Sommerspieler

Fünfzehn Bluetooth-Lautsprecher zum Mitnehmen im Test

Test & Kaufberatung | Test

Sommer, Sonne, Sonnenschein – den passenden Soundtrack zur schönsten Jahreszeit liefert heutzutage das Smartphone. Doch spätestens beim „Public Listening“ mit Freunden nervt die krächzende Sound-Qualität der Kleinstlautsprecher ungemein. Tragbare Bluetooth-Speaker mit Akku schaffen Abhilfe.

Als Musikspieler haben Smartphones längst den MP3-Player abgelöst. Hat man zusätzlich noch eine Musik-Flatrate gebucht, steckt ein schier unerschöpfliches Musik-Archiv in der Tasche. Ebenso einfach greift man auf Tausende Radio-Streams zu. Alles perfekt, wäre da nicht der oftmals bescheidene Sound der Kommunikations-Knochen. Mit einem guten Paar Kopfhörer ist alles o.k., aber dem verzerrten Plärren eines aufgedrehten Handy-Lautsprechers können nur wenige Menschen etwas Positives abgewinnen.

Video: Bluetooth-Lautsprecher zum Mitnehmen

Wir haben fünfzehn kompakte Funklautsprecher getestet, die das Sound-Signal des Smartphones per Bluetooth auffangen und verstärken. Sie sind mit einem internen Akku ausgestattet und so unabhängig vom Stromnetz einsetzbar. Alle passen locker neben die Badesachen in den Rucksack.

Jawbone war mit seiner Jambox der Vorreiter in Sachen mobiler Aktivlautsprecher. Mit der Mini Jambox schickt das Unternehmen sein Einstiegsmodell ins Rennen. Auch die Lautsprecher von Beats Audio, Bose, JBL und Sonys brandneue SRS-X2 und SRS-X3 versprechen guten Sound, wobei der JBL Pulse auch visuell einiges zu bieten hat. Hinter dem schützenden Drahtgitter der Klangdose stecken außer den Lautsprechern noch 64 RGB-LEDs, mit denen der Speaker eine kleine Lichtshow zaubert.

Auch hinter Philips’ BT3500 und Logitechs UE Boom steckt einiges an Audio-Kompetenz. Logitech ist es von der PC-Zubehörsparte her gewohnt, großen Klang aus kleinen Kisten zu zaubern. Mit Bestbeans Flashmob und dem Tonos von Speedlink sind auch Geräte wenig bekannter Hersteller vertreten. Abgerundet wird das Testfeld von Bluetooth-Lautsprechern des chinesischen Herstellers Rapoo (R500 und R600), die vor allem in Technikmärkten zu finden sind.

Angespielt

Bevor es mit den mobilen Musikmachern auf die Piste geht, sollten sie zunächst einmal voll aufgeladen sein. Bis auf Grundigs GSB 120 und die Bose-Lautsprecher werden die fest eingebauten Lithium-Akkus aller Testgeräte über ein gewöhnliches USB-Kabel aufgeladen. Die meisten Hersteller gehen davon aus, dass man ein passendes Netzteil bereits besitzt, und legen nur ein Kabel bei. Bei Grundig und Bose benötigt man ein spezielles Netzteil. Dem JBL Pulse liegt ein eigenes USB-Netzteil mit 2,3 Ampere bei. Mit schwächeren Netzteilen lässt er sich zwar aufladen, im Falle eines leergespielten Akkus allerdings nicht zuverlässig betreiben – ein Standardnetzteil mit 500 mA liefert nicht genug Strom.

Die Akkulaufzeit im Dauertest lag bei den meisten Geräten um die zehn Stunden. Rapoos A500, der Tonos von Speedlink und Logitechs UE Boom hielten sogar über 24 Stunden Dauerbetrieb durch und müssen bei normaler Nutzung sicherlich seltener aufgeladen werden als das Smartphone, das sie mit Musik beschickt. Ausreißer ist Bestbeans Flashmob mit nur 4,5 Stunden Akkulaufzeit, allerdings ließ sich der Lautsprecher im Laufe des Tests gar nicht mehr aufladen. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich um einen Gerätedefekt, die Laufzeit eines angekündigten Ersatzgerätes müssen wir nachreichen.

