c't 23/04
Ohne Grafikkarte startet allerdings so gut wie kein Mainboard - mit Karte, aber ohne Monitor jedoch schon. Server-Mainboards sind meist mit einem Onboard-PCI-Grafikchip ausgestattet und bieten eine Reihe von Zusatzfunktionen für die Fernbedienung, etwa eine Umleitung der Textanzeige auf die serielle Schnittstelle (Port redirection) oder auf einen Onboard-Netzwerkadapter. Ganz aktuelle Server-Mainboards können sogar bereits die Anzeige beim Booten per LAN übermitteln, es sind also auch BIOS-Setup-Einstellungen aus der Ferne möglich, ebenso wie BIOS-Updates. Solche Tricks setzen aber weitere Hilfsmittel voraus, etwa spezielle Software oder zusätzliche Server im Netz mit festen IP-Adressen.
Läuft das Betriebssystem, ist ein Fernzugriff beispielsweise bei Windows XP oder Linux auf vielfältige Weise möglich (etwa Remote Desktop, VNC oder ssh). Probleme drohen dabei durch falsche Einstellungen von Firewalls und Netzwerkroutern und durch Eindringlinge von außen bei unsicherer Konfiguration.
Gute Server-Mainboards sind nicht nur wegen ihrer Fernwartungsfunktionen besser für den „kopflosen“ Betrieb ohne Eingabegeräte und Monitor (Headless operation) geeignet als preiswertere Desktop-PC-Produkte: Stärkere Spannungswandler, Temperaturüberwachungsfunktionen und manchmal auch Watchdog-Timer sichern den Betrieb. Außerdem sind sehr zuverlässige Netzteile und redundante Kühlung empfehlenswert.
Einen Standort im Keller sollten Sie übrigens mit Bedacht auswählen: Hohe Luftfeuchtigkeit kann einen PC sehr schnell beschädigen, weil Kontaktflächen korrodieren. Das gilt vor allem in Verbindung mit starken Temperaturschwankungen. Außerdem sollte man beim unbeaufsichtigtem Dauerbetrieb von Elektrogeräten stets die Brandgefahr bedenken. (ciw)
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