Schädliche Daten-Emissionen

Wem Ihr Auto was über Sie verrät

Wissen | Hintergrund

Das Auto ist ein mobiles Rechenzentrum voller Computer. Deren Speicher ließen sich bislang nur mit speziellen Geräten auslesen. Nun werden immer mehr Fahrzeuge vernetzt und können Daten in Echtzeit übertragen. Wir haben bei Herstellern nachgefragt, wie sie damit umgehen.

Die Automobilindustrie setzt das Konzept „Internet der Dinge“ um wie kaum eine andere Branche. Die Hersteller sind sich der damit verbundenen Probleme durchaus bewusst. „Unsere Autos sind heute schon rollende Rechenzentren mit 1,5 Kilometer Kabeln, mehr als 50 Steuergeräten und der Rechnerleistung von 20 modernen PCs,“ sagt VW-Chef Martin Winterkorn und fordert: Das Auto der Zukunft „darf kein Daten-Monster werden“.

Winterkorn schlägt vor, dass die Automobilindustrie eine Selbstverpflichtung zum Datenschutz eingeht. Guten Gewissens, denn Volkswagen steht bei datengestützten Dienstleistungen noch am Anfang; Audi, BMW und Daimler sind da schon weiter. Doch ganz so einfach wird es nicht gehen. Schließlich steckt auch die IT-Industrie mit drin. Etwa der Chip-Hersteller Nvidia, der unter anderem mit Audi eng zusammenarbeitet und Prozessoren fürs Infotainment und für virtuelle Tachos liefert. Und Google als größter Datensammler, der mit Android Auto zum Kfz-Zulieferer werden möchte – oder die Kfz-Hersteller zu Datenzulieferern machen will.

Arbeit im Kreis

Die staatlichen Datenschützer erörtern in einem Arbeitskreis, wo bei bestehenden rechtlichen Regelungen für Auto-Besitzer und -Fahrer Nachholbedarf besteht. Auf der anderen Seite, beim Verband der Automobilindustrie (VDA), berät ein weiterer Arbeitskreis über einheitliche Standards.

VDA-Sprecher Eckehart Rotter sagte dazu: „Es geht um Zukunftsfragen wie Vernetzung […], wobei die Vorgaben aus datenschutzrechtlicher Sicht ganz vorne auf der Agenda stehen.“ Nachfragen zum Datenschutz bügelte er aber ab.

Wir haben Audi, BMW und Daimler zum Thema Datenschutz befragt, da diese Premiumhersteller bereits Datendienste anbieten. Außerdem haben wir uns beim größten europäischen Hersteller Volkswagen erkundigt. Dabei stellten wir fest, dass die Firmensprecher auf das Thema offenbar nicht vorbereitet waren. Auf unsere einfache Frage „Was geschieht mit den Daten?“ lieferten sie nur rudimentäre Antworten, die neue Fragen aufwarfen. Die mussten sie dann mit vielen unterschiedlichen Fachabteilungen klären. ...

Sie möchten wissen, wie es weitergeht?

Schädliche Daten-Emissionen

1,49 €*

c't 19/2014, Seite 62 (ca. 4 redaktionelle Seiten)
Direkt nach dem Kauf steht Ihnen der Artikel als PDF zum Download zur Verfügung.

Artikel-Vorschau
  1. Arbeit im Kreis
  2. Datenflut
  3. Verwendungszweck
  4. Blackbox
  5. Personenbezogen
  6. In der Praxis
  7. Anonym ist gut
  8. Vererbte Daten
  9. Vertrauenssache
  10. Wer wacht über die Wächter?

Lesen Sie hier die Verbraucherinformationen

* Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen MwSt.

Als c't-Plus-Abonnent gratis lesen

Weitere Bilder

  • Ehe man Facebook und Twitter im Audi A3 nutzen kann, muss man seine Zugangsdaten für diese Dienste über die Webseite myaudi.com bei Audi hinterlegen.

Kommentare

Infos zum Artikel

Kapitel
  1. Arbeit im Kreis
  2. Datenflut
  3. Verwendungszweck
  4. Blackbox
  5. Personenbezogen
  6. In der Praxis
  7. Anonym ist gut
  8. Vererbte Daten
  9. Vertrauenssache
  10. Wer wacht über die Wächter?
1Kommentare
Kommentare lesen (1 Beitrag)
  1. Avatar
Anzeige
Bilder

Anzeige

Artikel zum Thema
Anzeige