Lohnt die Investition
Lohnt es sich, für eine Maus extra Geld auszugeben?
Bessere Mäuse bieten mehr Ergonomie und eine genauere Zeigersteuerung als die Komplettsystemen beigelegten Standardmäuse. Ein empfindlicherer Sensor tastet die Unterlage genauer ab; zusätzliche Tasten erleichtern die Bedienung.
Auch wenn die meisten Hochleistungsmäuse für Spieler entwickelt werden, lassen sich ihre Zusatzfunktionen genauso gut im Büroeinsatz verwenden. Zu diesen Boni gehören unter anderem DPI-Umschalter sowie in der Maus speicherbare Makros.
Auf die Hand kommt es an
Bin ich mit einer größeren oder einer kleineren Maus besser bedient?
Das hängt sowohl von der Nutzungsart als auch von der Handgröße ab. Kleine Hände kommen mit einer kurzen Maus klar, größere Hände haben gern mehr Greiffläche. Gelegenheitsnutzern mit Notebooks reicht meist eine kleine Maus – eventuell sogar der winzige Cube von Logitech.
Für viele mittlere und große Hände ist eine Maus mit hohem „Rücken“ bequemer, weil der Handballen darauf ruhen kann. Kleinere Hände fühlen sich auf besonders großen und vor allem breiten Mäusen weniger wohl. Wer die Maus aus dem Handgelenk oder nur mit den Fingern steuert, bevorzugt womöglich eine flachere Bauart.
Handhabungsfrage
Woran sollte man sich beim Kauf orientieren?
Beobachten Sie vor der Kaufentscheidung ein Weilchen, wie Sie Ihre derzeitige Maus handhaben. PC-Gamer teilen die Maushandhabung in drei Griffarten und Empfindlichkeitsstufen ein. Diese Vorlieben finden sich auch bei Büroanwendern wieder – nur haben sich diese nie die Mühe gemacht, sie zu katalogisieren.
Palm Grip
Einige Spieler legen die Hand deckend über die Maus und schieben sie mit dem ganzen Arm über das Mauspad (Palm Grip). Da sie dabei meist eine niedrige Auflösung (Low Sense) nutzen, müssen sie die Maus anheben und neu aufsetzen, wenn sie die Grenze des Mauspads oder die Tischkante erreichen.
Claw Grip
Andere Spieler umgreifen den vorderen Bereich krallenförmig und legen den Handballen auf den Mausrücken (Claw Grip). Da sie dadurch kürzere Wege haben, spielen sie oft mit einer höheren Empfindlichkeit (Mid Sense). Der Claw Grip ermüdet die Hand allerdings schnell.
Dann gibt es noch Spieler, die die Maus mit den Fingern übers Mauspad schubsen (Fingertip Grip). Sie nutzen meist eine hohe Empfindlichkeitsstufe (High Sense) – dadurch brauchen sie einerseits weniger Platz auf dem Schreibtisch als andere Spieler, müssen aber gut aufpassen, dass kein unbeabsichtigter Zucker das Spiel verdirbt.
Fingertip Grip
Bei der Nutzung gibt es durchaus Mischformen; der Griff bedingt nicht zwingend die Empfindlichkeitseinstellung. Bei Spielen mit einem Scharfschützenmodus schalten Gamer unabhängig vom Mausgriff gern kurz die Empfindlichkeit herunter, um ruhiger zielen zu können. Einige Mäuse bieten hierfür einen Sniper-Schalter.
LED vs. Laser
Was sind die Vorteile von LED- und Lasermäusen?
Aktuelle Laser-Sensoren bieten deutlich höhere Auflösungen als LEDs. Dadurch reagieren Laser-Mäuse viel empfindlicher, was High-Sense-Spielern entgegenkommt. LED-Sensoren tasten die Oberfläche mit einem wesentlich geringeren Abstand (Lift-off) ab. Das kommt Low-Sense-Spielern zugute, da der Zeiger beim Anheben der Maus weniger verrutscht. Die Corsair Vengeance M60 vereint die Vorteile von Laser und LED durch ihre anpassbare Lift-off-Empfindlichkeit.
DPI-Spielereien
Bringt es etwas, den DPI-Wert der Maus hochzuregeln und die Zeigergeschwindigkeit zu reduzieren?
Nein. In Gamer-Foren theoretisieren immer wieder Leute über „Oversampling“ und andere vermeintliche Vorteile. Bei einem Besuch in den Schweizer Entwicklungslabors von Logitech schüttelten die Mausexperten nur den Kopf auf die Frage, ob irgendeine Konstellation von hoher und niedriger Empfindlichkeit spürbare Vorteile bringen könne.
Einige Anwender spielen mit niedrigem DPI-Wert und maximaler Empfindlichkeit – das bringt ebenso wenig. Sinnvollerweise lässt man die Zeigergeschwindigkeit in den Windows-Mauseigenschaften auf der mittleren Stufe, schaltet die Zeigerbeschleunigung aus und passt die Empfindlichkeit ausschließlich über die DPI-Schalter der Maus an. Bietet ein Spiel eigene Konfigurationsoptionen für die Maus, sollte man auch dort die Beschleunigung und alle anderen Optionen zur Optimierung der Zeigersteuerung deaktivieren.
Wichtiger ist die Abtastrate: Einfache Büromäuse geben die Mausposition mit 125 Hz weiter; Gaming-Mäuse bieten meist die achtfache Frequenz, also 1000 Hz. Dadurch werden Bewegungen mit weniger Verzögerung ans System weitergereicht. Für die meisten Spieler genügen 500 Hz – das reduziert die Belastung des USB, bietet aber immer noch ausreichend Kontrolle.
(
ghi)