Booten via USB 3.0

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Auf meinem PC starte ich ab und zu Linux von einem USB-Stick. Damit das schneller geht, habe ich mir extra einen USB-3.0-Stick besorgt – aber davon bootet mein PC nur, wenn er in einem USB-2.0-Port steckt. Wie schaffe ich den Superspeed-Start?
Vermutlich gar nicht. Damit ein Betriebssystem von einem USB-Massenspeicher starten kann, emuliert das BIOS des Mainboards ein altertümliches IDE-Laufwerk, weil der Bootloader nichts anderes sonst ansprechen kann. Diese Laufwerksemulation beherrschen aktuelle BIOS-Versionen nur für USB-Speicher, der via Fullspeed- oder Highspeed-Modus angebunden ist, also einen OHCI-, UHCI- oder EHCI-Controller. USB 3.0 Superspeed setzt aber einen xHCI-Controller voraus.
Bei manchen Mainboards kann man von USB-Geräten booten, die in den blauen USB-Buchsen stecken, doch das gelingt nur im Highspeed-Modus und durch einen aufwendigen Trick: Hier verlegen die Board-Hersteller die USB-2.0-Leitungen der blauen Buchsen zum EHCI-Controller im Mainboard-Chipsatz und nur die zusätzlichen Superspeed-Drähte hängen am USB-3.0-Chip. Das lässt sich also nicht mit vertretbarem Aufwand nachrüsten. Bei solchen Mainboards lässt sich übrigens auch das BIOS-Setup mit einer USB-Tastatur bedienen, die in einer blauen Buchse steckt – auch das scheitert an normalen USB-3.0-Hostadaptern, weil das BIOS für dort angeschlossene USB-Tastaturen die PS/2-Emulation nicht lädt.
Vermutlich erscheinen in den kommenden Jahren Mainboards, deren Firmware das Booten im USB-Superspeed-Modus beherrscht – wann das aber der Fall sein wird, ist zurzeit unklar. (ciw)

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