Die 1-Liter-PCs

Kaufberatung für kompakte Desktop-Rechner

Test & Kaufberatung | Kaufberatung

Mini-PCs sind Wunderwerke der Ingenieurskunst: Sie sind klein, leise, sparsam und dennoch vielseitig, leistungsfähig und auch noch schick. Mittlerweile trifft man auf eine erstaunliche Auswahl und Vielfalt – nicht zuletzt auch mit sehr unterschiedlichem Preis/Leistungsverhältnis.

Bei stationären Rechnern liegen derzeit kompakte Geräte mit im Trend. Mit den spartanischen Nettops früherer Jahre haben sie kaum noch etwas gemein: Statt lahmer Billigprozessoren arbeiten im Inneren effiziente Mobil-CPUs, das Betriebssystem befindet sich auf einer flinken Solid-State Disk und in puncto Ausstattung übertrumpfen sie mit WLAN, Bluetooth und Kartenleser manchen klassischen Tower-PC. Moderne Schnittstellen wie HDMI, USB 3.0 und Gigabit-Ethernet zählen auch bei günstigen Mini-PCs längst zum Standard.

Dank ihrer geringen Größe taugen sie nicht nur als Ersatz für einen Office-PC, sondern eignen sich auch als Medienzuspieler im Wohnzimmer oder als Mini-Server. Mit robustem Metallgehäuse dienen sie im Embedded-Bereich als Steuerrechner und Bildgeber von digitalen Werbetafeln.

Kleine Rechner sind die ergonomische Alternative zum Desktop-Replacement-Notebook: Monitor und Tastatur lassen sich bequem positionieren und der Mini-PC verschwindet per VESA-Halterung vom Schreibtisch auf die Rückseite des Monitors. Eine Auswahl der von c’t getesteten Mini-PCs der vergangenen Monate inklusive wichtiger Messwerte finden Sie auf Seite 74. Im Artikel auf Seite 76 nehmen wir fünf kompakte Rechner für Wohnzimmer und Büro unter die Lupe.

Wie klein darf es sein?

Aktuelle Mini-Rechner unterscheiden sich deutlich in Leistung und Größe. Die kleinsten Windows-PCs mit x86-Prozessor sind inzwischen auf das Format eines HDMI-Sticks geschrumpft oder passen wie die Zotac ZBox PI320 in eine Hosentasche. Damit konkurrieren sie mit ARM-Bastelrechnern wie dem RaspberryPi, liefern aber mehr Performance und sind viel flexibler bei der Auswahl von Betriebssystem und Software. Inklusive Windows-Lizenz kosten diese Mini-PCs rund 200 Euro. Allerdings gestatten die winzigen Dimensionen nur den Einsatz schwachbrüstiger Tablet-Prozessoren und aufgelötetem, nicht erweiterbarem Flash-Speicher mit maximal 64 GByte Kapazität.

Deutlich flexibler geht es eine Nummer größer zu: In diese Kategorie fallen unter anderem Intels Next Units of Computing (NUC), mit denen der Chiphersteller frischen Wind in den Minirechnermarkt brachte. Solche Rechner haben meist eine quadratische Grundfläche ähnlich der einer CD-Hülle und sind zwischen drei und fünf Zentimetern hoch. In ihnen steckt gängige Mobiltechnik mit aufgelötetem Prozessor, SO-DIMMs sowie Festplatten und SSDs im 2,5"-Format beziehungsweise letztere auch als mSATA-Kärtchen. Die Komplettsysteme bekommt man ab 200 Euro.

Zusätzliche Merkmale wie internes Netzteil, optisches Laufwerk oder Prozessor mit Wechselfassung treiben die Größe nach oben. Außer dem Mac mini mit aufgelöteter CPU gehören zu dieser Geräteklasse viele Business-Rechner. Sie unterscheiden sich von Consumer-PCs durch Funktionen wie Fernwartung, optional erhältlichen Quad-Core-Prozessoren und Multimonitorbetrieb.

Da die in den CPUs integrierten Grafikeinheiten zum Spielen zu schwach sind, bieten einige Hersteller Mini-Rechner speziell für Gamer mit aufgelötetem Mobilgrafikchip an. PCs dieser Größenklasse gibt es ab 300 Euro aufwärts; bei umfangreicher Ausstattung kann der Preis aber auch leicht über 800 Euro klettern.

Außer Komplettrechnern bieten die Hersteller auch Barebone-PCs ohne Arbeits- und Massenspeicher an. Diese lassen sich mit wenigen Handgriffen nach eigenen Wünschen bestücken. Fürs Betriebssystem muss man dann aber selbst sorgen. Aber das kann auch von Vorteil sein, wenn man zum Beispiel Linux installieren möchte.

Kernfragen

Die Vielfalt der verwendeten Prozessortypen ist noch unübersichtlicher als bei Notebooks oder klassischen Desktop-PCs, denn für die Winzlinge bedienen sich die Hersteller im gesamten CPU-Sortiment. Die Core-i-Prozessoren gibt es zum Beispiel sowohl als Desktop-Prozessoren mit Wechselfassung als auch aufgelötet als Mobil-CPU. Trotz ähnlicher Bezeichnung unterscheiden sie sich bei Performance und Leistungsaufnahme erheblich. Beim in Mini-PCs weit verbreiteten Core i5-4200U handelt es sich zum Beispiel um einen Dual-Core mit Hyper-Threading und 1,6 GHz Nominaltakt (Turbo: 2,6 GHz). Der Core i5-4590T für die Fassung LGA1150 ist hingegen ein waschechter Vierkerner mit 2 GHz Taktfrequenz (Turbo: 3 GHz), der unter Volllast 35 statt 15 Watt verbraten darf.

Beim Kauf sollte man deshalb vor allem auf den Buchstaben an der letzten Stelle der Prozessorbezeichnung achten. H, M, U und Y weisen auf Mobiltechnik hin, K, R, S, T oder ein fehlender Buchstabe stehen für Desktop-CPUs. Für übliche Büroanwendungen sowie einfache Bildbearbeitung reicht die Geschwindigkeit der Core-i-Prozessoren in jedem Fall aus. Dank Videobeschleuniger in der integrierten Grafikeinheit spielen sie Full-HD-Videos – zumindest im H.264-Format – problemlos ab [1].

Noch undurchsichtiger für den Käufer wird es bei Pentium und Celeron. Unter diesen Markennamen verkauft Intel inzwischen Prozessoren mit zwei unterschiedlichen CPU-Architekturen. Mit den schnellen Rechenwerken der Core-i-CPUs sind die Serien Celeron und Pentium G sowie die Mobilvarianten mit M, U und Y am Ende ausgestattet. Taktfrequenzen und Caches sind im Vergleich zu Core i3 und i5 etwas kleiner und es fehlen einige Funktionen wie Turbo Boost, Hyper-Threading und AES-Beschleunigung. ...

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Die 1-Liter-PCs

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c't 03/2015, Seite 72 (ca. 3 redaktionelle Seiten)
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