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Zehn Cloud-Datenspeicher im Test

Test & Kaufberatung | Test

Das Dropbox-Prinzip hat sich durchgesetzt: Mit wenigen Mausklicks lassen sich bei Cloud-Services Ordner oder ganze Festplatten online teilen und synchron halten. Das bringt nicht nur mehr Schutz vor Datenverlust, sondern ermöglicht den Zugriff von überall aus – auch mit dem Smartphone. Im Test beleuchten wir, was Sie erwarten dürfen, wann es sich lohnt, für Online-Speicher Geld auszugeben, und wo die Flaschenhälse der Services versteckt sind.

Online-Speicher ist schon eine geniale Sache: Papa schießt ein Foto vom Filius auf dem Fußballplatz, und Mama kann zuhause oder unterwegs auf dem iPad den Fallrückzieher ihres Sohns bewundern. Dank preiswerter Mobilfunk-Datentarife und Hosentaschen-Computern werden physische Datenträger für den Transport langsam, aber sicher überflüssig. Sogar ganze HD-Spielfilme lassen sich mit vertretbarem Zeitaufwand online tauschen.

Glaubt man einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbands Bitkom, verwendet bereits jeder vierte deutsche Nutzer regelmäßig Cloud-Speicher, vorwiegend für private Zwecke und meist zum Speichern von Handy-Fotos. Die Nutzung wandelt sich laut Bitkom aber gerade. Auch wichtige Dokumente wie Briefe und Rechnungen landen immer öfter in der Cloud.

In Sachen Datensicherheit gilt es deshalb, zumindest den Transport zu verschlüsseln und den Zugriff so gut wie möglich gegen Angriffe abzusichern. Die voreingestellte SSL-Verschlüsselung für jeden Zugriff ist Pflicht. Außerdem sollten Sie schützenswerte Daten, die sie nicht teilen werden, selbst verschlüsseln. Wie das zuverlässig klappt, zeigen wir ab Seite 78. Pluspunkte sammeln Dienste, die nicht nur auf die Username/Passwort-Kombination setzen, sondern ihren Anwendern optional eine Zwei-Faktor-Authentifizierung anbieten.

Für unseren Test haben wir nur Dienste ausgewählt, die auch kostenfreien Speicher anbieten. Infrage kamen mehr als hundert Anbieter, aus denen wir ein möglichst vielfältiges Feld destilliert haben. Schlußendlich sind wir bei zehn Angeboten hängengeblieben, von denen zwei aus Deutschland stammen, nämlich die goneoCloud und Stratos HiDrive. Eine detallierte Angebotsbeschreibung finden Sie in der Tabelle auf Seite 77.

Die dort angegebene kostenlose Speichergröße bezieht sich auf das Basisangebot. Fast alle Anbieter setzen auf ein Belohnungssystem, mit dem die Nutzer den Gratisspeicher dauerhaft vergrößern können. Meist gibt es einige Gigabyte für eine wahrgenommene Weiterempfehlung. Bei Microsofts OneDrive erhält man sogar 3 GByte zusätzlich, wenn man sich nur einmal per Mobil-App mit der Cloud verbindet. Die goneoCloud etwa lässt sich mit 9 Weiteremfehlungen sogar von 10 auf 100 GByte aufblasen.

Dropbox-Prinzip

Wesentlichen Anteil am Erfolg der Cloud-Speicherdienste dürfte der Quasi-Standard Dropbox haben, indem er die Synchronisationsmethode erstmals plattformübergreifend und praktikabel machte: Der Desktop-Client erzeugt lokal ein virtuelles Laufwerk, auf dem stets derselbe Datenbestand vorliegt wie im Cloud-Speicher. Schiebt man eine Datei in dieses Laufwerk, wird sie im Hintergrund zusätzlich hochgeladen und landet von dort aus auf jedem anderen Gerät, das sich ebenfalls mit dem Speicher synchronisiert. Viele Dienste haben dieses Prinzip inzwischen übernommen.

Manche Dateien landen in der Cloud, weil sie sich von dort aus leicht verteilen lassen. Es gibt verschiedene Wege, den Zugriff für Fremde, Freunde oder die Familie zu steuern. Üblicherweise erzeugt der Dienst einen nicht zu erratenden Link, unter dem sich die Datei oder gleich ein ganzer Ordner herunterladen lässt. Diesen Link verschickt man dann an alle, für die er bestimmt ist. Praktisch ist es, wenn man schon beim Erstellen dieser Freigabe ein Verfallsdatum festlegen kann. Ein Passwortschutz zum Link sorgt für mehr Schutz vor der unkontrollierten Verbreitung.

