentlich attraktiver. Der Hersteller will ihn in den nächsten Monaten durch eine Version 2 mit anderer Hardware-Basis ablösen. Vielleicht sind dann diese Macken behoben.

Sitecom WLR-8100

Seinem WLR-8100 hat Sitecom zwei WPS-Taster spendiert. Damit kann man noch nicht verbundene Clients entweder auf das schnellere (5 GHz) oder langsamere WLAN-Band (2,4 GHz) lotsen. Die beworbene „Cloud Security“ prüft Surf-Ziele mittels externer Server auf Malware, Phishing und andere als unsicher eingestufte Elemente. Bei verdächtigen Sites oder Downloads erscheint eine Warnseite statt des Ziels.

Man muss sich jedoch darauf verlassen, dass der Dienstleister seine Listen regelmäßig pflegt und dabei nicht übereifrig wird. Auch ein gerüttelt Maß an Vertrauen ist nötig, da Cloud Security das Surf-Verhalten der ganzen Familie mitbekommt. Der Surf-Prüfer ist nur für die ersten sechs Monate gratis, danach werden 15 Euro pro Jahr fällig. Dennoch kann solch ein Abo nützlich sein, wenn man gleich mehrere Geräte im Heimnetz schützen und nicht überall Filter-Software installieren will.

Da der Sitecom-Router nicht das ganze 5-GHz-Band nutzen kann, ist er trotz zufriedenstellender bis sehr guter WLAN-Performance kein Geheimtipp.

Eine Version des WLR-8100 mit vorinstalliertem, freiem Router-Betriebssystem OpenWRT ist in Entwicklung: Ein vorab zugesandtes Muster kam im 5-GHz-Band nicht über 54 MBit/s brutto hinaus (IEEE 802.11a statt 11ac). Ferner fehlte noch die Anpassung der erlaubten Kanäle anhand von Region Codes.

Telekom Speedport W 724V

Beim W 724V ist das WLAN-Teilen à la Fon gleich eingebaut; es heißt hier „WLAN to go“. Aktiviert man die Funktion, öffnet der Router den Internet-Zugang für Telekom-Hotspot- und Fon-Kunden. Im Gegenzug darf man selbst weltweit alle Telekom- und Fon-Hotspots gratis nutzen.

Fernwartung gibt es nur als „EasySupport“: Ist er aktiviert, kann man per Kundencenter-Webseite oder ein Telekom-Kundendienstler den Router in Teilen konfigurieren. EasySupport ist auch Voraussetzung dafür, dass man den Fon-Hotspot aktivieren kann. Wer das Gerät für knapp 5 Euro monatlich von der Telekom mietet, darf den EasySupport nicht einmal abschalten.

Zwar unterstützt der W 724V beim NAS-Betrieb auch USB-Massenspeicher mit mehreren Partitionen. Jedoch legt er das Heimverzeichnis der Benutzer immer auf die erste eingebundene Partition. Die Telekom hat etwas höheren NAS-Durchsatz gemessen als wir.

Der W 724V hinterlässt einen durchwachsenen Eindruck: Einerseits beherrscht er als eines von nur zwei Geräten im Test das neue Internet-Protokoll IPv6 nach Telekom-Konvention und ist auch sonst gut ausgestattet. Andererseits gibt es Schwächen in Details.

TP-Link Archer C7

Der Installationshelfer auf der CD-ROM des Bogenschützen übersieht so einiges: Weder leitet er dazu an, das Konfigurationspasswort zu ändern noch die Zeiteinstellungen (Zone und Sommerzeitumschaltung) zu setzen. Üblerweise übergeht er auch die Abfrage der aktuellen WLAN-Region, die ab Werk auf „United States“ steht. Das kann dazu führen, dass der Router im 5-GHz-Band die hierzulande nicht freigegebenen Kanäle 149 bis 165 nutzt, was Ärger mit der Bundesnetzagentur bescheren kann. Immerhin zeigt das „Quick Setup“ im Browser die Regionsauswahl an passender Stelle mit einem Warnhinweis an. Den dürften viele Nutzer aber schlicht übersehen.

Praktisch ist, dass man für WLAN-Gäste eine separate Dateifreigabe einrichten kann. Indes steckt in der Nutzerverwaltung ein blöder Fehler: Sie zeigt bei angelegten Nutzern deren Passwort im Klartext an. Zwar gehört der Archer C7 zu den billigeren Geräten im Test, aber solche Macken sollten dennoch nicht vorkommen.

Trendnet TEW-811DRU

Gegenüber dem beim WLAN etwas schnelleren TEW-812DRU (maximal 210 MBit/s brutto über Distanz, c’t 11/13, S. 54) besitzt der TEW-811DRU eine leicht verbesserte CPU. Das schlägt sich in etwas höherem, wenn auch immer noch nicht berauschendem NAS-Durchsatz nieder.