Alle getesteten Mobile Speaker nutzen Bluetooth, um Musik kabellos von einem Smartphone, Tablet oder auch Notebook zu empfangen. Für die Audioübertragung ist dabei das Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) zuständig, dessen Spezifikation den verlustbehafteten Audio-Codec SBC verbindlich vorschreibt, aber durchaus effizientere Codecs erlaubt. Fast alle getesteten Geräte belassen es bei der Minimalanforderung – mit der durch die Kompression verbundenen Audioqualität muss man sich als Kunde arrangieren. Die Pill von Beats Audio ist der einzige Minilautsprecher, der zusätzlich die Übertragung mit den effizienteren Codecs AAC und AptX unterstützt. Besitzer von iOS-Geräten profitieren von ersterem Codec direkt: iPhone und iPad nutzen ihn automatisch für die Audioübertragung an den Mini-Lautsprecher.

Dass die Bluetooth-Lautsprecher nicht unbedingt etwas für Audiophile sind, bedeutet nicht, dass sie grundsätzlich schlecht klingen. Im Gegenteil: Bedenkt man, welch geringes Volumen den Sound-Ingenieuren zur Verfügung steht, ist es erstaunlich, was sie den Mini-Lautsprechern entlocken. Je kleiner der Lautsprecher, desto größer fällt dieser Überraschungseffekt aus. Details zu unseren Sound-Eindrücken finden sich in den Einzelbesprechungen der Testkandidaten.

Mit dem Handy lassen sich die Testgeräte jeweils über das Bluetooth-Menü finden und koppeln. Etwa die Hälfte der Testgeräte erlaubt das Auslesen der Verbindungsparameter per Nearfield Communication (NFC). Dann genügt es, das NFC-fähige Handy an den markierten Bereich am Lautsprechergehäuse zu halten, um eine Verbindung zu etablieren. Hat man die Lautsprecher einmal angemeldet, werden sie danach automatisch vom Smartphone erkannt und als Ausgabegerät angewählt. Die Reichweite bei direktem Sichtkontakt lag bei allen Testgeräten bei mindestens 25 Metern. Sobald jemand die Funkstrecke blockierte, brach die Reichweite bei den Speakern von Beats, Creative, Grundig und JBL allerdings deutlich ein. Die Bluetooth-Adapter der übrigen Kandidaten hielten die Verbindung stabil.

Bei der Bluetooth-Kopplung mit dem Handy handelt es sich meistens um eine 1:1-Verbindung, lediglich die Lautsprecher von Logitech, Jawbone und Rapoo erlauben das Koppeln von zwei Zuspielern. Bei Jawbone können sich diese das Abspielrecht gegenseitig „abjagen“, bei den anderen muss die Wiedergabe auf einem Zuspieler erst angehalten werden, damit der Sound vom zweiten Gerät wiedergegeben wird. Bei allen anderen Testkandidaten gilt: Wer zuerst kommt, spielt zuerst und blockiert damit den Lautsprecher. Logitechs UE Boom und nach einem Firmware-Update auch die Mini Jambox lassen sich zu einem Stereosystem erweitern, wenn man ein zweites Gerät parat hat.

Wer mit dem Qualitätsverlust durch die Funkübertragung hadert, kann bei allen Testkandidaten auf die klassische Anbindung per Kabel ausweichen. Sie haben einen Aux-Anschluss in Form einer 3,5"mm-Klinkenbuchse. Das entstehende Gespann aus Smartphone und Speaker ist zwar nicht mehr ganz so sexy, funktionierte im Test aber ohne Probleme. Die Klinkenbuchse ist auch ein Weg, um den mobilen Begleitern einen stationären Zusatznutzen abzugewinnen: Hat man die Lautsprecher daheim ohnehin an die Ladeleine genommen, kann man sie gleich noch als unauffällige Desktop-Lautsprecher am PC nutzen. Die Quelle wählt man beim SRS-X3 von Sony und den Bose-Lautsprechern über eine separate AUX-In-Taste. Bei allen anderen Geräten erfolgt sie automatisch. Als externe USB-Lautsprecher lassen sich die Bluetooth-Speaker nicht nutzen.

