Praxis & Tipps | FAQ

Axel Vahldiek, Christof Windeck

Windows 7 vom USB-Stick installieren

Antworten auf die häufigsten Fragen

Zusammenbau

Wie kann ich einen Installations-Stick für Windows 7 erstellen?

Voraussetzung ist eine Windows-7-DVD (oder ein ISO-Abbild davon) sowie ein Stick, der mindestens 4 GByte Platz bietet. Der darf nicht im Superfloppy-Format eingerichtet sein (also wie eine große Diskette), sondern braucht wie eine Festplatte eine Partitionstabelle. Ob das bereits der Fall ist, lässt sich unter Windows leider nicht ohne Weiteres feststellen. Macht nichts: Einige Handgriffe bringen den Stick unabhängig vom Ausgangszustand ins richtige Format und ergänzen bei der Gelegenheit auch gleich noch den nötigen Bootloader.

Stellen Sie zuerst sicher, dass sich auf dem Stick keine wichtigen Daten befinden, denn er wird bei den nachfolgenden Schritten gelöscht. Vergeben Sie im Explorer durch simples Umbenennen in der Laufwerksübersicht einen aussagekräftigen Namen, etwa „Win7“. Das erleichtert die nachfolgenden Schritte. Tippen Sie nun ins Suchfeld des Startmenüs „diskpart“ ein und drücken Sie Enter. Es folgt eine UAC-Nachfrage („Sind Sie sicher?“), anschließend öffnet sich eine Eingabeaufforderung, in der das Windows-eigene Partitionierungsprogramm diskpart läuft.

Der Befehl list disk zeigt eine Liste der vorhandenen Laufwerke (Tipp-Arbeit können Sie sich sparen, wenn Sie die Diskpart-Befehle auf die jeweils drei ersten Buchstaben abkürzen, es funktioniert also auch lis dis statt list disk). Den Stick erkennen Sie anhand seiner Größe. Wählen Sie ihn mit select disk <Nr.> aus und überzeugen Sie sich mit detail disk, dass Sie auch wirklich den Stick erwischt haben: Das „Volume“ muss die gerade im Explorer vergebene Bezeichnung „Win7“ tragen. Den Stick sicher zu identifizieren, ist deshalb so wichtig, weil der nachfolgende Befehl ihn ohne jede Nachfrage komplett löscht; er lautet clean. create partition primary erzeugt anschließend eine neue Partition, active setzt sie auf „aktiv“. format fs=fat32 label=Win7 quick formatiert sie mit dem Dateisystem FAT32 und verpasst ihr den alten Namen. Mit assign weisen Sie dem Stick nun noch den ersten freien Laufwerksbuchstaben zu. Anschließend schließen Sie das Diskpart-Fenster und kopieren den Inhalt der CD/DVD einfach im Explorer auf den vorbereiteten Stick, fertig. Falls die Installations-DVD als ISO-Image vorliegt, können Sie die Daten beispielsweise mit dem kostenlosen 7-Zip herauskopieren. Alternativ können Sie das ISO etwa mit der Freeware „Virtual Clone Drive“ als virtuelles Laufwerk in den Explorer einbinden.

Geht auch mit UEFI

Ich habe wie beschrieben den Inhalt meiner 64-Bit-Windows-7-DVD auf einen USB-Stick gepackt, um davon booten zu können. Das klappt normalerweise auch problemlos, nur im UEFI-Modus scheiterts.

Auf Ihrem Stick finden Sie im Unterverzeichnis \efi\microsoft\boot zwar (U)EFI-Bootloader, doch stammen die eben von der DVD und können ausschließlich optische Laufwerke booten. Außerdem fehlt der zum UEFI-Start nötige Bootloader für den jeweiligen CPU-Typ (hier: x64), der im Unterverzeichnis \efi\boot liegen muss – die Bootloader für DVDs kommen dank eines Tricks ohne aus (siehe c’t 11/09, S. 180).

