Praxis & Tipps | FAQ

Alexander Spier

LTE

Antworten auf die häufigsten Fragen

Lohnt sich das?

Muss es unbedingt ein Gerät mit LTE sein oder reicht UMTS mit HSPA aus?

Um unterwegs Mails abzurufen oder den Facebook-Status zu aktualisieren, ist LTE nicht notwendig. Für Internetseiten und zum Bilder Hochladen oder Betrachten reicht HSPA im Alltag ebenfalls. Für das Streaming von HD-Videos, größere Downloads sowie – dank niedrigerer Latenzen – auch für Online-Spiele lohnt sich LTE durchaus.

Mit steigender Nutzerzahl mag der Vorsprung etwas schrumpfen, wenn die Provider wie bei UMTS ihre Netze nicht schnell genug ausbauen.

Netzabdeckung

Wie kann ich herausfinden, bei welchem Provider und in welchen Gebieten LTE bereits empfangbar ist?

Telekom und Vodafone veröffentlichen im Internet aktuelle Karten zur LTE-Netzabdeckung (siehe Link), die zudem aufschlüsseln, ob der Empfang auch in Gebäuden oder nur draußen (oder per Außenantenne) möglich ist. Bei der Telekom lassen sich zudem die Planungen für die nächsten Monate betrachten. Auch O2 bietet LTE an; die Verfügbarkeit lässt sich aber erst im Laufe einer Bestellung über die Angabe der Adresse herausfinden. Diese Provider bauen ihre LTE-Netze aktuell auf dem Land und mittlerweile auch in Ballungsgebieten weiter aus. E-Plus betreibt bisher nur Testnetze.

Verwirrung um Frequenzen

Warum ist die LTE-Funktion des iPad 3 in Deutschland nicht nutzbar? Ist LTE etwa nicht gleich LTE?

Weltweit wird LTE auf vielen verschiedenen Frequenzen genutzt. Das iPad 3 ist lediglich für das 700- und das 2100-MHz-Band ausgelegt, die hierzulande nicht für LTE verwendet werden. In Deutschland kommen vier andere Frequenzbänder zum Einsatz (siehe Tabelle). Mittlerweile können einige wenige LTE-Router und -Sticks zumindest auf allen in Deutschland genutzten Frequenzen funken, für Smartphones und Tablets fehlen aber noch entsprechende Chips. Zum Beispiel verstehen sich das Smartphone HTC Velocity 4G und die Fritz!Box 6840 LTE auf die am häufigsten verwendeten 800- und 2600-MHz-Bänder, aber nicht auf die von der Telekom in einigen Städten genutzten 1800 MHz.

LTE unterwegs

Ich will LTE unterwegs über ein Smartphone oder einen LTE-Stick nutzen. Gibt es da bereits Angebote der Provider und dazu passende Geräte?

Von den drei LTE-Providern bietet Vodafone als einziger bereits ein Smartphone mit LTE und dazu passende Tarife an, für die mobile Nutzung am Laptop sind zudem USB-Sticks mit LTE-Modem im Angebot. Die Telekom bietet ebenfalls Sticks an, Smartphones oder Tablets mit LTE allerdings noch nicht. Bei O2 sollen die Tarife und Geräte für die mobile LTE-Nutzung erst im Juli starten.

Preise

Wie viel kostet mich die Nutzung von LTE unterwegs und als DSL-Ersatz?

Vodafone bietet LTE im Smartphone nur in Verbindung mit dem HTC Velocity 4G und einem mindestens 65 Euro teuren Tarif an. Dafür erhält man eine maximale Bandbreite von 21,6 MBit/s, die ab 1 GByte verbrauchtem Volumen gedrosselt wird.

Günstiger ist die Nutzung von LTE-Sticks. Bei Vodafone beginnen die Preise inklusive Hardware bei rund 30 Euro im Monat (21,6 MBit/s, 3 GByte). Die Telekom-Tarife sind ebenfalls nach Volumen und Bandbreite gestaffelt. Sie starten bei 40 Euro für die kleinste Variante (21,6 MBit/s, 3 GByte).

Möchte man LTE als DSL-Ersatz zu Hause einsetzen, bietet Vodafone Pakete ab 30 Euro im Monat. Dafür erhält man jedoch nur 3,6 MBit/s und 5 GByte. Für 10 Euro mehr bekommt man bei Telekom und Vodafone vergleichbare LTE-Angebote mit jeweils 7,2 MBit/s und 10 GByte Volumen. Alle Tarife für stationäres LTE werden nach dem Verbrauch des zugesagten Datenvolumens auf 384 KBit/s gedrosselt. Insofern ist LTE als Ersatz für einen stationärer Internetzugang derzeit nur da sinnvoll, wo es keine schnellen Alternativen über DSL oder Kabel gibt.

Telefonieren mit LTE

Kann ich über LTE eigentlich telefonieren und gibt es spürbare Unterschiede zu anderen Netzen?

Direkt über LTE kann nicht telefoniert werden, die LTE-Smartphones müssen ein UMTS- oder GSM-Netz bemühen. Möchte man einen Anruf tätigen, bucht sich das Telefon aus dem LTE-Netz aus und per UMTS oder GSM ein. Erhält man einen Anruf, während man sich im LTE-Netz befindet, bekommt das Gerät eine Mitteilung, die laufende Verbindung zu unterbrechen und das Netz zu wechseln.

Dies führt zu längeren Vermittlungszeiten sowie zum Abbruch der Datenverbindungen, ist aber für die Provider am einfachsten zu implementieren und kostet weniger Energie, als in beiden Netzen gleichzeitig zu funken. Zwar arbeiten die Gerätehersteller, Netzwerkausrüster und Mobilfunkanbieter daran, Sprachtelefonie auch über LTE durchzuführen, derzeit ist aber nicht abzusehen, wann Voice-over-LTE zum Einsatz kommen wird.

LTE nicht zu finden

Mein Smartphone bucht sich nie in das LTE-Netz ein, obwohl die Verfügbarkeitsanzeige meines Providers LTE verspricht. Woran kann das liegen und ist es möglich einen Wechsel ins LTE-Netz erzwingen?

Üblicherweise funktioniert die Übergabe automatisch, sobald ein LTE-Netz verfügbar ist und das Smartphone entsprechend konfiguriert ist. Derzeit gibt es bei Vodafone aber noch in einigen Gebieten Deutschlands Schwierigkeiten beim Umschalten zwischen UMTS und LTE. Die Option LTE zu erzwingen ist im schwer zugänglichen Testmenü versteckt, das man über den Telefon-Code *#*#4636#*#* erreicht.

Allerdings handelt man sich damit andere Probleme ein: Telefonate sind dann nicht mehr möglich und Anrufer erhalten die Mitteilung, dass der der Teilnehmer nicht erreichbar sei. SMS können hingegen weiterhin versendet und empfangen werden. (asp)

Artikel kostenlos herunterladen

weiterführende Links

Infos zum Artikel

Kapitel
  1. Lohnt sich das?
  2. Netzabdeckung
  3. Verwirrung um Frequenzen
  4. LTE unterwegs
  5. Preise
  6. Telefonieren mit LTE
  7. LTE nicht zu finden
0Kommentare
Kommentieren
Kommentar verfassen
Anzeige

Anzeige

weiterführende Links
  1. Zu diesem Artikel hat die Redaktion noch folgendes zusammengestellt:

    Links (2)

Anzeige