Praxis & Tipps | FAQ

Urs Mansmann

De-Mail

Antworten auf die häufigsten Fragen

Nutzen für Privatanwender

Überall stoße ich letzthin auf Werbung für De-Mail. Warum sollte ich das haben und was bringt mir das?

De-Mail ermöglicht laut Gesetz eine rechtssichere und vertrauliche Kommunikation auf elektronischem Wege. De-Mail-Teilnehmer werden bei Eröffnung ihres Mail-Kontos identifiziert. Das System ersetzt unterschriebene Schriftstücke, die als Brief, Einschreiben oder eigenhändige Sendung ausgeliefert werden. Es ist nicht möglich, von De-Mail-Konten aus eine gewöhnliche E-Mail zu versenden oder zu empfangen.

Nützlich ist De-Mail für private Nutzer besonders dann, wenn sie häufiger Post mit Firmen und Behörden austauschen, die rechtssicher sein muss, also in Schriftform oder per Einschreiben, oder wenn sie solche Post schneller als auf dem herkömmlichen Wege zustellen oder erhalten wollen. Noch gibt es allerdings nur wenige Behörden und Unternehmen, die bereits De-Mail einsetzen.

Identifizierung

Bei Eröffnung eines Kontos werden die Teilnehmer identifiziert. Wie läuft das praktisch ab?

Die De-Mail-Anbieter greifen zur Identifizierung auf verschiedene Dienstleister zurück, die gegenüber dem Anbieter die Vorlage des Ausweises durch den Inhaber bestätigen. Dazu muss der Anwender entweder eine Filiale des Dienstleisters aufsuchen, beispielsweise einen Hermes-Paketshop oder einen Telekom-Shop, oder mit ihm einen Termin für einen Hausbesuch vereinbaren.

Rechtliche Folgen

Wenn ich ein De-Mail-Postfach habe, kann mir ja jeder Nachrichten dorthin schicken. Muss ich das Postfach also jeden Tag abfragen, weil ich ansonsten möglicherweise eine wichtige Frist versäume?

Das De-Mail-Postfach ersetzt den herkömmlichen Zustellweg nur dann, wenn Sie das mit dem jeweiligen Kommunikationspartner ausdrücklich vereinbart haben. Wenn Sie Ihre De-Mail-Adresse bei einer Behörde oder einem Unternehmen nicht angeben, dürfen diese Ihnen auch keine De-Mails zustellen. Falls Sie die Kommunikation per De-Mail erlauben, gilt allerdings die sogenannte „Zustellfiktion“, bei der eine in Ihrem Postfach eingetroffene De-Mail als Ihnen korrekt zugegangen gilt. Falls Sie Ihr De-Mail-Postfach für die Kommunikation verwenden, sollten Sie es auch regelmäßig auf neue Nachrichten überprüfen.

E-Post

Die Post will E-Post an den Mann bringen, die Telekom, 1&1, GMX und Web.de trommeln für De-Mail. Was ist der Unterschied?

De-Mail-Provider müssen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sein und ihr Produkt muss gesetzliche Vorgaben erfüllen. Die Post hat die Zertifizierung für De-Mail aufgegeben, weil die Identifizierung ihrer E-Post-Kunden per PostIdent erfolgt ist. Das ist aber für De-Mail nicht zulässig, denn die Post speichert beim PostIdent-Verfahren auch die Ausweisnummer der Kunden.

Anders als De-Mail bietet E-Post sowohl für den Versand als auch für den Empfang Schnittstellen zwischen der realen und der digitalen Welt an. Am Web-Frontend eingegebene Briefe werden schnell digital in die Nähe des Empfängers geschickt, dort ausgedruckt und landen in dessen Briefkasten. Umgekehrt bietet die Post auch den Service, eingehende Sendungen zu scannen und elektronisch zuzustellen.

Verschlüsselung

Ich habe gehört, dass De-Mails nicht verschlüsselt sind. Muss ich Sicherheitsbedenken haben, wenn ich diesen Dienst nutze?

De-Mails werden tatsächlich wie ganz normale E-Mails unverschlüsselt auf den Servern der Dienstanbieter gespeichert. Allerdings ist für De-Mails eine Transportverschlüsselung vorgeschrieben. Ein Lauscher auf der Leitung kann die De-Mails also nicht abfangen. Die Rechenzentren, in denen die De-Mails gespeichert sind, müssen gegen unbefugten Zugriff besonders gesichert sein. Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses müssen die Anbieter hierüber einen Nachweis erbringen.

Grundsätzlich kann auch eine De-Mail End-to-End-verschlüsselt werden. Allerdings beherrschen die Web-Frontends für Privatkunden dies bislang nicht, sodass der Anwender selbst tätig werden muss. Die komplizierte Konfiguration hat bei der normalen E-Mail dafür gesorgt, dass nur eine verschwindend kleine Minderheit von Anwendern verschlüsselte Mails austauscht.

Mail-Client

Ich möchte meine De-Mails nicht mit einem Mail-Frontend im Browser, sondern mit meinem E-Mail-Client abrufen. Ist das möglich?

Grundsätzlich ist der Abruf per Mail-Programm in den Richtlinien des BSI vorgesehen und zulässig. Die Anbieter, die ein kostenloses Angebot für Privatkunden vorhalten, setzen allerdings bislang beim Zugriff aufs De-Mail-Konto ausschließlich auf eine Browser-Lösung.

Kosten

Ich möchte gerne ein De-Mail-Postfach. Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Die Kosten für ein De-Mail-Postfach sind nicht reglementiert. Derzeit gibt es nur wenige Anbieter, die den Zertifizierungsprozess erfolgreich durchlaufen haben. Außer United Internet (mit 1&1, GMX und Web.de) sind nur die Telekom und Francotyp Postalia/Mentana Claimsoft am Markt. United Internet und die Telekom bieten Privatkunden kostenlos den Versand einiger De-Mails im Monat und 500 bis 1000 MByte Speicherplatz an. Kosten fallen für zusätzliche Leistungen an, etwa den bestätigten oder persönlichen Versand von De-Mails.

Spam

Besteht bei De-Mail die Gefahr, dass mein Postfach dort mit Spam geflutet wird?

Gleich mehrere Mechanismen erschweren Spam-Attacken im geschlossenen System De-Mail. Jeder Absender ist namentlich bekannt, eine anonyme Anmeldung ist nicht möglich. Der Versand jenseits eines möglicherweise vorhandenen kleinen Freikontingents ist für Anwender kostenpflichtig. Mit dem Versand großer Mengen Spam ist unter diesen Voraussetzungen nicht zu rechnen. (uma)

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