Falls Sie Zugriff auf einen UEFI-fähigen PC mit einer x64-Version von Windows 7 haben, brauchen Sie den fehlenden Bootloader nur auf den Stick zu kopieren und umzubenennen: Suchen Sie auf der Systempartition unter Windows\Boot\Efi nach der Datei bootmgfw.efi. Diese kopieren Sie auf den Stick in den Ordner \efi\boot und benennen sie um in bootx64.efi – fertig. UEFI-Firmware unterscheidet nicht zwischen Groß- und Kleinbuchstaben.

Die Datei bootmgfw.efi lässt sich auch von einer x64-Windows-7-DVD extrahieren: Sie steckt im 2,7 GByte großen Archiv Install.wim im Unterverzeichnis \sources. Das Archiv lässt sich beispielsweise mit dem kostenlosen Packprogramm 7-Zip öffnen. Die gesuchte Datei liegt dann im Unterverzeichnis „1“ des Archivs, genauer unter 1\Windows\Boot\EFI\.

Um das Windows-Setup vom USB-Stick im UEFI-Modus zu starten, müssen Sie üblicherweise explizit den UEFI-Boot-Modus über das BIOS Boot Select-Menü der Firmware wählen – sonst startet doch wieder der BIOS-kompatible Bootloader. Ob der UEFI-Start geklappt hat, verrät das Setup-Programm leider nicht ohne Weiteres. So erfahren Sie es doch: Richten Sie zuerst die Systempartition ein, klicken Sie dann aber nicht auf „Weiter“, sondern öffnen mit der Tastenkombination Umschalt+F10 eine Eingabeaufforderung. Darin tippen Sie den Befehl diskpart ein. Zeigt der anschließende Befehl list disk durch ein Sternchensymbol in der Spalte „GPT“, dass das Setup der Platte mit der Systempartition eine GUID Partition Table verpasst hat, läuft das Setup-Programm höchstwahrscheinlich im UEFI-Modus. Nur dann kann Windows von einer GPT-Platte booten.

Booten

Wie bekomme ich meinen PC dazu, vom Stick zu booten?

Am einfachsten über das BIOS-Bootmenü, das Sie – sofern vorhanden – durch das Drücken von Tasten wie ESC, F8, F9, F10 oder F12 erreichen – siehe Handbuch. Bei einigen Rechnern taucht der Stick dort allerdings nicht auf, bei anderen ist er sogar nur in diesem Menü zu finden.

Alternativ passen Sie die Bootreihenfolge im BIOS-Setup an. In manchem BIOS tauchen die USB-Sticks aber nur auf, wenn sie tatsächlich eingesteckt sind. Andere verwalten pro Geräteart eine weitere Reihenfolge; den Stick muss man dort dann explizit vor der internen Festplatte anordnen. Ebenfalls im BIOS-Stup sollten Sie die meist „USB-Legacy“ genannte Option aktivieren, damit das BIOS dem startenden Betriebssystem vorgaukelt, es würde von einem normalen Laufwerk starten.

Querschläge

Mein PC will nicht vom USB-Stick booten.

Zumindest für die ersten Tests sollten Sie den Stick direkt am PC einstöpseln und nicht per Hub. Ziehen Sie zudem alle anderen USB-Geräte ab, die als Speichermedium erkannt werden können. Zu den Verdächtigen gehören nicht nur andere Sticks, Festplatten und Speicherkartenleser, sondern auch TV-Sticks, UMTS-Modems oder sogar Monitore, die sich zusätzlich zur eigentlichen Funktion als Wechseldatenträger anmelden, auf dem ihre Treiber liegen.

Schwierigkeiten können auftreten, wenn Steckkarten oder Onboard-Chips ebenfalls Boot-Funktionen anbieten, besonders SCSI-, RAID- oder SAS-Hostadapter, aber auch Netzwerkkarten mit Boot-ROM. Schalten Sie deren Bootfunktion möglichst ab. Will der USB-Stick trotz aller Tipps partout nicht starten, können Sie es mit einer USB-Festplatte probieren. (axv/ciw)

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  2. Geht auch mit UEFI
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