c't 19/06
Bei den in den letzten Jahren im Handel aufgetauchten Fälschungen von AMD-Prozessoren handelte es sich immer um so genannte „Tray“-Ware, also sammelverpackte Prozessoren für Großabnehmer. Viele Einzelhändler verkaufen solche Ware auch unter Bezeichnungen wie „Bulk“ oder „OEM“.
Tray-Prozessoren - übrigens auch jene von Intel - sind manchmal besonders preiswert, weil sie nicht direkt von den offiziellen Distributoren der CPU-Hersteller kommen, sondern beispielsweise aus Lagerüberschüssen von größeren PC-Herstellern stammen. Diese kaufen sehr große Mengen von Prozessoren, etwa um in den Genuss von (teilweise hohen) Mengenrabatten zu kommen, und verkaufen überzählige Chips dann über den „Graumarkt“. Den Prozessorherstellern ist das einerseits recht, denn sie verbuchen höhere Stückzahlen (und Marktanteile) und lasten ihre Produktion besser aus. Andererseits bereitet der - juristisch meist legale - Graumarkt einige Probleme: Es können hohe Differenzen zwischen Listen- und Straßenpreisen auftreten, unbedarfte Endkunden wundern sich über fehlende Herstellergarantie (ein Gewährleistungsanspruch besteht bei Tray-Ware ja nur gegenüber dem Händler) und Fälschern wird das Handwerk erleichtert.
Bisher sind uns allerdings keine Fälschungen von Prozessoren mit AMD64-Kernen bekannt geworden. Diese lassen sich auch nicht so leicht nachträglich manipulieren wie ihre Sockel-A-Vorgänger. (ciw)
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