Praxis & Tipps | FAQ

Benjamin Benz

USB 3.0

Antworten auf die häufigsten Fragen

Geschwindigkeit

Welche Datenraten darf ich von USB 3.0 erwarten?

Der mit der dritten Generation der USB-Schnittstelle eingeführte Übertragungsmodus Superspeed läuft mit 5 Milliarden Transfers pro Sekunde (5 GT/s). Aus diversen Gründen bleiben davon netto bestenfalls 410 MByte/s übrig. Die sind aber nur erreichbar, wenn das Endgerät die Daten schnell genug anliefert respektive verdaut und Hostadapter sowie Treiber mitspielen.

Besonders große Unterschiede gibt es bei USB-Sticks: Während die schnellsten mit 260 MByte/s lesen und mit immerhin 125 MByte/s schreiben, schaffen andere gerade einmal 80 respektive 20 MByte/s. Je nach integriertem Controller liefern magnetische 3,5"-Festplatten in etwa dieselben Werte wie am SATA-Anschluss, sprich 160 bis 200 MByte/s. Solid-State Disks konnten wir unter Windows 7 bis zu 310 MByte/s entlocken und unter Windows 8 sogar 410 MByte/s.

Ich habe gehört, spezielle Treiber beschleunigen USB 3.0 unter Windows 7. Stimmt das und wenn ja, wo liegt der Trick?

In der Tat liefert USB 3.0 mit dem neuen XHCI-Standardtreiber von Microsoft unter Windows 8 höhere Transferraten als mit den Herstellertreibern unter Windows 7. Der Grund für diesen Performance-Nachschlag sind Veränderungen bei ein paar Block- und Puffergrößen. Genau das versprechen auch USB-Turbo-Treiber, die einige Hersteller ihren Laufwerken respektive Mainboards beilegen. Häufig anzutreffen sind sie derzeit bei Asus und Asrock.

Der Treiber überprüft die Hersteller-ID des Boards und läuft daher nicht auf beliebigen Systemen. Es kursieren zwar Registry-Hacks, mit denen sich diese Prüfung umgehen lässt, doch der Nutzen erscheint uns gering, weil das Performance-Plus nur mit einer sehr schnellen SSD in einem externen Gehäuse messbar ist. Das dürfte aber ein recht seltener Anwendungsfall sein.

Kaufentscheidung

Sollte ich schon heute beim Kauf eines neuen PC auf USB 3.0 achten?

Auf jeden Fall! Mit rund 36 MByte/s hinkt der Highspeed-Modus von USB 2.0 aktuellen Festplatten gewaltig hinterher, von SSDs ganz zu schweigen. Selbst das Befüllen eines 32-GByte-Sticks dauert so gefühlte Ewigkeiten. Das zehnmal so schnelle USB 3.0 hat das Zeug zur Standard-Schnittstelle der nächsten Jahre. Selbst wenn Sie heute noch kein USB-3.0-Laufwerk haben, sollte Ihr neuer PC bereits fit dafür sein.

Kann ich USB 3.0 nachrüsten und lohnt das?

Bei klassischen Desktop-PCs können Sie USB 3.0 fast immer über eine Steckkarte nachrüsten. Empfehlenswert sind hier PCI-Express-Steckkarten – meist im PCIe-x1-Format. Maximale Performance liefern diese aber nur in einem PCIe-2.0-Slot, sonst ist bei rund 200 MByte/s Schluss. Es gibt zwar auch noch Karten mit der veralteten PCI-Schnittstelle, doch die kosten einerseits recht viel und beschränken andererseits die USB-Geschwindigkeit auf rund 100 MByte/s, also rund das Dreifache von USB 2.0.

Problematischer sieht es bei Notebooks aus: Viele in den letzten Jahren verkauften Geräte haben gar keine Erweiterungs-Slots mehr. Selbst wenn es einen sogenannten Express-Card-Slot gibt, kann es bei der Stromversorgung der angeschlossenen Geräte mitunter zu Problemen kommen. Für die älteren PC Cards gelten zudem noch die gleichen Einschränkungen wie für PCI-Steckkarten.

Ich habe gehört, dass es schnellere und langsamere USB-3.0-Chips gibt. Worauf muss ich beim Kauf achten?

Benchmarks belegen, dass sowohl auf der PC-Seite (Host-Controller) als auch bei den Geräten (Device) Unterschiede existieren. Die höchsten Transferraten von bis zu 410 MByte/s liefern derzeit die integrierten USB-3.0-Ports aktueller Intel-Chipsätze gepaart mit dem SATA-USB-3.0-Bridge-Chip ASM1051E unter Windows 8. Allerdings sollten Sie in solche Spitzenwerte nicht zu viel hineininterpretieren, denn sie gelten nur für sehr teure Solid-State Disks und bei nicht unbedingt realitätsnahen Blockgrößen. In der Praxis spielt es keine Rolle, ob ein Chip theoretisch 240 oder 410 MByte/s liefert, wenn die Festplatte höchstens 160 MByte/s schafft und die Alternative eine USB-2.0-Übertragung mit rund 33 MByte/s wäre. Krasse Unterschiede gibt es indes bei den USB-Sticks. Fast alle schreiben viel langsamer, als sie Daten lesen, Billigexemplare schaffen trotz USB 3.0 noch nicht einmal Highspeed-Tempo.

Machen Sie sich um den Host-Controller nicht zu viele Gedanken, achten Sie aber beim USB-Gerät und insbesondere bei Sticks nach Möglichkeit auf hohe Transferraten.

Troubleshooting

Ein neu gekauftes USB-3.0-Laufwerk funktioniert an meinem PC nur sporadisch und wenn, dann auch nicht immer mit voller Performance. Was kann ich tun?

Die meisten Schwierigkeiten mit USB 3.0 konnten wir bisher auf schlechte Kabel und Steckverbindungen zurückführen. Selbst die Kabel, die die Hersteller ihren Geräten beilegen, waren schon schuld an solchen Problemen. Ebenfalls fehlerträchtig sind Verlängerungskabel. Mit zunehmender Leitungslänge und Anzahl der Steckverbindungen sinkt die Signalqualität. Dazu zählen übrigens auch Kabel im Inneren des PC, die das Mainboard mit den Frontbuchsen verbinden. Probieren Sie es mit einem anderen (am besten neuen) Kabel aus und schließen Sie das Gerät möglichst direkt an das Mainboard an.

Ein direkt am PC angeschlossenes Superspeed-Laufwerk funktioniert einwandfrei, sobald ich es jedoch zusammen mit anderen USB-Geräten an einen USB-3.0-Hub hänge, arbeitet es nur noch sporadisch im Superspeed-Modus. Wo liegt das Problem?

Bisher gibt es noch keinen einzigen Hub(-Chip), der vom USB Implementers Forum offiziell für Superspeed-Übertragungen zertifiziert wurde. In unseren Tests zeigten bisher alle Hubs größere oder kleinere Schwächen. Spätestens, wenn man Hubs kaskadiert, ist Ärger vorprogrammiert.

Vermeiden Sie komplizierte Konstruktionen mit (vielen) Hubs und Verlängerungskabeln. Reservieren Sie die wenigen blauen USB 3.0-Ports für schnelle externe Laufwerke. Maus, Tastatur, Drucker und Co. gehören an die fast immer zahlreich vorhandenen USB-2.0-Ports, zur Not auch über einen Hub. (bbe)

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  1. Geschwindigkeit
  2. Kaufentscheidung
  3. Troubleshooting
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