c't 8/09
grub eine Grub-Shell. Alternativ ist es auch möglich, am Bootprompt durch einen Druck auf „C“ in eine Grub-Shell zu wechseln. Dort geben Sie dann beispielsweise Folgendes ein:root (hd0,5)
setup (hd0,5)
Das erste Kommando sagt Grub, wo er die Dateien der zu installierenden Grub-Version findet. Dabei muss es sich um die Boot- oder Root-Partitionen des installierten Linux handeln – in diesem Beispiel das zweite logische Laufwerk in der erweiterten Partition der einzigen Platte, das bei modernen Linux-Distributionen den Gerätenamen /dev/sda6 trägt. Es ist nicht /dev/sda5, da Grub beim Zählen der Partitionen bei „0“ beginnt, Linux hingegen bei „1“.
Das zweite Kommando installiert den Grub-Start-Code in den Bootsektor eben dieser Partition; die Grub-Installation im MBR wird davon nicht beeinflusst. Falls das Installationsprogramm einer zweiten Linux-Distribution den MBR mit seinem eigenen Grub überschreibt, können Sie beim Systemstart über dessen Grub-Shell den im Bootsektor der Partition installierten Grub aufrufen. Für unser Beispiel lauten die dazu nötigen Befehle:
root (hd0,5)
chainloader +1
boot
Wollen Sie danach Ihren Original-Grub wieder in den MBR installieren, erledigen Sie auch das mit der Grub-Shell:
root (hd0,5)
setup (hd0)
Gegen Windows, das seinen Boot-Code bei jeder Installation ohne Nachfrage in den MBR schreibt, hilft der Notnagel allerdings nicht: Der Bootloader von Windows kann keinen im Bootsektor der Linux-Partition gespeicherten Grub aufrufen. Wie Sie in diesem Fall Linux wieder an den Start bringen, erläutert der Artikel Starthilfe in c't 5/09 ab Seite 178.
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