c't 12/05
Je nach Einsatzbereich des Mainboards bietet auch das BIOS-Setup mehr oder weniger umfangreiche Funktionen zur Veränderung von Systemparametern. Manche BIOS-Setup-Optionen sind teilweise zwar im eigentlichen BIOS-Code vorhanden, wurden aber deaktiviert oder ausgeblendet. Mit den erwähnten Modifikations-Tools für BIOS-Versionen der wichtigsten Hersteller American Megatrends (AMI) und Phoenix (Phoenix/Award) lassen sich manch-mal abgeschaltete BIOS-Setup-Optionen freischalten. Allerdings muss man zunächst den BIOS-Code mit einem Flash-Tool aus dem Flash-EEPROM extrahieren, ihn dann mit der passenden Tool-Version (davon gibt es Dutzende) modifizieren und schließlich wieder in den Flash-Baustein schreiben. Schon minimale Fehler im BIOS-Code können nachhaltig verhindern, dass das Mainboard wieder bootet. Bei Desktop-PC-Mainboards mit gestecktem Flash-Chip ist eine Reparatur vergleichsweise preiswert (inklusive Versandkosten 10 bis 30 Euro, Anbieter außer den Boardherstellern siehe Soft-Link), bei Notebook-Mainboards können mehrere hundert Euro Kosten anfallen.
Es gibt im Internet auch zahlreiche bereits getunte BIOS-Varianten (modded BIOS, BIOS-Mods) für beliebte Mainboards. Auch hierbei besteht ein recht hohes Ausfallrisiko.
Das Phoenix-BIOS lässt sich übrigens nach unserem Wissensstand nicht bearbeiten, denn es ist durch Verschlüsselung abgesichert. Manche Funktionen des BIOS-Setup (etwa zum Übertakten) sind auch nicht bloß deaktiviert, sondern schlicht nicht vorhanden: Dazu müsste der Hardware-Hersteller meist ein zusätzliches BIOS-Modul einbauen, und nicht selten fehlt auch die nötige Hardware, etwa ein Clock-Chip mit zahlreichen variablen Frequenzkombinationen oder eine Schnittstelle zum Spannungswandler. In solchen Fällen lässt sich auch mit einer BIOS-Modifikation nichts ausrichten. (ciw)
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