c't 7/06
Mobilprozessoren sind für den Einsatz in Notebooks vorgesehen und konstruiert. Dort kommen statt Standard-Kühlern spezielle, von den Notebook-Herstellern entwickelte Kühlsysteme zum Einsatz. Die Notebook-Prozessoren tragen auch keinen „Integrated Heat Spreader“ (IHS), ein mittlerweile bei Server- und Desktop-PC-Prozessoren von AMD und Intel üblicher Blechdeckel, der die Wärme verteilt und das Silizium-Die schützt. Die Firma MSI bietet mit dem etwa zehn Euro teuren „Mobile Pad“ mittlerweile eine Art Nachrüst-Heat-Spreader aus Kupfer an, sodass sich ein gewöhnlicher Athlon-64-Kühler auf einem Turion 64 montieren lässt.
Mobilprozessoren laufen auch nicht in allen Sockel-754-Mainboards und benötigen zur Entfaltung ihrer besonderen Stromsparfähigkeiten Unterstützung vom BIOS und vom Spannungswandler auf dem Mainboard. Zudem verbraten gewöhnliche Desktop-PC-Komponenten (neben Mainboard auch Grafikkarte, Netzteil, Festplatte) so viel Energie, dass die Stromsparwirkung von Mobilprozessoren im Desktop-Einsatz oft größtenteils verpufft.
Nach unseren Erfahrungen ist es günstiger und einfacher, statt eines Mobilprozessors einen gewöhnlichen Desktop-PC-Prozessor mit Spannungs- und Taktfrequenzumschaltung (Cool’n’Quiet, SpeedStep) zu verwenden und diesen bei niedrigerer Frequenz und mit geringerer Spannung zu betreiben. Auch das gelingt nur mit Mainboards, die Cool’n’Quiet oder eben SpeedStep unterstützen und per BIOS-Setup die Reduktion der Taktfrequenz und der Kernspannung erlauben, alternativ manchmal aber auch mit Windows-Tools wie RMclock (siehe Soft-Link).
(ciw)
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Heft bestellen
Permalink: http://heise.de/-320140
Das aktuelle Heft ist jetzt im Handel erhältlich.
Ältere Artikel können Sie über unser Zeitschriften-Archiv bestellen.