Die Browser-Oberfläche wurde eigenwillig übersetzt: „Kurze Einführung“ statt „Short Preamble“, „Statische WAN Leitwege“ statt „WAN Static Routes“. Wählen Sie als Sprache lieber Englisch, wenn Sie an Netzwerk-Schräubchen drehen wollen. Trendnet verspricht, das in der nächsten Firmware zu verbessern. Das Update soll dann beim Setup auch das Konfigurationspasswort ändern, Zeiteinstellungen erfragen und eine verbesserte Sommerzeitumschaltung haben. Würde der Hersteller dann noch DFS ohne Aufpreis nachrüsten, wäre der TEW-811DRU ein Router mit passablem Funktionsumfang.

Zyxel NBG6716

Laut Zyxels Setup-Seite ist DFS beim NBG6716 implementiert. Dass es tatsächlich aktiv ist, verriet das Routerverhalten bei manueller Wahl von Kanal 100: Erst nach ein paar Minuten erschien das 5-GHz-Signal, da der Router zunächst nach Radarpulsen lauscht, bevor er selbst senden darf. Wer per Hand einen Kanal aus dem hohen Bereich wählt, sollte also etwas Geduld haben und nicht gleich annehmen, dass das Gerät defekt ist. Genauso kann es vorkommen, dass ein Router wegen DFS auf Kanal 52 sendet, obwohl man ursprünglich 120 vorgegeben hat.

In unserem Test wählte der Router dennoch bei automatischer Kanalwahl trotz gut belegtem unteren 5-GHz-Band (Kanal 36–48) nie die höheren Kanäle ab 52 aufwärts, selbst nach zwei Firmware-Patches des Herstellers nicht. Im Router läuft OpenWRT (r2211) mit einem einigermaßen frischen Kernel (3.3.8). Dabei ist der Router per SSH erreichbar, obwohl das nicht dokumentiert ist. Immerhin steht der Dienst nicht nach außen offen.

Beim Test der NAS-Funktion hatte der NBG6716 anfangs Schwierigkeiten mit Platten, die mehrere Partitionen enthalten sowie beim Schreiben auf ext3-Dateisysteme. Beides hat der Hersteller per Patch behoben; die korrigierte Firmware soll mit Erscheinen dieses Heftes online stehen. Schließlich geizt Zyxel anders als Belkin nicht beim maximalen Umfang der Medienbibliothek: Der Router verwaltet bis zu 60 000 Mediendateien. IPv6 soll er mit einem Firmware-Upgrade im Frühjahr 2014 lernen. Dann kann er sich in die Oberklasse einreihen.

Fazit

Dass nach 10 Jahren immer noch die Mehrheit der getesteten Router kein DFS im 5-GHz-WLAN-Band beherrscht, ist ärgerlich, denn es schränkt die Gebrauchstauglichkeit enorm ein. Wenn Ihre Nachbarin ebenfalls einen nicht DFS-fähigen Router verwendet, müssen Sie sich denselben 80 MHz breiten Funkkanal teilen, was die Datenrate ohne Weiteres für beide Parteien halbieren kann [2]. Wir haben das mit einem Abzug bei der Funktionsnote quittiert. Wenn Sie nicht gerade so einsam wohnen, dass keine Nachbarn in Sichtweite sind, sollten Sie solche Geräte meiden.

Wer ein All-in-one-Gerät möchte, schaut sich die Router mit integriertem xDSL-Modem an: Netgears D6300B erfüllt grundlegende Ansprüche, unterstützt aber weder DFS noch das Internet-Protokoll IPv6, wie es die Telekom seit über einem Jahr an neuen DSL-Anschlüssen liefert. Beides beherrscht der Speedport W 724V, der zusätzlich als Telefonzentrale dient. Gegenüber dem enormen Funktionsumfang von AVMs Fritz!Box 7490 muss der Telekom-Router indes zurückstecken. Zwar kostet die 7490 das Zweieinhalbfache, aber das ist sie auch wert. Diese beiden Geräte funktionierten als einzige aus dem Testfeld auch an einem Telekom-VDSL-Anschluss.

Von den Breitband-Routern, die ein externes Modem benötigen, taugt am ehesten der NBG6716 von Zyxel, denn er ist genügsam am Stromnetz und kann das ganze 5-GHz-WLAN-Band nutzen, was für schnelles WLAN inzwischen unumgänglich ist. Mit Apples Airport Express und Buffalos WZR-1750DHP kann man Nachbar-Funknetzen auf 5 GHz zwar auch ausweichen, aber ersterer ist zu sehr auf die iWelt zugeschnitten und letzterer braucht etwas Nachhilfe bei der NAS-Funktion.