Apps für iOS und Android gibt es für die Geräte von Jawbone, JBL und Logitech. Bei der UE Boom steuert man damit die Equalizer-Einstellungen oder nutzt den Lautsprecher als Ersatz für den Radiowecker, bei JBL gewährt sie Einfluss auf die RGB-LEDs im Gehäuse. Die Jawbone-App für die Mini Jambox hat sogar einen Player, über den man sowohl die auf dem Mobilgerät gespeicherte Musik als auch Musik von ausgewählten Streaming-Diensten abspielen kann.

Über Speedlinks Tonos, den Flashmob und die Mini Jambox kann man direkt in die aktuelle Abspielliste eingreifen, also die Wiedergabe pausieren oder zum nächsten und vorherigen Titel springen. Bei der Jambox muss man zu diesem Zweck ein wenig morsen: Dreimal kurz auf den Wiedergabe-Tasten bringt einen in der Abspielliste zum Beispiel einen Titel zurück. Bei allen drei Geräten kann das Smartphone also im Rucksack bleiben.

Klingeling

Der mit dem Handy gekoppelte Lautsprecher sorgt sicherlich für Stimmung, doch was passiert bei eingehenden Anrufen? In jedem Fall ist gewährleistet, dass kein Anruf unbemerkt bleibt: Alle Kandidaten unterbrechen die Musikwiedergabe und schicken entweder den Klingelton vom Handy oder ein eigenes Signal auf die Lautsprecher. Beim JBL Pulse und den Bose-Lautsprechern muss man danach das Handy aus der Tasche kramen, da sie sich nicht als Freisprechanlage nutzen lassen. Alle anderen Kandidaten sind mit einem Mikrofon ausgestattet und unterstützen das Handsfree-Profil (HFP). Per Tastendruck lassen sich Gespräche annehmen. Die Jambox und der Flashmob lesen zuvor sogar noch die Nummer des eingehenden Anrufes vor.

Drückt man die Rufannahmetaste, erwartet einen nicht immer eine angenehme Überraschung: Die Lautsprecher von Bestbeans, Philips und Rapoos A500 waren wegen miserabler Sprachqualität kaum zum Telefonieren zu gebrauchen. Das seitliche Mikrofon an Philips’ BT5500A produziert auf der Gegenseite unschönen Dosen-Sound, der Flashmob nervte mit fiependen Störgeräuschen wie bei einem Gespräch mit der MIR und beim kleinen Rapoo A500 hörte der Anrufer einen deutlichen Nachhall seiner Stimme.

Dass Rapoo es besser kann, zeigt der A600, der mit die beste Sprachqualität bietet. Ähnlich gut klang es nur bei der Beats Pill und Speedlinks Tonos. Jawbones Mini Jambox war das Gerät der Wahl für „Gruppentelefonate“. Erst ab einer Distanz von einem Meter ließ sich die Jambox gut für Gespräche nutzen, an denen dann auch mehrere Personen teilnehmen konnten.

Beats Pill

Beats hat sich vor allem mit Kopfhörern einen Namen gemacht und mit bass- und designstarken Modellen den Markt überschwemmt. Das Sound-Zäpfchen namens Pill tritt als coole Aktiv-Box auf und ist in sechs trendigen Farben erhältlich. Wir bekamen noch die Version ohne Aufladefunktion fürs Handy. Erst die Pill 2.0 ist zusätzlich mit einer USB-Host-Buchse zum Laden eines Handys ausgestattet.

