c't 24/04
In den Menüs mancher GPRS-Handys und Smartphones wie dem P900 findet man schon Einstellungen zu QoS. Fehlen die Menüs im Handy, kann man ein QoS-Profil auch über die GSM-spezifischen AT-Kommandos AT+CGQMIN und AT+CGQREQ auswählen, wobei CGQREQ das Profil für die aktuelle Verbindung und CGQMIN die minimalen Anforderungen an die Dienstgüte festlegt. Die Befehle AT+CGQMIN=? und AT+CGQREQ=? zeigen die aktuellen Profile an.
Das via Menü oder AT-Befehl einstellbare QoS-Profil besteht aus den Parametern Vorrang (precedence class), Verzögerung (delay class) und Zuverlässigkeit (reliability class) sowie Maximalwert (peak class) und Durchschnittswert (mean class) für den Datendurchsatz. Voreingestellt ist üblicherweise der Wert „Garantiert“, der die vom Netz vorgegebenen Maximalwerte auswählt. Die anderen Werte sind in abgestufte Klassen unterteilt.
Vor einer GPRS-Verbindung vergleicht das Funknetz das vom Nutzer angeforderte QoS-Profil mit den Daten der Kundendatenbank und reserviert die bestellten Ressourcen, falls sie verfügbar sind. Sowohl für GPRS als auch für UMTS geben die deutschen Mobilfunknetze bislang die Einstellung „best effort“ vor, die angeforderte Verbindung erhält also die bestmögliche Verbindungsqualität.
Es nützt jedoch nichts, per Handy etwa für den Vorrang „hoch“ anzufordern, wenn im Funknetz nur „normal“ vorgegeben ist. Das Netz ignoriert den QoS-Wunsch des Endgeräts. Wer dagegen „niedrig“ für den Vorrang beantragt, bekommt auch „niedrig“. Um eine möglichst gute Datenverbindung zu erhalten, sollte man daher alle QoS-Einstellungen auf „Garantiert“ stellen oder stehen lassen. (rop)
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