Dynamischen in Basisdatenträger zurückwandeln

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Ich habe in der Datenträgerverwaltung von Windows XP eine Festplatte versehentlich in einen „dynamischen Datenträger“ umgewandelt. Lässt sich das wieder rückgängig machen, ohne die Platte neu zu formatieren?
Mit den Windows-Bordmitteln ist die Wandlung einer mit Daten gefüllten Festplatte in einen dynamischen Datenträger eine Einbahnstraße. Die Datenträgerverwaltung kann die Festplatte nur dann in einen Basisdatenträger zurückwandeln, wenn Sie zuvor alle enthaltenen Volumes löschen.

Es gibt aber einen Weg, die Platte auch ohne Datenverlust wieder als Basisdatenträger zu nutzen. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Datenträger ausschließlich „einfache“ dynamische Volumes enthält (die den herkömmlichen Partitionen eines Basisdatenträgers entsprechen). Verändern Sie auf keinen Fall eine dynamische Platte, die Teil eines übergreifenden Volumes oder eines RAID-Verbundes ist. Sicherheitshalber sollten Sie in jedem Fall zumindest wichtige Arbeitsdaten auf einem anderen Medium in Sicherheit bringen.

Dynamische Datenträger verwenden ein alternatives Partitionierungsschema. Windows legt hier die Verwaltungsdaten für logische Laufwerke (Volumes) in einer besonderen Datenstruktur am Ende der Festplatte ab. Die für Basisdatenträger relevante klassische Partitionstabelle im ersten Sektor ist nach der Umwandlung der Festplatte eigentlich nicht mehr relevant. Damit andere Betriebssysteme und Werkzeuge von Fremdherstellern die Platte nicht als leer betrachten, trägt Windows hier eine Dummy-Partition mit der ungewöhnlichen Typnummer 42h ein, die sich über die gesamte Platte erstreckt. Wenn man die Systemfestplatte in einen dynamischen Datenträger umwandelt, ist die Startpartition in der Tabelle mit ihren korrekten Start- und Endsektoren eingetragen, allerdings auch hier mit dem Typ 42h. Das Kommandozeilenwerkzeug diskpart kann mit dem eingebauten Befehl retain ein einfaches dynamisches Volume auch nachträglich in die Partitionstabelle eintragen.

Um den dynamischen Datenträger in einen Basisdatenträger zurückzuwandeln, genügt es, die ursprüngliche Partitionstabelle wiederherzustellen - mit den richtigen Typnummern für die verwendeten Dateisysteme. Das Open-Source-Werkzeug testdisk (siehe Soft-Link) erledigt das weitgehend automatisch. testdisk können Sie bequem von einer aktuellen Knoppix-CD starten. Das Programm bietet eine menügesteuerte Textoberfläche, in der Sie im ersten Schritt mit den Pfeiltasten die zu konvertierende Festplatte auswählen. Nach dem Aufruf von „Analyze“ erscheint zunächst die aktuelle Partitionstabelle. Bei einem dynamischen Datenträger tauchen hier Einträge vom Typ „W2K Dynamic/SFS“ auf, das entspricht dem Hex-Wert 42. Die missverständlich als „Quit“ beschriftete Funktion verlässt die Übersicht und setzt die Analyse fort. testdisk sollte jetzt schnell die richtigen Dateisysteme der Partitionen erkennen. Kontrollieren Sie, ob die Einträge plausibel sind. Mit der Eingabetaste übernehmen Sie die gefundenen Werte, die Sie schließlich mit „Write“ auf die Platte zurückschreiben.

Nach dem nächsten Windows-Start sollte die Festplatte in der Datenträgerverwaltung wieder als Basisdatenträger auftauchen. Wenn noch weitere dynamische Datenträger an das System angeschlossen sind, erscheint dort zusätzlich ein verwaister dynamischer Datenträger, der mit einem roten Kreuz als „fehlend“ und mit dem Status „Offline“ markiert ist. Das liegt daran, dass die Volume-Informationen auf allen dynamischen Datenträgern redundant gespeichert sind. Um die Geisterplatte loszuwerden, ist ein beherzter Eingriff nötig: Löschen Sie zunächst über das Kontextmenü alle auf dem als „Offline“ markierten Datenträger enthaltenen Volumes (keine Angst, dabei gehen keine Daten verloren). Anschließend lässt sich der dynamische Datenträger entsorgen. (kav)

http://ct.de/0508178

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