Die Pille ist gut verarbeitet und steht sicher auf ihrem gummierten Standfuß. Die vier Neodymtreiber produzieren einen sehr gerichteten und für Beats-Verhältnisse recht bassarmen Sound. Geht der Akku zur Neige, fällt die Klangrolle zudem durch unschöne Störgeräusche aus und scheint sich bei voll aufgedrehter Lautstärke vollkommen zu verausgaben. Die Pill ist der einzige Lautsprecher mit Line-Out-Buchse. Sie lässt sich auch als Bluetooth-Brücke für die Stereoanlage nutzen. Hier profitiert man dann vielleicht auch von der breiteren Codec-Unterstützung, die beim eher schwachen Klangbild des Systems kaum zur Geltung kommt.

Bestbeans Flashmob

Äußerlich macht der Flashmob von Bestbeans nicht viel her. Vom stromlinienförmigen Hochglanzgehäuse aus weißem Kunststoff sieht man eigentlich wenig, wenn man vor dem schwarzen Stoffüberzug der Vorderseite sitzt. Klanglich kann der Lautsprecher dann wieder punkten: Man wird zwar nicht die Flashmob-typischen Massen mobilisieren können, aber insgesamt ist der Sound ausgewogen mit klaren Höhen und guten Bässen. Dreht man den Kleinen zu sehr auf, klingt er allerdings arg rumpelig.

Nach dem Vorbild der Jawbone-Lautsprecher ist auch der Flashmob mit einer Sprachausgabe versehen. Die voreingestellte Stimme – das Asiagirl (Englisch) – ist wenig überzeugend, sorgte mit ihrem lapidaren „Oh, connection lost“ aber immerhin häufig für Erheiterung. Der Flashmob enthält als einziges Gerät einen Mikro-SD-Kartenleser, der allerdings nur FAT-formatierte Karten mit bis zu 16 GByte Kapazität erkennt.

Bose SoundLink Mini/Bluetooth Speaker III

Boses Einstiegsmodell in Sachen portablem Sound bringt stattliche 667 Gramm auf die Waage. Der SoundLink Mini liegt schwer in der Hand, das aus einem umlaufenden Aluminiumteil gefertigte Chassis verstärkt diesen Eindruck. Im Lieferumfang findet sich eine passende Docking-Station – so hat der Lautsprecher zum Auftanken einen festen Platz. Einziger Schönheitsfehler: Das Ladekabel ragt seitlich aus dem Dock und ist immer sichtbar.

Der Sound des kleinen Stereolautsprechers ist für seine Größe wirklich erstaunlich. Der Mini klingt voluminös, klar in den Höhen und entfaltet trotz der eng beieinanderliegenden Treiber ein recht weites Stereofeld. Lediglich wenn man sich aus dem direkten Abstrahlbereich entfernt, wirken die von zwei Passivradiatoren verstärkten Bässe etwas überzogen. Eine Klangregelung wäre wünschenswert, noch viel mehr bei seinem großen Bruder.

Für 100 Euro mehr bietet Boses Bluetooth Speaker III doppelt so viel Power mit vier Treibern und stärkerem Akku. Das Ganze ist verpackt in ein solides, aber etwas angestaubt wirkendes Kofferradio-Gehäuse. Auf eine praktische Dockingstation muss man leider verzichten, zumindest ist das Gerät an der Unterseite mit entsprechenden Ladeanschlüssen ausgestattet.

Zumindest in Sachen Lautstärke legt der Bluetooth Speaker III noch eine Schippe drauf. Besser als der SoundLink Mini klingt er dadurch allerdings nicht. Im Gegenteil: Mit den Bässen scheinen es die Entwickler etwas zu übertreiben und der Speaker III rumpelt bei basslastiger Musik etwas unschön vor sich hin. Seine klanglichen Stärken entfaltet er bei räumlich differenzierten Jazz-Aufnahmen mit vielen akustischen Instrumenten.

