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Action-Cams für Full-HD-Videos – wasserdicht, staubgeschützt, weitwinkelig

Test & Kaufberatung | Test

Motocross, Kiten, Ski fahren, Tauchen … kompakte und robuste Action-Cams kommen überall dort zum Einsatz, wo normale Camcorder zu klobig und Smartphones zu zerbrechlich sind. Wir haben 14 aktuelle Modelle für jeden Anspruch und Geldbeutel getestet.

Die Hersteller und Anbieter aktueller Action-Cams versprechen eine Palette technisch anspruchsvoller Funktionen, die narrensicher und ohne Handbuch nutzbar sind. Besonders sollen sie sich für die Aufnahme spektakulärer Aktionen eignen – ob Surfbrett oder Skiabfahrt, ob gewagte Sprünge auf dem Skateboard oder riskante Manöver mit dem Motorrad.

Video: Wasserdicht, staubgeschützt, weitwinkelig: Action-Cams im Test

Je nach Auslegung von Mechanik, Gehäuse und Optik taugen die Action-Cams für mehr oder weniger nasse Einsätze, für Zwecke, bei denen es ruckt und wackelt und daher eine sichere Befestigung unverzichtbar ist, oder für Aufnahmen, wo es auf eine hohe Bild- und Tonqualität ankommt. Doch am wichtigsten ist, dass schnelle Bewegungen flüssig wiedergegeben werden.

Bild und Formate

Wie bei normalen Camcordern müssen die Videos scharf sein, natürliche Farben zeigen und auch bei nachlassender Beleuchtung brauchbare, rauscharme Videos (und Fotos) erzeugen – alles mit möglichst wenig optischen Verzeichnungen wie kissen- oder tonnenförmiger Verformung.

Derzeit gängige Action-Cams zeichnen in Full HD (1080p) auf, also mit 1920 × 1080 Pixeln. Diese Auflösung setzten wir bei der Wahl der Testkandidaten als obligatorisch voraus. Viele Action-Cams bieten zusätzlich die kleinere Auflösung 1280 × 720 Pixel (kurz 720p), oft mit der Option einer höheren Bildwiederholrate; diese Modelle speichern dann 1080p mit 25 oder 30 Bildern/s sowie 720p mit 50/60 Bildern/s. Insbesondere bei schnellen Bewegungen macht es sich bezahlt, mit einer möglichst hohen Bildwiederholrate (50/60 Bilder/s) zu filmen. Dann sehen auch solche Sprünge und Kehren glatt und flüssig aus, die bei 25/30 Bildern/s ruckelig wirken.

Video: Action-Cams auf dem Prüfstand

Um ja nichts zu übersehen, berücksichtigen die Objektive ein bis fast 180 Grad breites Blickfeld (entsprechend einem Fischaugen-Objektiv mit weniger als 13 mm KB-äquivalenter Brennweite). Eine dem menschlichen Auge entsprechende Perspektive erfasst einen Bildwinkel von etwa 40 Grad (entsprechend 50 mm Brennweite KB-äquivalent). Ein Blickwinkel von über 130 Grad führt zu Verzerrungen, die der Hersteller erst durch eine ausgefeilte Korrektur der Optik in den Griff bekommt. Ohne solche Optimierungen sehen die Videos aus, als hätte man durch einen Flaschenboden gefilmt. Dann bekommt ein Hochhaus einen runden „Bauch“, eine Getränkedose beult sich aus.

Dank dieser Weitwinkeligkeit berücksichtigen die Action-Cams fast alles, was vor der Kamera geschieht. Dadurch stört auch das Wackeln und Schaukeln, das im Bild sichtbar ist, nicht so sehr.

Bei Camcordern selbstverständliche Funktionen wie optischer Zoom, optische Blende und optischer Bildstabilisator findet man bei den Action-Experten nicht. Das Fixfokus-Objektiv macht einen Autofokus überflüssig. Feinmechanische Elemente wären hier auch fehl am Platze: Für jedes bewegliche Teil im Innern der Kamera sind Bewegungen und Erschütterungen gefährlich.

