Kinder sicher im Internet

Gefahren unter Windows, Android und iOS abwehren

Praxis & Tipps | Praxis

Kinder möchten im Netz surfen, auf dem Tablet spielen, per Facebook und Skype mit ihren Freunden kommunizieren und in der Schule heißt es: „Recherchiert Euer Thema im Internet“. Allerdings ist das Netz auch voll von schädlichen Inhalten.

Computer, Smartphone und Tablet machen Spaß. Kaum dass ein kleines Kind das erste Mal Mama und Papa auf dem Tablet herumwischen sieht, will es auch mal – warum auch nicht? Es gibt bereits für die Kleinsten im Vorschulalter gut gemachte Spiele-Apps. Und ohnehin: Ist Medienkunde nicht Pflicht? Spätestens im Berufsleben wird doch der Umgang mit digitalen Medien vorausgesetzt. Man will ja nicht hinter dem Mond leben.

Kommt das Kind in die Schule, stellt sich die Frage nach dem „ob“ sowieso nicht mehr. Im Unterricht wird schon mal im Netz recherchiert und bei den Hausaufgaben heißt es dann auch: „Schaut mal bei Wikipedia nach.“ Der Schulalltag wird per Browser und Intranet gemanagt, und die Schüler tauschen sich per WhatsApp aus. Das Internet ist schlichtweg das wichtigste Medium der Kids. 12- bis 19-Jährige verbringen täglich drei Stunden online, so ein Ergebnis der JIM-Studie 2013 (siehe c’t-Link).

Und das ist ja grundsätzlich in Ordnung. Dennoch stehen die Eltern vor einem Dilemma, denn Internet und Smartphone bedeuten nicht nur Recherche, mit Freunden quatschen und mal ein nettes Spiel zocken. Im Netz gibt es eben auch viele für Kinder nicht geeignete Seiten, auf denen Rechtsextreme um Nachwuchs buhlen, Essstörungen verherrlicht werden oder verstörende Bilder von Gewalt zu finden sind. Kinder können in Abzock-Fallen geraten, durch In-App-Käufe in kürzester Zeit viel Geld verbrennen oder sich, etwa durch illegale Downloads, strafbar machen.

Eltern müssen also den Spagat bewältigen, ihren Kindern Zugang zu den gewünschten Inhalten zu gewähren, Pornografie, Gewalt und andere Gefahren aber wirksam von ihnen fernzuhalten. Dies wird ihnen auch dadurch erschwert, dass Kinder nicht mehr nur den Familien-PC nutzen, sondern auch das Tablet oder ein eigenes Smartphone. Die mobilen Geräte können sie mit auf ihr Zimmer oder sonst wohin nehmen, wo die Eltern nicht mehr direkt mitbekommen, was ihre Kinder tun.

Ab wann und wie lange?

Smartphones sind Statussymbole. Wenn auf dem Schulhof die ersten Kids ein Smartphone mitbringen – oft schon in der Grundschule –, entsteht ein großer sozialer Druck, so ein tolles Gerät auch haben zu müssen. Aber muss ein zehnjähriges Kind wirklich einen solchen Minicomputer besitzen? Mediencoach Kristin Langer von der Initiative „Schau hin“ empfiehlt ein eigenes „einfaches“ Handy ab neun Jahren, ein Smartphone aber erst für Kinder ab einem Alter von elf bis zwölf Jahren. Für Kinder empfiehlt sich ein Prepaid-Vertrag (siehe Kasten auf Seite 117).

Die leuchtenden Oberflächen üben auf viele Kinder einen besonderen Reiz aus. In etlichen Familien dürften sich immer wieder Diskussionen darum drehen, wie viel Zeit die Kinder vor den Bildschirmen verbringen dürfen. „Schau hin“ empfiehlt, Kinder bis fünf Jahren nicht länger als eine halbe Stunde und Kinder bis neun Jahren maximal eine Stunde täglich vor dem Bildschirm verbringen zu lassen – gemeint sind hier alle Bildschirme, auch die von Fernseher und Spielkonsole.

Für Kinder ab zehn Jahren empfehlen die Medienexperten ein Wochenkontingent, das zunächst bei etwa neun Stunden liegen sollte. Eltern sollten mit ihren Kindern klare Absprachen treffen, wann sie welche Geräte benutzen dürfen, und auch darauf achten, dass diese eingehalten werden. Wenn das Kind schläft, sollte zum Beispiel auch das Handy „schlafen“ – außerhalb des Kinderzimmers.

Eltern sollten kleine Kinder bei ihren ersten Schritten im Netz begleiten. Nur so können sie sehen, welche Inhalte das Kind überfordern. Mit der Zeit können sie die Kinder mehr alleine an die Geräte lassen. Dabei sollten sie die Kinder anleiten, ihnen zeigen, was sie dürfen und was nicht.

Es kann insbesondere bei jüngeren Kindern nicht schaden, im Kinder-Browser eine Kindersuchmaschine wie Blinde Kuh und eine Startseite wie „Meine Startseite“ einzurichten (alle URLs im c’t-Link). So finden die Sprösslinge eine altersgerechte Startseite vor, von der aus sie nur sichere Inhalte anklicken können – zum Beispiel von erwachsenen Moderatoren überwachte Kinder-Chats. Und auch die Suche liefert ausschließlich Inhalte, die auch für Kleine geeignet sind. ...

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Kinder sicher im Internet

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c't 21/2014, Seite 104 (ca. 3 redaktionelle Seiten)
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  1. Ab wann und wie lange?
  2. Technik hilft
  3. Selbst schlau machen
  4. Fazit
  5. Nutzloser Index
  6. Kinderschutz

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  • Einige Kinderschutzprogramme, etwa Microsoft Live Family Safety, kontrollieren nicht nur den Browser, sondern auch, welche Anwendungen das Kind nutzen darf.

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  1. Ab wann und wie lange?
  2. Technik hilft
  3. Selbst schlau machen
  4. Fazit
  5. Nutzloser Index
  6. Kinderschutz
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