Praxis & Tipps | FAQ

Jeremias Radke

Raspberry Pi

Antworten auf die häufigsten Fragen

Anwendung

Was ist der Raspberry Pi und was kann ich damit machen?

Der Raspberry Pi ist ein vollwertiger Computer in Kreditkartengröße, der dank der frei programmierbaren I/O-Schnittstelle (GPIO) beispielsweise LEDs ansteuern oder Sensoren auslesen kann und daher auch bei Bastlern und Hackern beliebt ist. Inzwischen sind zahlreiche Linux-Distributionen für den kleinen Rechner erhältlich, aber auch BSD-Systeme lassen sich installieren. Android wird derzeit angepasst, Windows läuft auf dem Raspberry Pi nicht. Gleich mehrere Implementierungen des Mediacenters XBMC machen den Raspberry Pi als Alternative zum Apple TV und ähnlichen Geräten attraktiv. Darüber hinaus lässt er sich als Web- oder Datei-Server betreiben sowie als TimeMachine-Server für Mac-Backups. Auch zum Bau Airplay-fähiger Lautsprecher für drahtloses Musik-Streaming ist der Raspberry Pi geeignet.

Kindertauglich

Mein 9-jähriges Kind wünscht sich einen Raspberry Pi. Wie kindertauglich ist er?

Der Kleinst-Rechner wurde für den Einsatz an Schulen entwickelt, um Informatik-Projekte zu fördern. Er ist also durchaus auch für Kinder interessant, aber kein Spielzeug. Er ist vergleichsweise robust und ein Betriebssystem ist recht leicht zu installieren. Über den PiStore (siehe c’t-Link) lassen sich weitere Programme installieren oder Tutorials anschauen. Wenn Ihr Kind vor allem wissen will, wie etwas funktioniert und mit „normalen“ Computern keine Berührungsängste hat, könnte es damit durchaus Spaß haben. Dennoch ist die Anleitung durch einen Erwachsenen ratsam, um Frustrationen zu vermeiden.

Grundausstattung

Welches Modell ist für mich das richtige und was benötigte ich sonst noch?

Model A kostet mit 25 Euro etwa 10 Euro weniger als Model B. Ersteres hat nur halb so viel Arbeitsspeicher (256 MByte), keine Netzwerkschnittstelle und nur eine USB-Buchse, die direkt mit dem SoC verbunden ist. Model B besitzt zusätzlich einen 3-Port-USB-Hub, über den auch der Ethernet-Port angebunden ist. Wichtigster Unterschied ist der geringere Stromverbrauch von Model A, weshalb es sich gut für autonome Zwecke eignet: etwa für eine Solar-Strom-gespeiste Wetterstation oder für Akku-gestützte Einsätze.

Neben der Stromversorgung und einer SD-Karte für das Betriebssystem benötigt man nur noch Kabel, um den Raspberry Pi an einem Monitor oder Fernseher (HDMI, DVI, Composite und SCART) anzuschließen und mit Strom zu versorgen (Micro-USB) sowie mindestens eine Tastatur für die erste Konfiguration. Optional sind WLAN- und Bluetooth-USB-Dongle. Geeignete Adapter erhält man in den Shops, die den Raspberry Pi verkaufen, eine Liste kompatibler Produkte ist im offiziellen Wiki zu finden (siehe c’t-Link). Wer außer Tastatur und Maus noch weitere USB-Geräte anschließen möchte, etwa eine USB-Festplatte, benötigt einen aktiven USB-Hub, der die Stromversorgung der Peripherie sicherstellt.

Stromversorgung

Kann ich mein altes Handy-Netzteil verwenden?

Der Raspberry Pi verbraucht laut Spezifikation ohne angeschlossenes Zubehör rund 2,5 Watt (Model A) beziehungsweise 3,5 Watt (Model B), in der Praxis ist es aber eher etwas mehr, da USB-Peripherie, Maus, Tastatur oder WLAN-Dongle ebenfalls Strom benötigen. Maximal nimmt der Mini-Rechner bis zu 700 mA (Model A) beziehungsweise 1200 mA (Model B) auf. Gespeist wird er über eine Micro-USB-Buchse mit 5V. Viele USB-Netzteile, vor allem für Smartphones, liegen in diesem Bereich. Details sind in der Regel auf dem Netzteil aufgedruckt. Auch die USB-Anschlüsse vieler TV-Geräte liefern genügend Strom, um den Raspberry Pi zu versorgen. Das ist besonders praktisch für den Einsatz als Mediacenter. Alternativ lässt sich der Mini-Computer aus vier Mignon-Zellen (AA) speisen. Passende Batterie-Fassungen werden im Internet angeboten (siehe c’t-Link).

Software

Kann ich mehrere Betriebssysteme parallel installieren oder muss ich für jedes eine eigene SD-Karte verwenden?

Wenn Sie die SD-Karte in mehrere Partitionen einteilen und einen Bootmanager installieren, können Sie darauf auch mehrere Betriebssysteme einrichten. Besonders einfach lässt sich das mit dem speziell für den Raspberry Pi gedachten Bootmanager BootBerry (siehe c’t-Link) bewerkstelligen. Für dessen Installation wird lediglich eine Zip-Datei auf eine FAT32-formatierte SD entpackt. Startet man damit den Raspberry Pi, installiert sich der Bootmanager selbst. Dann kann man verschiedene Betriebssysteme als Festplatten-Images herunterladen und von diesen starten.

Performance

Wie leistungsfähig ist der Raspberry Pi? Spielt er HD-Filme ab?

Die Mini-Rechner ist mit einem Ein-Chip-System von Broadcom (BCM 2835) ausgestattet. Er beherbergt einen 700-MHz-ARM-Prozessor sowie die GPU Video Core IV. Beide teilen sich 256 MByte (Model A) beziehungsweise 512 MByte (Model B) RAM. Vergleichbar ist die Leistungsfähigkeit der CPU mit einem 300-MHz-Pentium II, die GPU hingegen soll in etwa mit der Grafikeinheit der Xbox 1 mithalten können. Das genügt für Schulungszwecke und für ein Mediacenter, denn die Grafikeinheit hat genug Leistung, um 1080p-Filme ruckelfrei wiederzugeben. Als Ersatz für einen Desktop-PC ist er aber nicht geeignet. (jra)

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Kapitel
  1. Anwendung
  2. Kindertauglich
  3. Grundausstattung
  4. Stromversorgung
  5. Software
  6. Performance
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