Updates unter Kontrolle

Windows Update optimal konfigurieren

Praxis & Tipps | Praxis

Ohne regelmäßige Updates wird eine Windows-Installation schnell zum Einfallstor für Malware. Aber nicht jeder Patch funktioniert auf Anhieb fehlerfrei. Mit den richtigen Einstellungen lässt sich ein guter Kompromiss zwischen Sicherheit und Zuverlässigkeit finden.

Weil eine so komplexe Software wie ein Betriebssystem nun mal nie fehlerfrei sein kann, braucht sie regelmäßige Pflege. Windows Updates sorgen für Kompatibilität zu aktueller Hardware, bügeln Schnitzer der Entwickler aus oder ergänzen das System gar um neue Funktionen. Ihre wichtigste Aufgabe – und der Grund, warum man nicht guten Gewissens auf sie verzichten kann – ist es aber, Fehler zu beheben, die sich von Unberechtigten ausnutzen ließen, um Zugriff auf das System oder die dort gespeicherten Daten zu erlangen.

Microsoft bemüht sich dabei, die Illusion einer perfekten Welt aufrecht zu erhalten: In der Grundeinstellung installiert Windows seine Updates automatisch und zu einer Uhrzeit, zu der der Anwender möglichst wenig davon mitbekommt. Trotzdem lohnt es durchaus, sich ein paar Gedanken über die Updates zu machen und die Einstellungen eigenen Wünschen anzupassen.

Der folgende Artikel ab Seite 94 beschäftigt sich mit den „Windows Server Update Services“, kurz WSUS: Die sind eigentlich dazu gedacht, Administratoren in Unternehmen das Leben leichter zu machen, die sich um die Updates für Hunderte von Rechnern kümmern müssen. Man kann einen WSUS-Server aber auch in einer Workgroup-Umgebung nutzen und damit eine fein justierbare Update-Bremse für Windows 10 konstruieren.

Wenn man heute ein Windows 7 oder 8 von einer DVD installiert, die man vor Jahren gekauft hat, dann ist der Rechner eine halbe Ewigkeit damit beschäftigt, die Updates einzuspielen, die sich im Lauf der Zeit angesammelt haben. Die beiden Artikel auf Seite 98 und 102 erklären, wie man solche Neuinstallationen drastisch abkürzen und sich bei häufigem Bedarf gleich aktualisierte Setup-Medien bauen kann.

Patch nach Wunsch

Updates sind lästig, aber notwendig. Von daher ist die Grundeinstellung von Windows eigentlich sinnvoll: Das System nimmt dem Benutzer die Aufgabe ab, sich regelmäßig um Aktualisierungen zu kümmern, und erledigt sie möglichst geräuschlos im Hintergrund. Es gibt aber durchaus Gründe, die dafür sprechen, sich ein wenig mehr Kontrolle über diese Aktivitäten vorzubehalten – auch wenn es die nicht umsonst gibt: Wer die Automatik abschaltet, muss regelmäßig selbst Hand anlegen, um das System aktuell zu halten.

Zu den Nachteilen einer Konfiguration für vollautomatische Updates gehört, dass sie gelegentlich dann zuschlagen, wenn man sie gerade überhaupt nicht gebrauchen kann: Wenn während eines spannenden Weltraumgefechts plötzlich die Festplatte zu rödeln beginnt oder Windows ausgerechnet während einer Präsentation vor wichtigen Geschäftspartnern um die Erlaubnis für einen Neustart bittet, ist das lästig bis peinlich.

Wer alle Updates automatisch einspielen lässt, fängt sich außerdem auch alle Fehler ein, die gelegentlich in den Patches lauern. Gerade zu Beginn dieses Jahres hatte Microsoft offenbar größere Probleme mit der Qualitätssicherung bei Updates – in Einzelfällen wurden komplette Windows-Installationen unbrauchbar. So gravierende Fehler tauchen glücklicherweise nur selten auf und wenn, dann bekommt Microsoft sie schnell gemeldet und kann die betroffenen Patches zurückziehen – bis hier in Europa die Sonne aufgeht, sind sie meist schon wieder verschwunden. Trotzdem kann es sinnvoll sein, die Installation zumindest derjenigen Updates, die nicht unmittelbar die Sicherheit betreffen, um ein paar Tage zu verzögern und damit die Wahrscheinlichkeit fehlerbehafteter Pakete zu minimieren.

Ein letztes Argument gegen die Update-Vollautomatik sind die Systemneustarts, die etliche Patches verlangen. Wer seinen PC häufig über Nacht Filme kodieren oder große Dateien herunterladen lässt, wird nicht begeistert sein, wenn ein Neustart diese Arbeiten auf halbem Wege abbricht. Auch ein Rechner, der im heimischen Netzwerk als Server dient, sollte nicht ausgerechnet dann rebooten, wenn die Familie vor dem Fernseher versammelt ist, um einen Film von dessen Festplatte anzusehen.

Wenn es nur darum geht, das Einspielen von Updates oder einen automatischen Neustart zur Unzeit zu verhindern, hilft neben den im Folgenden vorgestellten Konfigurations-Tricks oft auch ein ganz einfacher Handgriff: Lassen Sie Windows rechtzeitig vor der kritischen Aktion von Hand nach Updates suchen. Dasselbe gilt für Rechner, die nur gelegentlich überhaupt eingeschaltet werden und zwischendurch wochenlang ungenutzt bleiben.

Windows 7 und 8.1

Die Möglichkeiten zur Einflussnahme unterscheiden sich von Windows-Version zu Windows-Version erheblich. Windows 7 und 8.1 unterteilen die von Microsoft bereitgestellten Update-Pakete in die zwei Kategorien „wichtig“ und „optional“. Zu ersterer gehört alles, was Sicherheitslücken im System stopft und was daher möglichst schnell nach der Veröffentlichung installiert werden sollte. Unter den optionalen Updates finden sich wahlfreie Updates wie Sprachpakete oder etwa das Web-Framework Silverlight. Weniger kritische Fehlerbehebungen sowie neue Treiber und Kompatibilitäts-Patches sortiert Microsoft nach kaum nachvollziehbaren Kriterien als wichtig oder optional ein und kennzeichnet zusätzlich einige als „empfohlen“. ...

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c't 23/2015, Seite 90 (ca. 4 redaktionelle Seiten)
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Kapitel
  1. Patch nach Wunsch
  2. Windows 7 und 8.1
  3. Feineinstellung
  4. Windows 10
  5. Upgrades
  6. Windows-Updates unter Kontrolle
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