MAC-Filter – sinnvoll oder nicht?

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Mein Router bietet die Option, nur Geräte mit bekannten MAC-Adressen ins Netz zu lassen. Bringt mir das Aktivieren dieser Option einen Sicherheitsgewinn?

Kommt drauf an. Zwar hat jedes Netzwerkgerät eine eindeutige MAC-Adresse, doch wird diese Adresse nicht durch das Gerät selbst, sondern üblicherweise durch das Betriebssystem übertragen. Und hier lässt sich eine falsche Adresse reinmogeln, sodass ein eigentlich nicht zugelassenes Gerät plötzlich noch vom Router bedient wird. Gegen solche MAC-Spoofing-Angriffe vermag der Filter also nicht zu schützen.

Trotzdem kann der MAC-Filter sinnvoll sein, denn MAC-Spoofing erfordert Kenntnisse, die nicht jedermann besitzt. Hingegen ist es unter Umständen kinderleicht, ihr WLAN-Passwort herauszufinden: Jedes halbwegs aktuelle Windows verrät es bereitwillig in den Eigenschaften der WLAN-Verbindung, und zwar jedem, der gerade mit Administratorrechten angemeldet ist. Dazu muss ein Unbefugter nur mal kurz unbeaufsichtigt vor dem Gerät sitzen dürfen. Und schon surft der Nachbar, dem Sie vor dem Gang zum Kühlschrank noch schnell ein lustiges Bildchen zeigen wollten, künftig über Ihr WLAN, und während der Party Ihres Nachwuchses lernt Ihr Router ganze Horden neuer Smartphones kennen.

Solange der Nachbar und die lieben Kleinen jedoch keine Ahnung haben, wie MAC-Spoofing funktioniert, hält ein MAC-Filter sie wirksam draußen. So gesehen funktioniert ein MAC-Filter ähnlich wie ein Fahrradschloss: Auch wenn Profis über den zusätzlich getriebenen Aufwand nur lachen, hindert er Laien dennoch wirksam. (axv)

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