FAQ: USB 3.0

Praxis & Tipps | FAQ

Lohnt es sich, auf USB 3.0 umzusteigen? Was bringt es derzeit?
Die dritte Auflage von USB bringt im Wesentlichen den neuen SuperSpeed-Übertragungsmodus, der Datenraten von über 300 MByte/s verspricht. Derzeit ist die Auswahl an SuperSpeed-tauglichen Geräten noch relativ klein. Insbesondere externe Festplatten, SSDs und USB-Sticks profitieren jedoch gewaltig von dem neuen Modus. HighSpeed-Übertragungen (USB 2.0) liefern in der Praxis selten mehr als 32 MByte/s und bremsen moderne SATA-Festplatten oder gar Solid-State-Disks (SSD) daher erheblich aus. Bis Scanner, Digitalkameras, Camcorder oder Drucker die neue Schnittstelle nutzen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Außerdem dürfen USB-3.0-Geräte mehr Strom ziehen als ihre Vorgänger und es gibt sehr viel ausgefeiltere Stromsparmechanismen, die unter anderem die Akkulaufzeit von Notebooks, an denen viel Peripherie hängt, verlängern sollen.
Kann ich meinen PC oder mein Notebook nachträglich für USB 3.0 fit machen?
Sofern Ihr Gerät halbwegs aktuell ist: im Prinzip ja. Für Notebooks gibt es USB-3.0-Host-Adapter im ExpressCard-Format. Diese steckt man einfach in den entsprechenden Slot und installiert einen Treiber. Bei Desktop-PCs hat man die Wahl zwischen PCIe-x1- und -x4-Steckkarten. Erstere erreichen nur dann die volle SuperSpeed-Geschwindigkeit, wenn ihr Steckplatz die volle PCIe-2.0-Datenrate liefert. Asus bietet auch eine PCIe-x4-Steckkarte an, die vier PCIe-1.1-Lanes bündelt.
Vertragen sich USB-2.0- und -3.0-Geräte?
Vergrößern Auf der Host-Seite (Typ-A, links) sind USB-2.0- und -3.0-Steckverbinder (blau) kompatibel. Auf der Device-Seite (Typ-B, rechts) passen nur alte Kabel in neue Geräte.
USB 3.0 schreibt vor, dass sowohl Geräte als auch Hosts vollständig abwärtskompatibel sein müssen. Das bedeutet, dass 2.0-Geräte an jedem 3.0-Port funktionieren müssen und vice versa. Dies gilt allerdings nur eingeschränkt für die Kabel: Auf der Host-Seite (Typ A) sind die neuen Kontakte so geschickt untergebracht, dass alle Kabel in alle Buchsen passen. USB-3.0-Geräte lassen sich auch mit alten Kabeln (Typ B) anschließen; moderne 3.0-Kabel docken jedoch nicht an 2.0-Geräten an.
Ähnlich sieht es bei den Hubs aus: USB-3.0-Hubs können sowohl neue als auch alte Geräte verwalten, weil sie im Inneren aus einem USB-3.0- und einem -2.0-Hub bestehen. SuperSpeed-Transfers klappen jedoch nur, wenn es eine lückenlose 3.0-Kette vom Gerät bis zum PC gibt.
Ich habe gehört, dass USB 3.0 auf Intel-Systemen langsam sein soll. Stimmt das?
Nicht unbedingt. Alle aktuellen Intel-Chipsätze für LGA1156-Prozessoren bieten nur PCIe-1.1-Geschwindigkeit, nämlich 250 MByte/s pro Lane. Theroetisch wäre das auch für superschnelle SSDs genug: In der Praxis erreichen die derzeit weitverbreiteten NEC-Chips per PCIe 1.1 kaum mehr als 140 MByte/s. Im Vergleich zu den 32 bis 36 MByte/s von USB 2.0 ist aber selbst das noch ein riesiger Fortschritt und mehr als 140 MByte/s liefern ohnehin nur wenige (externe) Festplatten.
Die eigentlich für die Grafikkarte vorgesehenen PCIe-Lanes des Prozessors bieten indes volle 2.0-Geschwindigkeit (500 MByte/s); an ihnen wuppt der NEC-Chip bis zu 205 MByte/s und mehr – sofern die Stromsparmodi der CPU nicht dazwischenfunken. Wenn Chipsatz und Board das unterstützen und ein PEG-Slot frei ist, gehört eine USB-3.0-Karte daher hier hinein. Manche Board-Hersteller bieten im BIOS-Setup eine Option namens USB-Turbo an, die den aufgelöteten USB-Chip mit der CPU statt mit dem Chipsatz verbindet. Asus bündelt hingegen über einen PCIe-Switch-Chip vier PCIe-1.1-Lanes des Chipsatzes zu zwei PCIe-2.0-Lanes. An diesen hängen dann je ein USB-3.0- und SATA-6G-Chip.
Gerüchten zufolge soll Intels nächste Chipsatzgeneration (6-Series) dann endlich volle PCIe-2.0-Geschwindigkeit bieten.
Trotz USB 3.0 braucht meine externe Festplatte noch immer ein Y-Kabel für die Stromversorgung am Notebook. Warum?
Die USB-3.0-Spezifikation schreibt vor, dass Geräte bis zu 900 mA ziehen dürfen. Laut Jeff Ravencraft vom USB Implementers Forum sollte das für nahezu alle USB-Geräte – insbesondere 2,5"-Festplatten – ausreichen. In der Praxis schaffen es allerdings die bisherigen ExpressCards für Notebooks oft nicht, die 900 mA auch anzuliefern. Daher legen die Hersteller nach wie vor die Y-Adapter bei, die zusätzlich noch einen USB-2.0-Port anzapfen. (bbe)

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