HiFi-Sound statt Himbeergrütze

Soundkarten für den Raspberry Pi

Test & Kaufberatung | Test

Der Raspberry Pi ist ein toller Medienplayer. Nur sein Audio-Ausgang taugt rein gar nichts. USB-Soundkarten, HDMI-Audio-Extractor und Aufsteckplatinen lösen das Problem – von so lala bis oh, là, là!

Die Klangqualität des Raspberry Pi hat zu recht einen miserablen Ruf. Für den ursprünglich geplanten Einsatz des Raspi an Schulen und Unis ist sie zwar gut genug: Wie man Audio-Ausgabe programmiert, kann man damit allemal lernen. Und dann ist da ja noch der HDMI-Ausgang. Da kommt der Ton digital raus, also hoffentlich ohne fehlerträchtige Umwandlung. Wer hier einen AV-Receiver, Fernseher oder einen Monitor mit Lautsprechern anschließt, braucht die Klinkenbuchse gar nicht. Alle anderen brauchen eine zusätzliche Soundkarte. Denn der Minirechner erzeugt analoge Tonsignale durch Pulsweitenmodulation, weil ein echter Digital-Analog-Wandler (DAC) den Preisrahmen gesprengt hätte. Erschwerend kommt hinzu, dass der Raspi elektrisch auch nicht gerade aufwendig konstruiert ist, was ihm ein hohes Grundrauschen beschert. Schon knapp über 15 kHz fällt außerdem der Frequenzgang des Raspi-Analog-Sounds ab. Auch das Signal darunter klingt eher nach Kofferradio als nach HiFi, obwohl die Raspi-Macher versucht haben, durch Optimierung der Firmware und beim Raspi 2 auch durch eine veränderte Beschaltung, etwas mehr herauszuholen.

Nun gibt es grundsätzlich drei Ansätze, dieses Problem in den Griff zu bekommen: USB-Soundkarten, HDMI-Audio-Extractor und Aufsteckplatinen speziell für den Raspi. Die nächstliegende Lösung sind USB-Stöpsel. Dummerweise sind die USB-Buchsen und der Netzwerkanschluss gemeinsam über einen internen USB-Hub an den einzigen USB-Port des Raspi-Prozessors BCM2835/6 angebunden. Wenn die Musik also sowohl per USB reinkommt (Netz oder Massenspeicher) als auch wieder raus muss, wird es zwischen Hub und Prozessor schon mal eng. Die Gesamtbandbreite würde zwar grundsätzlich ausreichen, aber gelegentlich überfahren die vom Massenspeicher kommenden Daten die im Millisekunden-Takt ablaufenden isochronen Transfers vom Raspi zur USB-Soundkarte. Elektrisch bekleckert sich die Anbindung auch nicht mit Ruhm: Alle Störungen, die zum Beispiel der Motor einer USB-Festplatte produziert oder die die Masseverbindung des Netzwerkanschlusses überträgt, kommen auch beim USB-Audio-Chip an. Daniel Matuschek hat in seinem Blog Crazy Audio einmal gezeigt, wie viel Rauschen allein die Schirmung eines Netzwerkkabels eintragen kann (siehe c’t-Link am Ende dieses Beitrags). Also: Den Raspi besser am WLAN betreiben oder zumindest ein ungeschirmtes Ethernet-Kabel nehmen (UTP statt STP/SFTP). Teurere Audio-Interfaces mit eigener Stromversorgung sind gegen diese Störungen weniger empfindlich, wenn sie intelligent konstruiert sind. Sie kosten dann aber auch das Vielfache eines Raspberry Pi – was das Projekt „günstiger Netzwerk-Audio-Player“ torpediert und das USB-Timing-Problem trotzdem nicht löst. ...

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HiFi-Sound statt Himbeergrütze

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c't 07/2015, Seite 72 (ca. 3 redaktionelle Seiten)
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  1. USB-Soundkartenmit C-Media-Chip
  2. USB-Soundkarten mit PCM2704
  3. Delock HDMI Audio Extractor
  4. HiFiBerry DAC/DAC+
  5. Auch nicht schlecht
  6. Fazit
  7. Digitale Soundausgabe mit dem Raspberry Pi

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  • Der HifiBerry Digi holt sich das digitale Tonsignal direkt an den GPIO-Pins des Raspi und kann es frei von elektrischen Störungen ausgeben.

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Kapitel
  1. USB-Soundkartenmit C-Media-Chip
  2. USB-Soundkarten mit PCM2704
  3. Delock HDMI Audio Extractor
  4. HiFiBerry DAC/DAC+
  5. Auch nicht schlecht
  6. Fazit
  7. Digitale Soundausgabe mit dem Raspberry Pi
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