Der BR-6478AC von Edimax kam in unserem WLAN-Test nicht aus dem Leistungskeller heraus. Wenn 2-Stream-WLAN mit maximal 867 MBit/s genügt, sollten Sie den nur wenig teureren TEW-811DRU ins Auge fassen. Von den restlichen, bis zu 1300 MBit/s schnellen Modellen gefiel uns vom Funktionsumfang und von der Performance her der RT-AC66U von Asus am besten, auch wenn er immer noch kein DFS beherrscht. Leider hat das Gerät eine hohe Leistungsaufnahme. Bei den restlichen Geräten können Sie nach gebotenen Funktionen gehen. Gravierende Ausfälle haben wir mit keinem Testgerät erlebt. (ea)

Literatur
  1. [1] Ernst Ahlers, Gigafunkmechanik, Die technischen Kniffe beim Gigabit-WLAN, c’t 19/12, S. 92, auch online, siehe c’t-Link unten
  2. [2] Ernst Ahlers, Gigabit-Funker, Router der nächsten WLAN-Generation auf dem Weg zum Ethernet-Tempo, c’t 19/12, S. 86
  3. [3] Ernst Ahlers, Funk-Turbinchen, WLAN-Router Asus RT-AC68U im Test, c’t 23/13, S. 73
  4. [4] USB 3.0 Radio Frequency Interference Impact on 2.4 GHz Wireless Devices, Intel-Dokument 327216-001, April 2012, siehe c’t-Link
  5. [5] Ernst Ahlers, Wolkenanschluss, Cloud-Funktionen im Heimrouter und passende Apps, c’t 21/12, S. 132
Trauerspiel DFS

Damit WLAN-Basen alle 19 Kanäle im 5-GHz-Band nutzen können, müssen sie Signale anderer Funksysteme erkennen und ihnen durch Kanalwechsel ausweichen können (Dynamic Frequency Selection, DFS). Das soll vor allem vermeiden, dass 5-GHz-WLANs den Betrieb von Wetterradaren stören.

DFS hielt schon mit der IEEE-Normenerweiterung 802.11h Einzug, die vor 10 Jahren erschien. Die damals angesagte 5-GHz-WLAN-Technik 802.11a erlangte aber außerhalb von Firmen-Funknetzen kaum Bedeutung. Erst vor rund drei Jahren wurde DFS wichtig, als simultan dualbandfähige 802.11n-Basen erschienen. Seitdem bemängeln wir regelmäßig sein Fehlen.

Besonders ärgerlich: Auch der im Test verwendete Windows-Treiber zu Asus’ PCIe-Karte PCE-AC66 nutzt nur die 5-GHz-Kanäle 36 bis 48, obwohl es bei ihr zur Verbindungsaufnahme ausreichen würde, rein passiv zu scannen. DFS muss er dann gar nicht beherrschen. Dieses Schicksal teilen manche Treiber für USB-Adapter (Seite 79) wie auch die Firmware von Bridges (WLAN-zu-Ethernet-Umsetzer). Asus verspricht, den Kartentreiber im Frühjahr 2014 zu verbessern.

Bis hier ist das Fehlen der eigentlich selbstverständlichen DFS-Fähigkeit nur ein Ärgernis. Trendnets Einstellung grenzt jedoch ans Unverschämte: Zwar konnte der kalifornische Hersteller noch nicht sagen, wie viel sein DFS-Upgrade kosten wird. Aber uneingeschränkte 5-GHz-Tauglichkeit soll nach gegenwärtiger Planung nur gegen Aufpreis zu haben sein.

Ergänzungen & Berichtigungen

Der Artikel entspricht dem Stand der gedruckten c't. Folgende Änderung hat sich seitdem ergeben:

UPDATE

Beim Telekom-Router Speedport W 724V fehlt im Balkendiagramm und in der Ergebnistabelle der NAT-Durchsatz im PPPoE-Betrieb: Er schaffte am WAN-Link-Port sehr gute 762/507 MBit/s (Down/Upstream)

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Kapitel
  1. Antennenfragen
  2. Latenz gegen Bruttodatenrate
  3. Dreingaben
  4. USB 3 gegen WLAN
  5. Apple Airport Extreme
  6. Asus RT-AC66U
  7. AVM Fritz!Box 7490
  8. Belkin Linksys EA6400
  9. Buffalo WZR-1750DHP
  10. D-Link DIR-868L
  11. Edimax BR-6478AC
  12. Netgear D6300B
  13. Sitecom WLR-8100
  14. Telekom Speedport W 724V
  15. TP-Link Archer C7
  16. Trendnet TEW-811DRU
  17. Zyxel NBG6716
  18. Fazit
  19. Trauerspiel DFS
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