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Jeder zusätzliche Speicherchip erhöht die elektrische Belastung eines Speicherkanals; darunter leidet die Signalqualität. Damit keine Datenfehler auftreten, schreibt AMD im „BIOS and Kernel Developer’s Guide for AMD Athlon 64 and AMD Opteron Processors“ für die Sockel-939-Athlons vor, dass jeder Speicherkanal bei 200 MHz Taktfrequenz höchstens mit einem Dual-Rank- sowie einem Single-Rank-DIMM bestückt sein darf; will man den schnelleren Adressierungsmodus „1T Command Rate“ nutzen, dürfen sogar nur zwei Ranks pro Kanal bestückt sein.
Vier PC3200-Speicherriegel auf einem Sockel-939-Mainboard kann der Speichercontroller gemäß AMD-Vorgaben nur dann mit vollen 200 MHz betreiben, wenn man ausschließlich Single-Rank-DIMMs erwischt hat und die 2T Command Rate nutzt; bei 1T Command Rate sind 166 MHz zulässig.
JEDEC-konforme PC3200-Dual-Rank-DIMMs sind beidseitig bestückt; auf jeder Seite sitzen jeweils 8 DDR-SDRAMs mit je 8 Datensignalleitungen (x8-Chips). ECC-Module tragen 9 ICs pro Seite. Single-Rank-DIMMs sind meistens einseitig bestückt und können aus vier x16- oder acht x8-DDR-SDRAMs aufgebaut sein. Seltener findet man Single-Rank-Module, die auf beiden Seiten jeweils vier Chips tragen. Letzte Sicherheit liefern Datenblatt oder Typenbezeichung des Moduls; die Abkürzungen „1R“ und „2R“ bezeichnen die Zahl der Ranks.
Nach diesen Erklärungen kann Ihr PC vier DIMMs nur dann mit 200 MHz Speicher-Taktfrequenz betreiben, wenn alle vier Speicherriegel aus 512-MBit-Chips (64Mx8) aufgebaut sind - nur davon reichen jeweils 8 Bausteine für ein 512-MByte-DIMM (1 Byte = 8 Bit). Ältere PC3200-Module mit 512 MByte Kapazität und vor allem so genannte „Low-Latency“-Module für Übertakter bestehen aber aus 256-MBit-Chips und sind deshalb Dual-Rank-DIMMs. Vier davon kann ein Sockel-939-Prozessor selbst bei 2T Command Rate nur mit 166 MHz betreiben, also wie PC2700-Module aus DDR333-Chips. Bei 1T Command Rate schreibt AMD sogar 100 MHz Taktfrequenz vor (PC1600/DDR200).
Selbstverständlich können Sie versuchen, die Taktfrequenz des Speichercontrollers zu steigern, also Ihr Board zu übertakten. Dazu benötigen Sie aber die nötigen Eingriffsmöglichkeiten im BIOS-Setup, die bei Komplettsystemen oft ganz bewusst weggelassen wurden. Zu Ihrem Trost: Den minimalen Rückgang der Rechengeschwindigkeit, den die Reduktion der Speicher-Taktfrequenz von 200 auf 166 MHz verursacht, werden Sie subjektiv nicht spüren können.
(ciw)
| Speicher-Taktfrequenz von Sockel-939-Prozessoren | |||||
| Speicherkanal 1 | Speicherkanal 2 | Taktfrequenz | |||
| DIMM-Fassung 1a | DIMM-Fassung 1b | DIMM-Fassung 2a | DIMM-Fassung 2b | 1T Command Rate | 2T Command Rate |
| Single Rank | - | Single Rank | - | 200 MHz | 200 MHz |
| Double Rank | - | Double Rank | - | 200 MHz | 200 MHz |
| - | Single Rank | - | Single Rank | 166 MHz | 166 MHz |
| - | Double Rank | - | Double Rank | 200 MHz | 200 MHz |
| Single Rank | Single Rank | Single Rank | Single Rank | 166 MHz | 200 MHz |
| Single Rank | Double Rank | Single Rank | Double Rank | 100 MHz | 200 MHz |
| Double Rank | Single Rank | Double Rank | Single Rank | 100 MHz | 200 MHz |
| Double Rank | Double Rank | Double Rank | Double Rank | 100 MHz | 166 MHz |
| PC3200/DDR400: 200 MHz, PC2700/DDR333: 166 MHz, PC1600/DDR200: 100 MHz | |||||
| Quelle: BIOS and Kernel Developer’s Guide for AMD Athlon 64 and AMD Opteron Processors, AMD-Dokument 26094.pdf, Revision 3.30 (Februar 2006), Kapitel 4.1.3 | |||||
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