In meiner Fritz!Box läuft ein Sixxs-Tunnel, der IPv6 in meinem LAN bereitstellt. Wenn PCs per LAN oder WLAN direkt an der Fritz!Box hängen, funktioniert auch alles wie erwartet. Ein Notebook, das über einen WLAN-Repeater verbunden ist, bekommt aber nur IPv4. Woran liegt das?
Bei manchen Firmware-Entwicklern hat sich anscheinend noch nicht herumgesprochen, dass IPv6 nicht nur in IPv4 gekapselt läuft, sondern hier und da auch schon nativ im LAN als eigenes Protokoll (Ethernet-Protokolltyp 0x86DD). Vermutlich haben die Entwickler der meist auf Linux basierenden Geräte schlicht vergessen, das Forwarding zwischen der kommenden und der gehenden WLAN-Schnittstelle für IPv6 einzuschalten.
Interessanterweise gibt es auch den Fall, dass IPv6 halb funktioniert: Dann kommen zwar IPv6 Router Advertisements per Broadcast an, sodass sich das Notebook eine IPv6-Adresse zuteilt. Unicasts bleiben aber hängen, sodass man keine Hosts vor dem Repeater erreicht. Dieser Fall ist besonders ungünstig, denn viele Betriebssysteme meinen nun, sie hätten eine IPv6-Verbindung, probieren zunächst diese bei jedem Web-Seitenaufruf oder anderen Verbindungen und brauchen geraume Zeit, bis sie auf IPv4 zurückfallen. Dann hilft nur, IPv6 auf dem Notebook zu deaktivieren.
WLAN-Repeater versus IPv6
Wir haben eine Stichprobe mit 10 Geräten gemacht, darunter auch ältere Access Points, die man in den Repeater-Modus schalten kann. Nur etwas mehr als die Hälfte leitete IPv6 vom Stamm-WLAN des Routers in ihre eigene WLAN-Zelle weiter (siehe Tabelle). Wahrscheinlich gehört auch Ihr Modell zu denen, die IPv6 fallen lassen. Wenn es noch nicht allzu alt ist, pochen Sie beim Hersteller auf ein Firmware-Update. Erscheint das aussichtslos, hilft nur der Austausch gegen einen nachgewiesenermaßen IPv6-tauglichen Repeater.
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ea)