Creative Muvo 10

Der Muvo 10 von Creative war uns mit seinen 32 Zentimetern Breite eigentlich schon zu groß für den Baggersee, allerdings überzeugte das Gerät mit seinem robusten Gehäuse und dem stabilen Tragegriff. Auch wenn man für den Lautsprecher im Küchenreiben-Design einen größeren Rucksack braucht, ist er doch zumindest für den Strandbesuch geeignet.

Den Muvo 10 gibt es in knalligem Grün und Blau, unser Testgerät kam im eher tristen Schwarz daher. Die Verarbeitung ist solide, für seine Größe wirkt der Lautsprecher mit 923 Gramm verhältnismäßig leicht. Der stabile Griff macht den Muvo mobil, die filigraneren Testkandidaten wirken im direkten Vergleich fast schon zerbrechlich.

Aus seinem voluminösen Gehäuse zaubert das Gerät einen ausgewogenen, vollen Klang. Das System ist eines der lautesten im Test und bietet genug Reserven zur Beschallung kleiner Räume.

Grundig Bluebeat GSB 120

Der Bluebeat steckt in einem Gehäuse aus mattiertem Kunststoff. An den Seiten sind hochglänzende, orangene Akzente gesetzt. An den Übergängen ist er ungenau verarbeitet und fühlt sich durch die harten Plastikgrate etwas unschön an.

Klanglich spielt er im Mittelfeld. Die Basswiedergabe ist akzeptabel, die Mitten treten allerdings deutlich hervor. Ein klarer Nachteil ist die fehlende Auflademöglichkeit via USB-Netzteil.

JBL Pulse

JBLs Pulse hat die Größe einer aufgeblähten Cola-Dose. Die Stereotreiber sind übereinander platziert, für einen besseren Stereo-Eindruck muss man den Lautsprecher quer legen.

Besser bedienen lässt sich der Pulse, wenn er hochkant steht. Auf einer der gummierten Seiten sind Tasten für die Lautstärke- und vor allem die Lichtsteuerung zu finden. Mit ihnen kann man zwischen verschiedenen Visualisierungen wählen, mit der die hinter dem Drahtgitter liegenden LEDs den Pulse in ein zur Musik passendes Lichtkleid hüllen. Kleine Punkte erlauben die direkte Farbwahl oder das Anwählen einer bestimmten Dimm-Stufe. Der Pulse ist mit einem Lagesensor ausgestattet, sodass er Visualisierungen je nach Geräteausrichtung abspielen kann.

Noch mehr Auswahl in Sachen Licht bietet die JBL-Music-App für iOS und Android. Hier lassen sich vorgefertigte Visualisierungen abrufen und nach eigenem Gusto verändern. Sie bietet zudem Zugriff auf die lokale Musiksammlung des jeweiligen Devices. Der Pulse klingt gut, solange man ihn nicht zu sehr aufdreht.

Jawbone Mini Jambox

Die Mini Jambox fällt schon visuell aus dem gesamten Testfeld heraus: Jawbone verkauft die kleinste Version seiner kantigen Bluetooth-Lautsprecher in neun knalligen Farben. Das schicke Aluminiumgehäuse ist an der Vorderseite mit unterschiedlichen Prägungen versehen. Die Jambox Mini schaut aber nicht nur schick aus, sondern ist auch ein rechter Handschmeichler. Im harten Alltag ist die filigrane Ummantelung recht empfindlich. Entweder lebt man mit der Patina aus kleinen Beulen und Kratzern oder investiert in eine passende Schutzhülle.

Wenn man ein Jawbone-Konto anlegt, kann man eine Konfigurations-Software herunterladen. Sie erlaubt das Einspielen von Firmware-Updates und das Herunterladen von verschiedenen Sprachausgabe-Modulen, über die der kleine Speaker Statusmeldungen zur Verbindung oder zum Akkustand ausgibt.