Aufgeteilt

Wir haben 14 Action-Cams in drei Gruppen unterteilt. Unterscheidungskriterien waren dabei, wie glatt schnelle Bewegungsabläufe aufgezeichnet werden (Anzahl Bilder/s) und wie hoch die Auflösung des Bildwandlers ist. Einsteigergeräte (siehe S. 108) leisten maximal 1080p24/25/30 und enthalten einen Bildwandler mit weniger als 10 MPixeln Auflösung. In der mittleren Gruppe (ab S. 110) landeten Kameras, die eine Wandlerauflösung zwischen 10 und 12 MPixeln aufweisen; Videos werden in 1080p50/60, alternativ in 720p120 aufgezeichnet. Noch besser arbeitet die Technik der Oberklasse (S. 115), die 1080p50/60 sowie 720p120 und mehr als 12 MPixel auflöst. Die höchste Auflösung bieten derzeit die GoPro 3+ Black Edition – mit bis zu 4096 ×  2160 (17:9) mit 12,5 Bildern/s (PAL) und die Panasonic HX-A500, die bei 25 Bildern/s 3840 × 2160 Pixel aufzeichnet. Bei der GoPro 3+ Black Edition eignet sich dieser Modus aber kaum für aktionsgeladene Szenen; für Eishockey oder Kitesurfen ist dieser Modus definitiv eine Fehlbesetzung. Wer sich mit der 2K-Auflösung (2704 × 1524) begnügt, bekommt 25 Bilder/s und eine beachtliche Auflösungsreserve gegenüber 1080p. Das ergibt zusätzlichen Spielraum bei der Bearbeitung der Videodaten, auch wenn am Ende ein Full-HD-Video entsteht.

Ton und Foto

Der Ton spielt bei Action-Cams typischerweise eine untergeordnete Rolle: In aktionsgeladenen Situationen geht es oft laut zu, da würde eine originalgetreue Tonaufzeichnung manchmal eher störend wirken. Einen Klinkenanschluss für ein externes Mikro bringen nur Drift, Ion und Sony mit. Aufwendige Audio-Tests haben wir uns folglich gespart. Wem es auf eine hochwertige Tonaufzeichnung ankommt, der sollte darauf spezialisierte Modelle in Betracht ziehen [1].

Die Foto-Fähigkeiten der Action-Cams halten sich in Grenzen und entsprechen etwa dem, was ein gängiges Smartphone liefert. Das liegt nicht zuletzt am Bedienkonzept: Ein zusätzlicher Knopf als Fotoauslöser ist selten. Obendrein erfordert es noch mehr Prozessoraufwand, bei laufender Videoaufnahme ein Standbild in Fotoqualität zu speichern. Die Tabelle ab Seite 122 führt neben der Bewertung der Foto- und Videoqualität auch die technischen Eckwerte der vorgestellten Action-Cams auf. ...

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c't 18/2014, Seite 108 (ca. 16 redaktionelle Seiten)
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Artikel-Vorschau
  1. Bild und Formate
  2. Aufgeteilt
  3. Ton und Foto
  4. Bedienung bitte!
  5. Fernbedienung per App
  6. Befestigung: Nach fest …
  7. Abenteuer-Parcours
  8. A-rival aQtion AQN 6
  9. Rollei S-30 Wifi
  10. Somikon DV-82.aqua
  11. Actionpro X7
  12. Garmin Virb Elite
  13. GoPro Hero 3+ Silver Edition
  14. Rollei S-50 Wifi
  15. Sony HDR-AS 30V
  16. Toshiba Camileo X Sport
  17. Drift HD-Ghost-S
  18. GoPro Hero 3+ Black Edition
  19. Ion Air Pro 3 Wifi
  20. Panasonic HX-A500
  21. Sony HDR-AS 100V
  22. Fazit
  23. Action-Cams
  24. Die Test-Achterbahn

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Weitere Bilder

  • Quer durchs Gelände ging es mit dem Endurobike – und mehreren Action-Cams am Helm.
  • Die Aufnahme eines handelsüblichen Camcorders zeigt Bewegungsunschärfen in den Blättern links, aber eine gute Zeichnung der Wasseroberfläche sowie der Strukturen des Pflasters rechts.

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Kapitel
  1. Bild und Formate
  2. Aufgeteilt
  3. Ton und Foto
  4. Bedienung bitte!
  5. Fernbedienung per App
  6. Befestigung: Nach fest …
  7. Abenteuer-Parcours
  8. A-rival aQtion AQN 6
  9. Rollei S-30 Wifi
  10. Somikon DV-82.aqua
  11. Actionpro X7
  12. Garmin Virb Elite
  13. GoPro Hero 3+ Silver Edition
  14. Rollei S-50 Wifi
  15. Sony HDR-AS 30V
  16. Toshiba Camileo X Sport
  17. Drift HD-Ghost-S
  18. GoPro Hero 3+ Black Edition
  19. Ion Air Pro 3 Wifi
  20. Panasonic HX-A500
  21. Sony HDR-AS 100V
  22. Fazit
  23. Action-Cams
  24. Die Test-Achterbahn
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