Sicher sichern

Prinzipiell lässt sich Cloud-Speicher als Schutz für wichtige Daten nutzen. Für Backups ganzer Festplatten ist die Cloud in aller Regel wegen des hohen Preises und mangelnder Bandbreite (noch) wenig geeignet, obwohl die meisten Anbieter eine wichtige Funktion dafür mitbringen: Sie gestatten den Zugriff auf verschiedene Versionsstände des Speichers oder einzelner Dateien und können bereits gelöschte oder geänderte Daten wieder herstellen.

Einige der hier vorgestellten Dienste bringen eine Gruppenfunktion mit, die die Verwaltung mehrerer Nutzer in voneinander abgeschotteten Ordnern zulässt. Das Tolle dabei: Die Nutzer können sich dennoch gegenseitig Dateien zuschieben oder diese sogar gemeinsam bearbeiten. Besonders praktisch ist dies bei Office-Dokumenten. So lässt sich auch im privaten Umfeld bequem ein Workflow im Team organisieren, etwa in Vereinen oder auch in der Familie.

Prinzipiell ist es möglich, sich bei mehreren Cloud-Diensten parallel anzumelden und die Sync-Clients gleichzeitig laufen und sich gegenseitig synchronisieren zu lassen. Allerdings sorgen mehrere Clients erfahrungsgemäß für Chaos und Instabilitäten. Eine Alternative stellen kostenpflichtige Dienste wie Drivemaxx oder Otixo dar. Sie verknüpfen den Nutzer mit kooperierenden Cloud-Services und führen diese übersichtlich in einer Art Online-Dashboard zusammen, ohne selbst Zugriff zu haben. Dies erleichtert die Verwaltung vieler Konten verschiedener Anbieter erheblich. ...

Kontrolle ist besser

Im Zusammenhang mit Cloud-Diensten wiegt der Begriff Verschlüsselung den Nutzer mitunter in falscher Sicherheit. Manchmal ist damit lediglich der SSL-gesicherte Transport von Up- und Downloads gemeint. Doch auch, wenn der Anbieter behauptet, alle Daten auf den Servern verschlüsselt zu lagern, werden sie in aller Regel vom Anbieter verschlüsselt. Er hat dann genau wie der Nutzer Zugriff auf die geheimen Schlüssel und damit die Daten. Man muss dem Dienst also vertrauen. Selbst bei einer Verschlüsselung der Daten im Client mit einem geheimen Schlüssel ist nicht sicher, dass der geheime Schlüssel nicht doch irgendwann mit übertragen wird.

Je nach Standort der Server und Rechtslage muss man letztendlich damit rechnen, dass Ermittlungsbehörden und Nachrichtendienste an alles herankommen können. Selbst wenn der Dienstanbieter die Daten nicht wissentlich entschlüsselt, ist immer noch denkbar, dass sich ein Administrator unrechtmäßig Zugriff verschafft. Programmierfehler können dazu führen, dass Hacker die Schutzmaßnahmen umgehen und an die Inhalte des Cloud-Speichers kommen.

Es gilt, das Zugriffsrisiko zu minimieren, ohne dass der Komfort allzu sehr leidet. Wirkungsvoll schützen kann man sich auf jeden Fall nur, in dem man die Daten auf dem eigenen Gerät selbst verschlüsselt, bevor man sie dem Cloud-Anbieter übergibt. Wie Sie diese Verschlüsselung in Eigenregie ohne den Cloud-Anbieter umsetzen können, erklären wir im Artikel „Wolkentresor“ auf Seite 78. (fab)

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c't 16/2014, Seite 72 (ca. 6 redaktionelle Seiten)
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Artikel-Vorschau
  1. Dropbox-Prinzip
  2. Sicher sichern
  3. ADrive
  4. Amazon Cloud Drive
  5. Bitcasa
  6. Box
  7. Telekom Mediencenter
  8. Dropbox
  9. goneoCloud
  10. Google Drive
  11. OneDrive
  12. HiDrive
  13. Fazit
  14. Kontrolle ist besser

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Infos zum Artikel

Kapitel
  1. Dropbox-Prinzip
  2. Sicher sichern
  3. ADrive
  4. Amazon Cloud Drive
  5. Bitcasa
  6. Box
  7. Telekom Mediencenter
  8. Dropbox
  9. goneoCloud
  10. Google Drive
  11. OneDrive
  12. HiDrive
  13. Fazit
  14. Kontrolle ist besser
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