Die kleine Jambox liefert überraschend vollen Sound. Für ein außergewöhnlich räumliches Klangerlebnis sorgt das Live-Audio-Feature. Die Technik pumpt das Stereofeld gehörig auf. Am deutlichsten wird der Effekt bei in Kunstkopftechnik aufgenommener Musik. Jawbone liefert praktischerweise eine passende Spotify-Playlist mit solchen Titeln. Auch bei gewöhnlichen Aufnahmen ist der Effekt hörbar, fällt allerdings nicht so stark aus. Aktiviert man Live Audio, sinkt die ohnehin niedrige Maximallautstärke der Mini Jambox noch weiter ab.

Logitech UE Boom

Auch Logitechs UE Boom kommt als Sound-Zylinder daher. Er ist deutlich schlanker als der Pulse, die Stereolautsprecher sind hier allerdings für den stehenden Betrieb ausgerichtet. Der Lautsprecher ist äußerst solide verarbeitet. Die gummierten Bedienelemente sind spritzwassergeschützt. Lediglich der ungeschützte USB-Anschluss und die Kopfhörerbuchse auf der Unterseite sind eine potenzielle Schwachstelle. Auch die Lautsprecherumspannung aus Stoff soll schmutz- und wasserabweisend sein. Sechs Farbkombinationen stehen zur Wahl.

Die UE Boom liegt in Sachen Klang ganz vorne. Druckvolle Bässe und klare Höhen liefert sie auch bei hohem Lautstärkepegel. Über die App lassen sich zwei Geräte koppeln und haben das Zeug, einer kleinen HiFi-Anlage Konkurrenz zu machen. Die UE Boom hat ein Gewinde an der Unterseite, passende Mini-Stative als Lautsprecherständer sind also ebenfalls schnell gefunden.

Philips BT3500B

Recht nüchtern tritt Philips’ neuester Bluetooth-Lautsprecher BT3500B auf. Er steckt in einem schwarzen Kunststoffgehäuse mit schwarzem Lautsprechergrill. Einziger Akzent ist das große silberne Lautstärkerad an einer Ecke des Gehäuses. Bei mittlerer Lautstärke klingt der BT3500B gut. Geht man in die Vollen, verausgabt er sich und liefert zwar lauten, aber verzerrten Sound.

Der BT3500B macht wenig her. Mit etwas Glück bekommt man derzeit noch Restbestände von Philips’ Vorgängerserie. Die Shoqbox SB7200 beispielsweise bietet ebenso guten Sound, sieht deutlich fescher aus und ist gegen Spritzwasser geschützt.

Rapoo A500/A600

Rapoos A500 steckt in einem mattweißen Kunststoffgehäuse. Mit 221 Gramm ist er der leichteste Speaker im Test und passt beinahe in die Hemdtasche. Die Treiber sind mit einem in Aluminium eingefassten Metallgitter geschützt. Klanglich kann der kleine Rapoo nicht so glänzen. Das Stereobild ist zwar deutlich wahrnehmbar, die Höhen kommen klar rüber, insgesamt ist der Sound allerdings recht dünn. Selbst wenn man den A500 voll aufdreht, wird man ihn einen Strandkorb weiter kaum hören.

Der A600 steckt wie Boses SoundLink Mini in einem umlaufenden Gehäuse aus Aluminium, das in diesem Fall ganze drei Millimeter stark ist. Das Ganze schaut etwas klobig aus, nichtsdestotrotz hat der A600 einige Designpreise gewonnen. Der Klang ist etwas besser als beim kleinen Bruder, kann allerdings nicht wirklich überzeugen. Der A600 klingt recht mittenbetont und ist nicht besonders laut.

Sony SRS-X2/SRS-X3

Mit dem SRS-X2 liefert Sony einen Stereo-Bluetooth-Lautsprecher in der 100-Euro-Klasse aus. Das gummierte Gehäuse fühlt sich gut an – die sechs Bedienelemente sind in die Geräteoberseite eingearbeitet und lassen sich auch mit tropfnassen Händen bedienen.

Der Klang überrascht mit klaren Höhen und satten Bässen. Über einen zusätzlich schaltbaren Sound-Effekt lässt sich zudem das Stereofeld künstlich erweitern.

Der 50 Euro teurere SRS-X3 unterscheidet sich durch sein kantiges Design optisch deutlich. Klanglich liegt er dicht am kleineren X2. Durch seinen etwas stärkeren Akku lag er im Laufzeittest vorne. Laut Sony soll er die maximale Ausgangsleistung im Akku-Betrieb halten, während der SRS-X2 die Ausgangsleistung von 2 × 10 Watt auf 2 × 5 Watt herunterregelt. Im Hörtest ließen sich allerdings auch beim SRS-X2 keine Unterschiede zwischen Akku- und Netzbetrieb ausmachen.

Speedlink Tonos

Was auf den ersten Blick wie Moneypennys Gegensprechanlage aussieht, entpuppt sich als passabler Bluetooth-Lautsprecher. Speedlink verpasst dem Tonos ein recht eigenwilliges Schreibtisch-Design. Mit 80 Euro zählt er zu den günstigeren Geräten, bietet aber neben der Wiedergabesteuerung noch eine praktische USB-Ladefunktion, falls der Handy-Akku unterwegs mal schlappmacht.

Etwas nervig sind die überempfindlichen Touch-Felder an der Oberseite: Wenn man das Gerät verrückt, hat man schnell ungewollte Aktionen ausgelöst. Eine positive Überraschung ist der Sound: Ausgewogen und recht bassstark muss sich der Tonos gegenüber deutlich teureren Geräten vom Klang her nicht verstecken.

Fazit

Dass guter Sound und reichlich Akku-Power nicht unbedingt teuer sein müssen, zeigt Speedlink mit seinem Tonos-Speaker. Das spröde Design kann man zur Not als Diebstahlschutz verbuchen – es ist sicherlich kein Gerät, zu dem man beim Sprung ins Wasser immer ängstlich zurückblicken muss.

Außergewöhnlich guten Sound liefern die Speaker von Bose (SoundLink Mini), Sonys SRS-X2/X3 und Logitechs UE Boom – wobei Sonys Einstiegsgerät mit 100 Euro auch noch verhältnismäßig günstig ist. Etwas enttäuschend ist dagegen der Sound der Beats Pill. Die nette Verpackung und das witzige Zubehör ist da nur ein schwacher Trost.

Am mobilsten ist man mit der Mini Jambox. Mit ihrer coolen App, der witzigen Sprachausgabe und der Soundverbesserung durch Live Audio stach sie gleich in mehrfacher Hinsicht positiv hervor. Wer fetten Sound bevorzugt, sollte eher einen Blick auf die Big Jambox werfen, die allerdings deutlich größer ist und fast doppelt so viel kostet.

Mit am robustesten – wenn auch am klobigsten – gab sich Creatives Muvo 10. Sein Gehäuse steckt leichte Schläge oder einen Sturz locker weg, und bei einem Preis von 60 Euro kann man sie guten Gewissens mit an den Strand nehmen. (sha)

So haben wir getestet

Das Hauptaugenmerk richteten wir bei unseren Minilautsprechern auf den guten Klang. Die subjektive Klangbeurteilung stand im Vordergrund, alle Kandidaten mussten sich einem Hörtest mit Titeln unterschiedlichster Genres von Pop bis Klassik unterziehen. Ergänzt wurden die Hörtests durch Messungen zur Linearität, zum maximalen Pegel und dem Klirrverhalten der Probanden.

Den Langlauftest absolvierten die Geräte auf dem c’t-Dauerlauf-Parcours. Die Abspielliste mit 24 Titeln aller gängigen Genres wurde als Schleife wiedergegeben. Zuvor wurden die Kandidaten mit einem 1-kHz-Sinuston in einem Meter Abstand auf den gleichen Schalldruckpegel von 60 dB eingemessen.

Der maximale Pegel wurde bei einem Klirrfaktor von höchstens 1,5 Prozent ermittelt. Manche Testgeräte lassen sich zwar lauter einstellen, verzerren dann aber deutlich den Klang.

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